Die 5 wichtigsten Tipps fürs Selbstmanagement [Podcast 077]

Lars bringt heute Tools mit, die sich mit dem Thema Selbstmanagement beschäftigen. Lars selber war früher ein „hektischer Vogel“, wie er sich selbst beschreibt, was man bei der Vielzahl seiner Projekte, Familie, Kinder, drei Unternehmen, zahlreiche Hobbies, auch vermuten kann.

Selbstmanagement

Aber nein, er strahlt Ruhe aus, und gibt den Hörern fünf Tipps, die auf fünf Fehlern beruhen und aufzeigen, wie man selber Ruhe erlangen kann.

Hier das Transkript des gesamten Podcasts und vorab die erwähnten Links:

Links:

„Mach-Dein-Ding“: larsbobach.de/mdd

Sponsor: www.lb-om.de (Lars Bobach Online-Marketing AG)

Buch: Stephen Covey, die sieben Wege zur Effektivität

BF: Herzlich willkommen zum Podcast, produktiv in digitalen Zeiten. Wir geben Orientierung im digitalen Dschungel, so dass wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Mein Name ist Barbara Fernandez und hier sitzt Lars Bobach, hallo Lars.

LB: Hallo Barbara. Heute ein bisschen hektisch?

BF: Hör mal, ich will ran an den Speck. Selbstmanagement, die fünf wichtigsten Tipps. Das ist Dein Thema und Du hast mich eben schon so (übrigens, bevor das Mikro offen war, sagte Lars zu mir, so, jetzt kannst Du mir nichts mehr erzählen, das ist mein Thema). Also bitteschön, Selbstmanagement, Lars, was reizt Dich an dem Thema?

LB: Was mich daran reizt? Einfach, weil ich gemerkt habe, was das in meinem Leben bewirkt hat, seitdem ich mich damit intensiv und aktiv beschäftige die letzten sieben, acht Jahre.

BF: Nämlich? Was hat das bewirkt?

LB: Eine sehr große innere Gelassenheit, also, mir attestiert, dass ich sehr ruhig wirke. Könntest Du das bestätigen?

BF: Ja, also, ich finde Dich schon einen sehr aktiven Menschen in jeglicher Hinsicht. Aber Du bist jetzt kein nervöser Typ.

LB: War ganz anders, also, wenn Du mich vor zehn Jahren kennengelernt hättest, wäre ich ganz anders gewesen.

BF: Wie warst Du da? Sag mal gerade.

LB: Also, ich glaube, da war ich viel hektischer. Weiß ich nicht, ich glaube, ich weiß, ich war viel hektischer.

BF: Hektischer im Sinne von ständig auf das Handy geguckt?

LB: Ja, umtriebig bin ich so oder so.

BF: Ja, eben!

LB: Aber, ich bin, mit mir, dass ich so in mir ruhe, dass ich das Gefühl sehr oft habe, mich bringt erstmal nichts so aus dem Gleichgewicht. Ich bin ruhig, ich habe einfach so, ich glaube, dass alles gut geordnet in meinem Leben ist, so für mich und dass das gibt mir eine Ruhe und die strahlt man dann auch irgendwo aus. Und das wird mir irgendwo nachgesagt, ich meine, das kann ich sehr schlecht selber beurteilen. Aber, ich merke es ja auch, wenn ich daran denke, was für ein hektischer Vogel ich früher mal war, glaubt man jetzt vielleicht gar nicht mehr. Aber, wenn man dann überlegt, dann sagen ja viele, hör mal, wie geht denn das? Du hast die Firmen, den Blog, Familie, drei Kinder, wie kriegst Du das denn alles hin? Dann habe ich ja noch ein paar Hobbies und so und also, irgendwie klappt es ja. Und ich habe gar nicht das Gefühl, dass das alles zu viel ist. Sondern mir macht ja alles Spaß, ich mache ja alles gerne. Und ich glaube, es hat viel mit Selbstmanagement zu tun und seitdem ich das aktiv mache und da muss man auch sagen, Selbstmanagement ist jetzt nichts, was ich jetzt hier, habe ich einen großen Schalter lege ich den um und dann ist es gut. Sondern, das ist aktive Arbeit, jeden Tag immer wieder. Man muss sich immer damit beschäftigen, aber, das hat bei mir viel ausgelöst und ich bin irgendwie so auf der Mission, wenn man das so sagen darf, ich würde gerne da Anderen auch helfen.

BF: Soll Ihnen geholfen werden? Schalten Sie nicht ab, bleiben Sie dabei, wir haben einen Missionar, er heißt Lars. Nein, aber, ich finde, das ist sehr überzeugend, weil Du bist selber durch was durchgegangen und Du hattest ja auch eine große Krise, das darf man ja hier auch ganz öffentlich sagen, das hast Du selber schon berichtet. Und Du bist auch da rausgekommen durch dieses Selbstmanagement. Du hast Dir viele neue Gedanken zugetraut und auch getraut zu denken. Und das ist natürlich irgendwie, dieses Gefühl, das Wissen weiterzugeben. Jetzt finde ich immer, jeder Mensch funktioniert anders. Du hast für Dich was gefunden, was für Dich funktioniert, aber Du bringst Tools mit, dafür muss man kein hektischer Vogel sein, dass diese Tools einen weiterbringen. Weil, das sind Tools, um in einer Art Reflexion über das eigene Leben und das eigene Wirken zu kommen, die für jeden spannend sein können. Und deswegen fangen wir damit jetzt direkt an.

LB: Ja, absolut, also, das ist, genau, also, es ist jetzt nicht so, dass wir hier jetzt gleich eine Klangschale rausholen oder sowas, das mache ich ja auch in meinem Workshop gar nicht. Sondern, es ist wirklich hands on, es ist meine Art, damit umzugehen und das passt garantiert nicht auf jeden. Aber jeder, der mich kennt oder meine Art kennt und der damit irgendwie etwas anfangen kann, für den ist es garantiert was und ich habe wirklich in meinem Berufsleben fast nur mit Unternehmern zu tun, also, als Kunden. Aber auch hier als Zuhörer oder als Leser von meinem Blog und da kann ich sagen, dass viele da mit dem Selbstmanagement Probleme. Und die Folge heute, ganz kurz nur, die Folge heute ist ja darauf begründet, das sind fünf Tipps, die beruhen ja auf fünf Fehlern, die ich immer wieder sehe, die im Selbstmanagement gemacht werden. Und da ist einer dabei, dass man immer denkt, Selbstmanagement ist, sobald ist einen Task Manager habe, sobald ich eine to-do-Liste habe, dann manage ich mich selbst. Und das ist natürlich ein riesen Trugschluss.

BF: Okay, ich will dazu gar nichts mehr sagen, ich will jetzt die fünf Tipps hören.

LB: Ja, erstmal, wie sieht denn Dein Selbstmanagement aus?

BF: Jetzt muss ich irgendwie immer hier von meinen, nein. Also, doch, ich habe intuitiv, glaube ich, alle beruflichen Wechsel, die ich eingeläutet habe, über ein gleiches Prinzip gemacht. Ich habe immer mir ein Buch genommen mit leeren Seiten und das habe ich aber auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen genutzt. Also, ich habe das natürlich als Tagebuch, also Bestandsaufnahme, was ist hier los? Was läuft hier schief? Wo will ich hin? Ich habe mir aber auch to-do-Listen davon runtergebrochen. Ich habe aber auch da so Seiten gemacht, wer hilft mir bei was? Also, wer hilft mir beim …

LB: Rasenmähen!

BF: Beim darüber reden, aber wer hilft mir vielleicht auch, den Kontakt zu finden? Und wer kennt jemanden, der jemanden kennt, der dann die neuen Fotos macht? Und bei wem kann ich mir das Geld leihen für die neuen Fotos? Oder, also, ich habe schon das sehr unterschiedlich dann eben auch genutzt, aber, das musste immer irgendwie ein kreatives Buch sein und musste da auch Reinkritzeln und Reinmalen. Und das ist sicherlich sehr persönlich, wie die Menschen damit umzugehen, aber, ich muss da ja eine Sache noch zu sagen. Da draußen gibt es unheimlich viele Klangschalenseminare, aber, es gibt nicht so viele Seminare, die jetzt so mal ganz praktisch und pragmatisch ein Thema anpacken, was sich irgendwie die Esoterik so zu sich geholt hat. Weil, das sind ja ganz basale Themen, die uns alle angehen, wir sind alle endlich, wir wollen alle glücklich sein in unserem Leben und wir wollen alle, dass die Menschen um uns herum auch glücklich sind und wir wollen möglichst lange gesund bleiben. Und daran denkt jeder und daran will auch jeder arbeiten. Die Frage ist nur, finde ich ein Angebot, was zu mir passt und ich glaube, dass unsere Hörer natürlich irgendwie, die sind ja hier, weil sie dich kennen und mögen und vielleicht mich auch, aber, die passen auf jeden Fall in Dein Seminar deshalb auch. Okay, so, jetzt, ich schreibe meine Gedanken auf und Du fängst wahrscheinlich mit der Grabrede an?

LB: Ja, genau. Das ist das erste, ich sage mal, ich kann mich da nicht oft genug wiederholen und vielleicht kommt es dem einen oder anderen Hörer schon zu den Ohren heraus, aber, ich kann nur sagen das ist das allerwichtigste. Schreibe Deine Grabrede, schreibe auf, wie Du von den Menschen, die Dir wichtig sind, in Gedanken behalten werden möchtest, wenn Du mal von dieser Erde gehst. Und damit fängt wirklich alles an, ohne das geht es nicht. Und da muss ich Stephen Covey, ich weiß, das Buch hast Du noch nicht gelesen. Aber, ich kann es Dir nur empfehlen, die sieben Wege zur Effektivität. Es ist wirklich ein Klassiker, er gehört zu den in der Forbes Liste der 25 einflussreichsten Amerikaner. Der sagt, es fängt alles damit an. Und es ist, bei mir hat es wirklich; das hat bei mir das Umdenken hat da stattgefunden. Ich habe mich damals, als ich meine Krise hatte, habe ich mich in einem Hotelzimmer eingeschossen. Ich bin ins Sauerland gefahren.

BF: Auch noch ins Sauerland! Du hattest schon eine Krise und dann bist Du noch ins Sauerland gefahren.

LB: Genau. Aber, das war irgendwie, da war ein Hotel, Hotelzimmer, und dann habe ich das gemacht und ich kann sagen, seitdem ist mir einiges klar.

BF: Gut, ich hake da jetzt einfach mal ein. Ich habe eigentlich alle beruflichen Entscheidungen, die ich getroffen habe, aus ähnlichen Gründen getroffen. Ich habe jetzt nie meine Grabrede geschrieben und ich hatte auch nicht erst eine große Krise, aber, jetzt ist zum Beispiel bei mir, mein Vater sehr früh verstorben und mir ist so die Endlichkeit des Lebens, das ist mir einfach so früh ins Leben eingefahren, dass ich schon zu Schulzeiten gesagt habe, ich mache nichts, wo ich meine Zeit mit vertrödle. Ich mache nur was, was ich maximal selber will. Und mir ist das schon klar mit diesem Geld verdienen und so, aber, das muss maximal gut sein.

LB: Okay, da bist Du deutlich weiter als ich es damals war. Meine Frau, muss ich dazu sagen, ist auch so, sie hat sehr früh ihre Mutter verloren. Und auch da war das bei ihr so und als ich letztes Jahr meinen MDD-Workshop, meinen Selbstmanagement-Workshop da an der Uni gegeben habe, haben wir ja auch darüber gesprochen. Da war dann auch ein junges Mädchen, das auch ganz früh ihren Vater verloren hatte und die sagte, auch darüber hatte sie sich schon ganz damit auseinandersetzt. Und bei mir war es ja so, ich war, wie alt war ich da? Ende 30, da hatte ich noch alle vier Großeltern. Das war irgendwie in meinem Leben sehr wahrscheinlich vielleicht zu wenig präsent? Keine Ahnung, auf jeden Fall, bei mir, ich habe mich vorher überhaupt nicht damit beschäftigt und ich hatte wirklich diesen Tunnelblick auf meinen geschäftlichen Erfolg. Und das war wirklich bei mir auf jeden Fall ein Auslöser. Und es gibt so Menschen wie Du und das ist ja toll, dass Du da weiter bist, dass Du Dich damit früher, also, nicht, dass Du Dich damit früher auseinandersetzen musstest, aber, dass Du da gedanklich weiter bist.

BF: Es gibt zwei Sachen, die man dazu sagen kann. Aus jeder Krise lernen wir ganz viel. Ob wir nun, so wie Du, mit 30 eine große dann hattest, wo Du erstärkt rausgegangen bist oder ob wir so Schicksalsschläge zu verarbeiten haben, es macht uns immer auf einem anderen Feld groß oder stark oder gedanklich sensibel für wichtige Themen. Falls Sie noch alle Großeltern haben, alle Eltern, alle Geschwister und wenn alle gesund und glücklich sind, lesen Sie doch bitte dieses Buch.

LB: Ich kann aber auch, selbst, wenn das nicht mehr ist, das Buch ist wirklich richtig gut.

BF: Gut, also, schreibe Deine Grabrede, war Punkte 1. Punkt 2?

LB: Die wichtigen Bereiche in Deinem Leben in Balance halten. Das ist dieses Modewort der Work-Life-Balance, aber, es ist einfach so und man kann sagen, die Balance da muss man natürlich sagen, die ist total individuell und jeder legt sie sicherlich anders fest. Aber, sich mal zu überlegen, was ist mir wichtig und diese Bereiche dann auszubalancieren, was wirklich nicht jetzt geht. Du kannst nicht sagen auf Knopfdruck, jetzt habe ich die ausbalanciert und sowas und es wird auch irgendwo sehr wahrscheinlich nie hundertprozentig funktionieren. Aber, dass Du Dir einfach bewusst bist, dass Du sagst, okay, bei mir dann damals. Ich habe nicht nur Geschäftliche, den Erfolg da, den hatte ich ja. Das war ja toll, aber, auf der anderen Seite, meine Gesundheit vernachlässigt zum Beispiel oder meine Kinder. Meine älteste Tochter, habe ich ja schon mal hier erzählt, habe ich ja quasi fast nicht aufwachsen sehen. Ich hatte damals weit über hundert Hotelübernachtungen im Jahr, so dass ich also fast nie zu Hause war. Und solche Sachen, sich da einfach mal bewusst machen und sagen, wie kann ich das irgendwie in Balance bringen, dass ich auf der einen Seite Dinge, die mir wichtig sind, mehr Zeit widme und andere Dinge, die vielleicht nicht so wichtig sind, dann ein bisschen nach unten fahre.

BF: Gut, Du machst das mit einem Kontensystem. Im systematischen Coaching gibt es auch so Tools, die sind ganz ähnlich. Die funktionieren dann zum Beispiel als Kreis, also, wo man sich einfach mal bebildern kann. Wie groß ist das Kuchenstück privat? Wie groß ist das Kuchenstück ich selber? Wie groß ist das Kuchenstück Beruf und Karriere? Wie groß ist das Kuchenstück Gesundheit, Urlaub und Erholung und auch, was da zum Beispiel auch mit reingehört, ich weiß nicht, ob das in Deinem Kontensystem auch der Fall ist, das nennen wir Spiritualität. Also Glaube oder wie auch immer ich da gelagert bin. Wo ist dieser Raum für Reflexion, Meditation, in die Kirche gehen. Was auch immer ich da betreibe, aber, alle Menschen haben zumindest diesen Überbau und brauchen Auseinandersetzungen, in dem Fall kann man das Spiritualität nennen.

LB: Gibt es auch einen Bereich für, wenn man das möchte. Wenn man sagt okay, das ist ein Teil von mir und der ist mir wichtig, dann kann man das einbauen. Was mich aber interessieren würde an dem Tortendiagramm. Ist es so, dass man sagt, so ist es jetzt, dass man die Ist-Situation und auch die Soll-Situationen darstellt? Und dann auch den Weg überlegt, wie komme ich von Ist zu Soll?

BF: Ja, was ist der nächste Schritt? Genau.

LB: Okay, das ist im Prinzip das Gleiche.

BF: Ja, gut, dann gebe Dir selbst die höchste Priorität! Du Egoist!

LB: Ja, das hört sich erstmal total egoistisch an und das dachte ich auch lange. Aber es ist überhaupt nicht egoistisch. Du hast eben von dem Kontensystem gesprochen und das habe ich auch. Ich habe drei Konten, die sich nur mit mir selbst beschäftigen, bei denen ich sage, das sind meine wichtigen Konten. Das ist meine Gesundheit, meine Persönlichkeit, also meine Weiterbildung. Und das ist meine Ruhe und meine Freizeit.

BF: Da muss ich nochmal einhaken. Weiterbildung und Persönlichkeit ist das, was auch zum Beispiel in dieses Feld Spiritualität passt? Vielleicht muss man einen anderen Namen dafür finden.

LB: Nein, das ist noch etwas Anderes für mich jetzt.

BF: In meinem Kreis gehört es dazu.

LB: Okay. Das könnte man machen, bei mir ist es nicht so. Ich habe diese drei Konten und die haben bei mir Priorität 1. Ich habe lange nicht verstanden, warum.

BF: Gesundheit, Persönlichkeit und Weiterbildung und was war das dritte?

LB: Ruhe, Freizeit.

BF: Ruhe, Freizeit?

LB: Ja. Unabhängig davon, wie die drei heißen, gebe ich mir die höchste Priorität. Ich habe festgestellt, wenn ich mich um mich kümmere, dass es mir gut geht, gesundheitlich, spirituell, da hast Du recht, das gehört da rein, von meiner Persönlichkeitsentwicklung, von meiner Ruhe, dass ich Zeit für meine Hobbies habe, dass ich für Entspannung Zeit habe. Dann kann ich mich gut um Andere kümmern, dann bin ich erst ein guter Vater. Dann kann ich erst ein guter Ehemann und auch ein guter Chef sein. Seitdem ich sage, ich kümmere mich als allererstes um mich, sind meine Firmen auch viel erfolgreicher geworden, das kommt auch dazu. Ich bin mir sicher, ein gutes Beispiel sagt immer Michael heilt, dieser amerikanische Blogger, der sagt immer das Beispiel, wenn man im Flugzeug unterwegs ist und wenn man dann diese Sicherheitseinweisung kriegt, dann wird gesagt, im Falle eines Druckabfalls fallen Sauerstoffmasken aus der Decke. Und bevor sie sich um ihre Kinder und Ältere kümmern, nehmen sie erstmal ihre eigene. Denn wenn Du den Sauerstoff hast, dann kannst Du dich erst um die Anderen kümmern. Du musst erstmal sehen, dass es Dir gutgeht, um Dich um Andere zu kümmern. Und dieses Beispiel passt auch auf das Leben, auf die Lebensbereiche. Das man erst einmal sehen muss, dass es mir gut geht. Das hat nichts Egozentrisches oder Egoistisches, ich kann wirklich nur ein guter Ehemann sein, wenn es mir selbst gut geht.

BF: Das ersten die ersten drei Punkte und bevor wir zu den nächsten kommen, wollen wir uns noch kurz bei unserem Sponsor bedanken.

Das haben wir verstanden, der Egoismus, der keiner ist an dieser Stelle, sondern eine Notwendigkeit, um groß zu sein, gut zu arbeiten, strahlen zu können, für die Anderen auch da sein zu können. Punkt Nr. 4, definiere Deine Ziele. Das finde ich ziemlich logisch.

LB: Ja, gut, keine zehn Prozent der Deutschen haben ihre Ziele schriftlich festgehalten.

BF: Ist das wahr? Hallo, Ihr da draußen! Ist das wahr?

LB: Ja!

BF: Gut, der Vorgang ist tatsächlich auch wichtig, dass ich nicht nur darüber nachdenke, sondern, dass ich das auch manifestiere. Also, dass ich das schreibe.

LB: Ja klar. Im Schreiben schon und dass ich es irgendwo festhalte, damit auch eine gewisse Verpflichtung eingehe, wenn ich es festschreibe.

BF: Und es macht auch evaluierbar. Ich kann zurückschauen und gucken, habe ich das erreicht, was ich wollte?

LB: Genau, es gibt diese Smartziele, darauf brauchen wir jetzt nicht eingehen. Auf jeden Fall Ziele definiert, da muss man groß Denken. Das heißt nicht, utopische Dinge, das kann es wegen mir auch sein, aber groß heißt wirklich, auch mal träumen und etwas wagen und mutig sein.

BF: Lars, fliegen! Sag es, komm.

LB: Mutig sein! Ich frage in meinem Seminar immer: „Was würdest Du machen, wenn Du richtig mutig wärst?“ Ich habe letztens einen Vortrag und dort in die Runde gefragt: „Überlegt mal, was würdet Ihr tun? Nehmt einen Stift raus oder schreibt es ins iPad oder iPhone, was würdet Ihr tun richtig, wenn Ihr richtig mutig wärt? Einer hat sofort aus dem Bauch heraus gesagt, in die Runde, es waren rund 60 Leute: „Kündigen!“. Das fand ich super. Genau solche Dinge müssen es sein, was mache ich, wenn ich mutig bin? Will ich ins Ausland ziehen? Will ich mich selbstständig machen? Würde ich meine Frau verlassen? Das könnte auch sein, dass viele in einer Beziehung hängen, in der sie sagen, das bringt mich nicht mehr weiter. Das macht mich nur noch unglücklich. Aber sie trauen sich nicht, weil sie den Mut nicht haben. Sich darüber Gedanken machen, was würde ich tun, wenn ich mutig bin, richtig groß träumen und das alles niederzuschreiben. Da gibt es drei Fragen, die man sich da beantworten soll: Was will ich sein, was will ich machen und was will ich sehen? So kann man sich das ein bisschen strukturiert, ich bin ja eher strukturiert. Man muss es nicht, man kann es auch alles so, wie Du es eher machen würdest, in ein leeres schönes Notizbuch schreiben.

BF: Ich mache das auch und kann es nur unterschreiben und unterstützen. Mit den Schauspielschülern mache ich immer eine Übung, die nennt sich „Sessel of the wildest dream“. Da bin ich mit einem Seminar der Schauspielschule als Schauspieldozentin tätig, wo die ein Bewerbungstraining machen. Da geht es darum, die sind kurz davor, ihre Ausbildung zu beenden und das ist ein sehr schwerer Beruf, der Beruf des Schauspielers. Da muss man richtig viel arbeiten, um gut an den Staat zu kommen, auch auf verschiedenen Bereichen. Die kriegen einerseits ein Castingtraining, ein Kameratraining und viele Bewerbungsinfos, aber die brauchen eben auch noch das, was ich mit dem „Sessel of the wildest dream“ machen. Das sind natürlich alles Spieler-Persönlichkeiten, das heißt, man kann das gut mit denen machen. Da ist dann ein Sessel und dann geht das los, du in zehn Jahren, du kommst hierhin, setzt dich hierhin und berichtest aus der Zukunft, wie du diesen Erfolg, den du jetzt gerade schon hast, hinbekommen hast? Es ist immer so, dass der erste aufsteht, dann klatsche ich in die Hände und alle klatschen immer sofort in die Hände und dann heißt es „Mensch, Lars, es ist unglaublich, dass Du überhaupt die Zeit gefunden hast. Da unten ist alles voller Security, wir sind hier kaum die Schule gekommen, es ist ja der Wahnsinn. Gestern Abend habe das Interview mit Beate mit Dir gesehen, dass man total spielerisch einsteigt und dann sind die Leute so dabei, dass die ganz viele Informationen loslassen. Die sagen, wo sie leben, was sie als nächstes machen und trauen sich in dieser Spielverabredung ziemlich viel. Das bekommt dann Kontur. Wenn Du sie andersrum fragst, wo würdest Du dich in zehn Jahren sehen, ist es manchmal schwieriger. Jetzt sind es natürlich Schauspieler oder Schauspielschüler, die auch ganz leicht in sowas reinspringen. Aber da hört man direkt raus, sind die beim Theater? Sind die crossover in der Kunst unterwegs? Sind die bei Film und Fernsehen? Schreiben die mittlerweile?

LB: Halten die das dann irgendwo auch schriftlich fest oder ist das dann nur in den zehn Minuten? Wie lange dauert so eine Session?

BF: Ja, fünf bis zehn Minuten. Das Lustige ist, dass sie sich manch in der Zukunft treffen. Dann sagt einer, ich bin jetzt in Berlin an der Volksbühne und es läuft einfach an. Dann sage ich, ja, Du, da ist doch auch der der Tilo, habt Ihr eigentlich schon…? Ja, klar, mit dem habe ich schon zusammengearbeitet. Es ist manchmal unglaublich witzig. Es ist nochmal anders gelagert als das, was Du da jetzt erzählst, aber dadurch, dass sie das erlebt haben in Körper Geist und Seele ist es ein sehr eindrucksvoller Moment, an den die sich alle auch noch in drei Jahren erinnern, wie das war. Ob die das aufschreiben oder nicht, das bleibt denen überlassen.

LB: Das ist auch eine super Sache. Du könntest sie mal animieren, das in so einem Selbstmanagementkonto niederzuschreiben oder in ein Buch.

BF: Vergiss es, Lars. Wenn die schon das Wort „Konto“ hören, gehen die laufen!

LB: Das glaube ich, die Künstler, ja.

BF: Okay, also, jetzt Punkt Nummer fünf, das finde ich ja interessant. Raus aus dem Abhak-Modus. Keine Häkchen?

LB: Ja, Häkchen machen wir alle gerne und es wird von vielen Selbstmanagement-Trainern und Persönlichkeiten gesagt, dass es eine Dringlichkeitssucht gibt. Dass wir dieses „Abhaken“ schon fast so als Sucht empfinden, durch das Abhaken was Dringendes erledigen und dadurch ein Selbstwertgefühl bekommen, wir haben was Wichtiges geschafft. Obwohl es gar nichts Wichtiges ist, es ist nur etwas Dringendes gewesen. Dieser Unterschied zwischen dringend und wichtig der ist uns total abhandengekommen. Wir denken, wenn wir viel abhaken, ich bin ein Freund von to-do-Listen, ein Freund von Taskmanagern, aber sie sind wahnsinnig gefährlich, dass man nämlich genau in diese Dringlichkeitssucht kommt, nur noch dringende Sachen macht und die wichtigen und da ist immer das beste Beispiel Gesundheit, die finden gar nicht mehr statt. Weil ich mein Ego so aufgepumpt habe dadurch, dass ich wirklich zwanzig oder dreißig Häkchen in meiner to-do-Liste heute gemacht habe, aber die wichtigen Dinge gar nicht angegangen bin. Das kann die Gesundheit sein, das können aber auch meine Träume sein. Wenn ich sage, ich will mich jetzt selbständig machen, ich will meinen Blog starten, ich will was weiß ich was tun. Aber ich bin so in der Dringlichkeitssucht, in diesem Abhak-Modus gefangen, dass ich gar nicht dazu komme, die wichtigen Dinge zu tun.

BF: Aber bei Dir denke ich auch oft, dann legst Du was bei Evernote ab, dann guckst Du in Dein Kontensystem, dann machst Du freitags morgens, dann machst Du den Arbeitsalltag abstehen, montags morgens dadadada, das ist alles so strukturiert, dass es auch unheimlich viel Zeit in Anspruch nimmt.

LB: Wie kommst Du denn darauf?

BF: Ich stelle mir das dann so vor. Wenn Du jetzt sagst, raus aus dem Abhak-Modus, wir sind ja nur mit der Dringlichkeit beschäftigt. Bist Du nicht auch dann sehr viel damit beschäftigt, das zu organisieren?

LB: Ja.

BF: Anstatt es einfach zu leben…?

LB: Genau, aber, das ist ja das Wichtige. Stephen Covey, die sieben Wege zur Effektivität, er nennt das „die Säge schärfen“, „sharpening the saw“.

BF: Die Säge?

LB: Ja.

BF: Okay.

LB: Und zwar insofern, ich stehe im Wald, habe den ganzen Wald abzuholzen und habe ein stumpfes Beil und haue auf die Bäume ein und sag die ganze Zeit, ich habe so viel zu tun, den ganzen Wald muss die abholzen. Und mit meinem stumpfen Beil haue ich da rum und dann sagst Du, willst Du das Beil nicht mal schärfen? Nein, dafür habe ich überhaupt keine Zeit. Das meint er damit, dass man sich die Zeit nehmen muss, weil dann ist man erst effektiv.

BF: Gut, wie Lars eingangs schon sagte, das ist mein Thema, da kannst Du mir nichts mehr sagen! Dann fasse ich mal zusammen. Wir haben die fünf wichtigsten Tipps fürs Selbstmanagement:

  1. Schreibe Deine Grabrede
  2. Halte Deine einzelnen Bereiche in Balance, Stichwort Stichwortkontensystem
  3. Gebe Dir selbst die höchste Priorität
  4. Definiere Deine Ziele
  5. Raus aus dem Abhak-Modus, keine Häkchen für die Dringlichkeit

Diese ganzen Punkte kommen auch in Deinem „Mach-Dein-Ding-Workshop“ vor. Da gibt es auch das sogenannte Selbstmanagement-Board. Wann ist Dein nächster Workshop überhaupt?

LB: Der ist im September 2017, genauer Termin, irgendwas um dem 20. rum, weiß ich jetzt nicht.

BF: Kann man überhaupt noch anmelden oder ist der schon voll?

LB: Nein, da kann man sich noch anmelden.

BF: Man kann sich noch anmelden, okay. Wo finde ich alle Infos rund um den Workshop?

LB: Unter larsbobach.de/mdd, „Mach-Dein-Ding“. Da sind alle Infos, anmelden kann man alles da. Daten für nächstes Jahr, für 2018, werden wir dann auch wieder mehrere anbieten.

BF: Okay, wo findet der statt?

LB: Zurzeit am Niederrhein, wobei wir auch überlegen, ob wir die nicht in eine größere Stadt holen. Weil sich die Leute mit dem Anreisen schwertun und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es natürlich so, es ist zwar sehr schön abgelegen, aber auf der anderen Seite ist es auch schwer, da hinzukommen. Wenn man sagt, man kommt aus Berlin und dann dahin zu kommen. Da muss man nach Düsseldorf fliegen, sich einen Mietwagen nehmen und so. Wir sind noch nicht sicher, ob wir dann nicht in Zukunft das dann doch mal in eine Metropole holen, als dann wirklich ganz so abgeschieden. Aber das ist noch nicht endgültig durchdacht.

BF: Kann ich als Unternehmer auch den ganzen Workshop in meine Firma holen?

LB: Nein, das geht nicht. Man kann mich nicht als Coach buchen, das mache ich nicht. Ich biete diesen Workshop an. Er ist wirklich nur für Unternehmer und Führungskräfte.

BF: Okay, nicht für die Mitarbeiter einer Firma, sondern es gibt wirklich ganz präzise zugeschnitten für Unternehmer, für Selbstständige und Führungskräfte. Angestellte Führungskräften können sich auch anmelden.

LB: Natürlich, erstmal kann sich jeder anmelden.

BF: Interesse bekunden sowieso.

LB: Ja, das auch, aber er ist wirklich zugeschnitten, ich bin Unternehmer und das ist mein System, das ich entwickelt habe und es kommt aus dem Unternehmertum.

BF: Wunderbar, Kies Johnston, mein Lieblings-Impro Lehrer aus dem Schauspiel, gibt, finde ich, ganz passend zu diesem Thema, folgenden Satz:

Bin ich inspiriert, geht alles gut. Doch versuche ich, es richtig zu machen, gibt es ein Desaster. In diesem Sinne wünschen wir Euch wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Hinweis: Ich behalte mir das Recht vor, beleidigende oder vom Thema abweichende Kommentare zu löschen.

  • Thomas Schmitt

    Hallo Lars,

    bin erst neulich auf deinen Podcast gestoßen (durch eine Podcast Folge von „Führung auf den Punkt gebracht“) und finde diesen wirklich sehr informativ und hilfreich. Großes Lob!! Die heutige Folge hat mich sehr angesprochen, weil ich mich sehr viel mit Selbstmanagement beschäftige (Covey hatte ich schon länger gelesen) und mich auch für relativ gut organisiert halte. Aber es gibt ja bekanntlich immer noch Luft nach oben und da bin ich auf das Thema mit dem Kontensystem gestoßen (zur richtigen Balance zwischen den einzelnen Lebensbereichen). Wo finde ich denn hierzu ein wenig mehr Information wie das aussieht, wie du das machst, wie du jedes Konto „auswertest“ (ich nehme an du prüfst wie viel Zeit du auf welches Konto „einzahlst“?!),…. es wäre total super wenn ich hier ein paar mehr Infos von dir bekommen könnte, weil ich hierin evtl. eine tolle Ergänzung zu meinen bisherigen Anstregungen sehe. Liebe Grüße

    Thomas

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