6 Tipps für mehr Motivation

Gute Vorsätze regelmäßig zum neuen Jahr, das kennen wir alle. Aber wie hält man seine Motivation aufrecht? Mit viel Druck und einer Uhr, die in hunderttausendstel Sekunden zeigt, wie schnell das Leben verrinnt, sagt Lars.

Hier das Transkript des gesamten Podcasts und vorab die erwähnten Sponsoren:

Sponsoren

MDD Workshop 2018

Mach Dein Ding Akademie mit Lars Bobach

Transkript

BF = Barbara Fernandez
LB = Lars Bobach

BF:
Herzlich willkommen zum Podcast Selbstmanagement.Digital. Wir geben Orientierung im digitalen Dschungel, so dass wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Mein Name ist Barbara Fernandez und hier, mir gegenüber, sitzt Lars Bobach. Hallo lieber Lars.

LB:
Hallo liebe Barbara.

BF:
Heute geht es um das Thema Motivation, sechs Tipps für mehr Motivation. Glaubst Du, die Menschen da draußen sollten motivierter sein?

LB:
Ja, sonst hätte ich die Folge nicht ausgesucht. Das glaube ich schon, es fehlt vielen an Motivation.

BF:
Ja?

LB:
Ja. Das kriege ich live mit. Erstmal grundsätzlich ja, den Leuten fehlt es an Motivation. Bei vielen fehlt das Ziel, vielen fehlt vielleicht ein Lebensziel, wo sie sagen, warum bin ich denn jetzt hier. Was ist denn diese Minidelle, die ich ins Universum hauen möchte. Das fehlt den meisten Leuten. Aber selbst die Leute, die sich dann Ziele vornehmen und das kriege ich auch mit in meinen Workshops, selbst denen fehlt es oft an Motivation, an den Zielen dranzubleiben.

Dazu kommen wir gleich, da muss man natürlich mal auf einer anderen Ebene einsteigen und fragen, warum ist das denn so. Motivation ist wirklich ein Thema und nur, wenn du motiviert bist, hast du deine Chance, aus diesem täglichen Störfeuer auszusteigen und an deinen Zielen zu arbeiten. Da muss die Motivation da sein.

BF:
Lass uns doch mal bitte ganz kurz so eine Klammer schlagen und sagen, was ist das eigentlich, motiviert sein oder was ist Motivation als Definition? Was ist für Dich ein motivierter Mensch?

LB:
Für mich ist ein motivierter Mensch jemand, der auch wirklich mit Herzblut arbeitet an den Dingen. Jetzt kein nine to five Job, das abarbeitet und sagt okay, mache ich, muss ja mein Geld verdienen, so nach dem Motto. Kommen wir auch gleich noch zu, aber der da mit Herzblut dran ist. Der auch das große Ganze sieht und sagt, das ist für mich so motivierend und da bin ich mit vollem Herzblut dabei. Wie siehst Du das denn?

BF:
Motivation ist für mich, Menschen, die bewegt sind. Also Menschen, die in Bewegung kommen wollen oder die sich von den Dingen bewegen lassen. Also auch berühren lassen, dass da was stattfindet innen drin, dass ich beteiligt bin. Ich finde den Faktor, dass das größere Ganze wichtig ist, das interessiert mich auch immer.

Gibt aber auch tatsächlich Menschen, die das gar nicht so interessiert, das größere Ganze und das ist auch in Ordnung. Trotzdem wollen wir ja vielleicht Freude bei der Arbeit haben. Und ich sehe weniger, wobei Du es jetzt auch nicht den Leuten in die Schuhe geschoben hast, dass sie selber daran schuld sind, aber ich finde, man muss immer, wenn man bei diesem Thema ist, Motivation, was ist da mit den Leuten los, auch immer fragen, warum ist das so gesellschaftlich gesehen?

Oder was ist denn mit unseren Arbeitsplätzen los, dass die Leute nicht mehr motiviert sind? Leben wir in einer Zeit, wo so viel unter Druck steht, dass ich gar nicht mehr genießen kann, also, dass gar keine Luft mehr an die Dinge kommt und ich zum Beispiel auch den Erfolg gar nicht mehr spüren kann, weil ich schon mit dem nächsten wieder beschäftigt bin?

Oder ist mein Job einfach zwar mein Job und ich komme auch mit dem Geld klar, aber vielleicht reicht es gar nicht, damit auch noch groß in den Urlaub zu fahren oder diesen Job irgendwie auch zu genießen, weil er eben noch andere Dinge mit sich bringt, die mich glücklich machen. Die wenigsten können ihren Arbeitsplatz gestalten. Und das macht …

LB:
Ja, da sehe ich auch ein klein wenig anders, aber ich finde ganz wichtig, was Du gesagt hast, dass viele diese Ziele nicht brauchen. Genau, und trotzdem motiviert sein können, weil, also, da fällt mir meine Frau natürlich sofort ein, die ja gar nicht so die Planerin ist wie ich, aber die mit wahnsinniger Lebensfreude richtig ihren Job macht, weil das genau ihr Herzensding ist. Und sie braucht diese Ziele nicht, das ist ein Mensch, der das überhaupt nicht braucht. Aber sie ist halt wirklich mit vollem Herzen dabei, was sie tut.

Da hast Du vollkommen recht, Motivation hat nicht nur mit den Zielen zu tun. Auch, sich berühren lassen, genau richtig. Und mit dem Arbeitsplatz nicht gestalten, ja, Du kannst den nicht gestalten, aber oder es gibt einige, die können das vielleicht nicht. Aber und das ist auch eine ganz häufige Frage, die mir gestellt wird, in den Webinaren kriege ich die immer gestellt. Ja, Du sagst, das und das ist Selbstmanagement, aber mein Chef, der lässt mich nicht, das darf ich nicht oder ich kann nicht mal eine Stunde am Tag die Türe zu machen und an wirklich wichtigen Dingen arbeiten. Ich muss immer zur Verfügung stehen. Aber Du kannst ja selber den Job wechseln! Bis Du vielleicht einen hast, wo Du sagst, da habe ich ein Arbeitsumfeld, was mich motiviert oder wo es mir Spaß macht zu arbeiten. Also, auch das hast Du ein Stückweit im Griff.

BF:
Ja, das stimmt, das braucht viel Mut aber auch und dafür muss man auch so ein gewisses Unternehmer-Gen oder mindestens eine Veränderungsbereitschaft haben, nicht so große Verlustängste, Sicherheit auch mal zur Seite lassen können, dafür aber Selbstverwirklichung großschreiben. Das muss man einfach auch können und so ein Typ muss man sein. Oder man lässt sich eben inspirieren und wächst da langsam hin. Ich finde nur wichtig, wie soll ich sagen, diese unterschiedliche Typologie mit reinzulassen. Also, ich kann nicht nach dem 08/15 Schema sagen, soundso und so. Und dann bist du motiviert und das ist Motivation und so soll es sein, bitte schön.

LB:
Das geht nicht, das ist mir klar.

BF:
Okay, dann wollen wir jetzt mal wissen, was sind denn die sechs Tipps für mehr Motivation? Also alle, die da draußen gerade Auto fahren und die denken, ich fahre schon wieder zum nächsten Kundentermin, sowas langweiliges, das läuft wieder nach Schema F ab. Ich weiß jetzt schon, dann kommt wieder und dann kommt wieder und so. Hauptsache, ich habe gleich Feierabend. Wenn Ihr das gerade denkt, dann lasst Euch doch jetzt mal schwerstens inspirieren, öffnet die Ohren und natürlich die Herzen.

Hier geht es los, Punkt Nr. 1: Die eigene Endlichkeit, darf ich das sagen? Das ist so ein toller Titel, die eigene Endlichkeit motiviert Dich?

LB:
Ja, total. Also, mein Tod ist mein größter Motivator.

BF:
Mein Tod ist mein größtes Glück, auch ein guter Satz.

LB:
So habe ich es jetzt nicht gesagt, aber das wäre dann die Endstufe sozusagen.

BF:
In gewisser Weise stimmt das ja auch, ohne das eine nicht das andere. Das gilt in so vielen Bereichen und natürlich dadurch, dass unser Leben endet, ist es Leben in komprimierter Form. Leben wirklich leben.

LB:
Ja und die kurze Zeit, die ich hier auf dieser Erde habe, die will ich nicht vergeuden, das motiviert mich so dermaßen. Mich halten viele für bescheuert, wenn sie bei mir an den Rechner kommen. Wenn ich meinen Browser öffne, lasse ich mir zuerst mein Alter anzeigen. Da öffnet sich ein leerer Tab mit meinem Alter.

BF:
Bist Du schlimm!

LB:
Es kommt noch viel schlimmer, pass auf! Da zählt wirklich in Hunderttausendstel Sekunden mein Alter hoch. Ich sehe auf die hunderttausendste Sekunde genau, wie alt ich bin. Das ist jetzt kein Screenshot, wo ich sage, jetzt bin ich soundso alt. Das zählt permanent hoch, das läuft in einem rasenden Tempo hoch. Und sobald ich das sehe, macht es mir mittlerweile im Unterbewusstsein klar, die Zeit rennt. Du hast hier nichts zu verschenken. Wenn du das erreichen willst, was du da dir vorgenommen hast, dann gebe Gas.

BF:
Ach Gott, Lars, das ist auch so furchtbar. Du warst nicht in meinem Theaterstück, das kann gar nicht wahr sein! Ich habe ein Stück zum Thema Zeit gemacht und diese Story hätte ich sogar auch noch gerne mit drin gehabt. Jetzt kannst Du natürlich auch hingehen, kann Dein potentielles Todesdatum ausrechnen und kannst runterrechnen lassen, wie viel Jahre Dir noch bleiben.

LB:
Das wäre mir dann ein bisschen spooky, vor allem, das wissen wir ja gar nicht.

BF:
Ach, da möchtest Du gar nicht mitmachen?

LB:
Nein.

BF:
Das ist ihm jetzt zu krass, dem krassen Herrn Bobach.

LB:
Das geht ja gar nicht, weil, ich weiß es ja gar nicht. Aber was ich weiß, ist, dass ich hier nur begrenzte Zeit habe und das motiviert mich unglaublich. Auf der anderen Seite gibt es dann das Gegenteil. Es gibt auch die Leute zum Beispiel, die sagen solche Sätze, da reagiere ich wirklich total allergisch. „Ich muss ja noch 20 Jahre.“

BF:
Ja, das ist schlimm.

LB:
Kennst Du die?

BF:
Die sind scheintot, die Leute.

LB:
Ja, bei solchen Leuten weiß ich sofort, nie wieder treffen, meiden in Zukunft. Weil, das ist auch kein guter Umgang. Da kann keine Motivation draus entstehen, nach dem Motto, ich sitze das jetzt hier noch 20 Jahre ab oder 25 oder egal, was sie sagen, aber es gibt, ich will jetzt gar nicht ins Detail gehen, aber es gibt eine Gruppe, mit der treffe ich mich einmal im Jahr, da ist das teilweise so.

BF:
Die fühlen sich doch jetzt angesprochen, die wissen doch genau, dass sie gemeint sind, Lars?

LB:
Dann werde ich da wahrscheinlich in Zukunft nicht mehr dran teilnehmen. Aber, daraus entsteht nichts.

BF:
Ich habe noch eine Frage. Also, wenn Du jetzt so deine hunderttausendstel Sekunden hochlaufen lässt, das ist ein ganz starkes Bild, das macht ja fast ein hektisches Gefühl bei mir, wenn ich nur daran denke. Hast Du nicht das Gefühl, dass Dich das dann auch antreibt und Du in Hektik kommst?

LB:
Mache ich einen hektischen Eindruck auf Dich?

BF:
Nein, gar nicht, im Moment nicht.

LB:
Obwohl Du eben gesagt hast, hier ist eine Hektik.

BF:
Nein, ich habe gesagt, heute ist es ganz schön wild hier, ist einfach lebendig und was los und der Lars muss zwischendurch aufstehen, also nicht während der Podcast-Folge, aber wenn wir dann Pause machen und dann muss er hier nochmal kurz was klären und da noch was, aber alles mit tierisch guter Laune. Der ist recht positiv aufgeladen hier, Anfang des Jahres 2018, kann ich Euch sagen. Aber ich habe Dich auch schon anders erlebt, wo viel los war, viel Termindruck usw. Wo du auch ein bisschen Stress gehabt hast und dann würde mich das nur noch zusätzlich drücken, so eine laufende Zahl.

LB:
Ja, ist ein gutes Argument, aber genau die Zahl ist dann aber auch, dass ich mich versuche, auf das Wesentliche zu fokussieren, dass ich jetzt sage, okay, was ist denn jetzt wichtig? Was ist denn jetzt und dann versuche ich meine Zeit wirklich so einzuteilen, dass ich nämlich diesen Lärm drumherum ausblende, keine Zeit mehr dafür habe, delegieren, was weiß ich was.

Also, Du hast recht, in so einer hektischen Phase ist es dann aber so, dass ich dann denke, guck mal, muss ich denn wirklich noch den Kunden XY anrufen oder kann das nicht ein Mitarbeiter von mir viel besser sogar? Oder muss ich jetzt diesen einen Termin wahrnehmen oder können das nicht auch wieder Andere besser machen? Worauf fokussiere ich mich, um meinen Zielen näher zu kommen? Das bringt mir auch einen totalen Fokus, nicht nur Motivation, sondern auch, dass ich sage, du hast keine Zeit zu vergeuden.

BF:
Wenn Du jetzt zum Beispiel im Supermarkt bist und einen Einkauf machst für die Familie und Dich spricht eine ältere Dame an, ob Du einen Joghurt aus dem Regal hebst und die fängt dann an, Dich vollzuquasseln, ist das dann Zeitvergeudung, Lebenszeitvergeudung oder kannst Du dann auch den Stecker ziehen und sagen, ich bin mal gerade so hier, vertrödle mal ein bisschen Zeit?

LB:
Ja, klar. Es gehört ja dazu. Es ist jetzt nicht so, dass ich nur noch getrieben bin und auch abends nicht abschalten kann. Ich meine, die Auszeiten nehme ich mir. Das gehört ja total dazu, aber, wenn das ein nettes Gespräch ist, bin ich dafür offen. Aber dann muss es auch ein nettes Gespräch sein und wie oft ist es dann nur ein zutexten? Das erlebt man auch häufig.

BF:
Das stimmt, aber ich habe genau diese Situation auch erlebt, deswegen konnte ich sie genauso auch beschreiben. Dann wird man vielleicht erst zugetextet und dann sagte die alte Dame aber plötzlich, wissen Sie, wie schön das ist, dass Sie mir mal kurz zugehört haben? Das hat schon lange keiner mehr gemacht. Weil wir natürlich auch alle so durch die Welt reisen. Da war ich so gerührt, dass ich echt die Tränen in den Augen hatte und fand es ganz süß und dachte, manchmal muss man auch einfach mit einem anderen Tempo durch die Welt laufen. Und wenn ich diese Zahlen laufen sehen würde, dann ist für mich eigentlich die Frage, kann ich das beruflich einsetzen als pusher und privat trotzdem ausschalten? Ich befürchte, dass das mir schwerfallen würde.

LB:
Okay. Ist ja auch ein Thema. Mein Thema ist auch immer abschalten, mein Thema ist mein Konto, das permanent im Minus ist in meinem Lebensplan, mein Ruhekonto. Daran muss ich wirklich viel arbeiten. Aber ich glaube nicht, dass es damit zu tun hat.

BF:
Okay, gut.

LB:
Aber vielleicht muss ich mir nochmal Gedanken machen?

BF:
Jetzt haben wir mal so eine kleine Versenkung in die Tiefe mit dem Punkt die eigene Endlichkeit gemacht. Der Lars guckt schon auf die Uhr, aber das ist so ein großes Thema und ich finde, das passte jetzt bei Punkt Nummer 1 sehr gut. Wir gehen jetzt etwas zügiger durch die weiteren Punkte.

LB:
Das war jetzt auch nicht, nein, nein!

BF:
Jetzt habe ich ihn aber hier.

LB:
Ich gucke nur, ich habe eine Zielzeit und da gucke ich nur, in welche Richtung wir laufen.

BF:
Und in welche Richtung laufen wir?

LB:
Wir sind jetzt bei knapp 13 Minuten, alles gut.

BF:
Gut, also, Punkt Nummer 2 von sechs Tipps für mehr Motivation. Das „Warum“ klären.

LB:
Das ist natürlich ein riesen Motivator. Warum will ich das? Wenn ich jetzt sage, ich muss unbedingt abnehmen. Da haben wir ja wahnsinnig viele Leute und dann einfach mal fragen, warum will ich das denn? Wenn man sich das fragt, da kann auch eine Motivation draus entstehen. Oder was ich oft erleben, Leute wollen sich selbstständig machen, kommen aber irgendwie nicht ins Tun. Oder kommen aus der Planungsphase gar nicht raus. Und die dann direkt so übergeht in die Aufschieberitis-Phase. Dann sage ich immer, das Wichtigste ist, frag dich mal, warum? Oder stelle dir mal einfach vor, wie sieht das aus in zehn Jahren, wenn du das jetzt gemacht hast? Wenn du den Schritt gegangen bist?

BF:
Da sind wir schon bei Punkt Nummer 3, Visualisierung, genau. Also, das Warum klären, da gibt es viele wichtige Argumente, die zutage treten. Und damit auch Dinge, die mich antreiben können. Zum Beispiel beim Abnehmen, ich fühle mich einfach wohler, wenn ich Sport mache. Ich fühle mich wohler, wenn ich unter Leuten bin. Ich habe mehr Spaß, auf Partys zu gehen oder ich finde es dann lustiger, wenn ich präsentiere und mich nicht so pummelig fühle. Könnte ein Grund sein, der ein bisschen mehr ist als einfach, ich muss mal wieder abnehmen.

LB:
Genau!

BF:
Wenn ich das visualisiere, was kommt denn da in punkto Motivation bei rum?

LB:
Der der nächste Punkt, genau. Da können natürlich enorme Emotionen mit einhergehen. Ich sage immer, Fotos. Bei mir funktioniert das also alles über Bilder sehr gut und ich habe mir für jedes Lebensziel, für jedes Konto, ein Foto genommen. Was ich da ganz stark mit verbinde. Wenn ich dieses Foto sehe, dann fühlt sich das für mich schon so an, dieses Ziel erreicht zu haben oder das macht es für mich so greifbar. Und darüber, da kommt dann wirklich eine richtige Motivation zustande.

BF:
Kannst Du uns ein Bild schenken?

LB:
Schenken? Von mir?

BF:
Ja, im Sinne von, kannst Du uns jetzt ein Bild beschreiben und dadurch auch ein Bild, was wir uns selber in den Köpfen machen können?

LB:
Ich habe den Traum irgendwann mal in den Alpen zu wohnen, ich liebe ja Berge. Das will ich unbedingt machen, ich will irgendwann mal dahinziehen. Das ist für mich so, aber es geht gerade in der Phase nicht. Meine Kinder sollen erstmal ihre Schule beenden, meine Frau ist auch noch nicht so hundertprozentig überzeugt. Da brauche ich vielleicht auch noch ein paar Jahre, sie davon zu überzeugen, aber das ist, zum Beispiel für mich, eins meiner Lebensziele. Wo ich sage, das möchte ich noch. Da habe ich natürlich ein schönes Panorama, was ich mir vorstellen kann, wenn ich morgens aufwache, aus dem Fenster gucke und dann sehe ich dieses Bergpanorama.

BF:
Okay, super, vielen Dank, Bild geschenkt. Punkt Nummer 4, Zeitdruck schaffen. Passt natürlich gut zum Zeitdruck Gefühl, Hektikschraube, ich kann es immer verstehen und sehe auch den Sinn dahinter, aber gleichzeitig leben wir auch in einer Zeit, wo Motivation vielleicht auch daher kommt, dass ich den Stecker ziehe? Oder ein bisschen mehr Raum lasse oder ein bisschen die Schraubzwingen lockere oder so. Aber wieso Zeitdruck schaffen? Erkläre es mir.

LB:
Also erstmal, weil die meisten wichtigen Dinge, die wir uns vornehmen, kein Zeitlimit haben. Also, wenn ich mich selbständig machen will, dann habe ich das erstmal nicht. Wenn ich abnehmen will, habe ich das auch nicht.

BF:
Gut, das ist aber was anderes, was Du jetzt ansprichst. Also, ich würde das so formulieren, eigentlich geht es darum, einen Zeitpunkt festzulegen, wann es stattfinden soll? So arbeite ich immer. Aber das heißt ja nicht unbedingt, dass ich einen Zeitdruck erschaffe. Es heißt einfach, dass ich mir eine Struktur gebe. Also, wenn das dann und dann fertig sein muss, dann kann ich jetzt rückwärts rechnen. Wann muss der Zwischenschritt ABC fertig sein? Was bedeutet das in der Phase, wann muss was angeleiert werden? Was muss ich jetzt sofort tun? Und plötzlich weiß ich, was ich jetzt sofort tun muss. Aber mehr ist es dann Zeitdruck schaffen oder heißt das eigentlich, einen Zeitplan erstellen?

LB:
Vielleicht auch manchmal einen Zeitdruck schaffen. Ich könnte einfach zwei Beispiele nennen. Wir hatten eben das Beispiel, es ist so platt, aber es funktioniert immer, abnehmen. Wenn ich einfach sage, bis zum 30.06. habe ich fünf Kilo abgenommen und dann buche ich schon einen Strandurlaub für den 30.06. und weiß, dann muss ich da immer mit Badehose rumlaufen. Da habe ich halt keinen Bock, dass die Wampe dann über der Badehose hängt. Das ist Zeitdruck.

Oder Du gehst hin, jetzt gerade mit selbständig, das werde ich oft gefragt. Und dann wird verschoben, ja, muss ich noch hier, muss ich noch da. Ja, einfach kündigen und dann hast du einen Zeitdruck, dann musst du Vollgas geben. Das ist Motivation. Als ich mich selbständig gemacht habe, ich hatte drei Kinder, ich hatte einen ganzen Hofstaat zu finanzieren. Und ich hatte von Anfang an den Druck, dass ich das Geld verdienen muss dafür. Und ich glaube nicht, dass mir das geschadet hat.

BF:
Nein, das stimmt. Kinder sind ein unglaublicher Beschleuniger.

LB:
Ich wollte denen ja auch ein vernünftiges Leben ermöglichen und es hat mich tierisch motiviert. Da bin ich dann morgens um fünf aufgestanden und habe Angebote geschrieben. Solche Sachen habe ich da gemacht, weil das mein Antrieb war. Ich musste das Geld verdienen. Ich hatte nicht nur den Zeitraum, auch den finanziellen Druck, dass ich wusste, das muss jetzt funktionieren. Also, so einen Druck schaffen, das kann auch wirklich dann mal was losbrechen. Es ist immer das Raustreten aus der Komfortzone, weil, wenn du deine Ziele erreichen willst und die sind ambitioniert, dann musst du immer raus aus der Komfortzone. Dann ist es halt so, dass ich meine nackte Wampe mal am Strand zeige, dass ich mich selbständig mache und dann wirklich mal den dornigen Weg laufe.

BF:
Mich der digitalen Identität stellen muss, zum Beispiel.

LB:
Ja, genau. Das ist halt außerhalb der Komfortzone und das schaffe ich halt, wenn ich da nicht freiwillig rausgehe, dann muss ich mir da halt Zeitdruck oder vielleicht öffentlichen Druck, wie auch immer, schaffen.

BF:
Womit du wunderbar übergeleitet hast zum nächsten Druckthema, öffentlicher Druck.

LB:
Oh ja, siehst Du, das mache ich hier ganz unbewusst.

BF:
Lars kriegt alle motiviert über Druck, Druck, Druck. Gut, dass ich hier nicht fest angestellt bin.

LB:
So, jetzt der öffentliche Druck.

BF:
Ja genau, also, mach dein Ziel öffentlich. Wem sollen wir es erzählen? Familie, Freunden, Facebook?

LB:
Ja, allen.

BF:
Allen, allen, je mehr Druck, desto besser?

LB:
Ja, oder Du redest im Podcast darüber. So wie ich über mein Buch.

BF:
Also gut, komm, wir machen uns zwei Themen. Lars wird dieses Jahr ein Buch schreiben.

LB:
Das habe ich aber schon oft gesagt.

BF:
Aber dieses Jahr ist es wirklich soweit?

LB:
Ich habe das nicht schon oft in der Vergangenheit gesagt. Ich habe das oft gesagt, dass ich es dieses Jahr machen will.

BF:
Ich wollte nur gerade sozusagen einen kleinen öffentlichen Druckvertrag mit Dir schließen.

LB:
Ja, was sagst Du?

BF:
Ich stelle mich meiner digitalen Identität.

LB:
Und wie sieht das genau aus?

BF:
Das weiß ich noch nicht, aber ich kenne Menschen, die kennen sich ganz gut aus.

LB:
Okay?

BF:
Ja, ich muss mich auf den Weg machen.

LB:
Ja, brauchst Du.

BF:
Findet Ihr?

LB:
Ich reiche Dir die Hand.

BF:
Ich nehme sie an, ziehe mich auf das andere Ufer.

LB:
Wenn Du da jemanden meintest, der davon Ahnung, wenn ich das sein sollte?

BF:
Meine ich.

LB:
Ja, okay, dann reiche ich Dir die Hand.

BF:
Du bist der einzige, den ich kenne, der so ist.

LB:
Okay. Dann machen wir das doch.

BF:
Ja, alles klar, okay.

LB:
Aber, kann natürlich auch die Zuhörerschaft, ich meine, wenn Ihr keinen eigenen Podcast habt, worüber Ihr das dann verbreitet oder Blog oder so, aber Freunden erzählen, Familie erzählen und sei es auf Facebook teilen. Also, ich hatte in meinem MDD-Workshop welche, die haben gesagt, wir wollen jetzt einen Halbmarathon laufen, relativ unsportlich und gesagt, das nehme ich mir aber bis im ersten Halbjahr vor. Und wirklich, am nächsten Tag habe ich es auf Facebook gelesen. Foto von sich im Wald, joggen, ich laufe dann den Halbmarathon. Super, das ist mal öffentlicher Druck.

BF:
Genau, weil, dann passiert das Gefühl, da komme ich jetzt nicht mehr raus. Die Blöße kann ich mir nicht geben, das ist dann schambesetzt, also drücken wir von unten nach mit ekligen Gefühlen, so dass das schon alles nach vorne kommt.

LB:
Genau.

BF:
Ach herrje, gut, alles klar, dann aber jetzt, haltet Euch fest. Punkt Nummer 6 heißt, belohne dich!

LB:
Ja, das hat natürlich nichts mehr mit Druck zu tun.

BF:
Herrlich!

LB:
Gerade, wenn Du Dich durch irgendwas quälen musst, zum Beispiel mit dem Halbmarathon. Da ist natürlich das Training nicht immer leicht, man muss sich mal quälen und vielleicht auch bei schlechtem Wetter mal raus. Und da kann man sich dann auch wirklich mal einfach belohnen. Oder, auch wenn, das mache ich hier oder sage ich auch meinen Mitarbeitern. Wenn wir hier eine enorme Arbeitslast zu stemmen hatten und was so phasenweise auch passiert, dann einfach mal wirklich sagen, komm, jetzt fahre ich dafür Belohnung mal mit einem Partner ein Wochenende weg, einfach belohnen. Machst Du das auch?

BF:
Ja.

LB:
Was machst Du?

BF:
Darin bin ich echt gut.

LB:
Okay?

BF:
Die Zeit zu genießen, also, das zu tun, wonach mir oder meiner Familie gerade ist. Und die Seele baumeln lassen und was Gutes zu kochen zum Beispiel, Freunde einzuladen, Zeit zu teilen, guten Wein aufzumachen. So den Moment eigentlich in den Fokus auch zu rücken, so ein Gefühl entstehen zu lassen wie, ach, guck mal, das passiert gerade, hier, das ist gerade unser Moment. Und den schätze ich so.

LB:
Das ich Belohnung für Dich?

BF:
Ja, das ist für mich Leben feiern.

LB:
Ja, genau. Und das kann ich nur jedem raten, das muss auch nicht unbedingt immer materiell sein, sollte man vielleicht auch gar nicht tun, dass man sagt, dann kaufe ich mir XYZ. Kann man machen, aber ich finde, sich Zeit nehmen für wichtige Dinge, dann einfach da als Belohnung ist viel wertvoller.

BF:
Ja, kann auch so ein Zwischending sein wie einen tollen Urlaub. Das ist irgendwie zwar nicht materiell, aber kostet Geld.

LB:
Das würde ich jetzt da ausklammern, genau. Also, würde ich auch so sehen, ja.

BF:
Okay, Lars, also, Du bist grundsätzlich ein sehr motivierter Mensch. Wann legst du denn mal so richtig den Turbo ein? Also, gibt es so Momente, wo Du sagst, wenn das und das oder die und die Faktoren zusammenkommen, dann vergesse ich essen, dann vergesse ich schlafen, dann bin ich nur noch wumm.

LB:
Leider lege ich den Turbo zu häufig ein. Du hast ja gerade mitgekriegt, die Akademie ist gestartet. Das war echt ein Kraftakt, muss man sagen. Wir haben viel auch im Team dran gearbeitet. Ich habe teilweise meine Teammitglieder auch überstrapaziert in der Zeit, gerade in der Anmeldezeit, es ist sehr erfolgreich gewesen.

Jetzt ist das Anmeldefenster zu und jetzt fallen mir direkt die nächsten 20 Dinge ein, die wir da noch machen könnten, aber da muss ich mich selber dann ein bisschen zurücknehmen. Ich lege ihn eher zu häufig ein. Ich hatte ja erzählt, mein Konto, woran ich wirklich arbeiten muss, ist Ruhe, dass ich mir diese Ruhephasen gönne. Und mein Team auch dann nicht überfordere, die wollen zwischendurch auch mal ein bisschen zur Ruhe kommen.

BF:
Sein Team muss man auch pflegen und hegen?

LB:
Ja.

BF:
Das Zitat des heutigen Podcast zum Thema „6 Tipps für mehr Motivation“ kommt nach meiner kleinen Zusammenfassung. Ist gar keinem aufgefallen, dass ich die vergessen habe. Jetzt kommt sie:



Punkt Nummer 1: Die eigene Endlichkeit

Punkt Nummer 2: Das Warum

Punkt Nummer 3: Die Visualisierung

Punkt Nummer 4: Zeitdruck schaffen
Punkt Nummer 5: Öffentlicher Druck

Punkt Nummer 6: Belohne Dich.



Und Harald Zindler, Greenpeace Aktivist, sagt es wie folgt: Nichts spornt mich mehr an als die drei Worte: das geht nicht. Wenn ich das höre, tue ich alles, um das Unmögliche möglich zu machen.

In diesem Sinne wünschen wir euch wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.