3 Gründe, warum Du Dir schwierige Kunden nicht leisten kannst

Jeder kennt sie wahrscheinlich aus eigener Erfahrung. Barbara nennt sie „Energiesauger“. Die Rede ist von schwierigen Kunden, auch High Maintenance – Kunden genannt. Erfahre in dieser Podcastfolge, warum Du Dich unbedingt von ihnen befreien solltest.

MDD Workshop mit Lars Bobach

Transkript

BF = Barbara Fernández
LB = Lars Bobach

BF:
Herzlich willkommen zum Podcast „Selbstmanagement.Digital.“ Wir geben Orientierung im digitalen Dschungel, so dass wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Mein Name ist Barbara Fernández und hier, mir gegenüber, sitzt Lars Bobach. Hallo Lars.

LB:
Hallo Barbara.

BF:
Heute ganz ohne „der liebe Lars Bobach“, ne? Ist es dir aufgefallen? Habe ich eine kurze Pause gemacht.

LB:
Ach so? Das fehlte?

BF:
Es fehlte, ja.

LB:
Okay, dann sage ich hallo, liebe Barbara.

BF:
Dir fehlt es gar nicht, siehste.

LB:
Nein, ist mir gar nicht aufgefallen.

BF:
So, wir haben auch eine sehr strenge Folge: 3 Gründe, warum du dir schwierige Kunden nicht leisten kannst. Wie kommst du auf den Titel jetzt, Lars? Hast du aktuell Probleme mit Kunden?

LB:
Nö.

BF:
Gut, nächste Frage. Hattest du mal Probleme mit schwierigen Kunden?

LB:
Ja, hatte ich.

BF:
Aha? Und deswegen auch die Folge, ja?

LB:
Ja und nein, ich glaube, jeder hat Probleme mit schwierigen Kunden. Also, jede Firma. Und ich habe bei LBOM (Lars Bobach Online-Marketing), also, meine Online-Marketing Agentur, um die profitabel zu bekommen. Wir sind groß gewachsen, hatten einen Investor drin und hatten auch geplante Verluste, um größer zu werden.

Die Profitabilität haben wir dadurch unter anderem erreicht, es gab auch ein paar andere Gründe natürlich, aber unter anderem, dass wir uns von unseren schwierigen Kunden, diesen „High- Maintenance“ Kunden getrennt haben. Ich meine, die kennt ja jeder. Das sind Kunden, die zahlen ihre Rechnung, alles schön und gut, aber kosten tierisch viel Kraft.

BF:
Zum Beispiel? Machen wir mal ein konkretes Beispiel von einem schwierigen Kunden, den du vor Augen hast. Kannst du ein konkretes Beispiel geben?

LB:
Ich werde jetzt keinen Namen nennen!

BF:
Nein, aber was sind jetzt die schwierigen Kunden? Die, die viel E-Mail-Kontakt brauchen?

LB:
Ja, die generell alles infrage stellen, kein Vertrauen haben, dann grundsätzlich alles ganz genau erklärt haben wollen bis haarklein. Wo das Vertrauen dann fehlt und die dann oftmals Dinge auch besser wissen. Zumindest glauben sie es besser zu wissen als wir und einfach wahnsinnig viel Aufwand bedeuten für uns. Die wirklich so richtig so …

BF:
Energiesauger sind?

LB:
Genau, sehr gut.

BF:
Diese Menschen sollte man sich im Allgemeinen auch eher vom Hals halten.

LB:
Ja, aber die gibt es ja nun mal. Die gibt es auch unter Kunden und das war hier bei der Agentur wirklich, wo wir gesagt haben, das sind Kunden, wo wir wahnsinnig viel Energie reinstecken müssen. Und von denen mussten wir uns trennen.

BF:
Das gilt vor allen Dingen für alle, die Kunden haben, die also im laufenden Geschäft bleiben. Bei ISOTEC hattest du nämlich erzählt, ist es natürlich so, klar, da wurde einmal der Keller gemacht und zwar so gut, dass der Kunde nicht wiederkehren musste.

LB:
In der Regel ja. Aber auch da war es so, wo ich sagen muss im Vorfeld jetzt, im Nachgang, wo ich gemerkt habe, das sind solche Kunden. Wenn du dann wirklich einen Auftrag, ich sage mal, über 20.000 € mit dem machst und der schickt dir vorher eine fünfseitige Fragenliste. Das gibt es! Da merkst du schon, ist er jetzt dein Kunde?

BF:
Der wird intensiv.

LB:
Der wird intensiv und dann habe ich viel zu oft ja gesagt zu solchen Kunden. Auch gegen den Ratschlag von meiner Assistentin, von Mitarbeitern, Lars, lass es sein. Dann sehe ich nur, großer Auftrag, ist doch nicht schlecht und ja. Im Endeffekt hätte ich es besser nicht getan.

Also auch da, wo du einmal Kunden hast, kannst du sowas im Vorfeld auch teilweise schon entdecken. Oder ich hatte eine Kundin bei ISOTEC, weiß ich noch genau. Wir waren uns schon einig. Sie hat mich noch zum Auto gebracht, also raus, aus der Tür und zeigte dann so in ihrer Nachbarschaft auf die Häuser und sagte, mit dem stehe ich deshalb vor Gericht, mit dem deshalb und so. Hasst sie die ganze Nachbarschaft, dass sie mit denen vor Gericht steht? Und da hätten ja bei mir die Alarmglocken läuten sollen. Und wie ist die Geschichte geendet? Vor Gericht!

BF:
Self-fullfilling prophecy. Also, ich wollte nämlich gerade nach so Ankerpunkten fragen, was würdest du einem Unternehmer als Tipp mitgeben, woran erkenne ich einen schwierigen Kunden im Erstkontakt? Also zum Beispiel, wenn er die Geschichte erzählt, mit wem er alles vor Gericht ist. Liegt auf der Hand, hat bei dir trotzdem nicht geholfen.

Aber Achtung, erzählt jemand viel von Problemen und ist vielleicht auch froh, ach, bei ihnen ist das alles so toll und so anders, denn mit dem hatte ich deswegen, mit dem deswegen Schwierigkeiten. Also, Ohren auf.

LB:
Ja, genau oder wenn, gerade hier im Onlinebereich, die dritte Webseite schon so halb fertig war, aber auch noch nicht live gegangen ist, dann merkt man auch schon, dass der sich irgendwie schwertut.

Also, den Tipp habe ich nicht, aber da kann man auf sein Bauchgefühl vertrauen, da merkt man, ist das einer? Da sollte man, wie gesagt, ich habe ich auch den Fehler gemacht, viel zu oft ja gesagt, wo ich hätte nein sagen müssen.

Du hast recht, da, wo du dann Dauer-Kundenbeziehungen hast wie wir das in der Agentur haben. Wir schreiben jeden Monat dem Kunden Rechnungen, da tut es richtig weh. Die Kunden, von denen müssen wir uns wirklich trennen, es gibt einfach die Menschen, die schwierig sind. Die gibt es ja. Das sind so diese „High-Maintenance“, so nennt man die ja. Diese Kunden, die wahnsinnig anstrengend sind, aber auch menschlich sind die so und wir können uns die nicht erlauben.

BF:
Und würdest du sagen, generell kein Unternehmer kann sich die erlauben oder gibt es auch vielleicht die richtige Art, mit diesen Leuten umzugehen?

LB:
Das ist eine sehr gute Frage, die habe ich mir ganz oft schon gestellt. Ich hatte auch Mitarbeiter, die gesagt haben, ja, das liegt an uns, wir müssen kundenorientierter sein und sowas.

Da hinterfragt man sich, sind wir es schuld? Ja, sind wir nicht kundenorientiert genug? Müssen wir das, die Extrameile, wie man so schön sagt, da noch gehen bei den Kunden? Und solche Gedanken haben mich dann oftmals zurückgeworfen, aber im Endeffekt sage ich nein, ich mach es nicht mehr. Er passt dann einfach nicht. Und wir kommen ja gleich dazu, warum man sich das nicht leisten kann.

Aber ich glaube einfach, es gibt die Kunden und die Menschen, die kompliziert sind. Das ist meine felsenfeste Überzeugung. Und da kannst du dich noch so anstrengen und wir können noch so viel machen. Da fällt mir sofort ein Beispiel ein in meiner Agentur. Wir hatten hier einen Kunden, mit hohen Erwartungen gestartet, toller Kunde, dachten wir, passte perfekt bei unserem Avatar.

War unser Kunde, super und wir haben uns wahnsinnig Mühe gegeben. Und er war immer unzufrieden. Dann haben wir uns noch mehr Mühe gegeben, er war trotzdem immer unzufriedener. Und ich habe ja mein Team wirklich schon zur Weißglut getrieben. Die haben schon gesagt, Lars, ich weiß nicht, sollen wir noch weitermachen? Ich habe gesagt nee, wir müssen das schaffen mit dem.

Ja, im Endeffekt das Ganze, nach drei Monaten hat er dann gekündigt. Ja klar, denn er war sowieso nicht zufrieden und wir hätten nach einem Monat schon sagen können, nö. Hätte uns wahnsinnig viel Schweiß und auch Ärger gespart.

BF:
Also weniger Angst vor Verlusten?

LB:
Genau.

BF:
Denn ein Verlust an der richtigen Stelle bringt Arbeitszeit und Arbeitsenergie für die anderen Kunden.

LB:
Genau, kennst du denn auch solche Kunden, liebe Barbara?

BF:
Du hast ja jetzt gerade gesagt, lieber Lars, dass das alle Unternehmer haben. Wobei zum Thema Unternehmer und Fachkraft, da muss man irgendwie bei mir vielleicht auch nochmal das genauer ziehen, was ich da bin.

Meine Kunden kommen eigentlich über Empfehlungen, haben Bedarf und haben das Gefühl, aufgrund der Empfehlungen, dass ich die Richtige bin. Dann komme ich immer persönlich und wir lernen uns immer persönlich kennen.

LB:
Aber da gibt es doch auch mal das Gefühl, dass du sagst, ist es nicht, oder?

BF:
Eigentlich nein. Also, nein, ich habe ja keine Masse, die ich bearbeite. Das sind ja alles besondere, sehr maßgeschneiderte Situationen, in denen ich dann für diese Leute arbeite. Und wenn die schon den Bedarf haben und auch eine ungefähre Range von dem, was da finanziell auf sie zukommt, wenn ich den Tag für die gestalte oder zwei Tage, dann.

Also gut, ich hatte jetzt ein großes Unternehmen, wo ich dreimal in einem Vorgespräch gewesen bin. Aber das ist auch ein Feld, das ist nicht meine Kernkompetenz. Das heißt, da haben wir uns sicherlich zweimal mehr getroffen als ich das eigentlich mache und da habe ich dann aber auch nach diesem dritten Termin den Hörer in die Hand genommen und habe den Vorstand angerufen und gefragt, was sie glauben, wie oft wir uns noch treffen müssen, bevor diese Maßnahme stattfindet?

Da haben wir uns dann auch geeinigt, dass es dann mit jetzt eigentlich auch gut ist. Ich meine, ich kann da auch agieren. Das war sicherlich im Vorfeld schwieriger und anstrengender, ist aber auch eine ganz andere Größenordnung gewesen von Gestaltung. Da ging es um 300 Mitarbeiter und eine ganz große Geschichte und ich hatte ein Team von 13 Leuten. Also, es war auch legitim. Ja, sowas kommt vielleicht schon mal vor. Aber nein, eigentlich stricke ich das Angebot so und dadurch, dass es über Empfehlung läuft, habe ich diese Schwierigkeiten nicht.

LB:
Okay. Ich glaube ja, das reduziert die Gefahr, Empfehlung, das merke ich übrigens auch hier in der Agentur. Dadurch, dass die meisten Leute über meinen Blog, meinen Podcast, kommen, ziehe ich auch eine gewisse Art von Leuten an, die eher zu mir passen. Das ist wirklich so, das reduziert die Gefahr, sehe ich absolut so.  Nur ich glaube, wenn du mehr Kunden hast in Summe, quantitativ, dann wirst du auch mal ein schwarzes Schaf dazwischen haben.

BF:
Absolut und in dem Feld, wo irgendwas skalierbar werden muss, da hast du sowieso dann so ein Thema. Also, in dem Moment, wo du das öffnest für die Masse und das auch an Fachkräfte abgeben musst, in dem Moment entsteht sicherlich dieses Problem, will ich gar nicht abweisen.

LB:
Ja, genau. Aber wichtig ist halt, dass uns ganz klar ist, dass wir es uns nicht leisten können, kein Unternehmen und dass man, wie du richtig sagtest, sich trauen muss, nein zu sagen da.

BF:
Das ist es vielleicht eher, was bei mir halt der Punkt ist. Ich will natürlich auch jeden Auftrag gerne haben und wenn der Auftrag nicht so richtig zu mir passt oder nicht richtig in meine Kompetenz fällt, dann sich auch zu erlauben, zu sagen nein. Denn das Leiden, das ist dann bei mir vielleicht anders gestrickt.

Ich verliere nicht den Kunden, sondern ich leide das dann aus, weil ich dann irgendwie mich in einem Bereich bewege, wo ich denke, Gott oh Gott. Das ist aber jetzt irgendwie total anstrengend, weil ich mir noch was ganz Neues dafür draufschaffen muss oder weil ich in der Situation bin, in der ich mich gar nicht so komfortabel und sicher fühle oder wo ich anders herausgefordert bin.

Und das durchleide ich dann im Vorfeld natürlich stärker. Das man da genau sortiert und eben auch spitz wird und genau seine Kompetenz klar hat und auch seine Kunden klar hat, mit denen man gerne zusammenarbeiten möchte.

LB:
Ja, das ist jetzt natürlich nochmal ein anderes Thema. Das kenne ich aber zu gut. Mein Vater, ich habe immer gesagt, wenn der erfahren hätte, wenn da eine Würstchenbude noch auf dem Parkplatz aufmacht und damit Geld verdient, hätte er das auch noch getan. Obwohl er jetzt kein Metzger ist. Ja, einfach so völlig unfokussiert und jeder Möglichkeit hinterherrennen. Das ist aber ein anderes Thema, das gehört hier ja nicht hin. Es geht ja um schwierige Kunden!

BF:
Gut, also, wir reden jetzt nicht über deinen Vater, habe verstanden. 3 Gründe, warum du dir schwierige Kunden nicht leisten kannst. Punkt Nummer 1: Sie sind eine Ablenkung!

Schwierige Kunden verbrauchen zu viel Ressourcen

LB:
Sie verbrauchen einfach die ganzen Ressourcen im Team oder mehr Ressourcen vielleicht, als das Team überhaupt hat. Dadurch lenken sie immer von dem ab, weil sie immer Gesprächsthema sind. Also, das kann ich wirklich sagen. Sobald wir so einen Kunden hier drin hatten oder wenn wir den immer mal wieder haben, dann ist das immer Thema, jeden Tag! Dann wird darüber gesprochen.

Und im Endeffekt, Ablenkung ja von den eigentlichen Aufgaben und dann im Endeffekt verdient man da auch noch nicht mal Geld damit. Das muss einem ja auch noch klar sein. Es lenkt auch davon ab, Geld zu verdienen. Denn so viel Arbeit, wie man da reinsteckt, so viel kann er gar nicht zahlen.

BF:
Also, Achtsamkeit auch im Team, wenn man einen schwierigen Kunden hat, dass man ihm nicht noch mehr Zeit einräumt als er sowieso schon kostet. Das kennen wir auch aus anderen Zusammenhängen, dass man eben über die Problemfälle mehr spricht.

Im pädagogischen Bereich ist das auch so, das schwierige Kind in der Klasse oder in der Gruppe zieht ganz viel Aufmerksamkeit von der Leitung oder von der Lehrerin, während man eben die anderen dann auch weniger begleiten kann.

So ist das ja auch als Geschäftsführer und dem Team. Also, der Mitarbeiter, der schwierig ist, zieht auch mehr Aufmerksamkeit von der Führungskraft. Also, sie sind eine Ablenkung, Vorsicht bei schwierigen Kunden. Und vielleicht auch einfach mal an der Stelle dann nein sagen. Der zweite Grund?

Schwierige Kunden verhindern, dass wir uns gut um die anderen kümmern

LB:
Ja, das geht dann einher, sie verhindern dann, dass wir uns um die Kunden, die wirklich gut zu uns passen, auch wirklich richtig gut kümmern können. Das ist ja gerade auch den guten Kunden gegenüber fast nicht fair. Die zahlen auch ihre Rechnungen und sie machen überhaupt keinen Stress. Man macht das gerne, man verbringt aber viel mehr Zeit mit denen, die einem nicht guttun oder die nicht passen. Das ist auch den eigentlichen Kunden gegenüber, um die man sich mehr kümmern sollte, nicht fair.

Wenn ich jetzt auch wieder an ISOTEC denke, wenn wir hier so einen „High Maintenance“-Kunden hatten, wo ich dann andauernd auf die Baustelle zitiert wurde, weil irgendwas nicht ganz so war, wie er sich das jetzt vorgestellt hat und es nochmal genau erklärt haben musste.

Wäre ich doch viel lieber zu den Kunden gefahren, die auch zufrieden waren, die hätte ich noch ein bisschen gepimpert. So wären sie noch mehr zufrieden gewesen. Sie hätten vielleicht noch mehr empfohlen. Aber die Zeit hatte ich nicht, weil ich mich ja dann mit diesem Nörgler da auseinandersetzen musste.

BF:
Das war der zweite Grund, warum du dir schwierige Kunden nicht leisten kannst. Und der dritte Punkt ist: Sie stehen unserem Glück und sie stehen unserem Arbeitsglück im Weg. Wie meinst du das?

Schwierige Kunden stehen unserem Arbeitsglück im Weg

LB:
Ich glaube, dass das, wenn du ein vernünftiges Team hast, ein funktionierendes Team, ohne Mobbing, ohne alles, dass das einer der Hauptgründe ist, warum man gern zur Arbeit geht.

BF:
Ist das bei dir so?

LB:
Ich gehe gern zur Arbeit.

BF:
Sehr gut. Dann liebe Grüße ans Team an der Stelle.

LB:
Aber ich habe das Thema, ich sage ja immer, keine E-Mails vor 10:00 Uhr beantworten und dann kriege ich ja oft mit, dass gerade in meinem MDD-Workshop, dass sie sagen, das geht gar nicht. Ich muss morgens um acht, wenn meine Kunden, wenn die dann nicht bis 10:00 Uhr beantwortet sind, die E-Mails, die sie mir abends geschrieben haben, dann sind die weg und sowas.

Dann sage ich, ja, sind das denn Kunden, die dir guttun? Und dann merke ich richtig, wie die ins Nachdenken kommen und ja, finanziell, ich muss. Nein, du musst gar nichts! Sind das Kunden, die dir guttun oder sind das so richtig die Energieräuber-Kunden? Die erzeugen dann auch so einen Stress.

Sie stehen unserem Arbeitsglück im Weg, glaube ich. Jetzt frage ich mal andersrum, du hast nur so Kunden, mit denen du gerne arbeitest. Dann gehst du morgens doch mit wow, richtig gut. Klar, es geht nicht immer alles da auch gut, da kann auch mal was schiefgehen. Alles gut, ist ja auch nicht schlimm. Aber mit denen löst du die Probleme und du hast nicht direkt diesen Kunden, wo du von vornherein weißt, den wirst du nie glücklich machen.

BF:
Wenn ich das jetzt mal in eine ganz leicht esoterische Ecke schießen darf. Ist ja alles eine Frage auch von Energie und da, wo ich Energie hingebe, da kommt auch was zurück. Das heißt, wenn ich mich um mein Team kümmere, wird mein Team mir das auch zurückzahlen. Wenn ich mich um meine Kunden kümmere, dann werden die auch mit Treue und mit Folgeaufträgen bei mir bleiben. Wenn ich mich aber mit Energiesaugern beschäftige und dort meine ganze Energie hingebe, dann werde ich davon auch immer mehr bekommen. Und ich gieße auch diese Pflänzchen.

LB:
Genau.

BF:
Das heißt, ich muss ganz bewusst mal überlegen, wo ich meine Energien hinschicke. Denn das Team, das Dream-Team, was ich mir zusammenstelle, um mit ihm zu arbeiten, genauso kann ich mir das auch überlegen in Bezug auf meine Kunden, indem ich mir den Kunden vorstelle, den ich gerne habe und diese Kunden da draußen suchen gehe bzw. noch besser gesprochen, diese Kunden anziehe, indem ich auch das zum Beispiel zu meinen Werten mache, in meinem Slogan habe, in meiner Qualitätsbeschreibung.

LB:
Wenn du es ausstrahlst. Ja, sehr gut und gutes Beispiel dafür ist, jeder, der mal mit Handwerkern zu tun hatte, wird es vielleicht kennen. Ich habe etwas mit einem Gartenbauer zu tun gehabt, der hat mir ein Angebot gemacht, das war auch eigentlich so ganz in Ordnung. Und dann gucke ich darunter, da waren wirklich 2,5 Seiten Ausschlusssachen. Was weiß ich, dass er, wenn er eine Grundleitung trifft, dass das unsere Schuld ist. Sachen, wo er so eine Art Horrorszenario schon voraussagt und sagt, was dann passiert. Weißt du, was ich meine?

BF:
Ja, klar.

LB:
Die gibt es ja und habe ich auch bei ISOTEC erlebt, dass das teilweise die Leute dann so machen, dass dann hinten so eine Riesenlatte, weil man nämlich von diesen Leuten, die so negativ sind und das nur suchen, sich dann beeinflussen lässt und sowas dann in seine Auftragsbestätigung oder ins Angebot reinschreibt. Und Leute wie mich jetzt, die ja überhaupt nichts Böses wollen oder sowas, schreckst du damit ja nur ab. Weißt du, was ich meine?

BF:
Ja, man holt plötzlich das Problem in die Mitte und nicht die Lösung.

LB:
Genau und das ist es ja, dass du dich dann nur mit so negativen Dingen beschäftigst und das strahlt dann auch auf die Kunden ab, die eigentlich gar nichts Böses wollen, die vielleicht sogar deine Zielkunden sind, mit denen du gern zusammenarbeitest. Aber denen unterstellst du in dem Moment ja auch etwas Negatives.

BF:
Genau, der Herr hat sicherlich negative Erfahrungen gemacht, versucht, sich abzusichern und dadurch gibt er immer weiter Energie in einem Bereich oder konzentriert sich immer mehr auf Problemfelder als auf Auflösungsfelder.

LB:
Und wenn du soweit bist, dann ist es ja fast schon zu spät. Also, das ist ja ganz schlimm.

BF:
Ich fasse zusammen, drei Gründe, warum du dir schwierige Kunden nicht leisten kannst.

Punkt Nummer 1: Sie sind eine Ablenkung und verbrauchen viel mehr Ressourcen als andere Kunden.
Punkt Nummer 2: Sie verhindern, dass wir uns um andere Kunden kümmern und
Punkt Nummer 3: Sie stehen unserem Arbeitsglück und eigentlich damit auch unserem Glück im Wege,

denn schwierige Kunden sind öfter auch mal der Grund, warum wir nicht gerne zur Arbeit gehen oder nicht gern ins Büro kommen.

Deswegen an der Stelle seien wir alle aufgefordert, auch nochmal darüber nachzudenken, konzentrieren wir uns auf die Lösung, auf das, was wir wollen oder sind wir vielmehr unserer Zeit damit beschäftigt, was wir nicht wollen und was wir versuchen, weg zuorganisieren. Meine Abschlussfrage aber an dich jetzt mal, Lars, wo bist du denn guter Kunde?

LB:
Bei meinem Fahrradhändler.

BF:
Okay, den könnte ich anrufen und sagen, Lars Bobach, kennen sie? Wie finden sie den so? Dann sagt er, oh, der hat viele Fragen.

LB:
Nein.

BF:
Der kauft immer, ohne zu fragen?

LB:
Ja. Nee, also, ich glaube sogar, da bin ich ein sehr guter Kunde. Nicht, weil ich auch viel Geld, das lasse ich sicherlich auch da, aber ich glaube, ich bin einfach auch ein guter Kunde, weil ich totales Vertrauen habe.

Wenn er mir etwas empfiehlt, dann gucke ich nicht in zehn Internetforen und bombardiere ihn noch mit Fragen. Hör mal, da habe ich aber gelesen, dass es so ist und da habe ich gelesen, dass die Reifen dann doch anders sind. Da treibe ich den ja in den Wahnsinn. Ich glaube dem einfach, der hat Erfahrung und wenn er mir sagt, so ist es, dann glaube ich ihm. Ich habe sogar so viel Vertrauen, ich hinterfrage nicht mal den Preis.

BF:
Das ist doch, glaube ich, dann auch eine Art und Weise, wie es einfach Spaß macht? Es gibt keine allgemeingültige Wahrheit auf dieser Welt und es gibt sicherlich einen anderen Fachmann, der noch einen anderen Tipp hat und noch was anderes erwähnt und noch ein Argument dagegen hat. Das kann ich natürlich alles suchen gehen, aber dann sind wir auch wieder mit diesen Problemfeldern beschäftigen. Und so ist einfach eine schöne Zusammenarbeit, er freut sich wahrscheinlich über dich und du auf jeden Fall mal über ihn.

LB:
Genau.

BF:
Und das ist vielleicht auch eine gute Frage für auf den Weg. Wenn wir über unsere eigenen schwierigen Kunden nachdenken, wie sind wir eigentlich selber als Kunde? Und was sind Orte, wo wir gerne Kunden sind und warum funktioniert das da? Vielleicht fallen uns einfach auch noch Dinge ein, die wir ableiten können für unser eigenes Unternehmen.

LB:
Sehr gute Frage.

BF:
Dr. Wayne Dyer:

„Wenn du deine Sicht auf die Dinge veränderst, verändern sich die Dinge, die du siehst.“

In diesem Sinne wünschen wir euch wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.