Papierloses Büro: Test des Adonit Jot Script 2 Evernote Edition

Mit den ganzen Smartpens bin ich bisher noch nicht richtig warm geworden. Entweder waren sie unzuverlässig, hatten ein riesiges Offset, klackerten beim Schreiben oder das Schreibgefühl war einfach schrecklich. Für die tägliche Arbeit waren sie nicht zu gebrauchen.

Evernote hat jetzt den zweiten eigenen Stift herausgebracht, den Adonit Jot Script 2 Evernote Edition, und war so nett, mir diesen zu Testzwecken zur Verfügung zu stellen.

Aber keine Angst, ich bin objektiv und lasse mich nicht kaufen (warum auch?).

Hier nochmals das Wesentliche aus dem Video zusammengefasst:

Vor dem eigentlichen Test hatte ich bereits ein Video mit dem ersten Eindruck auf meinem Youtube-Kanal veröffentlicht. Ein ‚Unboxing’:

Jetzt aber zu den Testergebnissen:

Die Vorteile

+ Verarbeitung

Die Verarbeitung ist, typisch Adonit, über jeden Zweifel erhaben. Der Adonit Jot Script 2 sieht nicht nur klasse aus, er ist auch entsprechend verarbeitet.

+ Haptik

Das Gewicht, die Größe und auch die Oberfläche, matt und leicht angeraut, sind perfekt. Er
liegt super in der Hand und alleine das Anfassen zauberte mir ein Grinsen ins Gesicht.

+ Zuverlässigkeit

Der Stift hat immer 1A funktioniert. Keine Abbrüche, keine Ghost-Scribbles, alles so wie es sein sollte.

+ Schmale Spitze

Man sieht den Schreibpunkt und es gibt auch nicht, wie bei einigen anderen Smartpens, ein Offset zwischen Spitze und Geschriebenem.

+ Konzept

Die Idee, den Akku über ein USB-Dongle zu laden, auf den ich den Stift, wie eine elektrische Zahnbürste auf die Ladestation, stelle, hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Die Nachteile

– Schreibgefühl

Adonit hat hier wirklich nichts dazu gelernt. Das Schreibgefühl ist wie beim Vorgänger: Metallspitz auf Glas, schrecklich. Überhaupt kein Schreibwiderstand.

– Klackern

Auch hier hat sich der Stift gegenüber dem Vorgängern nur um Nuancen verbessert. Es entsteht beim normalen Schreiben ein nervendes Geklacker.

Fazit

Verarbeitung, Haptik und Zuverlässigkeit, alles top und trotzdem bin ich enttäuscht. Den Jot Script 2 hätte Adonit deutlich besser hinkriegen müssen und auch können.

Wie beim Vorgänger ist das Schreibgefühl immer noch eine Katastrophe, keinerlei Schreibwiderstand. Schreiben macht keinen Spaß und auch die Handschrift leidet unter dem mangelnden Schreibwiderstand.

Dazu kommt noch das Geklacker. In Gesprächen und Besprechungen nur nervig. Eine gute Möglichkeit, Dein Gegenüber in den Wahnsinn zu treiben.

Das eine dünne Spitze auf dem iPad auch ohne Geräusche und mit einem guten Schreibgefühl funktioniert, hat Lynktec mit dem Apex Stylus gezeigt. Nur leider war hier die Zuverlässigkeit nicht gegeben.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Außer Spesen nichts gewesen. Ich bleibe meinem Bamboo CS-160 weiterhin treu.

Habt Ihr Fragen zu dem Adonit Jot Script 2 Evernote Edition? Wie sind Eure Erfahrungen mit Smartpens? Ich freue mich auf unseren Austausch in den Kommentaren.

Hinweis: Ich behalte mir das Recht vor, beleidigende oder vom Thema abweichende Kommentare zu löschen.

  • Moin Lars,
    vielen Dank für den interessanten Bericht und deine Mühe mit den Videos! Leider habe ich den Stift auch seit gestern. Ich stimme deiner Bewertung zu, finde aber Haptik und Verarbeitung eher auf dem Niveau eines 1 €-Werbekulis. Liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich gerne hochwertiges Schreibgerät nutze.
    Für den nächsten Kauf warte ich auf deinen Test, das spart Geld!

    • Danke für Deine Ergänzung und das Kompliment, lieber Frank.
      Im Vergleich zu anderen Eingabestiften ist die Verarbeitung gut. Mit einen Montblanc Meisterstück kann er es allerdings nicht aufnehmen 🙂

  • Christian Schätzle

    Versuche mal den Stift mit der GoodNotes Handballen-Erkennung zu verwenden.
    Dann wird auch das Schriftbild schöner. Aber dafür hat man die Linienglättung nicht.
    Ich bin absolut begeistert von dem Stift.

    • Danke für Deine Ergänzung, lieber Christian.
      Stimmt, das Schriftbild wird schöner, aber das grausige Schreibgefühl bleibt.

  • Ralf Bonnekoh

    Hallo Lars,
    vielen Dank für den Test. Ich war auch am überlegen, mir den Stift zuzulegen. Hatte aber Bedenken wegen dem Schreibgefühl und der „Störgeräusche“. Dein Test hat es bestätigt. Deshalb bin ich nach wie vor glücklich mit meinem Rotring 800+ (den ich mir nach Deinem Testbericht gekauft habe).

  • Bruno

    Hallo Lars,
    vielen Dank für den Test und das Video. Ich habe die selbe Einschätzung wir du zu dem Stift und bin vorallem vom schlechten Schriftbild in der Penultimate-App enttäuscht. Es gibt dort auch immer wieder Aussetzer beim Schreiben und chnelle Schwünge, z.B. beim ‚w‘ oder Kringel beim ‚e‘ werden verschluckt. Ich habe jedoch auch andere Apps zusammem mit dem Jot Script 2 ausprobiert und bin bei der App ‚Noteshelf‘ gelandet, wo das Schriftbild überaschenderweise viel besser aussieht als bei Penultimate. Vielleicht kannst du Noteshelf auch einmal ausprobiern – nich dass nur ich diese Erfahrung gemacht habe. Dies würde ja bedeuten, das es eher ein Software-Sache ist, wenn andere App-Hersteller den Stift besser unterstützen können. Würde über über ein Fortführen deiner Tests mit anderen Schreib-Apps freuen. Anbei mal mein Vergleich des Schriftbildes in Penultimate und Noteshelf.

    Grüße
    Bruno

    • Danke für Deine sehr gute Ergänzung und die Anregung, lieber Bruno.
      Ich habe die selben Erfahrungen gemacht wie Du: Noteshelf bietet das mit Abstand schönste Schriftbild.
      Der von Dir angeregte Test wird kommen 🙂

  • Ein guter Stift. Nutzt Du die klassische Gummispitze oder die aus Kohlefasergeflecht?

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