Bullet Journal mit dem X17 umsetzen – Irene Paulsen-Langenberg

Im „richtigen Leben“ bin ich Personalleiterin in einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen mit Ausbildungshintergrund Diplom-Psychologin. Diese beiden Dinge beschreiben sehr gut meine Interessenslage, nämlich zum Einen „Struktur und Organisation“ und zum Anderen „Achtsamkeit & Spiritualität“.

MDD Workshop mit Lars Bobach

Zwei Dinge, die sich für mich nicht ausschließen, sondern sogar wunderbar ergänzen. Wer nur darauf achtet, sich komplett durchzustrukturieren und die Organisation seines Lebens nur an äußeren Zwängen entlanghangelt, der vernachlässigt das Leben als Ganzes. Denn das passiert, während du noch Pläne machst (ist nicht von mir, sondern von John Lennon). Genauso wenig geht es gut, wenn man nur erleuchtet im Hier und Jetzt seinen Namen tanzt und dabei vergisst, dass das Auto schon seit drei Monaten zum TÜV muss (wenn man denn in dem Lebensentwurf überhaupt eins fährt).

Die Mischung macht‘s; und hier habe ich eine Entwicklung hinter mir: angeregt durch den MDD-Kurs und die Umsetzung in Todoist startete ich voller Elan und fühlte mich super gut strukturiert. Alles elektronisch, immer dabei – perfekt, vor allem, wenn man die Dinge so schön abhaken konnte. Abends schrieb ich dann noch in ein Dankbarkeitstagebuch und in ein „normales“ Tagebuch, um der spirituellen Seite in mir ihren Raum zu geben. Das war auf die Dauer mühselig, und die zwei Welten waren strikt getrennt. Außerdem waren die erledigten Dinge in Todoist weg – ein kurzer Dopaminkick beim Abhaken, aber kein entspanntes Reflektieren, was man denn so alles geschafft und erledigt hatte in einer Woche.

Ich hörte vom BuJo und probierte es in der Ursprungsform aus. Viele Stifte, viel selber zeichnen – die Kreativität berührte die Spiritualität und das langsame Zeichnen war eine gute Achtsamkeitsübung. Aber das war ich dann auch nicht, nun war diese Seite zu stark im Vordergrund. Der „Strukturjunkey“ in mir nörgelte recht schnell über das Selbermalen von Monats- und Wochenkalendern und geriet in Panik, als er merkte, dass ja gar nicht alles in EIN Buch passt! Und Collections einfach so zwischen die Dailys zu packen – das geht ja gar nicht!!

Die Lösung war das X17 mit seinen vier Büchern: kein Malen von Monats- und Wochenkalendern mehr! Lediglich die Gestaltung der Dailys ist freestyle und verbindet perfekt Struktur & Organisation (Termine, Aufgaben, Ereignisse) mit Achtsamkeit & Spiritualität (Freude auf/Freude über und Dankbarkeit). So ist es perfekt und nachhaltig, denn wenn ich das „X“ mache bei erledigten Dingen, dann steht das noch da, und das erfüllt mich mit Freude, Dankbarkeit und Zufriedenheit.

Mein Ziel ist es, diese Kombination von Struktur & Spiritualität an andere Menschen, weiterzugeben, und ich arbeite an der Umsetzung dieser Idee. Ich freue mich sehr, dass Lars das Thema nun vorstellt – vielleicht ein erster Schritt zur Verwirklichung meines Ziels? Daher schon einmal ganz lieben Dank dafür an ihn!

Der X17 als Bu Jo

1) Ausgangssituation

Nach einem Testmonat mit dem klassischen BuJo in Form eines Leuchtturmnotizbuches erwies sich dieses als zu unflexibel.

2) Die Lösung: X17 – 4fach

Zubehör:

  • Stiftschlaufe oben (sonst nervt das Verschließen)
  • 2 Buchbänder in doppelter Länge (schwarz = Ziele/Monat, braun = Woche/Tag)

3) Die Aufteilung

a) Buch 1:
Monatsübersicht; Vorlage von X17 als Blöcke mit Notizseite

https://x17-shop.de/de/einlagen/kalendearien-a5-/a5-monatskalender-2019-2021#lg=1&slide=0

(Links ist die eine Hälfte einer aus Klarsichthülle selbstgebastelten Einsteckhülle zu sehen, die man – da ja DIN-A4 – einfach unter den Ringen hindurchzieht.)

Da der Monatskalender nicht mit Januar beginnt, sondern mit dem Dezember des Vorjahres, blieb Platz für die MDD-Ziele 2019 vorab.

Beispielmonat Januar

Die Monatsübersicht
Termine, Aufgaben und Ereignisse werden nach dem System von R. Carroll eingetragen. Die Aufgaben für diese Woche habe ich bereits in die Wochenplanung übernommen, deshalb wurde aus dem „.“ in der Monatsplanung nun ein „>“.

Aufgabenübersicht und Habittracker
Die auf jede Monatsübersicht folgende Doppelseite für Notizen nutze ich so:
 
 
 
Hier liegt für mich ein ganz klarer Vorteil gegenüber Todoist: Man sieht so schön seine Erfolge …

b) Buch 2:
Wochenplanung; Vorlage „quer“ von X17

https://x17-shop.de/de/einlagen/kalendearien-a5-/a5-wochenkalender-quer-2017-inkl-leporello-faltplaner#lg=1&slide=0

Jeden Sonntag erstelle ich diese Planung für die folgende Woche und notiere unter „Fokus“ ein „REVIEW“ der letzten Woche.

Es finden sich die wiederkehrenden Aufgaben (aus dem Habittracker) und die aktuellen Aufgaben, Termine oder Ereignisse.
An Tagen, an denen MDD-Aufgaben anstehen, werden diese gesondert markiert (in Lars-Bobach-Orange ;-)).

c) Buch 3: Tagesplanung
Hier verwende ich X17 Notizbücher in „dotted“, um die Tagesplanung selber zu gestalten.
Wochen- und Tagesplanung haben das braune Buchband, um sich schnell zurechtzufinden. Ziele und Monatsplanung haben das schwarze Buchband.

Meine Tagesplanung: eine gute Mischung aus Struktur & Mindset:

  • Datum und ggf. Ziel/Meilenstein MDD
  • Rubrik „Ich freue mich auf“ als Teil der Morgenroutine
  • Platz für Aufgaben, Termine, Ereignisse und Notizen zum Tag
  • „DBT“ = Dankbarkeitstagebuch
    • „Ich freue mich“ … über, dass, weil etc.
    • „Ich bin dankbar“ … über, für, wegen etc.

Jeden Abend setze ich mich 10-15 Minuten hin, überdenke und notiere den Tag und erstelle den folgenden Tag aus der Wochenplanung. Dies ist sehr wohltuend, da reflektierend und erdend (wegen der Elemente des Dankbarkeitstagebuches).

d) Buch 4: Die Collections
Wieder ein „dotted“ Notizbuch von X17, in das man verschiedene Listen oder Notizen schreiben kann, die dauerhaft bestehen, auch wenn man die Wochen- oder Tagesplanung austauscht.

Und zum Schluss noch die Rückseite des „X17-BuJo’s“ mit der rechten Hälfte der selbstgebastelten Einlagentasche.

Fazit
Für mich ist dies die ideale Mischung aus Struktur und Mindset. Die Haptik entschleunigt und bedeutet doch zeitlich keinen Mehraufwand, da man durch die X17-Vorlagen bei der Monats- und Wochenplanung nicht allzu viel „malen“ muss.
Das repetitive Niederschreiben von Aufgaben etc. in Monats-, Wochen- und Tagesplanung stört (mich) nicht, sondern entschleunigt ebenfalls und festigt die Inhalte.