Bullet Journal für Dein Selbstmanagement – Katja Eilders

Katja Eilders hat eine eigene Werbeagentur in Leverkusen. Sie beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema Selbstmanagement, aber auf ganz analoge Art und Weise mit einem Bullet Journal.

Hier das Transkript des gesamten Podcasts und vorab die erwähnten Sponsoren und Links:

Sponsoren

MDD Workshop 2018

Mach Dein Ding Workshop mit Lars Bobach

Links

Website:
www.mentormedia.de

Facebook:
mentormedia.de oder über Katja Eilders.

Apps:
Wunderlist

YouTube-Video von Ryder Carrol: „How to Bullet Journal

Buch:
Erfolgreiche Zielsetzung von John Church (nicht mehr erhältlich)

Transkript

KE = Katja Eilders
LB = Lars Bobach

LB:
Herzlich willkommen zum Podcast Selbstmanagement.Digital. Wir geben Orientierung im digitalen Dschungel, so dass wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Mein Name ist Lars Bobach und ich sitze hier heute zusammen und wirklich auch ganz persönlich mir gegenüber mit der Katja Eilders, hallo Katja.

KE:
Hallo Lars.

LB:
Ja, schön, dass Du da bist. Katja ist Graphik- und Mediendesignerin, Fotografin mit Schwerpunkt Screen- und Printdesign. Sie hat eine eigene Werbeagentur. Die sitzt hier auch in Leverkusen, um genau zu sein, 500 Meter Luftlinie von meiner Agentur, in der wir hier zurzeit sitzen. Sie ist aber nicht dafür eingeladen worden.

Wir wollen heute nicht über Marketing oder Mediendesign sprechen, sondern sie arbeitet seit mehreren Jahren sehr erfolgreich und auch wirklich optisch sehr ansprechend mit dem Bullet Journal. Und sie gibt dafür, wie man mit dem Bullet Journal umgeht, auch eigene Workshops. Da gehen wir gleich auch kurz drauf ein. Und deshalb habe sie mal eingeladen, weil es eine ganz andere Herangehensweise ist. Das ist nämlich alles andere als digital.

Ja, liebe Katja, was steckt denn jetzt genau hinter einem Bullet Journal? Welche Idee?

KE:
Ja, hallo Lars, erstmal Danke für die Einladung.

LB:
Sehr gern.

KE:
Das Bullet Journal hat mich gefunden via Pinterest. Ich habe mir das angeguckt, ich habe mir das YouTube Video angeguckt von Ryder Carroll, das ist mit über 7 Millionen Klicks mittlerweile bei YouTube sehr beliebt und er hat seine Art und Weise der Organisation erklärt. Das ist relativ schlicht, simpel und sehr effektiv. Darüber bin ich eingestiegen und habe es für mich ausprobiert. Ich habe mitten im Jahr einen neuen Kalender angefangen, für mich total ungewöhnlich, aber ich sage bis heute, es war die richtige Entscheidung.

Die Idee dahinter ist, also die Grundlage ist das „rapid logging“. Das bedeutet das schnelle Protokollieren. Also man fängt an und reißt quasi immer nur stichwortartig die Themen an, die man bearbeiten möchte. Das können Ziele sein, das können Aufgaben sein, das können Projekte sein und notiert im Prinzip nur Stichworte.

LB:
Also ganz chaotisch, egal, was einem gerade in den Kopf schießt, alles schreibt man erstmal untereinander weg?

KE:
Ja, das ist jetzt erstmal dieses rapid logging. Man macht erstmal Stichpunkte und geht im nächsten Bereich pro Stichpunkt dann in die Tiefe. Das heißt, man arbeitet sich vom Großen ins Kleine, also von Stichpunkten nachher ins Detail. Das ist so die Grundlage, er hat das sehr strukturiert gemacht, aber da gehen wir wahrscheinlich gleich nochmal detailliert darauf ein.

Wichtig im Bullet Journal ist, dass man immer einen Rückblick hat dadurch, dass man es aufschreibt. Wir planen die Gegenwart oder haben die Gegenwart im Blick und planen die Zukunft. So hat man sehr gut einen Vergleich, was funktioniert, was funktioniert nicht, wie kann ich mich verbessern? Die Struktur ist recht einfach. In den ersten vier Seiten, ich nutze ein DIN A5 blanko Notizbuch, die ersten vier Seiten werden als Index deklariert, dort schreibt man händisch seine erstellten Seiten mit Seitenzahl rein.

LB:
Also als Inhaltsverzeichnis?

KE:
Genau und das füllt sich mit Laufe des Buches. Dann fängt der Ryder an mit seinem „Future Log“, der kann vier oder sechs Monate sein, da nehme ich eine Doppelseite, teile die in Spalten auf und schreibe zum Beispiel jetzt Januar, Februar, März, April bis Juni. Und dort fixierte ich so Milestones. Was zum Beispiel sein kann, heute der Podcasttermin oder im Juni möchte ich den Halbmarathon laufen oder wir haben im April unsere Einweihungsparty von der Agentur. Sowas notiere ich dort. Es ist einfach nur, dass ich es fix habe. Das ist der Future Log.

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Dann geht es weiter auf den nächsten Seiten mit dem Monatslog, das ist ein „monthly log“, so nennt sich das. Im Prinzip nehme ich den ersten Monat, jetzt aktuell Januar und schreibe dort 30 Tage untereinander, also diese Zahlen und habe dort den Überblick für Januar. Dann gehe ich nach vorne in den Future Log und gucke, was habe ich im Januar schon notiert und übernehme das in meine Monatsübersicht. Dann habe ich dort eine Übersicht über Ziele, die ich verfolgen möchte.

Dann geht es in die nächste kleinere Einheit, das ist dann das weekly, also der Wochen Log. Also, für mich reicht eine Doppelseite für eine Woche. Manche möchten das noch detaillierter und haben dann pro Seite einen Tag. Das kann man rausfinden, wie man das braucht für sich. Für mich reicht eine Doppelseite für eine Woche. Da habe ich jetzt im Prinzip wie ein normaler Kalender auch die Übersicht Montag bis Sonntag, habe oben einen Bereich für Termine und unten einen Teil, wo ich meine To-Does für diesen Tag sortiere. Ich nehme mir also immer die Zeit, am Ende der Woche, die nächste Woche zu gestalten.

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Also, ich zeichne da auch viel, weil es mir einfach Spaß macht. Das muss aber nicht, es kann auch ganz clean einfach nur geschrieben sein. Und wenn jetzt die Woche vorbei ist und die nächste plane, guck ich, was habe ich geschafft, was kann ich abhaken und was habe ich nicht geschafft, was übernehme ich in die nächste Woche. Das heißt, alles, was ich nicht abgehakt habe, übernehme ich in die To-Do-Liste der nächsten Woche.

LB:
Das musst Du dann händisch natürlich übertragen, das macht das Notizbuch jetzt natürlich nicht automatisch?

KE:
Ganz genau, ja.

LB:
Dadurch wird es dann irgendwann auch lästig, nehme ich mal an?

KE:
Lästig? Nein?

LB:
Ich meine diese Aufgabe, jetzt muss ich sie wirklich mal abhaken, wenn habe ich es schon dreimal vor mir hergetragen habe. Also, ich komme ja auch daher, vom Time System ist es ähnlich aufgebaut. Ich weiß nicht, ob Du das kennst, das ist so ein Management Book gewesen, ähnlich wie ein Filofax, also auch so ein Ringbuch. Da ging es auch so, runtergebrochene Jahre, also, was Du jetzt future log nennst, in Monate bis hin dann zu Woche und Tag. Da war das bei mir dann so, wenn ich dann immer was verschoben habe, musste ich irgendwann mal sagen, jetzt hake das Ding einfach mal ab.

KE:
Genau.

LB:
Es ist ein ähnliches Konzept. Es ist jetzt wirklich rein analog. Ihr könnt es jetzt hier im Podcast leider nicht sehen. Katja macht mal wirklich wunderschöne Bilder dazu. Ich meine, sie ist ja auch Mediendesignerin und sie kann das auch wirklich ganz toll. Es sieht aus wie gemalt, wie gedruckt, also super. Vielleicht können wir mal ein Foto dazu hier in den Artikel zu dem Podcast tun, ein, zwei Seiten von Dir, damit man mal ein Gefühl kriegt, wie toll das wirklich aussehen kann. Kriegen wir das?

KE:
Ja, sehr gerne.

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LB:
Super, dann machen wir gleich mal ein paar Fotos noch.

Was siehst Du denn jetzt hier? Ich meine, wir haben uns ja kennengelernt über das Thema MeisterTask oder Trello auch unter anderem, was Ihr, glaube ich, auch mit in der Agentur einsetzt, also ein digitales Tool. Wo siehst Du denn jetzt die Vorteile bei so einem rein analogen, so anachronistischen, Selbstmanagementtool, eher?

KE:
Der ganz große Vorteil ist die Tiefe und die Intensität mit der ich mich damit auseinandersetze, weil ich es händisch niederschreibe. Dadurch habe ich ja den Reiz. Ich merke den Stift auf dem Papier, habe es geschrieben, lese es und bearbeite es, indem ich es abhake. Ich habe die Woche im Überblick und dadurch ist es einfach intensiver und deutlicher. Ich merke mir auch deutlich mehr, als würde ich das online irgendwo abhaken oder abheften oder eine Aufgabe in Trello erstellen.

LB:
Ist auch so ein bisschen entschleunigend, oder?

KE:
Ja, unbedingt, das war auch mit ein Impuls, warum ich das gestartet habe, weil mir die analoge Arbeit mit Stift und Papier fehlte. Ich bin ja auch Künstlerin und saß oft vor einem weißen Blatt Papier und dachte, was male ich denn jetzt und habe es irgendwann drangegeben, weil auch mein Hauptberuf mich da kreativ ausgelastet. Ich habe hier die Möglichkeit gefunden, wirklich dem Handwerk, nämlich Aquarell, Kalligraphie, also alle meine Leidenschaften, doch zu verfolgen.

LB:
Okay, Du als Künstlerin jetzt, also ich, der jetzt sowas überhaupt nicht kann oder auch überhaupt kein Händchen dafür hat, wäre es auch etwas für mich?

KE:
Ja, unbedingt.

LB:
Also auch für Männer? Im Vorfeld habe ich mich schon ein bisschen erkundigt und auch viel geguckt und wenn man sich bei Instagram oder Pinterest und so umschaut, da gibt es wirklich also tausende oder Millionen von Vorschlägen, wie man einzelne Seiten gestalten kann. Dazu muss ich sagen, wir hatten uns im Vorfeld darüber unterhalten, meine jüngste Tochter ist 14, die ist auch großer Bullet Journal Fan. Der habe ich mal so ein Buch geschenkt, weil ich dachte, es wäre was für sie, weil sie auch sehr kreativ ist. Und sie macht das auch ganz toll, sie setzt sich wirklich Stunden darüber hin und zeichnet und malt und hat auch richtig Spaß dran. Aber ist das auch so im harten Business, wo man jetzt wirklich 20 Aufgaben jeden Tag abhakt, ist das dafür geeignet? Was glaubst Du?

KE:
Ja, solange man die Aufgaben oder solange die Aufgaben im eigenen Tätigkeitsbereich sind. Also, das Bullet Journal hört auf, sobald man im Team arbeiten muss.

LB:
Ja, gut, das ist klar.

KE:
Aber es ist dadurch, dass man die Aufgaben wirklich nach diesem System abhakt oder verschiebt oder ja, wie Du eben sagtest, wenn ich sie dreimal verschoben habe, überlege ich mir halt, ist es wirklich so wichtig oder lasse ich es einfach?

LB:
Ja, genau.

KE:
Von daher ist es schon zum einen auch für Minimalisten gut geeignet, weil man auch diesen Rückblick hat, was habe ich alles erledigt letzte Woche. Weil oft geht es uns ja so, der Tag verfliegt und vor lauter kleinen Aufgaben weiß man gar nicht, was habe ich heute eigentlich geleistet. Somit steigt die Zufriedenheit mit der eigenen Leistung.

Also, das ist das, was ich mitgenommen habe auch, weil ich zurückblättern kann und sehe, ja, ich habe viel geschafft letzte Woche. Dadurch bin ich zufriedener und gucke natürlich, wo sind die Zeitfresser, was kann ich optimieren? Mit dem Rückblick versuche ich, es für die nächste oder kommende Woche zu beherzigen und so entwickle ich mich weiter.

LB:
Das ist super, das hat man natürlich in den modernen Task Managern nicht. Da ist wirklich nur ein abhaken und wenn ich jetzt an Todoist denke, den ich auch nutze, dann sind die wirklich weg, die sind gar nicht mehr im Blick. Und da hast Du natürlich ein befriedigenderes Gefühl, wenn Du sehen kannst, was Du alles da erreicht hast. Kann ich mir gut vorstellen.

Jetzt aber mal ganz konkret. Du hast Dir jetzt ein Ziel gesetzt und schreibst rein, okay, im April 2018 möchte ich das und das erreicht haben. So, dann brichst Du das runter, nehme ich mal an, in den Monaten, okay. Aber jetzt mal so das Tagesgeschäft, bildest Du das auch damit ab? Ein Kunde ruft an und sagt, ich schicke ihnen das Konzept nächste Woche Dienstag. Was passiert dann, wie machst Du das?

KE:
Ja, das pflege ich in der Tat digital ein.

LB:
Aber nicht in das Bullet Journal?

KE:
Ja, in meinem Bullet Journal habe ich durchaus die Mile Stones oder wichtige Sachen. Wenn ich sage, okay, ich muss nächste Woche den Lars anrufen, weil er Geburtstag hat, dann kommt das in mein Bullet Journal. Oder wenn ich zum Beispiel meinen eigenen, den Planer Workshop, zum Beispiel, noch eine Veranstaltung auf Facebook stellen möchte, dann trage ich das in das Bullet Journal ein. Aber Aufgaben, sobald dort auch Dritte beteiligt sind, pflege ich digital.

LB:
Weil dann habt Ihr das im Team bei Euch in der Agentur?

KE:
Genau.

LB:
Das ist wirklich so ein persönlicher Planer für Dich und Deine Ziele, was Dir wichtig ist und da auch dann das Entschleunigen, finde ich gut. Du hast gerade schon erklärt, warum Du das so schön findest, das handschriftlich zu machen. Es gibt ja auch eine App, aber die ist wirklich, ich sage mal, ich habe sie mir mal angeguckt, jetzt nicht unbedingt zu empfehlen. Was glaubst Du, warum ist es nicht digital, das Bullet Journal? Das Konzept könnte man ja auch digital umsetzen, das ist jetzt keine Raketenwissenschaft.

KE:
Es gibt in der Tat doch einige, die es digital nutzen. Das ist eine Frage der eigenen Befindlichkeit und der Affinität zur Technik. Ich habe mich damit jetzt so noch nicht auseinandergesetzt, sehe aber in den Social-Media-Kanälen, wo ich unterwegs bin, immer wieder auch digitale Seiten. Also, wer ein Tablet hat und da gibt es verschiedene Apps, mit denen man das auch abbilden kann.

Aber ich denke, es ist dieses Buch, was man nachher ins Regal stellen kann und es ist ja letztendlich ein Jahr meines Lebens, was ich niedergeschrieben habe. Durch dieses Review, was ich halt regelmäßig mache, dieser Rückblick, was war denn gut, was ist gut gelaufen, da zeichne ich Highlights, zum Beispiel vom letzten Jahr, was ich alles Tolles erlebt habe. Welche tollen Begegnungen da waren, das bildet einfach ein digitales Medium nicht ab.

LB:
Hoffentlich kommt dann auch unser Podcast Interview da rein, dieses Highlight. Das wäre ja schön. Was ich nochmal ganz konkret …, sowas fasziniert mich, vor allem, wenn es so schön ist wie bei Dir, das sieht ja wirklich toll aus. Wenn Du sagst, es ist irgendwas businessmäßiges, dann wird es dann schon irgendwie in einer Teamkollaboration-Software wie Meistertask, Trello abgelegt. Du schreibst Dir alles jetzt auf. Jetzt hast Du ein Telefongespräch mit einem Kunden, das legst Du dann auch entsprechend, wenn es die Mitarbeiter mit interessieren sollte, das Team, dann auch digital ab?

KE:
Ja, genau.

LB:
Wo ziehst Du denn da die Grenze?

KE:
Die Grenze ziehe ich wahrscheinlich außerhalb des Büros. Also, wenn ich im Büro an meinem Rechner sitze, dann trage ich es digital ein, weil ich dort auch im Tagesgeschäft bin. Außerhalb des Büros, ich habe ein Smartphone, was natürlich auch diverse Apps bietet, aber, wenn ich zu Hause Ideen habe, kommen die ins Bullet Journal, ganz analog, weil ich zu Hause keinen Rechner habe und auch nicht will.

Weil ich diese Entschleunigung, diese Dauerinformationsflutquelle zu Hause einfach kappen möchte und muss, weil ich das für die Erholung brauche. Und da nutze ich halt das Bullet Journal auch ganz intensiv, um mich zu entspannen, um Ideen fließen zu lassen, um Ideen zu generieren, um die auszuarbeiten. Und da ist es fließend, ob es Geschäft oder privat ist.

LB:
Also wirklich auch, um Abstand zum Büro zu gewinnen, super Sache. Die Barbara, meine Podcast-Partnerin, hat mir zu Weihnachten doch tatsächlich ein Notizbuch geschenkt.

KE:
Ich habe es gesehen.

LB:
Da habe ich jetzt sogar schon ein paar Sachen reingeschrieben. Ich frage mich die ganze Zeit, was ich damit machen soll, bei mir ist wirklich alles digital. Auch dieses Bullet Journal könnte man ja digital führen in einer Notiz-App. Ich meine, da sind leere Seiten und ich kann auch darin rummalen. Das würde ja auch funktionieren.

Aber irgendwie, ja, ich bin da noch nicht soweit gekommen, aber es ist echt eine gute Sache, um vielleicht Abstand zu gewinnen. Und dann zu Hause zu sagen, so, ich habe ja immer den Sonntag als bildschirmfrei für mich definiert und da habe ich jetzt wirklich auch mal das Notizbuch in die Hand genommen und da einfach mal was reingeschrieben, was mir als Idee kam, wo ich sonst mein iPad genommen hätte und mir da eine Aufgabe oder eine Idee aufgeschrieben hätte.

Das kann ich gut nachvollziehen, sehr gut. Wenn jetzt hier der eine oder andere Hörer sagt, finde ich super oder er es sich vielleicht auch angeguckt hat, Deine tollen Seiten gesehen hat auf dem Blog, der sagt, würde ich gern mal probieren. Was sollte der denn jetzt tun als Erstes, was wäre denn so der konkrete erste Schritt, neben Notizbuch kaufen, klar. Und vielleicht Deinen Workshop besuchen, auch klar.

KE:
Ich würde empfehlen das Video von Ryder Carrol, „How to Bullet Journal“ sich anzugucken. Ich weiß nicht, wie lang es geht, 14 Minuten. Da wird das komplette Handwerkszeug erklärt und letztendlich ist es dann einfach nur ein Tun, weil, darin liegt auch die große Chance im Bullet Journal.

Wenn man ein Wochenlayout ausprobiert hat und stellt fest, okay, das ist zu wenig Platz, das ist zu viel Platz, mir fehlt dieses, mir fehlt jenes. Dann kann man das in der nächsten Woche optimieren. Und so ist es ein Planungstool, was sich 200prozentig auf meine Bedürfnisse oder auf die Bedürfnisse desjenigen, der es für sich führt, anpasst. Und man kann es ausdehnen, man kann es wirklich straffen. Man kann auch vier Wochen auf zwei Seiten unterbringen, je nachdem, wie intensiv man es braucht.

LB:
Okay, also, Video angucken, das werden wir natürlich hier verlinken in dem Artikel zu der Podcast Folge, damit Ihr da nicht ganz lange rumsuchen müsst, wie das dann auch geht. Also, ich nehme mit, es ist auch etwas für mich, könnte es sein, für Männer, die nicht so kreativ und so grafisch so talentiert sind wie Du.

KE:
Ja, auf jeden Fall.

LB:
Ich habe dann in der Recherche auch ein paar Videos gefunden von Männern, die das haben, die auch durch ihre, bei YouTube, durch ihr Bullet Journal führen. Das sieht dann wirklich einfach wie so eine Liste aus, die es dann runterschreiben. Also nicht so schön, quasi. Gibt es anscheinend auch.

KE:
Da ist auch noch einen Vorteil, der auch, finde ich, sehr wichtig ist. Dadurch, dass man alle Ideen notiert. Also, es gibt neben dieser klassischen Kalenderfunktion ja auch noch Sammlungen, Listen und Sammlungen, eine der bekanntesten ist wahrscheinlich die „Bucket List“, also auf Deutsch die Löffelliste. Was möchte ich alles getan haben, bevor ich den Löffel abgebe?

Die nächste freie Seite wird einfach genutzt im Journal, um dort die Liste zu führen, die gerade aktuell ist oder die gerade einen beschäftigt. So hat man alle Ideen, alle Dinge, die einen bewegen im Leben, an einem Ort in einem Buch. Und ich habe nicht fünf Apps oder ich habe da noch ein Notizbuch und da ein Tagebuch. Das ist auch noch ganz wertvoll, finde ich, weil, ich habe immer mein Leben in einem Buch bei mir.

LB:
Da kann ich nur wieder die Kurve zu meinem Time System schließen. Es war auch früher, ich hatte da so ein tolles Gefühl, immer, wenn ich da mit meinem Time System rumlief. Ich wusste, ich habe immer alles dabei, was ich brauche. Da waren meine Preislisten drin, meine Verkaufsstatistiken. Alles hatte ich immer dabei. Ja, war eine tolle Zeit. Aber damals hatte ich auch nicht so viele Aufgaben abzuhaken, wie ich zurzeit hier erledigen muss.

Okay, dann sag ich mal danke bis hierhin für das Bullet Journal. Kommen wir zu den Schlussfragen, liebe Katja, bist Du dafür bereit?

KE:
Ja.

LB:
Okay. Welches ist denn Dein wichtigster Produktivität- oder Selbstmanagementtipp?

KE:
Ja, bei der Frage habe ich lange gebrütet, der verändert sich oder diese Tipps verändern sich laufend. Aktuell ist mein wichtigster Tipp, sich zu konzentrieren auf das Wesentliche und sich ein Ziel zu setzen. Weil, Ziele sagen dem Hirn, wo der Weg langgeht.

LB:
Und wie machst Du das konkret?

KE:
Indem ich mir ein Ziel vornehme, es datiere und dann schaue, was muss ich, um dieses Ziel zu erreichen, tun an Baby Steps. Die teile ich dann auf, je nachdem, was es für ein Ziel ist. Was muss ich jeden Tag oder jede Woche oder jeden Monat dafür tun, um es zu erreichen?

LB:
Und wie bleibst Du da im hektischen Firefight-Modus dann auf Kurs? Darum geht es ja in der Frage hauptsächlich?

KE:
Durch das System, das ich halt im Prinzip mir einmal überlegt habe. Was muss ich zum Beispiel jede Woche tun? Das zum Beispiel notiere ich in einem Habit Tracker. Jetzt mein eines, sehr konkretes Ziel, dass ich den Halbmarathon laufen möchte. Bedeutet, ich muss dreimal die Woche laufen gehen. Und ich habe eine kleine Matrix bei mir, Montag bis Sonntag, da habe ich eine Zeile, ein Icon „Joggen“ und dann hake ich halt ab, Montag war ich joggen, Mittwoch war ich joggen, heute ist noch dran. Und morgen einen großen Lauf.

Das heißt, ich sehe in der Woche immer im Überblick, okay, ich habe mein Trainingspensum erreicht. Und wenn ich fünf Tage keinen Haken gesetzt habe in der Matrix, dann denke ich mir, okay, morgen musst du dir unbedingt die Zeit dafür freischaufeln. Das funktioniert sehr gut.

LB:
Also, wichtigster Selbstmanagementtipp von Dir ist auch, auf jeden Fall mit dem Bullet Journal zu arbeiten?

KE:
Ja, der Habit Tracker.

LB:
Okay. Was machst Du denn als Unternehmerin, um abzuschalten?

KE:
Ich gehe raus in die Natur, gehe laufen und zeichne in meinem Bullet Journal.

LB:
Jetzt müssen wir natürlich doch nochmal digital werden. Welche Apps oder welchen Internetdienst kannst Du denn der Selbstmanagement.Digital.-Community empfehlen?

KE:
Eine App, die ich sehr gerne nutze, ist die Wunderlist. Dort notiere ich alles, was ich anschaffen, einkaufen, erledigen möchte. Das kann ich teilen mit meinen Kindern und da notiere ich im Prinzip, was ich anschaffen möchte.

LB:
Gibt es die noch?

KE:
Ja.

LB:
Die wird ja eingestellt, das weißt Du?

KE:
Ja, das weiß ich, es gibt aber auch Alternativen. Aber es ist halt ein bisschen umständlich, wenn ich dann im Wocheneinkauf bin und dann ein Notizbuch. Also, den Einkaufszettel pflege ich in einer To-Do-List.

LB:
In der Wunderlist. Okay. Welches Buch hat Dich denn als Unternehmerin und Mensch am meisten geprägt?

KE:
Das habe ich mitgebracht, es ist von John Church, es ist leider nicht mehr erhältlich, „Erfolgreiche Zielsetzung“. Da geht es auch darum, Ziele zu definieren, mit Terminen zu versehen, die richtige Technik anzuwenden, sich in dieses Gefühl zu begeben, wie es ist, wenn ich das Ziel erreicht habe. Und die Schritte dahin.

LB:
Okay, gibt es nicht mehr zu kaufen. Gibt es da einen Nachfolger?

KE:
Leider nein, aber es gibt diverse andere Literatur natürlich.

LB:
Ja klar.

KE:
Aber das Buch hat mich sehr beeinflusst.

LB:
Okay. Welches ist denn der beste Ratschlag, den Du jemals erhalten hast?

KE:
Ja, da ich ein Perfektionist bin, habe ich das Problem in manchen Bereichen oder in eigenen Aufgaben, dass ich selten zufrieden bin mit dem, was ich erschaffe oder im schlimmsten Fall gar nicht erst anfange. Da ist mir mal die 80 Prozent Regelung über den Weg gelaufen. Wo jemand sagte, also, wenn du 80 Prozent gibst, ist das für viele andere Menschen schon 120 Prozent.

Das beherzige ich und fange einfach an und denke, auch, wenn es für mich 80 Prozent sind, es ist besser, ich habe angefangen und habe etwas gemacht als gar nicht erst angefangen zu haben. Und auch wieder im Bullet Journal, ich habe die eine oder andere Seite, wo ich mich verschrieben habe, wo Rechtschreibfehler drin sind oder wo der Füller ausgelaufen ist. Aber die gehören dazu, wie alle anderen Seiten auch.

LB:
Gut, die habe ich jetzt noch nicht gesehen, die sehen für mich alle nach 125 Prozent Perfektionist aus. Aber dieses 80 Prozent kommt vom Pareto-Prinzip, 80/20. 80 Prozent oder mit 20 Prozent der Arbeit kann ich 80 Prozent des Outputs erreichen oder bei Firmen, was weiß ich, 20 Prozent der Kunden machen 80 Prozent des Umsatzes oder Gewinns aus und das lässt sich da auf vieles anwenden. Und dass die letzten 20 Prozent dann 80 Prozent des ganzen Aufwandes sind, um die dann wirklich nochmal perfekt zu machen.

Super, hat viel Spaß gemacht, waren sehr interessante Einblicke, mal was ganz anderes, passt aber auch natürlich hier in Selbstmanagement.Digital. Einfach, damit man mal sieht, was es auch sonst noch gibt. Ich glaube, es ist für viele gerade grafisch orientierte Menschen wirklich eine tolle Sache. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Ja, Katja, wenn jetzt die Community hier Interesse hat, sowas auch mal zu tun, wie kann sie denn mit Dir in Kontakt treten oder wo findet man denn diesen Workshop, den Du anbietest zum Bullet Journal?

KE:
Aktuelle Termine gibt es bei uns auf der Webseite unter www.mentormedia.de. Darüber gibt es auch Kontaktmöglichkeiten zu mir oder über Facebook mentormedia.de oder über mich Katja Eilders.

LB:
Okay, werden wir alles verlinken. Dann sage ich, Katja, vielen, vielen Dank für die 500 Meter, die Du gelaufen bist.

KE:
Nee, ich bin mit dem Rad gekommen.

LB:
Ach, mit dem Rad sogar? Wunderbar, alles klar und Euch wünsche ich natürlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ciao.

KE:
Tschüss.

Strategieplanung.jpg