Die 5 Gründe, warum ich mich selbstständig gemacht habe

Als Kind habe ich schon immer davon geträumt Unternehmer zu sein. Kein Wunder, schließlich haben mir mein Vater und mein Großvater dies vorgelebt. Sie waren beide Unternehmer und natürlich meine Vorbilder.

Motivation und Gründe eines Unternehmers zur Existenzgründung

Meine Karriere schien vorbestimmt. Ich für meinen Teil, habe nur ein paar Umwege genommen.

In der Firma meines Vaters habe ich mich kurz versucht. Die Zusammenarbeit mit ihm gestaltete sich mehr als schwierig, so dass ich nach ein paar Jahren traurig, aber berfreit die Firma verließ. Danach war ich Geschäftsführer in einer Softwarefirma, aber auch hier fand ich nicht meine Erfüllung (mehr dazu findest Du in ‚Über mich‘).

Beruflich sehr verunsichert, war nur eine Sache für mich kristallklar: Ich möchte selbstständig sein, ein Unternehmer.

Es begann für mich eine lange Reise auf der Suche nach dem richtigen Konzept und der passenden Idee.

In dieser Zeit habe ich mein gesamtes Umfeld mit unzähligen Geschäftsideen, die ich ihnen immer wieder vorstellte, strapaziert. Ein besonders ausdauernder Zuhörer war mein bester Freund Andreas (an dieser Stelle erneut ein ganz herzlicher Dank).

Nachdem ich mich für ISOTEC als Franchisesystem entschieden hatte, stellte ich das fertige Konzept vier Banken vor. Zwei davon haben die Finanzierung sofort abgelehnt. Sie konnten nicht verstehen, warum jemand wie ich (Geschäftsführer, gutes Einkommen, Firmenwagen, etc.) sich selbstständig machen will. Sehr wahrscheinlich hatten sie viele Notgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus begleitet…

Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Etwas für mich Selbstverständliches war für Aussenstehende anscheinend doch nicht so einleuchtend. Ging es mir nur um Geld, Prestige und dicke Autos? Nein, überhaupt nicht. Das war zu keinem Zeitpunkt mein Antrieb.

Meine Wunsch zur Selbstständigkeit hatte die folgenden Gründen:

1. Mein eigener Herr sein

In meinen vorherigen Angestelltenverhältnissen, auch in den letzten beiden als angestellter Geschäftsführer, war ich immer den Entscheidungen anderer ausgeliefert. Die Gesellschafter haben den Kurs der Firma bestimmt. Es wurden viele unkluge Entscheidungen getroffen, die ich ausbaden durfte. Wie sagte Peter Drucker:

‚Management is doing things right; leadership is doing the right things.‘

Ich wollte die richtigen Dinge tun und selber unternehmensrelevante Entscheidungen treffen.

2. Keine Rechenschaft ablegen

Auch als angestellter Geschäftsführer musste ich mich für alles und jedes rechtfertigen. „Warum ist dieser Auftrag nicht gekommen? Wieso ist der Preis so niedrig?…“ In meinem letzten Job durfte ich jeden Montagabend beim Vorstand (Die Firma hing unter einer AG.) antreten und Rede und Antwort stehen.

Spätestens nach diesem Termin waren meine komplette Energie und Motivation für die ganze Woche aufgebraucht und es lagen noch vier Tage vor mir…

3. Freie Zeiteinteilung

Ich war nicht Herr meines Terminkalenders. Meine jüngste Tochter Anna habe ich in den ersten Jahren auf Grund vieler Geschäftreisen und -termine so gut wie nicht aufwachsen sehen. Viel zu oft wurden Dinge von mir verlangt, die ich nicht absagen oder verschieben konnte.

Ich wollte meine Termine und Prioritäten selbst bestimmen und endlich wieder mehr freie Zeit mit meiner Familie verbringen.

4. Verantwortung übernehmen

In meinem Bekanntenkreis war der Schock groß, als ich verkündete mich selbstständig machen zu wollen. Viele sahen darin ein großes Risiko.

Aber genau das wollte ich: Verantwortlich sein für mein Leben. Mir war auch bewusst, dass ich zukünftig niemanden für meine Fehler verantwortlich machen konnte.

Das war ein tolles Gefühl.

5. Ein guter Arbeitgeber sein

Auf Grund der Erfahrung mit meinen Arbeitgebern wollte ich alles besser machen. Ich wollte ein fordernder Chef sein, der viele Freiräume zur persönlichen und auch privaten Entfaltung gibt. Gemäß dem Motto eines Coaching Leaders, versuche ich mich als Diener meiner Angestellten zu sehen.

Diese Gründe hätten die beiden Bänker sicherlich nicht überzeugt. Ist auch nicht schlimm, es hat mit den beiden anderen mehr als gut funktioniert.

Und, haben die genannten Gründe im Nachhinein betrachtet Bestand?

Absolut! Neun Jahre später bin ich nach wie vor überzeugt, dass die Selbstständigkeit der richtige Weg für mich ist.

Was ist Deine Motivation für eine Selbstständigkeit? Hast Du andere Gründe? Bitte hinterlasse einfach einen Kommentar.

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  • Ludger Böhmer

    Nur gut, dass deine Rechenschaftstermine beim Vorstand nicht Freitag abends waren…. In deinen 5 Gründen zur Selbstständigkeit finde ich mich weitestgehend wieder. Was die freie Zeiteinteilung anbelangt gibt es bei Selbstständigen erhebliche Diskrepanzen. Viele schuften mehr als bei einem geregelten Angestellten Job. Nur wer es schafft konsequent zu organisieren und zu delegieren kann aus dem permanenten Laufrad immer wieder aussteigen und sein Leben nach Prioritäten führen.
    Ich war bei dem Einstieg in die Selbstständigkeit übrigens auch sehr froh aus dem ständigen Kompetenzgerangel der Konzernstruktur herauszukommen.

    • Sicherlich gibt es Unterschiede bei der Arbeitsbelastung, aber diese kann ich als Selbstständiger weitestgehend steuern. Die ersten Jahre als Unternehmer hatte ich auch keine 40-Stunden-Woche. Das wollte ich auch gar nicht. Mit den Jahren gelingt es mir aber immer besser, die Prioritäten für mich richtig festzulegen und nur die wirklich wichtigen Dinge selber zu machen.