Das Ohne-Taskmanager-Experiment, Teil 2

Ich wollte auch wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge und habe deshalb ein Experiment gewagt, das Ohne-Taskmanager-Experiment und ich möchte jetzt mal vorab für die weit über 100 Nachrichten, Kommentaren und E-Mails bedanken, die mich da erreicht haben. Es gab viele Tipps und viele Anregungen, da habe ich mich sehr darüber gefreut und ich scheine da wirklich einen wunden Punkt getroffen zu haben.

Vielen von Euch scheint es ja so zu gehen, dass einen so eine Art Ohnmachtsgefühl übermannt, wenn man in seinen Taskmanager guckt. Weil man eh nicht alles geschafft bekommt und da so viele Aufgaben schlummern, die man nie erledigt.

Jetzt ist eine Woche um und es war erst mal sehr, sehr ungewohnt. Ich bin morgens ins Büro gekommen und war orientierungslos. Sonst habe ich immer als erstes in meinen Taskmanager geguckt, um zu sehen, was habe ich denn heute so zu schaffen.

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Jetzt schaue ich in den Kalender, weil ich mir alles dort eingetragen habe. Zunächst habe ich da auch erstmal das Ohnmachtsgefühl gehabt und ich dachte, also besser kann das ja jetzt nicht sein. Aber als ich dann merkte, dass ich den Taskmanager ja gar nicht mehr brauche, sondern alles im Kalender steht, da wurde es auch schon wieder ein bisschen besser.

Eine Sache, jetzt nach einer Woche, kann ich sagen, die fehlte mir total und was glaubt Ihr, was das war? Das Abhaken, das Häkchen machen!

Ich habe dann zwar auch einen Kalender gefunden, da kann man seine Termine abhaken, um so dieses Gefühl zu kriegen. Aber dieses kleine Glücksgefühl, diese kleine Belohnung mit dem Häkchen, die fehlte mir wirklich die ersten Tage.

Dann, nach ungefähr drei Tagen, musste ich auch den Taskmanager wieder aufmachen. Ich hatte die ganze Zeit so unterbewusst das Gefühl etwas zu vergessen oder irgendwas übersehen zu haben. Es war aber nicht so. Ich hatte wirklich an meinem Weekly Review die Woche sehr gut geplant. Weekly Review übrigens, hat jetzt beim ersten Mal über zwei Stunden gedauert, weil ich wirklich den Taskmanager nochmal von A bis Z durchgegangen bin, um wirklich hier auch nichts zu vergessen.

Was habe ich jetzt konkret geändert in der ersten Woche? Ich habe in meinem Google Kalender die Standardterminlänge auf 15 Minuten festgelegt. Um ein Telefonat zu führen, ein Angebot zu erstellen oder ähnliche Sachen, da brauche ich in der Regel 15 Minuten.

Ich nutze den Google Kalender mit unterschiedlichen Farben, weil ich nur einen Kalender habe. Idee dahinter ist, dass, wenn man im Team hier bei mir in den Kalender guckt, sieht, wann ich Freizeit habe. Hätte ich einen privaten extra, würde man ja gar nicht sehen, wann ich private Termine habe.

So habe ich eine Farbe für meine Agentur, Lars Bobach Online-Marketing, eine Farbe für meinen Blog, larsbobach.de und eine Farbe für private Termine.

Dann habe ich gedacht, ich mache die Termine mit mir selbst auch in diesen Farben. Das war dann aber sehr unübersichtlich. Daher habe ich jetzt noch eine vierte Farbe eingeführt, so ein grau, für die Termine mit mir selbst, damit ich die sofort erkennen kann. Und auch meine Assistentin sieht, das sind vielleicht etwas flexiblere Termine, wo sie dann auch ein Telefonat und auch einen Termin mit reinpacken kann.

Screenshot Google Kalender Lars

Für vier Bereiche suche ich derzeit noch eine Lösung, da stehe ich noch vor aktuellen Herausforderungen.

  • Geeignete Kalender-App

    Welche Kalender-App könnt Ihr empfehlen für den Mac oder fürs iPad?
    Mit Google Kalender kann ich diese 15 Minuten nicht so richtig gut einstellen. Ich kann die Ansicht nicht so machen, dass das in 15 Minuten Bereiche unterteilt ist. Vielleicht habt ihr da eine Empfehlung für mich, die muss aber die Farben des Google Kalenders unterstützen. Das tun die meisten leider nicht.

  • Zentrale Inbox

    Dann habe ich natürlich das Problem mit der zentralen Inbox. Wo sammel ich jetzt meine ganzen Ideen und Geistesblitze, damit ich sie später mal sortieren kann? Ich habe sie mir in den Kalender geschrieben, dann in Meistertask. Also das war alles noch nicht so richtig rund. Ich habe vielleicht jetzt eine Idee, mal sehen, ob sich das in den nächsten Wochen bewährt, was ich mir da überlegt habe. Ich lasse es Euch auf jeden Fall wissen.

  • Wiederkehrende Aufgaben für Gewohnheitsänderungen

    Für Gewohnheitsänderungen, zum Beispiel weniger Kaffee trinken, hatte ich mir immer wiederkehrende Aufgaben im Todoist gemacht. Die sind jetzt auch weg, klar. Ich weiß, da gibt es jede Menge Apps zum tracken. Vielleicht hat da jemand eine gute Empfehlung. Eigentlich möchte ich nicht zusätzliche Apps verwenden, vielleicht mach ich es auch im Tagebuch. Es würde mich mal interessieren, wie Ihr das macht.

  • Einkaufsliste

    Ich bin ja bei uns in der Familie für den Wocheneinkauf zuständig und ich hatte meine Einkaufsliste auch in Todoist abgelegt. Da munkeln auch viele, dass das der Grund ist für mein gutes Karma. 🙂
    Deshalb interessiert mich, welche Einkaufslisten nutzt Ihr denn? Ich habe auch recherchiert, es gibt ein paar gute Apps. Aber welche habt Ihr als Empfehlung, weil das werde ich ja nicht in meinen Kalender alles reinschreiben können.

  • Fazit
    Mein Fazit nach der ersten Woche ist, es ist wirklich eine riesen Umstellung. Das Abhaken fehlt total, aber ich muss sagen, nachdem ich die ersten Herausforderungen am Anfang gemeistert habe, stellt sich jetzt auch schon eine gewisse Ruhe ein.

    Ich habe viel weniger zu tun. Also ich habe viel weniger Aufgaben, die ich abhaken muss. Ich priorisiere besser und dadurch arbeite ich irgendwie fokussierter.

    Ich habe eine App weniger, in die ich reingucken muss. Ich finde es zurzeit gut, ich werde das Projekt und das Experiment auf jeden Fall fortsetzen.

    Wenn Ihr Fragen oder Anregungen habt, schreibt mir gerne hier einen Kommentar, auf meinem Blog oder auf YouTube mit dem Hashtag „OhneTaskmanager“ und ich wünsche Euch natürlich wieder
    mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.