Die drei wichtigsten Kompetenzen einer Führungspersönlichkeit

2001 hatte ich die Geschäftsführung eines Softwareunternehmens übernommen. Die Firma war ein Sanierungsfall: Veraltetes Produkt, schrumpfender Markt und finanzielle Schieflage.

Führungspersönlichkeit

Die ersten Monate meiner Tätigkeit waren von reinem Aktionismus geprägt. Ich kam mir vor wie ein Feuerwehrmann, der zehn Brände gleichzeitig löschen musste. Wer am lautesten schrie, wurde als erster bedient.

Abends auf dem Weg vom Büro nach Hause hatte ich mir für den kommenden Tag wichtige Aufgaben vorgenommen. Am nächsten Morgen konnte ich diese direkt wieder über den Haufen werfen. Ein anderer Brandherd musste bekämpft werden. Du kennst das.

Nachdem ich meine Arbeit auf diese Weise die ersten drei Monate verrichtet hatte, reifte in mir die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen konnte. Es fehlte das Konzept, der mittelfristige Plan. Jeden Tag um das nackte Überleben zu kämpfen, konnte die Firma auf Dauer nicht retten.

Aus dieser Erfahrung heraus, habe ich die folgenden drei wichtigen Kernkompetenzen erkannt, die jede Führungspersönlichkeit verinnerlichen sollte:

1. Reflektieren

Ziehst Du Dich regelmäßig aus dem Tagesgeschäft zurück? Reflektiere und frage Dich: Wo komme ich her? Wo bin ich jetzt? Wo will ich hin?

Sei offen und ehrlich. Schaue kritisch auf die Vergangenheit und Deine jetzige Situation. Überlege genau, wo Du mit Deinem Unternehmen zukünftig stehen willst.

Generell gibt es dazu viele Möglichkeiten und Tools. Ich für meinen Teil habe für meine Unternehmen eine Business-Vision und daraus abgeleitet einen Businessplan entworfen.

2. Planen

Führe Dir vor Augen, welcher Weg zu Deinen Zielen führt. Halte Dich an dem Plan fest und benutzen die Werkzeuge, die Dir dabei helfen.

Die Ziele in meinem Businessplan breche ich auf Quartalsziele herunter. In meinem wöchentlichen Review werden diese Ziele regelmäßig überprüft. Ich lege fest, welche Aufgaben ich diese Woche erledigen kann, um meine Quartalsziele und somit meinen Businessplan zu erreichen.

3. Kommunizieren

Spreche mit Deinen Mitarbeitern und Deinem Team. Lasse sie an Deinen Zielen und Deinem Plan teilhaben.

Es hilft nichts, wenn nur Du die Ziele kennst und diese sonst Niemanden mitteilst. Es ist hilfreich und gut für die Motivation, wenn Du den Mitarbeitern zusätzlich erklärst, wie Du auf diese Ziele gekommen bist und zeige genau auf, welchen Anteil jeder Einzelne daran hat.

Wichtig hierbei ist, wiederhole die Ziele immer und immer wieder. Auch wenn es Deine Mitarbeiter nicht mehr hören können, sei hartnäckig. Dann und wirklich nur dann, können Deine Mitarbeiter die Ziele verinnerlichen.

Das gleiche gilt im Übrigen für die Businessvision, welche mindestens genauso wichtig für den Erfolg eines Unternehmens ist.

Mit der Softwarefirma hatte ich nach zwei Jahren harter Arbeit auf diese Weise den Turn-Arround geschafft. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft waren gestellt. Es kam aber alles ganz anders. Doch das ist eine andere Geschichte…

Was macht aus Deiner Sicht eine gute Führungspersönlichkeit aus? Bitte hinterlasse einfach einen Kommentar.

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