Nichts für Theoretiker! Mein Einfacher Businessplan für Clevere

Mein Businessplan ist genau eine DIN A4 Seite lang. Unglaublich? Nein, ich mache es mir nur gerne so einfach wie möglich.

Wie erstelle ich einen einfachen Businessplan. Was gehört zu einem Businessplan

Meine berufliche Laufbahn startete ich in einem Tochterunternehmen eines deutschen Konzerns. Dort habe ich gelernt, dass die Erstellung eines Businessplans Monate dauert, mindestens einen Leitz Ordner füllt und ihn sich hinterher niemand mehr anschaut.

Im hektischen Tagesgeschäft hatte keiner mehr die Muße, sich nochmals mit dem epischen Werk zu beschäftigen. Der Businessplan stand im Regal und setzte Staub an.

Diese Art der Planung war unproduktiv, größtenteils realitätsfern und am Ziel vorbei. Nichts für mich…

Als ich mich selbstständig machte, stellte ich mir daher die Frage: Wie kann ich meinem Unternehmen eine Richtung vorgeben, ohne teure Unternehmensberater zu beauftragen und eine wochenlange unproduktive Planerei.

Herausgekommen ist mein ‚Einfacher Businessplan‘. Er beschränkt sich auf das Wesentliche und ist ein ‚call-to-action‘ Plan. Ohne große Umschweife stehen dort Ziele, Maßnahmen und Projekte aufgelistet und das alles auf einer Seite.

Vordruck Businessplan, Einfach Planen mit einem Businessplan

Meinen Einfachen Businessplan habe ich immer im Blick. Er hängt neben meinem Schreibtisch ganz prominent an der Wand. Somit kann ich meine Ziele nicht längerfristig aus den Augen verlieren.

Ende des Jahres erstelle ich meinen Einfachen Businessplan für das nächste Geschäftsjahr und breche ihn dann in Quartale herunter. An der Wand hängt immer der Businessplan für das aktuelle Quartal.

Im Wesentlichen besteht er aus den folgenden 3 Bereichen:

1. Ergebnis

Idealerweise hat jedes Unternehmen eine Businessvision. Abgeleitet davon sollte das Ergebnis des Businessplans festgelegt werden.

Das Ergebnis muss dabei

* realistisch

* ambitioniert

* messbar

sein.

Im Businessplan sollte daher nicht stehen: „Steigern der Qualität“. Stattdessen wäre

Erhöhung der Qualität durch Reduzierung der Reklamationsquote auf unter 2 %

deutlich besser.

Hier werden nur die über allem stehenden Ziele formuliert (maximal drei) und nicht jeder Teilschritt.

2. Maßnahmen

Die regelmäßigen Maßnahmen, die zur Erreichung des Ergebnisses notwendig sind, halte ich hier fest.

Diese Maßnahmen haben kein Enddatum, sondern einen Turnus, in dem sie ausgeführt werden müssen.

Um bei dem oben genannten Beispiel zu bleiben:

Offene Reklamationen mit den Verantwortlichen durchsprechen. Turnus: 1 x pro Woche

3. Projekte

Alle Projekte, die ich zur Zielerreichung anstoßen muss, werden hier notiert. Diese Projekte haben alle einen Termin, bis wann sie erledigt sein sollten.

Um die Qualität zu steigern wäre ein passendes Projekt:

Qualitätsmessung einführen und mit einem Bonussystem für die Mitarbeiter versehen. Datum 31.03.2014

So, der Einfache Businessplan ist erstellt. Wie geht es jetzt weiter?

Alle Maßnahmen übertrage ich als wiederkehrende Aufgaben in meinen Taskmanager oder als regelmäßige Termine in meinen Kalender. Für das oben genannte Beispiel wäre das ein passender Termin:

Jour-Fix ‚Qualitätsbesprechung‘ jeden Dienstag 8:30 mit meinem Technischen Leiter.

Die Projekte lege ich in meinem Taskmanager an. Dort überlege ich mir, welche einzelnen Schritte für dieses Projekt notwendig sind. Diese Aufgaben werden angelegt und mit passenden Terminen versehen.

Ein passender Teilschritt dieses Projektes wäre:

Reklamationsquote pro Team rückwirkend erfassen und auswerten. Datum 15.02.2014

Obwohl ich meinen Einfachen Businessplan immer vor Augen habe, beschäftige ich mich einmal die Woche, in meinem Wöchentlichen Review, intensiver damit.

Dann überprüfe ich, ob ich bei den Projekten auf Kurs bin und die Maßnahmen wie niedergeschrieben umgesetzt habe. Eventuell nehme ich Korrekturen vor.
Wie ich mein wöchentliches Review genau gestalte lesen Sie hier.

Für wen ist der Einfache Businessplan geeignet?

Ganz einfach: Für jeden, der einen Aufgabenbereich verantwortet: Unternehmer, Existenzgründer, Freiberufler, Geschäftsführer, aber auch für alle Angestellten, die selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten. In meiner Firma hat fast jeder Mitarbeiter einen solchen Einfachen Businessplan, auch meine Assistentin.

Gerade weil er so simpel ist, hat er mir und meinem Unternehmen schon sehr wertvolle Dienste erwiesen. Der Einfache Businessplan hält uns alle auf Kurs und auf Trab.

Hier geht es direkt zum Download des Formulars: Einfacher Businessplan.

Wie ist Deine Erfahrung mit Businessplänen? Hast Du einen und wenn ja, wie benutzen Du ihn? Bitte hinterlasse einfach einen Kommentar.

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  • Hi Lars,

    toller Blog, Respekt. Und dieses Thema hier finde ich auch super.

    Bei der Begrifflichkeit „Businessplan“ habe ich etwas anderes erwartet. Ein Businessplan steht nach meinem Verständnis für die Darstellung des großen Ganzen eines Unternehmens, ist also eine Mischung aus Strategie, Zielen und erwarteten Zahlen. Verwendet wird so etwas doch meist auch, um Investoren oder Geldgeber für ein Unternehmen zu begeistern. Wie gesagt, das ist mein Verständnis dieses Begriffs.

    Dein Post bricht das runter auf eine Person im Unternehmen. Das findet in aller Regel im Nachgang von Ziel-/Strategiediskussionen statt, damit den großen und vielen Worten auch Taten folgen mögen. Ich finde Dein Vorgehen klasse, würde es des reinen Verständnisses wegen nur anders nennen. Frag mich aber bitte nicht wie, ok? 😉

    Beste Grüße und weiter so,
    Derek

    • Picknicker

      Sehe ich genauso.
      Ist eine Variante zwischen OGSM bzw BSC (Balanced Score Card).