Erfolgsgeschichten: Wie Daniel Mulec seine Arbeitslosigkeit nutzte

Dies ist der erste Beitrag zu meiner neuen Serie ‚Erfolgsgeschichten‘. Ich möchte hier interessante und vor allem inspirierende Persönlichkeiten und deren Lebensgeschichte vorstellen. Den Anfang macht Daniel Mulec.

Daniel hat sich innerhalb weniger Jahren vom krankhaft fettleibigen Assi (eigene Aussage!), zum fitten, sich ständig fortbildenden, ambitionierten jungen Mann entwickelt. Derzeit schreibt er an einem Selbsthilfebuch für Arbeitslose: WeWillWork. Ganz stark!

Aber den Rest soll Euch Daniel einfach selbst erzählen:

Meistertask Workshop mit Lars Bobach

Stelle Dich und Dein bisheriges Leben der ‚Produktiv In digitalen Zeiten‘ – Community einmal kurz vor

Ich bin Daniel, 27 Jahre alt und wohne aufgrund meines derzeitigen Jobs in Irland. Schon bevor ich gehen konnte war ich übergewichtig. Seit meinem sechsten Lebensjahr war ich bis zum 23. Lebensjahr krankhaft fettleibig. Von einem Höchstgewicht von 150 KG bin ich runter auf 81 KG. Zudem hatte ich nur eine grundlegende Schulbildung, und in der Jugend wurde ich zu einer Lehre als Informatiker (das Berufsbild gibt es jetzt gar nicht mehr, wurde als IT-specialist neugestaltet.) gezwungen.

Diese Lehre musste ich über das AMS, die österreichische Version des Jobcenters machen, wodurch mir dementsprechende Fachkräfte, von denen ich lernen könnte, während meiner ganzen Azubiausbildung gefehlt haben und ich jegliches Interesse an dem Berufsfeld verlor.

Dank der gezwungenen Ausbildung vom Arbeitsamt war ich offiziell nicht besser gestellt als ein Arbeitsloser.

Bei der Abschlussprüfung haben mir die Professoren dann auch den Abschluss geschenkt, da ich ihnen versprochen habe mich neu zu orientieren.

Das Arbeitsamt hat das jedoch nicht unterstützt, weshalb ich dann nach ein paar Monaten in der persönlichen Krise mich dazu entschlossen habe, nachdem ich im „Gamestar“ Magazin einen Artikel über Community Management gelesen habe, einfach das zu machen was mir Spaß macht.

So kam ich ein halbes Jahr später zu einem Job als technischer Games Tester bei Nintendo in Frankfurt am Main, von dort ging es dann weiter nach Berlin zu Aeria Games, wo ich mich zum Senior Game Master hochgearbeitet habe.

Bei Aeria Games habe ich jedoch einen Burnout erlitten (von dem ich mich mittlerweile ganz erholt habe), wegen dem ich dann im Februar 2013 wieder gezwungen war, zu meiner Familie in Österreich zurück zu kehren.

In meiner Zeit in Berlin habe ich bereits über 40 KG abgenommen, und ich habe gemerkt, dass mein Zweck auf der Erde anderen Menschen zu helfen ist. Deswegen wollte ich meine neue Leidenschaft und meinen Lebenszweck verbinden, indem ich zum Fitness Trainer in Festanstellung werde.

Das lief leider nicht wie geplant, weswegen ich dann ganze 1.5 Jahre nochmal arbeitslos war.

Da ich mittlerweile so viel abgenommen habe, so viel über mich selbst und Produktivität gelernt habe, habe ich mich dazu entschlossen, die Zeit außerhalb der Bewerbungen und Zertifizierung zum Fitness Trainer dazu zu nutzen, um mich persönlich weiter zu entwickeln, und mir produktive Gewohnheiten anzueignen.

Da ich aber nie meinen Lebenszweck, Menschen zu helfen, aus den Augen verloren habe, habe ich mich im September 2014 dazu entschlossen, mich wieder darauf zu besinnen. So kam ich im November 2015 in eine technische Support Stelle bei A1 Telekom Austria, wo ich dann im März 2015 über LinkedIn, von einem Recruiter Globetechs angeschrieben wurde.

Seit Juli 2015 bin ich jetzt mit meiner Verlobten, die ich während meiner Neuorientierung zum Fitness Trainer kennengelernt habe, in Irland, und wir arbeiten jetzt beide für Apple.

Womit verdienst Du heute Deinen Lebensunterhalt?

Data Analyst bei Apple, als Leiharbeiter über das Unternehmen Globetech

Was war Deine größte berufliche Niederlage?

Meine größte Niederlage war mehr als eine: All die gescheiterten Abnehmversuche, bevor es dann 2012/2013 endlich geklickt hat, und die Umorientierung zum Fitness Trainer.

Beide waren aber auch vorteilhaft, weswegen ich mich eigentlich schwer tue, sie im Nachhinein als Niederlagen zu bezeichnen. Zum jeweiligen Zeitpunkt waren sie es aber auf alle Fälle.

Von den fehlgeschlagenen Abnehmversuchen habe ich gelernt, resilient zu werden. Wenn ich vom Pfad komme, eventuell es ein bisschen zu schmollen und danach wieder weiter zu machen. Von der Neuorientierung als Fitness Trainer habe ich gelernt, den Karrierepfad zu schwenken. Wäre ich versteift dabei geblieben, wer weiß wie viel länger ich in der Arbeitslosigkeit geblieben wäre. Ich hatte dann am Ende der Arbeitslosigkeit trotzdem einen Job, in dem Menschen helfen konnte, und das hat mich dann zu Apple geführt.

Was kann die ‚Produktiv In digitalen Zeiten‘ – Community aus Deiner Erfahrung mitnehmen?

Egal was ihr angeht, gebt nie auf. Vorübergehend pausieren, und über den Fehlschlag trauern ist ok, aber danach müsst ihr euch wieder aufrichten und weiter machen. Das ist der stärkste Weg um Resilienz zu bilden, die euch wiederum nur noch stärker macht.

Was würdest Du als Deinen größten Erfolg bezeichnen?

Mein größter Erfolg ist auf beruflicher Ebene, dass ich mich zwei Mal aus der Arbeitslosigkeit zu heben geschafft habe. Hätte man mir 2009 erzählt, dass ich heute bei Apple in Irland arbeite, hätte ich das nie geglaubt. Das hat mir auch all die Erfahrungen gegeben, die ich nun nutzen darf, um WeWillWork Buch und Blog zu schreiben.

Was war Dein prägendstes beruflichen Aha-Erlebnis und was hast Du daraus gelernt?

Mein größtes berufliches Aha-Erlebnis war wohl, als ich die Zusage zum Game Tester Job bei Nintendo bekommen hatte.Das war das erste Mal, dass ich realisiert habe, im Leben wirklich das machen zu können, was ich wirklich will.

Denn ich weiß noch ganz genau, wie ich im Alter von 10 Jahren meinen Eltern gesagt habe, ich will ein Game Tester sein. Daraufhin haben sie nur gelacht, und meinten ich soll realistisch sein, denn solche Jobs gibt es bei uns in Österreich nicht. Mit dem Job war ich dann außerhalb von Österreich, aber erreicht habe ich was ich wollte.

Ein anderes großes Aha-Erlebnis war, für den Job bei Apple rekrutiert zu werden. Das hat mich realisieren lassen, wie viel einfacher es ist, einen Job zu wechseln, anstatt aus der Arbeitslosigkeit wieder in einen Job zu finden.

Welches Buch hat Dich nachhaltig geprägt?

Viele, jedoch am stärksten Die Macht der Gewohnheiten von Charles Duhigg, die Prinzipien daraus wende ich noch immer an.

Welches ist Dein wichtigster Produktivitätstipp?

Zwei Dinge, die ich erst spät für mich entdeckt habe: Halte Dich körperlich und geistig gesund. Bist Du Fit und ernährst Dich gut, hast Du auch dann Energie, wenn es mal wirklich notwendig ist (z.B. in den Stunden vor dem Projektabschluss). Hältst Du Dich geistig gesund, mit Aktivitäten wie Meditation, Schreiben und Lesen, wirkst Du Stress hervorragend entgegen, da Du alles objektiver sehen kannst, und förderst Deine Kreativität.

Welche eine App ist für Dich unverzichtbar?

Headspace, eine iOS und Android App für geführte Meditation (auf Englisch). Bevor Headspace habe ich schon mehrfach versucht, Meditation zur Gewohnheit zu machen, und mit Headspace hat es endlich geklappt.

Heute war Tag 346 seit ich mit Headspace zu meditieren begonnen habe.

Wie und wo kann man mit Dir in Kontakt treten?

Ihr findet mich auf facebook unter https://www.facebook.com/wewillworkat , und auf LinkedIn unter https://www.linkedin.com/in/dmulec .
Ich freue mich über jeden neuen facebook Fan, und jeden neuen LinkedIn Kontakt 🙂

Ansonsten bin ich natürlich auch jederzeit per Email erreichbar.

Habt Ihr Fragen an Daniel? Was könnt Ihr aus der Erfolgsgeschichte von Daniel mitnehmen? Ich freue mich auf unseren Austausch in den Kommentaren.


Dies ist der erste Beitrag zu meiner neuen Serie ‚Erfolgsgeschichten‘: Habt Ihr auch eine interessante und inspirierende Geschichte zu erzählen? Kennt Ihr eventuell jemanden, der dafür in Frage käme? Dann schickt mir einfach eine Email. Ich freue mich auf Eure Erfolgsgeschichten.