Elektromobilität: Immer noch Probleme mit dem BMW i3

Heute gibt es etwas Anderes von mir: Ich bin (mehr oder weniger) stolzer Besitzer eines BMW i3, dem kleinen Gegenstück zum BMW i8.

Probleme mit dem BMWi3

Erwartest Du jetzt eine Lobeshymne auf dieses im Prinzip tolle Auto, muss ich Dich enttäuschen: Stattdessen spreche ich darüber, welche Probleme ich leider mit meinem ersten Ausflug in die Welt der Elektroautos hatte.

Das folgende kurze Video zeigt Euch meine Erfahrungen.

Hier nochmals das Video als kurze Zusammenfassung:

Der BMW I3

Mein größtes Problem mit dem BMW i3 ist die Geräuschkulisse beim Aufladen: Gelegentlich, also nicht immer, und von mir auch nicht regelmäßig reproduzierbar (was die ganze Sache noch verwirrender macht), erzeugt der Wagen einfach deutlich zu laute Geräusche. Ich vergleiche das immer ganz gerne mit einem startenden Hubschrauber. Damit übertreibe ich natürlich ein klein wenig. Das Geräusch ist dennoch sehr laut, vergleichbar mit einem Ohr neben einem sehr lauten Staubsauger – leise ist also anders.

BMW hat sich das Drama inzwischen auch aus der Nähe angesehen, in Form eines Ingenieurs, der mich extra aus München besucht hat. Beheben konnte er das Problem nicht, allerdings hat er mir zu verstehen gegeben, dass „das nicht ganz in Ordnung ist“. Das hilft mir jetzt konkret auch nicht, BMW holt sich meinen i3 aber noch einmal ab – das insgesamt vierte Mal in 18 Monaten!

Problemfall Ladestationen

Ein weiteres kleines Problem: Die Verbreitung von Ladestationen in Deutschland ist noch immer bestenfalls als unterdurchschnittlich anzusehen. In Großstädten wie Düsseldorf oder Köln ist man noch ganz gut dabei, bis zur nächsten Ladestation kommt man immer. Fährt man ländlich, fangen die Schwierigkeiten aber an.

Auch nicht ohne: Karten mit Ladestationen werden von den jeweiligen Stadtwerken vergeben, und die gelten natürlich immer nur für eine Stadt. Kann aber gut sein, dass es dafür eine praktische App gibt…

Fazit

Ich bin ein großer Fan von Elektromobilität generell. Tolles Fahrgefühl, super Beschleunigung und auch speziell der BMW i3 überzeugt mich auf ganzer Linie – wenn da nicht die angesprochenen Probleme wären. BMW holt sich das Auto jetzt noch einmal ab, zwei bis drei Wochen werden für die gesamte Prozedur wieder verstreichen. Sobald der neue i3 da ist, werde ich noch einmal Bericht erstatten und klären, ob ich jetzt ein Elektroauto oder wieder einen Hubschrauber vor dem Haus stehen habe!

Hast Du Fragen zu dem BMW i3? Dann rein damit in die Kommentare!

Hinweis: Ich behalte mir das Recht vor, beleidigende oder vom Thema abweichende Kommentare zu löschen.

  • Jürgen Boss

    Hallo Lars,
    ich verstehe Deinen Ärger – aber Du solltest auch bedenken, daß der BMW i3 ja eigentlich ein Elektro-Oldtimer ist, abgesehen vom ersten Elektro-Automobil (Lohner-Porsche) von vor über 100 Jahren.
    Nichts halbes und nichts ganzes – man schleppt den Range-extender mit , der letztendlich auch nur ein Notbehelf ist. Schön ist, daß jetzt Schwung in die ganze Sache gekommen ist und wir hoffen können, daß es in Bälde etwas vernünftiges gibt.
    Wobei ich persönlich nicht verstehe, warum man die Brennstoffzellen-Fahrzeuge (die ja alle schon einmal erfolgreich auf den Straßen gefahren sind) nicht wieder aufgegriffen hat (ich glaube nur Toyota) .Es würde einen großen Teil unseres Stromproblemes (viel Strom im Norden, gebraucht wird er im Süden) lösen, da man mit dem Überschuß-Strom wunderbar Wasserstoff produzieren kann, denn man dann lagern und transportieren kann. Aber vermutlich ist das mal wieder eine frage der Interessen..

    • Danke für Deinen Kommentar, lieber Jürgen. Das mit dem Oldtimer ist gut 😉
      Einen Range-Extender schleppe ich nicht mit mir rum. Ich fahre ohne, da ich mit einem Elektroauto nicht eine Tankstelle anfahren möchte.

      • Jürgen Boss

        Lieber Lars,
        das ist dann konsequent und vermutlich (bei der Reichweite) ein mutig kalkuliertes Unterfangen..

  • Jens Putzier

    Ich kann den Ärger gut nachvollziehen. Ich fahre mit geringen Unterbrechungen seit 1991 BMW Neuwagen und bei mir fing der Ärger 2002 mit dem ersten 5er BMW an, damals ein 530d touring. Lediglich die 3er BMW davor und mein aktuelles Auto, ein BMW M5, würde ich als problemlos bezeichnen. Nebenbei erfüllen sie das BMW Versprechen der „Freude am Fahren“.

    Mängel hat jedes Auto jedes Herstellers, die Frage ist nur wie der Hersteller damit umgeht.

    Und da kommt jetzt BMW ins Spiel: BMW kümmert sich über seine Händler zunächst gut um die Mängel, leider werden aber die meisten Mängel nicht behoben. Kommt man dann in die Phase in der es etwas angespannter wird, der Kunde das Wort Wandlung des Kaufvertrags erstmals in den Mund nimmt, dann kommen die Fachleute aus München in Gestalt eines Reiseingenieurs mit oder ohne Fachingenieure aus München. Schnell wird dann aus Mängeln, die man nicht überhören oder -sehen kann (und da gab es durchaus Fälle von spontaner Blind- und Taubheit), eine „Komforteinbuße“. Das war nicht nur einmal auf meiner Top 10 Liste des Worts des Jahres.

    Ich habe zwar – bis auf einen Exkurs mit einem Range Rover (super Auto, super Kundenservice!, leider nach wenigen Monaten nicht zu behebender elektronischer Defekte freiwilling(!) zurückgenommen) und einem Audi Q7 (perfektes Auto ohne Mängel) – immer wieder einen BMW gewählt, aber dieses Gefühl als Kunde vertröstet und verschaukelt zu werden, das ist geblieben.

    In Deinem Fall hätte ich die Erwartung, daß BMW dieses Auto ohne Diskussion zurücknimmt und gegen ein fehlerfreies Exemplar tauscht. Oder zumindest bei Mängeln einfach mal eingesteht, daß es ein Mangel ist, den sie nicht beheben können und von sich aus eine Lösung anbieten, sei es technisch oder kaufmännisch.

    • Danke für Deinen ausführlichen Kommentar, lieber Jens.
      Ja, das würde ich auch erwarten, aber diese Erwartung wurde leider enttäuscht. Der Händler hat sich sogar für eine Wandlung stark gemacht, aber München lehnte ab…

  • RichardHuchsmeier

    Dein Problem mit den Ladestationen kann ich nur zum Teil nachvollziehen:
    Wenn Du die Städte wechselst, findest Du doch nahezu überall 11/22kW-Typ2-Staitonen.
    Und Strom ja überall. Schnell geht das mit Starkstromanschlüssen (16A/32A- Anschlüssen: die kann man mit einer mobilen Ladebox (z.B. JuiceBooster 2) easy nutzen; auch Hotels etc. helfen einem da fast immer und erstaunlich begeistert weiter.
    Für Das Problem mit den Karten: Dafür gibts in der Tat Apps:

    1. Plugsurfing
    2. The New Motion

    Beides findest du leicht im Netz: Mit diesen beiden karten bzw. Apps deckst Du heutzutage fast ganz Europa ab. Ende des Ladekarten-Chaos.

    Bzg. des BMW:
    Schade. Aber BMW scheint dazuzulernen, siehe die auf einmal größere Reichweite, die man kaufen kann.

    Die Ladetechnik des i3 allerdings ist*hüstel* unterirdisch. Schnachladung, dafür ein Stinke-Knatter-Verbrenner-Motörchen an Bord.
    Laden will man schnell. D.h. Typ 2 mit 22 kW, oder Gleichstrom mit ChaDemo (wie Nissan, Tesla kann das auch), oder (wenn man Masochist ist und auf unförmige Stecker steht CCS), dann wird´s richtig schnell. Oder man landet gleich bei Tesla, und alle diese Probleme hören auf….. 🙂

    R.

    • Danke für Deine Meinung und die Empfehlungen, lieber Richard. Die Apps schaue ich mir auf jeden Fall einmal an.

  • Bert Schulze

    Auch wenn meine Meinung wahrscheinlich gerade Dich Lars nicht ganz so interessieren wird, aber wer heutzutage ein Elektroauto kauft, kann sein Geld auch gerne in der Toilette runterspülen, und zwar mit dem Komfort eines Plumps-Klos. Denn abgesehen davon, dass man wirtschaftlich noch drauflegt, ist der Komfort rund um die Energiebetankung unterirdisch. Damit meine ich die Dichte der Ladestationen, das Auffinden dieser, die Ladedauer, die Ladekapazität und last but not least die (heutzutage) praktisch nicht installierbare Ladetechnik in Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern oder im schlimmsten Fall beim Parken auf öffentlichen Straßen. Die Ladestationen in Tiefgaragen und auf Straßen (z. B. in Straßenlampen) wären zwar technisch möglich, aber für keinen Anbieter derzeit wirtschaftlich interessant. Wenn ich daran denke, dass ich praktisch in meiner TG mein Elektroauto nicht laden könnte und ich dieses vor einer längeren Reise an der nächsten Ladestation eine gefühlte Ewigkeit laden müsste, da stellt es mir die Nackenhaare auf. Und wenn ich dann eine Reise antreten würde, bei der ich immer ein Auge auf der Straße und das andere auf dem Akku-Stand hätte, das wäre ein gruseliger Gedanke. Vom Kaufpreis momentan mal noch ganz zu schweigen. Wer – wie Du – ein eigenes Haus auf dem Land hat und ein PKW für die tägliche Fahrt zur Arbeit benutzt und daheim wieder laden kann, für den ist das ggf. eine Option. Aber selbst diese Option ist sicherlich noch nicht wirtschaftlich.

    • Danke für Deine Meinung, lieber Bert. Dein vergleich mit der Toilette, naja…
      Bei einer Sache muss ich Dir aber beipflichten: Ohne ein eigenes Grundstück sollte man von dem Kauf eines E-Autos in Deutschland derzeit absehen.

  • Danke für die Empfehlung, lieber Patrick. Ich habe schon diverse Apps getestet (die von Bosch allerdings noch nicht) und bin auf Grund der Aktualität leider überhaupt nicht begeistert.

  • Christoph Kochmann

    Ich denke, Hyundai bietet mit dem neuen Ioniq eine interessante und vor allem preislich akzeptable Alternative: ein Auto mit drei recht effizienten Antrieben. Ich selber fahre einen Ioniq Hybrid – als Dieselalternative, den ich in recht gemischtem Gelände (Donautal/Bayerischer Wald) auf unter 5 Liter bringe, bei täglicher lokaler Nutzung (inkl. Bergfahrten, Kurzstrecken etc.).
    Daneben gibts noch den Ioniq Electric, mit reinem E-Antrieb und guten Testwerten. Und demnächst, als gute Brückentechnologie, den Ioniq Plugin-Hybrid. Der kann für das tägliche Gependel (bis 50km) rein elektrisch gefahren werden und kommt über Nacht in der Garage an die Steckdose. Langstecke: Hybrid! Und mit der Zeit werden sich die Akkus und die Ladesäulendichte schon verbessern.
    Ich will jedenfalls die Ruhe beim Fahren und das Drehmoment beim „Gas“-geben nicht mehr missen. Die Umweltbilanz fällt auch nicht schlecht aus, da beim Auto selber viel Recyclingmaterial benutzt wird (ohne das man es sieht) und auch die Akkus in einer nachhaltigen Verwertungskette liegen sollen. Garantie: 5 Jahre unbegrenzt, auf den Akku 8 Jahre. Schade, dass von deutschen Herstellern soetwas nicht kommt.

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