Wie du am Mac produktiver mit der Menüleiste umgehst

Das Betriebssystem des Mac besticht schon immer durch seine Menüleiste am oberen Bildschirmrand. Heute möchten wir uns dieser Menüleiste widmen, denn mit der Zeit schaufeln wir dort, bewusst und vielleicht auch unbewusst, immer mehr Icons von Programmen hinein.

Matthias Petrat

Das lässt einen im Workflow schlicht den Fokus auf die schnellen Zugriffspunkte in der Menüleiste verlieren. Ich zeige dir heute wie du mehr aus deiner Menüleiste am Mac mehr herausholen kannst und wie du produktiver mit ihr arbeitest.

Was hast du? Was willst du? Was brauchst du wirklich?

Wichtig ist es erst einmal zu wissen, welche Programme man im Alltag und in seinem Workflow produktiv einsetzen möchte und vielleicht auch muss. Daher gilt es sich die Menüleiste einmal genauer zu betrachten und die Icons einzeln zu analysieren.

Das Dropxbox-Icon muss man beispielsweise nicht wirklich ansteuern, da man dieses Zielverzeichnis auch über den Finder direkt erreichen kann. Hier muss jeder selbst entscheiden, welche Programmicons sich in der Menüleiste abgelegt haben und vor allem wieso.

Viele Icons überfüllen die Leiste schlicht und lassen sie zum linken Bildschirmrand rauslaufen – der Fokus verschwindet.

Produktiv mit der Menüleiste an Deinem Mac arbeiten

Ich gebe als Faustregel immer die Zahl 15 an. Mehr als 15 Icons sollten sich in keiner Menüleiste befinden, denn dann wird es schnell unübersichtlich.

Ich beschränke mich auf wenige Icons. Diese geben mir aber immer einen schnellen Blick auf eine Information oder auf eine Funktion. Beides ist in diesem Fall ausschlaggebend für die Produktivität, denn die Information und Funktion liegt direkt bereit und muss als Nutzer nicht erst gesucht und vor allem gefunden werden. Sortiere also erst einmal im Kopf um und vor allem aus.

Mach dir klar was du willst, was du hast und was du wirklich brauchst. Wenn du diesen Schritt im Kopf vollzogen hast, ist das schon die halbe Miete.

Wirf Ballast ab und gewinne Auftrieb

Du weißt was du hast, was du willst und was du wirklich brauchst? Dann legen wir nun los und sortieren um. Was du nicht benötigst fliegt nun raus, denn viele Icons sind schlicht Ballast, den man über Bord werfen sollte.

Das gibt Auftrieb im Workflow. Einige Programme starten manchmal einfach mit, obwohl man sie nicht braucht. Öffne die Einstellungen für einzelne Icons, die du loswerden willst und beende den Autostart darin. Danach kannst du das Programm auch über das Icon komplett beenden.

Bei manchen Programmen ist dies allerdings nicht machbar und auch nicht ratsam. Im Falle vom Dropbox-Icon zum Beispiel. Wird hier de Autostart beendet, funktioniert auch die Synchronisation der Dateien im Finder nicht mehr.

Für solche Programme, deren Icons man nicht permanent sehen will, haben wir gleich noch eine wirkende Lösung. Gehe also deine Icons durch und werfe das raus, was wirklich komplett raus kann.

Räume dein Lager auf und finde dich neu

Mit Sicherheit sind nun einige Icons aus deiner Menüleiste verschwunden und damit gehen wir nun zu Schritt 2 über. Wir lassen nun die Icons verschwinden, die du zwar ab und an brauchst aber nicht wirklich jeden Tag sehen und griffbereit haben musst.

Dafür müssen wir uns einer Zusatzsoftware bedienen. Bartender 2 schafft eine zweite Reihe in der Menüleiste – es ist das Parkett unter der Loge. In diese Reihe verfrachten wir die Icons, die du zwar brauchst, aber eher selten hervorholen musst.

Wir schaffen damit quasi eine Prioritätenreihenfolge. Loge und Parkett.

MAc Menüleiste produktiv nutzen

Bartender 2 kostet ca. 14€, ist mit macOS Sierra kompatibel und kann auch unter El Capitan und Yosemite genutzt werden. Du gelangst über diesen Link zur Website von Bartender 2.

Du kannst Bartender 2 auf Wunsch vier Tage kostenlos testen und dich auch erst dann für einen Kauf entscheiden. Bartender spricht derzeit nur Englisch, aber das sollte für die meisten kein großes Problem sein, da sich das Programm von alleine erklärt.

Installiere das Programm bitte wie gewohnt und führe es aus.

Bartender bringt Ordnung in die Mac menüleiste

Du kannst nun Icons von der Loge auf das Parkett verfrachten. Dazu öffnest du bitte Bartender 2 und gehst in Einstellungen (Preferences).

Du siehst rechts nun alle Icons, die sich derzeit geöffnet in der Menübar befinden. Bitte wähle nun die Programme aus, die du in die zweite Reihe schieben möchtest. Dafür klickst du ein Programm in der linken Spalte an und gehst in dem Fenster dann auf die rechte Seite. Hier gehst du auf den Reiter „Menu Bar Item“ und klickst auf den Eintrag daneben.

Nun wählst du unter den drei Option „Show In Bartender Bar, not in Menu Bar“. Damit verschwindet nun schon das erste Programm von der Loge aufs Parkett. Bitte wiederhole diesen Vorgang nun mit allen Programmen, die ebenfalls in die zweite Reihe wandern sollen.

Einstellungen bei Bartender für die Menüleiste auf dem Mac

Ordnung und Struktur

Wir haben nun einen Fokus auf die Icons für Programme gelegt, die wir einmal regelmäßig brauchen und einmal eher unregelmäßig bzw. seltener benutzen. Nun verfeinern wir diesen Fokus noch etwas, in dem wir die Icons manuell ordnen.

Das kann der Mac von Haus aus und hilft einen Reihenfolge für den eigenen Workflow festzulegen. Dadurch hat man immer den gleiche Gang zum gleichen Ort, wenn man das dort befindliche Werkzeug sucht und dieser verinnerlichte Gang schafft eine produktive Vorgehensweise.

Du kannst Icons in der Menubar und in der Bartender Bar umsortieren. Gehe mit der Maus auf ein Icon in der Menubar. Halte „CMD“ auf der Tastatur gedrückt, tippe das Icon mit der linken Maustaste an, halte die Maustaste gedrückt und verschiebe das Icon nun nach links oder rechts in der Leiste.

Lege dir so eine möglichst sinnvolle und zugleich produktive Reihenfolge der Icons an. Ich denke in diesem Fall immer von rechts nach links. So gehören Wetter, Datum und Uhrzeit für mich zu schnellen und alltäglichen Informationen, die ich gebündelt erblicken möchte.

Dann folgen Programme mit Funktionen dahinter. Ich sortiere also nach Icons die nur Informationen zeigen und Icon die Funktionen bieten.

Du wählst hier deine ganz eigene und individuelle Ausrichtung. Zum Umsortieren der Icons in der Bartender Bar, unserem Parkett, öffnest du diese über das Symbol in der Menübar und verschiebst sie dann exakt mit dem gleichen Befehl wie in der Menübar selbst.

Du kannst übrigens auch das Icon der Bartender Bar umsortieren. Ich habe es bei mit direkt ganz rechts neben das Symbol der Mitteilungszentrale gelegt. Hier liegt es in meinen Augen am besten.

Wir haben nun Ordnung und Struktur in deine Menüleiste gebracht und du solltest dich nun selbst beobachten.

Passt alles wie es soll? Kann man vielleicht noch was verändern bzw. verfeinern? Gibt es nicht noch ein Icon, das in die zweite Reihe wandern könnte?

Wenn dir solche Dinge auffallen, dann hast du das Prinzip der Menüleiste verinnerlicht und verstanden, denn sie soll schnellen Zugriff auf die wirklich wichtigen Dinge liefern.

Habt Ihr Fragen zu der Menüleiste auf dem Mac? An welchen Themen seid Ihr bzgl. Mac und Produktivität noch interessiert? Wir freuen uns auf den Austausch mit Euch in den Kommentaren.

  • Edward

    Wieder ein klasse Tipp von Matthias Petrat! Besten Dank dafür.

  • SarahAndrea Royce

    Sicher keine schlechten Tipps, aber ich muss zu geben, dass mich die Einleitung irritiert. Sowohl Windows seit 95 als auch die meisten Linux Desktops haben ein vergleichbares System?