Das Ohne-Taskmanager-Experiment, Teil 3

Seit zwei Wochen arbeite ich nun ohne einen Taskmanager und zunächst möchte ich mich bei Euch wirklich nochmal ganz herzlich bedanken.

Es sind mittlerweile über 100 Kommentare, Aufmunterungen und Tipps eingegangen, die ich alle gelesen habe. Es war überwältigend für mich. Ich scheine da wirklich einen wunden Punkt getroffen zu haben. Da hat die Community wirklich sehr gut funktioniert.

Und ich habe wieder mal gelernt, Selbstmanagement ist was ganz persönliches und individuelles. Es gibt nicht das richtige und das falsche, sondern es gibt nur das richtige und das falsche für einen persönlich.

Mach Dein Ding Workshop mit Lars Bobach

Aber es haben auch einige ziemlich verständnislos auf mein Experiment reagiert. Sie meinten, dass kann ja gar nicht funktionieren, es wäre Quatsch wie ich es mache. Nein, ist es nicht. Jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Und ich habe eine Idee, wie ich Euch in das Experiment einbinden möchte, die ich Euch am Ende gerne vorstelle.

Fazit nach zwei Wochen

Mein Fazit nach den ersten zwei Wochen fällt gemischt aus. Es ist besser geworden, aber noch lange nicht optimal.

Zum einen habe ich nicht mehr dieses Ohnmachtsgefühl, wenn ich morgens in den Taskmanager guckte, da hatte ich 20 bis 30 Aufgaben drin, die ich mir jeden Tag vorgenommen hatte. Die gibt es jetzt nicht mehr.

Wenn Ihr in meinen Kalender schaut, die schwarzen Termine, das sind meine Aufgaben bzw. meine Termine mit mir selbst, dann werdet Ihr feststellen, es sind nur ein paar am Tag.

Screenshot Google Kalender Lars

Ich habe mich auf die wichtigsten Dinge beschränkt. Von zwanzig auf drei und das fühlt sich richtig gut an.

Das Abhaken fehlt mir auch nicht mehr so sehr, wie am Anfang. Es ist zwar noch etwas ungewohnt, aber es fühlt sich generell besser an.

Aber irgendwie fehlt noch etwas, es ist noch nicht so richtig rund. Aber der Reihe nach. Fangen wir damit an, wie ich mich zur Zeit organisiere.

Wie ich mich derzeit organisiere

Kalender als zentrale Kommandostelle

Der Kalender ist meine zentrale Kommandostelle. Mit dem Google Kalender organisiere ich mich komplett. Dort stehen auch meine Aufgaben und ich brauche nicht in andere Tools zu wechseln.

Dazu sollte man aber wissen, dass wir hier das Kanbantool Meistertask im Team nutzen. Damit habe ich die Projektabwicklung, den Vertrieb, usw. aller meiner drei Firmen mit organisiert. Auch zum Beispiel den Redaktionsplans meines Blogs, Vlogs oder Podcasts hier. Das nutze ich natürlich noch, weil wir es ja im Team nutzen und die Projekte darüber abgewickelt werden. Insofern ist das vielleicht ein Sonderfall.

Aber ich kenne viele Unternehmer, die auch Meistertast oder ähnliches in ihrem Team einsetzen. Da kann Meistertask helfen, dass man auf den Taskmanager gar nicht mehr braucht, wie jetzt bei mir.

Sammeln von Ideen und Geistesblitzen

Im letzten Teil hatte ich erwähnt, dass mir die zentrale Inbox des Taskmanagers fehlt, um meine Ideen und Geistesblitze zu notieren. Die Checkliste bei Meistertask ersetzt nun die Inbox. Sie nennt sich dort „meine Checkliste“. Dort sammeln sich pro Woche nun vier bis manchmal zehn Dinge an, die ich dann verteilen kann.

Das kann ich sogar mit Hilfe der Apple Watch machen, das funktioniert um einiges besser, als wie bei Todoist. Ich kann etwas in die Apple Watch sprechen und sehe es dann sofort im Dashboard in „meiner Checkliste“ von Meistertask. Wenn es etwas projektbezogenes ist, oder es ist etwas zum delegieren, dann kann man es direkt in das betreffende Board verschieben und eine Aufgabe, eine Task, daraus machen.

Einkaufsliste

Auf Eure Empfehlung hin, habe ich mich mit „Bring“ angefreundet. Eine ganz tolle App, die auch hervorragend auf der Apple Watch funktioniert. Im Supermarkt kann ich auf der Apple Watch die Sachen abhaken. Symbole und große Felder erleichtern hier die Bedienung.

Positive Veränderungen

Ich bin generell ruhiger geworden. Ich werde nicht mehr von einer endlosen Aufgabenliste erschlagen. Ich priorisiere viel besser, dadurch habe ich viel weniger Aufgaben, die ich in meinen Zeitrahmen einpasse kann. Das funktioniert auch meistens. Und es gibt ein viel besseres Gefühl.

Ein Zusatzeffekt, ich bin viel besser im Einhalten der 2-Minuten-Regel geworden. D.h. alles was reinkommt und in weniger als zwei Minuten erledigt werden kann, mache ich sofort. Das sollte man ohnehin generell tun, aber manchmal macht man es dann doch nicht und legt eine Aufgabe an. Das mache ich nicht mehr, sondern ich erledige es einfach, egal ob wichtig oder unwichtig. Das ist schneller, als es im Kalender einzutragen.

Herausforderungen

Noch nicht optimal bzw. ich sehe es als eine Herausforderung an, dass es sich noch nicht hundertprozentig gut anfühlt. Da bin ich noch nicht ganz überzeugt, ob es, so wie ich es jetzt mache, das Passende für mich ist.

Das Wechseln zwischen Kalender und Meistertask ist noch nicht optimal. Ein bisschen nach vorne schauen, da fehlt mir noch ein bisschen. Deshalb werde ich da noch weiter ausprobieren.

Noch zu testende Apps

Eine Reihe von Apps werde ich, auf Eure Empfehlungen hin, in der nächsten Woche testen.

  • Fantastical 2
  • Agenda
  • Informant 5
  • Calenders 5
  • Sorted

Nächste Woche erfahrt Ihr dann, wie es mir mit diesen Apps ergangen ist.

Noch zu testende Tipps

Dann werde ich noch vier Tipps von Euch ausprobieren und natürlich auch darüber berichten. Im einzelnen sind das

  1. Google Only Experiment
  2. GoodNotes als digitalen Planer
  3. Bullet Journal
  4. X47 Terminplaner

Zu GoodNotes als digitalen Planer wird es auch ein Interview mit Marion geben, von der diese Idee stammt. Neben dem Bullet Journal habe ich mir das Buch The Bullet Journal Method von Ryder Caroll dazu bestellt. Auch der X47 Terminplaner liegt analog bereit.

Nicht das ich meinen Blog und Podcast noch umbenennen muss. 🙂

Dein persönliches Selbstmanagement-Setup

Nun möchte ich aber, wie angekündigt, noch auf Eure Lösungen und Anregungen eingehen. Ihr habt mir teilweise ausführlich geschildert, wie Ihr Euch organisiert habt. Es wirklich so persönlich und individuell wie es jeder macht. Ich habe aus allen Beiträgen etwas für mich mitnehmen können.

Diese Erfahrung möchte ich der ganzen Community zur Verfügung stellen, dass jeder mal von den anderen lernen kann. Dazu möchte ich meine Serie „Mein Setup“ erweitern, so dass es dort nicht nur um Hard- und Software geht, sondern dass man dort sein Selbstmanagement-Setup, also sein Mindset vorstellen kann. Wie organisiere ich mich? Welche Tools nutze ich dafür, wie mache ich meine Tagesplanung?

Wer Interesse hat sein persönliches „Selbstmanagement-Setup“ auf meinem Blog vorzustellen, der schreibt bitte eine E-Mail an fraglars@larsbobach.de und gebt bitte an, wie Ihr das vorstellen möchtet. Also als kleinen Artikel mit Screenshots, als ein Video oder als Video-Interview, indem ich Euch frage, wie Ihr Euch organisiert.

Ich freue mich auf Eure Mindsets.