Wie eine bewusste Fastenzeit Deinen Führungsstil prägen kann

Sonderlich religiös war ich noch nie, auch wenn ich ein gläubiger Mensch bin. Als evangelischer Christ habe ich der Fastenzeit früher keinerlei Bedeutung beigemessen. Dies hat sich aber in den letzten zehn Jahren, auch dank meiner Frau Sonja, deutlich geändert.

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Mittlerweile empfinde ich die Fastenzeit als absolute Bereicherung meines Lebens. Gerade als Führungskraft mit entsprechender Vorbildfunktion, bin ich an der Fastenzeit gewachsen und psychisch stärker geworden.

Der auferlegte Verzicht variiert bei mir von Jahr zu Jahr. Ich versuche immer auf die Dinge zu verzichten, auf die ich eigentlich auch so verzichten sollte. Das gibt mir das gute Gefühl, diese Dinge zu beherschen. Dadurch rücken die wesentlichen und wirklich wichtigen Gedanken und Taten wieder in den Vordergrund.

Bei mir haben sich viele Gewohnheiten, die ich während der Fastenzeit eingeschränkt und reduziert habe, auch im späteren Alltag als plötzlich nicht mehr so wichtig und beherschend herausgestellt. Genau so sind viele positive Gewohnheiten aus einer Disziplinierung während der Fastenzeit entstanden.

Ein gutes Besispiel hierfür ist mein immer aufgeräumter und ordentlicher Schreibtisch. Ich war die Unordnung auf meinem Schreibtisch leid und hatte mir vor Jahren vorgenommen, während der Fastenzeit am Ende jedes Tages, den Schreibtisch aufzuräumen. Diese Regel habe ich mit in den Alltag genommen und mittlerweile ist daraus eine Gewohnheit oder fast schon eine Manie geworden.

In diesem Jahr habe ich in der Fastenzeit auf Folgendes bewusst verzichtet:

1. Alkohol

Das mache ich jedes Jahr. Am Ende der Fastenzeit freue ich mich dann zwar schon sehr auf ein schönes Glas Wein, aber genauso gut überlege ich jedes Jahr, dass ich eigentlich komplett auf Alkohol verzichten könnte. Das ist sehr wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit.

2. Süßigkeiten

Erklärt sich eigentlich von selbst und fällt mir am schwersten.

3. Informationsmedien

Tim Ferriss nennt es eine Informationsdiät. Ich verzichte auf die Tageszeitung und auf Nachrichtenseiten im Internet. Ich schaue keine Nachrichten im Fernsehen und benutze Facebook und Twitter nur sehr selektiv.

4. Konsum

Während dieser 40 Tage versuche ich auf alle neuen Anschaffungen zu verzichten. Das schwierigste daran: Dies meinen jugendlichen Kindern beizubringen. Hier gibt es dann immer mal wieder ein paar Ausnahmen.

Das wirklich Gute daran ist, dass ich während der Fastenzeit merke, wie wenig ich diese Sachen überhaupt benötige. Das generelle Verlangen nach diesen Dingen lässt immer mehr nach (wie beim Alkohol).

Du bist dran

Gerade Du als Führungskraft bist immer ein Vorbild, bei allem was Du unternimmst und machst. Dein Handeln und Deine Taten stehen für den Führungsstil den Du pflegst, nicht Deine Worte. Deine Mitarbeiter beobachten alles was Du tust und wie Du es tust.

Wenn Du bewusst verzichtest und Dich auf Wesentliches konzentrierst, ermutigst Du Deine Mitarbeiter gleiches zu tun. So hat mein ordentlicher Schreibtisch mittlerweile schon auf viele meiner Mitarbeiter abgefärbt (leider noch nicht auf alle).

Hast Du bereits Erfahrung mit bewusstem Verzicht sammeln können, vielleicht sogar in der Fastenzeit? Hinterlassee einfach einen Kommentar.

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  • Björn

    Interessant! Wäre nicht auf die Idee gekommen das Fasten auch solche dinge beinhalten kann.

    • lbobach

      Ich bin auch immer wieder erstaunt, was ich persönlich jedes Jahr aus der Fastenzeit mitnehmen kann.

  • Sonja Bobach

    Als Führungskraft stets beispielhaft zu agieren, um die eigenen Mitarbeiter dahingehend zu motivieren Gleiches zu tun, ist schon eine große Aufgabe. Wichtig ist innerlich gestärkt zu sein. Dass die Fastenzeit dazu beitragen kann, wird bestimmt jeder bejahen können, der die Fastenzeit ( in welcher Form auch immer ) für sich erlebt. Es ist nicht nur der Verzicht auf Gewohntes, sondern auch das Suchen…nach etwas Sinnvollem. ( Für mich hat es auch etwas mit „Umkehr“ zu tun ).