Die 5 größten Irrtümer der Führungskräfte – Philipp Egger

Irren ist menschlich, aber als Führungskraft kann man sich nur wenige Fehler leisten. Irrtümer können fristlose Kündigungen mit sich bringen oder finanzielle Verluste. Selbstverständlich ist eine Beförderung für jeden Angestellten ein lang ersehntes Ziel, aber es steht auch fest, dass Führungskräfte eindeutig viel mehr Fehler begehen, als andere Berufsgruppen. In vielen Fällen sind die Irrtümer auf Unkenntnis zurückzuführen, sowie auch auf mangelnde Vorbereitung.

Allerdings sollte man sich natürlich auch bewusst sein, dass ein beförderter Angestellter nicht von heute auf morgen alles über seinen neuen Job wissen kann und selbst erst einmal mit der ungewohnten Situation vertraut werden muss.

Viele Fehler lassen sich aber vermeiden, indem man versucht seine Verhaltensweise zu ändern und sich über die größten Irrtümer der Führungskräfte informiert.

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Typische Fehler von Führungskräften

  • Das Bedürfnis alles selber zu machen
  • Alles kontrollieren wollen
  • Von sich selbst auf andere schließen
  • Mehr auf fachliches Wissen zu geben als auf die soziale Kompetenz
  • Mehr Freiheit in der neuen Position

Es ist so gut wie unmöglich, als neue Führungskraft alles selber zu machen. Dies ist nicht nur ein Zeichen von Misstrauen, sondern es ist auch vom Zeitaufwand her nicht nachvollziehbar. Als Führungskraft ist es ganz normal, dass sie sich erst einmal einarbeiten und sich mit ihrem neuen Aufgabenbereich befassen müssen. Wer also schon von Anfang an alles selber machen möchte um auf Nummer sicher zu gehen, begeht hier den ersten Fehler.

Auch der zweite Punkt ist absolut typisch. Kann man nicht alles selber machen, dann muss unbedingt mehr kontrolliert werden. Dieses Verhalten ist ebenfalls ein Irrtum. Es führt nur zu  Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern, da sie vorher auch nicht ständigen Kontrollen ausgesetzt waren. Führungskräfte müssen delegieren lernen und auch Vertrauen aufbringen können. Nur dadurch werden sie ausreichend Zeit haben, sich mit wichtigeren Themen auseinanderzusetzen.

Von sich selbst auf andere schließen ist ein Irrtum, den nicht nur die Manager begehen. Es ist deshalb sehr wichtig, etwas näher auf die einzelnen Mitarbeiter einzugehen, um ihre Stärken und Schwächen besser kennenzulernen. Viele Angestellte sind beispielsweise auf deutliche Instruktionen angewiesen. Wer also persönlich selbständiges Arbeiten gewohnt ist, kann deshalb auch nicht erwarten, dass alle Mitarbeiter in der gleichen Weise handeln werden. Es ist empfehlenswert, sich als Führungskraft mehr für die Mitarbeiter zu interessieren und diese Informationen dann zum betrieblichen Vorteil auszunutzen.

Fachliches Wissen ist zwar notwendig, aber soziale Kompetenz kann durchaus viel wichtiger sein. Diese Werte sind bei mittlerweile immer mehr Unternehmen ausschlaggebend, denn was nützt einem das beste Fachwissen, wenn man sich nicht richtig ausdrücken kann? Fachliche Qualifikationen spielen bei Einstellungsgesprächen nur höchstens zu 50 % eine Rolle, denn es ist genauso wichtig, ob das neue Personal überhaupt zum Unternehmen passt oder nicht. Desweiteren muss man als Führungspersonal natürlich auch seine Mitarbeiter motivieren können, was für den Unternehmenserfolg ausschlaggebend ist.

Mehr Freiheit in der neuen Position kann zwar durchaus der Fall sein, aber man muss sich als Führungskraft auch unbedingt bewusst sein, dass man für die Mitarbeiter ein authentisches Vorbild sein sollte. Es lohnt sich nicht, regelmäßig zu spät zu kommen und vom Rest dann absolute Pünktlichkeit zu erwarten. Dieser große Irrtum der Führungskräfte führt nur zu unnötigem Neid und Missgunst, noch dazu, wenn sich das Unternehmen aktuell in einer Krisis befindet. Führungskräfte sollten wenn möglich offen, ehrlich und auch pünktlich sein, damit sie von ihren Mitarbeitern geschätzt und in positiver Form unterstützt werden.

 

Gute zwischenmenschliche Beziehungen sind für den Unternehmenserfolg notwendig

Anhand dieser 5 Irrtümer wird deutlich ersichtlich, wie wichtig überhaupt die zwischenmenschlichen Beziehungen sind. Sicherlich ist man als Führungskraft der Meinung, dass das gelernte Fachwissen für den Unternehmenserfolg sehr wichtig ist, allerdings sind es die Mitarbeiter, die dieses Wissen in die Praxis umsetzen müssen. Wie oft haben wir selbst etwas in der Schule gelernt, was sich dann im Leben als total unpraktisch erwiesen hat? Daran ändert sich auch im Unternehmen nichts, denn es sind die Angestellten, die beispielsweise im Verkauf einen viel engeren Kontakt mit den Kunden haben und deshalb auch die Bedürfnisse dadurch besser kennen.

Je wichtiger sich die Mitarbeiter fühlen, desto mehr trägt dies zum gewünschten Unternehmenserfolg bei. Sie müssen motiviert und gefördert werden, was aber nur dann möglich ist, wenn Vertrauen und Interesse vorhanden ist. Fühlen sich die Angestellten ernst genommen, dann setzen sie sich auch viel williger für viel mehr Leistung ein, wobei nicht unbedingt das Gehalt am wichtigsten ist.

Es ist für Führungskräfte empfehlenswert,  auf eine regelmäßige Kommunikation zu achten und auch die Unternehmensziele bekannt zu geben. Selbstverständlich muss man dabei auch gut zuhören können und mit Anerkennung auf keinen Fall geizen, denn jeder möchte für seine guten Leistungen gelobt werden. Nur dann ist es möglich, dass alle zusammen in die gleiche Richtung ziehen und man sich nicht gegenseitig behindert. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn man als Führungskraft seine Mitarbeiter auf der eigenen Seite hat. Wer daran denkt ein gutes Vorbild zu sein und nicht nur die Chefposition einnimmt, kann dadurch schon von Anfang an die typischen Fehler von Führungskräften vermeiden.

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Philipp Egger ist ein professioneller Redakteur und ein erfahrener Content Manager bei Essayhilfe. Sie können auch ihn direkt über Facebook erreichen.