5 Dinge, die ich bei meinem ersten TEDx Vortrag gelernt habe [Podcast 125]

Ein Lebenstraum von Lars ist in Erfüllung gegangen – er durfte einen TEDx-Talk halten zum Thema: Zeitmanagement, so ein Schwachsinn!

Podcast 125

Lars erklärt uns heute in fünf Punkten, was er durch seinen ersten Vortrag gelernt hat, was er jetzt anders machen würde und was er im Vorfeld seines Vortrages alles durchlaufen hat, unter anderem ein Coaching – bei Barbara.

Hier das Transkript des gesamten Podcasts und vorab das Video von Lars TEDx Talk:

 

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Tedx Talk mit Lars – Video

Bücher
TED Talksvon Chris Anderson
TED Talks deutsche Ausgabe
Der TED-Effektvon Florian Mück und John Zimmer

Transkript

BF = Barbara Fernandez
LB = Lars Bobach

BF: Herzlich willkommen zum Podcast „Produktiv in digitalen Zeiten“. Wir geben Orientierung im digitalen Dschungel, so dass wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Mein Name ist Barbara Fernandez und hier, mir gegenüber, sitzt Lars Bobach. Hallo lieber Lars.

LB: Hallo liebe Barbara.

BF: Heute geht es um Deinen TEDx Vortrag. TEDx?

LB: TEDx, ja.

BF: Das finde ich sind eine jetzt ganz spannende Folge, weil, das wirst Du ja gleich wahrscheinlich auch erwähnen. Ich habe ein bisschen mitlauschen dürfen im Vorfeld und freue mich sehr auf diese Folge jetzt mit Dir zusammen. Du hast fünf Dinge gelernt und ich bin gespannt, welche das sind. Vorerst eine Frage: Wie hast Du Dich direkt nach Deinem Vortrag gefühlt?

LB: Mir ist eine Tonnenlast von den Schultern gefallen. Ich habe mich so erleichtert gefühlt. Ich war noch nie so aufgeregt vor einem Vortrag, muss ich wirklich sagen. Vielleicht, weil es immer irgendwo ein Lebenstraum von mir war, einen TEDx-Talk zu machen mal, aber, ich war Gott sei Dank der erste, was gut war.

BF: Der erste an dem Tag selber?

LB: An dem Tag selber. Ich war wirklich der erste Vortragende. Insgesamt waren es sieben oder acht, weiß ich jetzt nicht mehr genau. Und das war dann auch gut, weil, ich konnte dann wirklich auch die ganze Veranstaltung genießen hinterher. Ich saß also nicht da die ganze Zeit noch mit Kribbeln im Bauch.

BF: Wahnsinn, das kann ich mir gar nicht vorstellen, mitten im Publikum zu sitzen und dann weiß man, drei Vorträge und dann bin ich daran. Und dann findet man manche Leute auch ganz toll.

LB: Genau, und dann denkt man, um Gottes Willen, mit dem kann ich mich gar nicht vergleichen, ich kann ja nur schlechter sein. Deshalb, es war toll, aber, richtig gefühlt, ich hätte Bäume ausreißen können.

BF: Okay, ja, das kann ich sehr gut verstehen und deswegen habe ich die Frage auch gestellt. Toll, was gibt es Generelles zu sagen?

LB: TEDx war immer ein großer Traum von mir, das stand ewig auf meiner Bucket-Liste schon.

BF: Darf ich kurz eingrätschen und fragen, warum? Warum war das so ein großer Traum von Dir?

LB: Weil ich das selber oft als Inspirationsquelle nutze. Ich habe zum Beispiel jede Woche eine Aufgabe, kannst Du Dir vorstellen, im Taskmanager, dass ich mir einen TEDx-Talk angucke zum Wochenende. Die sind kurz, immer eine Viertelstunde, maximal 18 Minuten. Du kriegst wahnsinnig viel Input. Es sind super spannende Themen, die da behandelt werden. Sachen, über die Du Dir noch gar keine Gedanken gemacht hast. Es macht wahnsinnig Spaß, es dient mir als Inspirationsquelle und ich habe gesagt, so etwas willst du auch unbedingt mal machen. Und ich meine, ich habe das jetzt. TEDx-Talk, das ist ja hier die Stufe unter dem TED-Talk. Der ist ja das, wo es herkommt, das ist in Amerika. Da haben, ich glaube, Bill Gates und Al Gore, die haben da alle schon einen TED-Talk gehalten. Das ist natürlich etwas ganz Besonderes. Und TEDx haben die ja gesagt, wir wollen, dass das weltweit so als Lizenzierungsmodell funktioniert und das ist die Stufe darunter. Und da habe ich gesagt, so etwas willst du auch mal. Willst auch mal die Leute inspirieren.

BF: Ich habe mal gelesen, dass es eigentlich eine gemeinnützige Geschichte ist, die TED-Talks?

LB: Genau.

BF: Das heißt, aber die Zuhörer zahlen schon, wenn man sich jetzt einen Vortrag anhören will. Die Vortragenden bekommen wahrscheinlich auch eine Gage für den Abend? Nein?

LB: Nein.

BF: Daraus wird alles getragen, was der Abend kostet?

LB: Genau, also, es ist ja ein Tag, kein Abend. Es ging bei uns los um, ich meine 13:00 oder 14:00 Uhr. Ist schon ein paar Wochen her, kann ich mich jetzt schon gar nicht mehr dran erinnern. Aber, es ging auf den Fall irgendwie um die Mittagszeit los und ging dann in den Abend rein, aber, es ist schon eine lange Veranstaltung. Da gibt es natürlich dann auch Catering und der Raum muss bezahlt werden. Aber, die verdienen kein Geld damit, dass ist also wirklich so, du als Redner kriegst kein Geld. Ich glaube, du kannst eine Aufwandsentschädigung bekommen für Anfahrtskosten und so, aber, das habe ich sogar vergessen.

BF: Okay, es war so schön, Dein Lebenstraum wurde wahr.

LB: Ja! Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch, ich weiß nicht, ob er hier zuhört, auf jeden Fall beim Oliver Frisch nochmal bedanken. Der ist nämlich auf mich zugekommen und der hat mich dazu eingeladen. Er hat das irgendwie auf meinem Blog gelesen, da hatte ich ja mal meine Bucket-Liste vorgestellt. Und da hat er gelesen, der Lars möchte mal einen TED-Talk halten und dann hat er mich …

BF: Ach, wirklich? Darüber ist es gekommen?

LB: Ja.

BF: Das ist ja wundervoll!

LB: Dann hat er mich auf Twitter angeschrieben, meine ich, und, genau. Da ist das entstanden und dem bin ich also wirklich zum tiefsten Dank verpflichtet.

BF: Ach, wie toll.

LB: Wann können wir denn mit Deinem ersten TED-Talk rechnen, liebe Barbara?

BF: Ja, Oliver Frisch, auf meiner Bucket-Liste steht so einiges, unter anderem natürlich auch ein TEDx-Talk. Ja, ich mache auch Vorträge. Ich habe mir noch gar keine Gedanken darübergemacht, dass das ein Ziel sein könnte, um ehrlich zu sein. Ich weiß natürlich, dass es die gibt, aber, hätte jetzt auch gar nicht gewusst, wie man eigentlich da drankommt und habe auch immer gedacht, man wird geladen.

LB: Ja, Du kannst Dich bewerben. Eigentlich läuft es so, ich musste mich dann auch bewerben, muss ich dazu sagen. Oliver hat mich eingeladen, mich zu bewerben. Er hat mich nicht eingeladen und gesagt, du machst das auf jeden Fall. Sondern er hat mich eingeladen, dass ich mich bewerben sollte und dann gibt es da eine Jury. Also, dann in Mannheim gab es die. Die haben dann entschieden, ob das Thema passt. Es hat auch immer ein Leitthema und da musste ich mir dann überlegen, wie ich mein Thema, meine Botschaft, da auch reinpflanze, dass es zu diesem Thema passt.

BF: Was war das Leitthema?

LB: Perception, also, so Perspektivwechsel und ich habe dann den Vortrag gehalten „Zeitmanagement, so ein Schwachsinn“, weil ich glaube, es gibt kein Zeitmanagement und ich habe erklärt, warum und warum Selbstmanagement so wichtig ist. Ich meine, Du hast den Vortrag ja ein paar Mal gehört, Du weißt es ja. Aber, ganz kurz, zu dem Zeitpunkt, wo das hier ausgestrahlt wird, dann wird das Video auch auf YouTube sein. Das werden wir auch in dem Artikel zu dieser Podcast-Folge natürlich auch verlinken, dass man sich den auch angucken kann.

BF: Wunderbar, wunderbar. Wir kommen jetzt zu den fünf Dingen, die Du bei Deinem ersten TEDx-Vortrag gelernt hast. Und jetzt, was ist denn das erste Ding.

LB: Ich habe mich die ganze Zeit darauf gefreut. Ich habe gesagt, das willst du unbedingt machen. Dann kam die Anfrage, ich habe mich beworben und als dann gesagt wurde, machen wir, dachte ich, um Gottes Willen. Und da wurde mir klar, ich brauche Hilfe. Vorträge halte ich wirklich schon seit zehn Jahren regelmäßig, sehr regelmäßig, aber, das ist eine andere Nummer. Es muss einfach klar sein, ich habe totale Unsicherheit gehabt. Ich habe gesagt, ich brauche Hilfe, ich muss mir Hilfe holen. Und dann habe ich zum einen erstmal gelesen, es gibt zwei Bücher dazu über TEDx-Talk. Einmal von dem eigentlichen Gründer oder, der das dann auch so groß gemacht hat wie es ist, das ist der Chris Anderson, das Buch heißt „TED Talks“ und ist auf Englisch. Und dann gibt es noch den TED-Effekt, das ist ein Buch von deutschen Autoren, die das hier, diese TEDx-Geschichte, großgemacht haben. Die habe ich beide gelesen, aber, mir wurde auch klar, dass das nur ein kleiner Teil davon ist und dann habe ich mir ein Coaching bei Dir genommen. Das war super wichtig und auch supergut. Dafür auch Dir nochmal ein herzliches Dankeschön natürlich.

BF: Vielen Dank. Ja, ich mache das übrigens genauso. Auch trotz großer Bühnenerfahrung und Schauspielausbildung usw. und so fort. Ich unterrichte auch ganz viel und stehe ganz oft vor Leuten. Dennoch habe ich für meine Vorträge mir auch immer jemanden gesucht und kann es auch nur empfehlen, dass es ein Regulativ von außen gibt. Man muss genau überlegen, an welcher Stelle man sich da jemanden ins Boot holt. Schon bei der inhaltlichen Findung, beim Aufbau der Struktur, der Dramaturgie oder ob man nur so ein Finish-Coaching macht und sagt okay, was ist jetzt alles gut, was kann man noch in diesem letzten Zug geradeziehen, vielleicht weglassen oder umstellen? Vielmehr kann man da ja dann nicht mehr machen.

LB: Wir haben es eher so zum Abschluss hin gemacht, das muss ich im Nachgang sagen, ich würde es jetzt anders machen. Ich würde jetzt Dich auch schon mit ins Boot holen, wenn es um das Ausarbeiten des Themas geht. Je früher man da Hilfe hat, desto besser. Das war wichtig. Ich hatte noch einen zweiten Coach, das habe ich Dir noch gar nicht gebeichtet, oder?

BF: Doch, Du hast gesagt, dass es jemanden vor Ort gab.

LB: Genau, das hatte ich Dir doch schon erzählt.

BF: Das hast Du mir gesagt.

LB: Das macht TED allgemein so, da gibt es einen Vortragscoach.

BF: Du bist quasi zwangsfremdgegangen?

LB: Genau.

BF: Okay, ging nicht anders.

LB: Nein. Gut, ich hätte auch sagen können, mach ich nicht, aber, klar, die bieten das an am Tag vorher. Da gibt es dann eine große Übungssession und das war der Philippe Petit, der hat eine eigene Firma Pitch Boom Bang heißt die, der ist so auf Pitches spezialisiert. Der hat das auch ganz toll gemacht und ich muss sagen, die Ansätze von euch beiden waren sehr unterschiedlich, aber auch er hat da nochmal so den einen oder anderen Impuls gegeben, wo ich sehr dankbar für bin. Dir natürlich auch, wie gesagt.

BF: Nein, aber, so ist es ja. Da draußen sitzen ja auch unterschiedliche Leute, auch mit einem unterschiedlichen Geschmack. Es gibt immer was, was man die Technik nennen kann und da hat natürlich auch jeder einen Schwerpunkt. Der eine in der Sprache, der nächste in der Körpersprache, der nächste in der Dramaturgie, der nächste legt ganz viel Wert auf Blickrichtungen, wie fange ich an, wie höre ich auf? Also, so, und es ist wie mit allen Themen, da sucht man sich das, mit dem man gut arbeiten kann und was man selber für wichtig erachtet. Und wenn man einen Coach geschenkt bekommt, dann kann man das dankend annehmen, weil, die sind ja in der Regel sehr wertschätzend und sehr gut. Vor allen Dingen, wenn sie an so einer Position sitzen wie, genau, bei der TEDx-Veranstaltung.

LB: Das war auch gut und er hat auch dann, er weiß ja auch, am nächsten Tag, als da Vortrag war, ist er jetzt auch nicht in die Tiefe gegangen und hat einen total verunsichert. Sondern einfach wirklich so ein paar wichtige Impulse noch gegeben, worauf man ein bisschen achten sollte.

BF: Okay, wir reden immer so. Sag mal eine konkrete Sache, damit wir jetzt… Vielleicht gibt es auch jemanden in der Community, die morgen einen Vortrag oder eine Präsentation haben, was kannst Du weitergeben?

LB: Also, was er mir zum Beispiel gesagt hat, woran ich mich dann auch wirklich versucht habe zu halten, war, also, jetzt bei ihm oder bei Dir?

BF: Egal, bei ihm jetzt gerade mal so konkrete Beispiele.

LB: Du hast bei TED einen Teppich, da ist ein runder roter Teppich, auf dem musst du bleiben. Und wir zwei hatten ja dann auch noch gesagt, ich soll dann mal so hin und her gehen und das durfte ich dann ja gar nicht! Ich musste da stehen, vor allen Dingen, weil das Ganze auch mit x Kameras aufgezeichnet wird. Sobald du dich davon wegbewegst, stimmt das Licht nicht mehr. Die haben nicht irgendwelche mitlaufenden Scheinwerfer. Dann stand ich da wirklich auch bei dem Testvortrag, der ist dann auch eingeschritten. Der hat sich den gar nicht zu Ende angehört, wie versteinert da, wie aus so einer Statue, weil ich dachte, ich darf mich ja nicht wegbewegen. Er hat gesagt, ich sollte schon mal so einen Schritt vor und zurück machen, um das Ganze so ein bisschen in den Flow kommen zu lassen. Und das war sehr gut.

BF: Sehr gut, okay, das war …

LB: Und bei Dir war natürlich ganz toll der Einstieg. Du hast mir da ja mit dem Einstieg geholfen, hast mir nochmal gesagt, was ich vielleicht da einbauen könnte, was ich dann auch geübt habe noch mit Dir, mit einer Frage. Klar, viele denken, da war auch einer, übrigens ganz lustig, der hat gefragt, wer ist es denn hier satt, Fragen gestellt zu bekommen? So mit Handzeichen. Weil, das macht natürlich jeder, aber …

BF: Das machen alle, ja.

LB: Ja, aber ich hatte da wirklich schnellen Zugang zum Publikum durch und das war ganz gut. Und dann hat einer auch noch was ganz Lustiges gesagt dann. Das kam auch noch dazu, was total lustig war, was dann direkt die Stimmung gelöst hat. Da konnte ich aber gar nicht für.

BF: Ja, aber das ist natürlich großartig, wenn was Spontanes passiert, das Du verwerten kannst. Dann ist es lebendig im Moment und nicht an den Leuten vorbei. Und natürlich kann ich auch was anderes machen als eine Frage und die Leute machen das nicht ohne Grund. Und wer ganz viel solche Vorträge hört, hat immer wieder die Frage zu Beginn. Das ist natürlich so, aber, was machen wir da? Wir spielen den Ball einmal zum Publikum und wieder zurück und dann sind wir gemeinsam im Boot. Gut, das war also Dein erstes Ding, das Du bei Deinem ersten TEDx-Vortrag gelernt hast, dass Du Dir Hilfe holst.

LB: Ja, dass ich Hilfe brauche, genau, das kann ich auch nur jedem raten. Und es muss kein TED Talk sein. Irgendeinen anderen Vortrag, einfach sich da Hilfe zu holen.

BF: Man kann mit ganz wenigen Sachen gerade in der Anfangsphase, wenn man da noch nicht viel gemacht hat, unheimlich viel rausholen. Und es sind praktische Dinge. Punkt Nummer 2: Deine Botschaft klar haben. Oh ja, hattest Du Deine Botschaft klar?

LB: Ja.

BF: Sehr gut.

LB: Hinterher ja. Also, ich habe es eben gesagt, wie ich sie genannt habe. Das musste ich ja relativ schnell festlegen. Aber, das dann wirklich so klar zu haben und jetzt im Nachgang, kommen wir auch gleich noch zu, hätte ich natürlich auch noch ein bisschen was anders gemacht. Aber, dass man das wirklich sich mal ganz genau überlegt. Was ist das Publikum? Wo kommen die her? Was wissen die schon über das Thema, was weißt du? Und was willst du denen da beibringen? So ein Spannungsdreieck, sagt man. Man hat das Publikum, sein Thema und sich und versucht dann da irgendwie dann dazwischen zu kommen. Weil das Publikum ja vielleicht gerade im Selbstmanagement noch nicht viel gemacht hat, waren ja hauptsächlich Studenten da. War ja auch von der Uni da. Und genau deshalb, das war einfach wichtig, dass man das, den Gedanken, den man in den Kopf pflanzen will bei den Leuten, ganz klar hat. Da gab es natürlich auch nicht so gute Beispiele unter den sieben, acht, Leuten, die da gesprochen haben.

BF: Ja, viele neigen zur Überladung des eigenen Themas und wenn ich eine einfache Botschaft gut dem Publikum mitgeben kann, dann ist es viel wert. Und in einer Viertelstunde kann man auch nicht eine ganze Vorlesungsreihe unterbringen.

LB: Nein, es ist wirklich so, dass die eigene Expertise in den Vordergrund gestellt wird. So eine Selbstverliebtheit war da auch mal, wo ich dachte, hu. Ja, weiß ich nicht, das wirkt dann auch nicht, das passt dann auch nicht zu dem Format. Ich sage immer, weniger ist mehr und im Nachgang würde ich sogar noch etwas rausstreichen.

BF: Ja, super. Das waren die ersten zwei Punkte und bevor wir zu den nächsten kommen, wollen wir uns noch kurz bei unserem Sponsor bedanken.

Da sind wir wieder zurück: Fünf Dinge, die ich bei meinem ersten TEDx Vortrag gelernt habe. Lars steht hier gerade, jetzt wollte ich schon sagen, Rede und Antwort. Ja, doch, so ist es ja auch so ein bisschen. Ich frage Dich und Du erzählst. Dein dritter Punkt, TED ist keine Verkaufsveranstaltung, das war Dir aber schon vorher klar, oder?

LB: Ja, mir schon, aber anscheinend nicht allen! Ich habe dann wirklich auch mich, meinen Blog, meinen Podcast, nicht erwähnt, auch nicht irgendwo einen Slide gehabt davon. Mir ging es wirklich um die Botschaft, dass man sich um das Selbstmanagement kümmern muss und was da wichtig ist. Es gab aber andere Redner, die dann wirklich Slides hatten mit ihren Büchern. Es gab einen, wirklich, der hat dann im Forum nach seinem Vortrag da noch Werbematerial verteilt.

BF: Wird es dann nicht von TED dann auch verboten oder darauf hingewiesen, dass das nicht gewünscht ist?

LB: Ja, natürlich. Im Vorfeld wusste das keiner, dass er das dann so tut. Und der war auch, glaube ich, bei der Probe nicht dabei. Aber, das ist natürlich so ein bisschen schade, wenn man das so als Verkauf… Klar, der will sicher seine Produkte …, ist ja auch alles gut und schön, aber, das darf bei TED nicht im Vordergrund stehen.

BF: Es geht darum inspirierende Ideen in der Community zu teilen und ja letztendlich ist es eine gemeinnützige Veranstaltung.

LB: Und es war schade bei dem, weil, es war wirklich ein super Vortrag und er hat das ganz toll gemacht. Aber das hat das Ganze dann so ein bisschen …. Das fand ich halt wirklich schade.

BF: Ja, das ist dann in einem eigenartigen Licht wahrscheinlich gelandet?

LB: Genau.

BF: Okay, Punkt Nummer 4: TED als Event genießen. Okay, das finde ich jetzt einen überraschenden Punkt. Warst Du davon ausgegangen, dass Du das nicht als Event genießen wirst?

LB: Nein, da geht es drum, es wird so gesagt, man soll am Tag vorher kommen. Es gibt einen ganz klaren Ablauf. Der ist bei allen gleich, am Tag vorher kommen zur Probe. Dann geht man abends gemeinsam essen nach der Probe. Dann ist am nächsten Tag der Vortrag, die TED Veranstaltung geht ja, wie gesagt, mittags los, den ganzen Tag. Man geht abends noch was trinken dann mit dem TED Team, die das alles organisieren. Die machen das alles ehrenamtlich, muss man ja wissen. Am nächsten Tag geht man noch gemeinsam frühstücken und dann ist vorbei.

BF: Okay, verstehe. Und man bekommt kein Geld und ist …

LB: Hotel wird bezahlt.

BF: Aber, man ist eine ganze Ecke weg.

LB: Ja, genau, dann habe ich mir natürlich auch überlegt, ich meine, ich habe viele Termine und Verpflichtungen. Dachte ich, es reicht doch eigentlich, wenn du da Samstagnachmittag aufkreuzt. Das haben auch ein paar gemacht. Ich habe mich aber damals bewusst dagegen entschieden, weil ich gesagt habe, es ist der erste und den machst du jetzt mal komplett von A bis Z mit. Und ich muss sagen, ich habe es auch total genossen. Es sind total interessante Menschen, die habe ich kennengelernt, also, es war eine Amerikanerin, die in Italien lebt mit ihrem Mann und die auch die Geschichte erzählt hat, wie sie da hingekommen ist. Mit der habe ich mich wirklich lange unterhalten oder eine Holländerin, die in Frankreich lebt. Der Moderator war super, nette Leute kennengelernt, es hat richtig Spaß gemacht. Und hinterher auch, am Ende der Veranstaltung, mit den Zuhörern noch zu sitzen. Da war ein junges Mädchen, die hat mir dann, ich meine, mein Vortrag ging ja darüber, Selbstfindung, Selbstmanagement. Die hat mir dann eine Viertelstunde ihre Lebensgeschichte erzählt und danach mich angeguckt mit großen Augen und meinte, ich muss sie jetzt mal in den Arm nehmen. Und das sind einfach schöne Momente.

BF: Ach, wie süß. Also, das heißt, Du hast die Menschen berührt mit Deinem Thema und das ist dann auch was, was man nicht wie so ein Job abhandelt in den Terminkalender und einen Zeitslot für den eigenen Vortrag einräumt, sondern, es geht darüber hinaus, es geht auch um das Teilen von neuen Ideen. Und sich auf dieser Ebene auseinanderzusetzen und da kommst du reicher zurück, wenn du Zeit hattest für die anderen und wenn du sogar für deine Zuhörerschaft da warst und dich umarmen lässt.

LB: Ja, genau. Es haben sich auch wirklich nette Kontakte ergeben. Mit einem bin ich jetzt noch sehr eng im Kontakt. Ich meine, ich bin da nicht mit Erwartungen reingegangen, dass sich das ergibt, aber, es ist einfach passiert. Und das war schön. Und das meine ich als Event genießen, sich einfach darauf einlassen, dass es mehr ist als nur die Viertelstunde Vortrag, die man da hat, sondern auch das Drumherum mitgenießen sollte.

BF: Wunderbar, der fünfte Punkt lautet üben, üben, üben.

LB: Genau. Und ich habe gesagt, ich mache das wirklich schon lange, Vorträge, aber, ich habe mich noch nie so vorbereitet wie auf diesen Vortrag. Ich habe zwei Wochen lang jeden Tag ein bis zwei Stunden gemacht. Und Du guckst mich mit großen Augen an, für Dich ist das wahrscheinlich wenig?

BF: Nein, finde ich nicht, aber, dass Du erst zwei Wochen vorher angefangen hast, ist kurz. Also, ein bis zwei Stunden am Tag finde ich viel, also, was über eine Stunde hinausgeht, finde ich viel, aber, ab dem Zeitpunkt, wo ich weiß, fange ich eigentlich an. Ich persönlich jetzt.

LB: Habe ich nicht.

BF: Ich habe es vier Monate gemacht.

LB: Ja, genau, das würde ich auch tun im Nachgang. Wenn das jetzt nochmal käme und ich ein anderes Thema hätte, würde ich auf jeden Fall früher anfangen. Ich würde mehr üben und mir sind natürlich auch direkt nach dem Vortrag wieder zehn Sachen eingefallen, die ich hätte anders gemacht. Wo ich gesagt habe, oh, der Witz ist vielleicht nicht ganz so gut angekommen. Das Thema hätte ich aussparen können, dafür ein bisschen mehr in das rein. Also, fällt einem dann ja auch auf. Und je mehr man übt, desto besser wird der Vortrag.

BF: Wobei man auch wirklich sagen muss, jede Zuhörerschaft ist auch ein bisschen anders. Und wenn Du am Anfang jemanden hattest, der spontan reagiert hat und es war lustig, dann bist Du ein bisschen auf der Welle geritten. Beim anderen Vortrag bist Du vielleicht der letzte an dem Tag und die Leute sind schon ein bisschen müde und alle haben eine Eingangsfrage gestellt. Und dann kommst Du mit Deiner und keiner reagiert mehr und dann fängst Du an zu schwimmen. Also, damit will ich sagen, Du kannst Dich nicht absichern, aber je größer die Erfahrungen im Vortrag, desto leichter nimmst Du die Situation mit dem, wie sie ist.

LB: Genau und ich würde wirklich jetzt, wenn das nächste Mal was kommt, jemanden, einen Coach dann, Dich dann in dem Fall, beim Konzept schon mit einbeziehen, auf jeden Fall. Und das vorher mit Dir durchgehen.

BF: Gut, ja, kann ich verstehen und habe ich auch gemacht und kann ich auch so als Empfehlung für da draußen mitgeben. Und außerdem brauchen wir eine Struktur und irgendetwas, was uns hält, weil, das kann auch manchmal ganz schön einsam sein mit der Aufregung und mit allem umzugehen. Und immer diese, kein Regulativ außen zu haben, das kann bei Nervosität dann einfach wirklich fehlen. Es ist wie ein vorbauen, wie ein sicheres vorbauen.

Fünf Dinge, die ich bei meinem ersten TEDx Vortrag gelernt habe:
Punkt Nr. 1: Ich brauche Hilfe.
Punkt Nr. 2: Die Botschaft klar haben.
Punkt Nr. 3: TED ist keine Verkaufsveranstaltung.
Punkt Nr. 4: TED als Event genießen.
Punkt Nr. 5: Üben, üben und üben.

Ja, Lars, dann hast Du Dir ja schon einen großen Traum erfüllt und Du kannst ein Häkchen in der Bucket-Liste machen. Ich weiß nicht, an welcher Position der TEDx Vortrag war, aber, was würdest Du denn jetzt abschließend sagen zu dieser Erfahrung? War das jetzt schön und gut und wir ziehen zum nächsten Listenpunkt weiter oder musst Du da jetzt noch mal ran an die Verträge?

LB: Es ist jetzt nicht so, dass ich jetzt nur einen nach dem anderen da abhake. Klar, bin ich da fokussiert drauf. Aber nein, ich will auf jeden Fall nochmal einen machen.

BF: Ja?

LB: Ja, das werde ich hundertprozentig nochmal machen. Habe ich jetzt nicht für nächstes Jahr geplant, vielleicht ergibt es sich mal wieder. Ich glaube, das lasse ich einfach passieren. Ich glaube, ich werde mir das gar nicht so vornehmen. Wenn in zwei, drei Jahren nichts passiert, vielleicht werde ich dann nochmal aktiv werden. Aber, ich kann mir auch vorstellen, wenn man das will und vielleicht geht das Ding, mein Vortrag, ja bei YouTube auch, vielleicht gucken sich das ja die einen oder anderen an. Vielleicht passiert dann ja was.

BF: Ja, Oliver Frisch, da auch nochmal jetzt an Sie die Nachricht, der Punkt bleibt auf der Liste ein Highlight und einfach Lars nochmal wieder anstupsen per E-Mail. Vielen Dank fürs Zuhören an dieser Stelle. Lieber Lars. Es ist der erste Podcast, bei dem wir kein Zitat haben.

LB: Ist mir auch gerade aufgefallen.

BF: Und deswegen musst Du jetzt einen wunderschönen Abschlusssatz erfinden auf die Frage hin, was ist das Besondere, wenn man sich einen Wunsch seiner Lebensziele und das meine ich jetzt in keinster Weise ironisch, sondern ganz ehrlich, was ist das Schöne daran, wenn man merkt, das, was ich mir wünsche, geht in Erfüllung?

LB: Das ist eine schwere Frage. Es ist so schön, das hätte ich mir gar nicht schöner ausmalen können.

BF: Wahnsinn, okay. Wenn Ihr jetzt Lars Augen sehen könntet, würdet Ihr sehen, wie sie strahlen. In diesem Sinne wünschen wir Euch wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

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