Fit werden als Unternehmer – Stefan Schlegel

Stefan ist Extremsportler und Personal Trainer. Die eigene Fitness steigern, sogar schlafend, im Sitzen oder Liegen, Stefan Schlegel hat tolle und sehr einfach umzusetzende Fitness-Tipps, auch für „Distanz“-Sportler, die wirklich jeden überzeugen dürften.

Hier das Transkript des gesamten Podcasts und vorab die erwähnten Sponsoren und Links:

Sponsoren

MDD Workshop 2018

Meistertask Workshop mit Lars Bobach

Links

Stefans Webseite und Kontaktmöglichkeiten
Contigo Personal Training

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Podcast
effizient.gesund.nachhaltig

Buchempfehlungen (amazon affiliate link):
Autobiografie Steve Jobs
Autobiografie Arnold Schwarzenegger

Transkription

SS = Stefan Schlegel
LB = Lars Bobach

LB:
Herzlich willkommen zum Podcast Selbstmanagement.Digital. Wir geben Orientierung im digitalen Dschungel, so dass wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Mein Name ist Lars Bobach und ich sitze hier zusammen mit der Stefan Schlegel, hallo Stefan.

SS:
Hallo.

LB:
Stefan ist Extremsportler und durch Funk und Fernsehen bekannt, war bei Markus Lanz, ZDF, Focus, Sportbild und, und, und. Er hat in den letzten 20 Jahren eines der größten und erfolgreichsten Unternehmen für Personal Training in der Region Rhein-Neckar aufgebaut und betreut seit Jahren dort Vorstände und Führungskräfte von vielen DAX Unternehmen und großen Firmen wie SAP und BASF, die man so kennt.

Er sagt und sein Slogan ist, ich bin verantwortlich für den Trainingserfolg meiner Klienten und dafür stehe mit meinem Namen. Das klingt ja schon mal gut. Stefan, wie bist Du denn dazu gekommen? Erzähle uns mal kurz Deinen Werdegang. Wie bist Du zu dem Personal Trainer geworden, der Du heute bist?

SS:
Ja, vielen Dank erstmal, dass ich hier bei Dir in der Sendung sein darf und wie bin ich dazu gekommen? Also, die Kurzversion ist, wir schreiben das Jahr 2000. Ich bekomme einen Anruf von meinem Stiefbruder, ich sitze gerade auf Mallorca und er sagt mir am Telefon, wenn du deine Mutter nochmal lebend wiedersehen möchtest, musst du sofort nach Deutschland kommen.

Das kam für mich logischerweise, sage ich jetzt mal, ganz plötzlich und völlig ohne Vorahnung. Und wenige Tage danach ist meine Mutter dann an einem Hirnschlag verstorben. Sie war immer ein Mensch, der versucht hat, es allen recht zu machen und hat leider nie auf ihre eigene Fitness oder Gesundheit geachtet.

Durch dieses traumatische Ereignis hat es mich komplett aus der Bahn geschmissen und, wie soll ich das sagen, ich habe mich irgendwie wachgerüttelt. Ich habe für mich gesagt, ich will nie wieder, dass ein Mensch so etwas erleiden muss. Also, weder als Betroffener, wie meine Mutter eben oder als naher Verwandter. Und ab diesem Tag, ab diesem Septembertag 2000, habe ich angefangen, wie ein Besessener alles, wirklich alles, was es über das Thema Sport, Gesundheit, Körper, gibt, zu studieren, auszuprobieren und in der Praxis immer wieder anzuwenden.

Ich habe mir an diesem Tag geschworen, ich möchte den Menschen wirklich und nachhaltig helfen, maximale Leichtigkeit und auch Lebensqualität zu erlangen. Ich kann im Prinzip sagen, so traurig es klingt, der Tod meiner Mutter war die Geburtsstunde meiner Selbstständigkeit und mittlerweile ist es halt jetzt 20 Jahre her.

LB:
Aber Extremsportler warst Du vorher schon, oder?

SS:
Ja, aber was ist extrem?

LB:
Entschuldigung, wenn man so RAAM fährt, „Race Across America“, 4000 Meilen am Stück. Das hört sich für mich schon ein bisschen extrem an.

SS:
Okay, ja, ich habe früher im Prinzip angefangen mit Marathonlauf, bin dann zum Langstreckentriathlon, also dem bekannten Ironman, rüber und habe dann irgendwann für mich entdeckt, ich betreibe halt gerne Sport in der Natur. Da war für mich dann naheliegend, auch ein bisschen länger Rad zu fahren. So bin ich dann halt zu dem „Race Across America“ gekommen. Es ist das längste Nonstop Radrennen der Welt. Man fährt von der West- zur Ostküste der USA und hat maximal zwölf Tage dafür Zeit.

LB:
Ein guter Bekannter von mir hat das auch gemacht. Bist Du denn da alleine gefahren oder im Team?

SS:
Ich bin solo, dreimal solo.

LB:
Dreimal? Da fragst Du, was ist extrem? Das ist auch extrem. Wie lange hast Du da gebraucht?

SS:
Ich glaube, zehn Tage, elf Tage und beim dritten Mal musste ich in der Mitte abbrechen.

LB:
Okay, zehn Tage war Dein persönlicher Rekord? Damit man mal ein Gefühl kriegt, wo liegt da der Streckenrekord?

SS:
Ich glaube, er liegt bei knapp unter acht.

LB:
Wahnsinn! Ich habe da mal eine Reportage gesehen, hat ja letztes Jahr, ich glaube, 2017 oder 2016, weiß nicht mehr genau, ein Deutscher gewonnen?

SS:
2016, da war ich mit am Start, genau, wir haben uns dann eine gute Zeit lang ein bisschen gebattelt.

LB:
Ich habe nur mitgekriegt, der ist das erste Mal schlafen irgendwie nach 36 Stunden.

SS:
Ja, das ist normal. Wenn du vorne mitfahren willst, dann fährst du quasi so in die zweite Nacht erst rein und dann legst du dich hin.

LB:
Und dann eine Stunde, mehr nicht. Ich habe nur hinterher gesehen, der konnte sich gar nicht mehr bewegen, also auf den Beinen stehen. Der wurde dann aufs Fahrrad getragen von seinen ganzen Helfern da und dann angeschoben und dann fuhr der weiter. Aber gehen oder stehen ging gar nicht mehr.

SS:
Du bist halt fünf, sechs Tage nur auf dem Fahrrad unterwegs. So im Schnitt 22, 23 Stunden pro Tag fährt man, eine Stunde schlafen, ein bisschen waschen, essen und weiter geht es sozusagen. Das Ganze, was du machst, ist immer nur Radfahren, also diese zyklische Beinbewegung. Alles andere geht gar nicht mehr, also aufrecht stehen geht überhaupt nicht mehr.

LB:
Wahnsinn! Ja, jetzt hören hier ja in dem Podcast Selbstmanagement.Digital. viele Führungskräfte, Unternehmer, Selbständige zu. Was ist denn jetzt Deine persönliche Expertise, was die von Dir lernen können?

SS:
Ich habe mich auf effizientes und nachhaltiges Training spezialisiert, was wirklich perfekt auf die Person zugeschnitten ist. Das heißt jetzt nicht irgendwie allgemein, mach hier ein paar Liegestütze, mach dort das, was man so in den Medien mitkriegt, sondern wirklich perfekt auf die Person und auf ihren Alltag zugeschnitten. Da habe ich Methoden studiert und entwickelt und dann eben auch in der Praxis verfeinert, wie unter anderem mit dem Racing Across America, mit dem jeder nahezu jedes körperliche oder mentale Ziel erreichen wird.

LB:
Okay, und für Unternehmer und Führungskräfte bedeutet das dann, dass sie wenig Zeit investieren müssen oder was nehmen die mit oder dass sie vielleicht an ihre Grenzen außerhalb der Komfortzone kommen?

SS:
Jetzt für Führungskräfte, die standardmäßig extrem wenig Freizeit haben, ist das Training eben so effizient zugeschnitten, dass sie halt teilweise …. Also ich habe Trainingsprogramme, die dauern vier Minuten und sind so effektiv wie eine Stunde. Das ist wissenschaftlich bewiesen, das ist jetzt nur mal so ein Beispiel. Und solche Pakete, so nenne ich es jetzt einfach mal oder solche Tipps oder solche Dinge habe ich halt ganz viele, um diesen Menschen ganz speziell in ihrem „schwierigen“ eben weiterzuhelfen.

LB:
Was würdest Du denn sagen jetzt, wenn Du da viel Kontakt hast? Ich habe ja in meinen Workshops fast auch nur Unternehmer sitzen und ich habe so ein Kontenmodell entwickelt, dass ich sage, jeder Lebensbereich ist ein Konto. Es gibt halt das Konto Gesundheit, es gibt Persönlichkeit, Ehe, Kinder, Finanzen usw. Ich kann mal sagen zu 90 Prozent, vielleicht ist es auch übertrieben, aber auf jeden Fall über 80 Prozent, haben die Leute alle einen negativen Kontostand im Bereich Gesundheit.

SS:
Kann ich nur bestätigen.

LB:
Warum ist das denn so?

SS:
Ich glaube, es ist so, wenn du Unternehmer bist, Führungskraft, egal, also einfach eine Führungspersönlichkeit bist, dann investierst du sehr, sehr viel Zeit und Kraft in deine Karriere. Das jetzt nicht unbedingt mit dem Ziel, Vorstandsvorsitzender oder Ähnliches zu werden, aber in deinen Job investierst du sehr viel Zeit und auch körperliche Kraft und auch mentale Ressourcen. Ich glaube, irgendwann kommt dann ein gewisses Alter, also das sehe ich bei meinen Klienten.

Unsere Klienten sind irgendwo so 45 bis 65 Jahre alt, da kommt dann irgendwann so ein Zeitpunkt, wo sie merken, hoppla, jetzt bin ich zwar dort, wo ich ungefähr hinwollte beruflich, aber auf Kosten meiner Gesundheit. Ich kann mir nicht mehr alleine richtig die Schuhe zumachen oder habe Probleme, wenn ich mich auf die Toilette setze. Der Bauch spannt oder ich schnaufe die ganze Zeit, also, all diese Probleme, die ja unsere Hörer alle nur zu gut kennen, die fallen dann irgendwann auf. Das heißt wirklich, meine berufliche Karriere auf Kosten meiner Gesundheit.

LB:
Berufliche Karriere auf Kosten der Gesundheit, aber es kann natürlich teilweise sein, dass die Familie leidet, die eigene persönliche Weiterentwicklung. Da gibt es ganz viele Konten, die da dann teilweise aufgrund wirklich des geschäftlichen Erfolgs, den man anstrebt, die bleiben einfach auf der Strecke. Das ist nur zu eindimensional, deshalb finde ich gut, was du da anbietet.

Was können Unternehmer und Führungskräfte denn jetzt sofort umsetzen, um fitter zu werden? So ein Quicktipp von Dir. Klar, bei Dir ein Personal Training buchen, aber was würdest Du denn sagen, worauf sollten sie als erstes achten?

SS:
Das sind so die allgemeinen Angaben, die ich irgendwie gar nicht mag. Aber sicherlich mehr Konzentration zum einen auf das, was sie essen. Das ist ganz oft der Faktor, gerade, wenn man viel Geschäftsessen hat. Also, mal am Anfang das Brot weglassen oder Ähnliches. Es müssen nicht drei Gläser Wein sein, es kann auch ein Glas Wein sein. Oder mal als Beispiel die Meetings mal im Spaziergang zu machen, so, wie die alten Philosophen oder das Auto mal 400 Meter weiter weg stellen und dann die 400 Meter eben zu Fuß gehen. Das sind Kleinigkeiten, aber die bringen wirklich in Summe über die Woche gesehen extrem viel.

LB:
Absolut! Dann auch den Fahrstuhl nicht nehmen, die Rolltreppe nicht benutzen, solche Dinge, einfach mal darauf achten. Finde ich super. Das sind Kleinigkeiten, die aber in Summe dann viel bringen. Jetzt habe ich gesehen bei Dir auf Deiner Seite, finde ich auch sehr spannend, Du bietest ja auch EMS an, also diese Elektro …?

SS:
Elektromuskuläre Stimulation.

LB:
Genau, erkläre doch mal bitte den Hörern, was das genau ist und was es damit auf sich hat.

SS:
Diese elektromuskuläre Stimulation ist relativ einfach sich so vorzustellen, wenn ich als Mensch sage, ich möchte eine Kniebeuge machen, gehe ich runter in die Hocke und komme wieder hoch. Um das auszuüben, setze ich ja einen Impuls von meinem Gehirn oder eben, wenn es eine tieferliegende Reaktion ist, vom Rückenmark, einen Impuls in die Muskelgruppe, dass die Beine eben beugen und wieder hochkommen. Und genau diese elektromuskuläre Stimulation geht über dieses Gerät.

Das Gerät kann man sich so vorstellen, man zieht quasi wie so einen Neoprenanzug an, so, wie beim Schwimmen. Der wird an ein Gerät über Kabel angeschlossen und diesen Impuls, den ich sonst vom Gehirn sende, Arm beugen, Knie beugen oder Aufstehen, das mache ich über das Gerät, indem ich einfach an diese Muskelgruppe von außen quasi, das klingt jetzt etwas pervers, Strom ansetze. Es ist wie ein ganz leichter Stromschlag, aber man spürt den Strom an sich nicht. Man spürt aber die intensive Muskelreaktion, also die Anspannung darauf. Letztendlich ist es nichts anderes, wie wenn jemand meine Hand nimmt und sie in alle möglichen Richtungen schiebt, ohne, dass ich das will sozusagen. Es ein muskulärer, wie ein Nervenimpuls, nur von außen quasi.

LB:
Aber ich muss mir das jetzt nicht so vorstellen, dass ich dann da wie so ein Hampelmann rumspringe, weil ich so elektrisch bin?

SS:
Nein, überhaupt nicht. Wie gesagt, natürlich liegt es an einem selbst, wie hoch man das dreht, aber letztendlich ist es wirklich so, man spürt den Strom an sich nicht direkt. Man spürt aber sofort, dass der Körper richtig am Arbeiten ist. Und der Vorteil bei so einem Training ist, man trainiert den ganzen Körper gleichzeitig, also nicht nur den Oberarm oder die Brust. Sondern, während ich mich auf die Arme konzentrieren, wird automatisch Bauch, Po, Beine, alles mit trainiert.

LB:
Liege ich dann da rum und das passiert alles oder wie läuft das? Ich setze mich gemütlich hin und dann werde ich fit? Wie kann ich mir das vorstellen?

SS:
So geht es sogar auch, definitiv. Also, standardmäßig ist, entweder man macht ein paar Kniebeugen oder irgendwelche Übungen dabei. Wir bei uns machen das sogenannte statische Training. Das heißt, man kann sich das so vorstellen, du stehst wie der Bodybuilder auf der Bühne und bist am Posen. Das hat eine so hohe Intensität der Muskulatur, dass sich allein durch dieses Posen an sich, also jeder, der noch nie Bodybuilder war, was ja die meisten sind, einfach mal hinstellen und mal wirklich alle Muskeln richtig anspannen. Und ein bisschen mal drehen und hier drehen, so, wie die Bodybuilder, das ist super anstrengend. Dann gleichzeitig darauf auch noch mal einen Muskelimpuls, das ist quasi so en Block nochmal einen obendrauf gesetzt.

Ursprünglich kommt dieses EMS Training oder das EMS, diese muskuläre elektrische Stimulation, aus der Rehabilitation. Das heißt, ich hatte zum Beispiel als 16-jähriger einen Kreuzband-Anriss und hatte das komplette linke Bein in Gips. Dann gibt es diese TENS-Geräte, nennt sich das, das sind so kleine Elektronen, die man dann auf die Haut macht und dann zuckt so langsam der Muskel. Da kommt das ursprünglich her, also aus der Schmerztherapie und irgendwelche Leute haben gesagt, damit können wir vielleicht mal richtig viel Geld machen und haben es in die Fitnessbranche rübergezogen.

LB:
Was mich jetzt als Fahrradfahrer, passionierter Fahrradfahrer, ja dann interessiert, im konditionellen Bereich, für Herz-Kreislauf, bringt das dann auch was, wenn ich das eine Viertelstunde, 20 Minuten, mache?

SS:
Ja, das bringt etwas, aus dem Grund, je besser die Muskulatur arbeitet, egal, ob angeregt durch Ausdauer oder Krafttraining, umso besser ist auch die gesamte Blutzirkulation und damit auch der Sauerstofftransport im Körper. Das bedeutet also, wenn man dieses EMS Training sich so aufbaut, dass man, wenn du jetzt viel Fahrrad fährst, sage ich jetzt mal, dann macht es keinen Sinn, wenn du dicke Oberschenkel kriegst, du willst ja eher lange gemütlich oder vielleicht auch mal zügiger fahren, dann geht es also darum, mehr Kraft, Ausdauer, aufzubauen. Das kannst Du perfekt über Krafttraining, so wie Kraft, Ausdauer.

Das heißt, Du wirst als Radfahrer durch Krafttraining deutlich besser. Es gibt so einen Spruch, Krafttraining spart Trainingskilometer. Du kannst definitiv Deine Radperformance verbessern. Das reine Herz-Kreislaufsystem wird natürlich deutlich weniger trainiert wie wenn Du reines Ausdauertraining machst, aber in Summe, wenn Du das richtig aufbaust und als Beispiel über den Winter kaum Fahrrad fährst, dann kannst Du in das Frühjahr starten und hast die Form Deines Lebens schon, obwohl Du kaum auf dem Fahrrad warst.

LB:
Das hört sich ja verlockend an.

SS:
Es funktioniert auch.

LB:
Jemand, der dreimal Race Across America gefahren ist, dem glaube ich erstmal in der Hinsicht alles, also grundsätzlich. Das ist jetzt auch zeitgemäß, ich meine, wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Ich sage mal, aufs Rad setzen, da bist du erstmal ein paar Stunden unterwegs, dann hört sich das natürlich verlockend an, in 20 Minuten oder Viertelstunde. Wie lange dauert so ein Training?

SS:
20 Minuten.

LB:
Auch den gleichen Erfolg zu haben oder den gleichen Effekt, das hört sich natürlich gut an. Ich meine, diese Studios, die sprießen auch überall aus dem Boden.

SS:
Das ist wieder sowas wie bei Dir in der Branche auch. Man muss halt gerade bei sowas extrem aufpassen, mit wem man es zu tun hat. Gerade so Stromtraining, EMS, ja, dem Körper kann in dem Sinne nicht groß was passieren, viele haben oftmals die Frage, was ist mit meinem Herzen? Kriege ich einen Herzstillstand oder sowas? Also, überhaupt nicht, weil, unsere menschlichen Organe sind quasi mit so einem Kondom, sage ich jetzt immer so, überzogen mit einer Schutzschicht. Hätten wir diese Schicht nicht, dann würden wir durch die Handy-Funksignale schon Herzrhythmusstörungen kriegen. Deshalb ist das EMS Training jetzt nichts, wo man Bedenken haben muss, dass es irgendwie auf die Organe geht. Aber die Frage ist, wie gut ist der Trainer, der dich da anleitet. Man kann es halt einfach richtig, ganz klar gesagt, auch voll übertreiben.

LB:
Klar, wenn Du jetzt so mit Führungskräften und Unternehmern zusammenarbeitest, welche Fehler siehst Du denn da immer oder was wird da oft gemacht? Oder wovon würdest Du denn auf jeden Fall jedem abraten, wenn er sagt, ich muss mal fitter werden und ich will loslegen. Welche Fehler siehst Du da und was sollte man auf keinen Fall tun?

SS:
Ich würde sagen, es gibt so drei typisch klassische Fehler. Der eine ist, die Leute trainieren ohne System und Konzept. Das heißt, wenn sie so ihre eigene Firma leiten würden, wäre die in einem Jahr schon insolvent. So nach dem Motto, ich will was tun, ich fange an und starte einfach. Ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie man das vielleicht sinnvoller aufbaut, um mit weniger Aufwand viel schneller voran zu kommen. Ich sage nur, Stichwort Regeneration als Beispiel. Das ist definitiv Punkt Nummer 1.

Punkt Nummer 2 ist, wie soll ich das beschreiben, der Körper hat seine eigene Geschwindigkeit und seinen eigenen Flow. Also es braucht die Zeit, die es eben braucht und wenn sie dann noch aus Unwissenheit oder an den falschen Stellschrauben drehen, weil sie die Logik des Körpers einfach nicht kennen oder verstehen, dann können sie sich gesund ernähren, regelmäßig Sport treiben und trotzdem nicht ihr Ziel erreichen. Das ist wie, wenn ein Fußballtrainer zur Halbzeit zur Mannschaft sagt, Leute, wir sind 0:5 im Rückstand. Ich nehme jetzt beide Stürmer raus und packe dafür zwei Torhüter noch rein in der Hoffnung, dass wir nicht noch mehr Tore kassieren.

LB:
Da würde man auch nicht gewinnen.

SS:
Genau das meine ich damit. Der Körper ist wirklich genial kompliziert und doch so einfach. Es gibt eben ein paar Regeln, wenn ich die einhalte, dann habe ich einfach Erfolg, ich kann gar nicht keinen Erfolg haben. Aber das ist entscheidend, diese Regel einzuhalten.

Und der dritte Punkt, würde ich sagen, diese Menschen, die Führungskräfte, sind es gewohnt, in ihrem beruflichen Umfeld immer erfolgreich zu sein oder auch oftmals dann das zu erreichen, was sie wollen. Das nehmen sie ganz oft mit in ihr Privatleben, also in diesem Fall in den Sport und wollen dann auch viel zu schnell auch erfolgreich sein. Da kommt eben das klassische Thema Übertraining, also dem Körper zu viel in zu kurzer Zeit zuzumuten. Das ist schlicht und einfach ein Übertraining und irgendwann knallt es. Ich sage immer so schön, dann muss ich erstmal pausieren, weil, ich habe dann Patella Spitzensyndrom, also irgendwas am Knie oder das Sprunggelenk tut weh oder der Ellbogen, weil ich einfach zu schnell zu viel wollte. Das sind so die klassischen drei Fehler.

LB:
Das kann ich mir vorstellen, das erlebe ich ja auch im erweiterten Bekanntenkreis. Die ganze Zeit „Ccouch Potato“ und dann geht man nicht mal ein bisschen Joggen, nein, da muss es entweder direkt der Marathon oder natürlich der Triathlon sein. Ja und dann wird darauf trainiert, weil man sich ja große Ziele setzen will. Das predige ich auch, aber ich glaube, da ist weniger sicherlich dann auch mehr.

SS:
Das große Ziel an sich ist ja genial, bin ich riesen Fan von, aber ich muss eben die kleinen Schritte auch beachten. Wenn ich die ganze Zeit meinen Körper irgendwie, wenn ich nur als Distanz-Sportler, so auf der Couch liegend mit Fernbedienung, dann kann ich nicht auf einmal von meinem Körper erwarten, dass er Wunder vollbringen kann. Ist genauso, wie wenn man nie in einer leitenden Position war und dann auf einmal in eine Vorstandsposition gesetzt werde. Da muss man mich auch erstmal langsam hinführen, dass ich richtige und sinnvolle Entscheidung treffe.

LB:
Okay, das war super interessant. Kommen wir jetzt mal zu den Schlussfragen. Lieber Stefan, welcher ist Dein wichtigster Produktivitätstipp?

SS:
Ich würde sagen, das Warum herausfinden und dann mit Vollschub und Attacke ins Ziel. Also, das Warum! Warum will ich das erreichen? Wenn ich das Warum weiß, ist das Wie egal, das finde ich dann schon auf dem Weg dahin.

LB:
Super. Was machst Du denn als Unternehmer, um abzuschalten? Ich kann es mir schon irgendwie denken.

SS:
Sag es doch.

LB:
Sport?

SS:
Ja.

LB:
Mit dem Fahrrad quer durch Amerika fahren.

SS:
Da schalte ich echt ab, aber irgendwie auch komplett dann. Nee, im Prinzip wirklich Sport jeglicher Art. Ob das Krafttraining ist, Radfahren, Joggen, Schwimmen, einfach Bewegung, das ist für mich das Angenehmste.

LB:
Was würdest Du denn sagen, was ist denn der schönste Sport für Dich? Wenn Du nur noch eine Sportart machen dürftest, welche wäre das?

SS:
Irgendwas in der Natur, wirklich irgendwas in der Natur, wo ich mein Herz spüre. Also, ich sage jetzt mal, ich glaube, ich würde sagen, Joggen in der Natur, im Wald.

LB:
Schön. Welche Apps oder welchen Internetdienst kannst Du denn der Selbstmanagement.Digital.-Community empfehlen?

SS:
Das ist echt schwer. Ich kenne mich da erstmal kaum aus, meinen Podcast? Ich weiß es wirklich nicht, ich bin ja nicht so fit drin in den ganzen Sachen. Ich bin da eher noch so bisschen old school. Ich sage, mein Podcast.

LB:
Okay, den kannst Du empfehlen. Welches Buch hat Dich denn als Unternehmer und Mensch am meisten geprägt?

SS:
Ich glaube, das waren die Autobiografien von Steve Jobs und Arnold Schwarzenegger.

LB:
Von Arnold Schwarzenegger, die steht bei mir auch noch auf der Leseliste.

SS:
Genial, Wahnsinn.

LB:
Ja? Ja, der Typ ist genial, finde ich auch. Welches ist denn der beste Ratschlag, den Du jemals erhalten hast?

SS:
Beste Ratschlag, ich würde eher sagen, bei mir sind es Zitate, Zitate aus Filmen und zwar, man glaubt es kaum, aus Rocky Filmen. Da ist es bei mir so, also, auf Deutsch ist es bei mir immer, wie viel kannst du einstecken und trotzdem weitermachen? Das ist das eine. Es ist erst dann zu Ende, wenn es zu Ende ist. Und stehe auf und kämpfe. Das sind so die drei Sätze in meinem Leben, die mich immer schon vorangetrieben haben und mir immer geholfen haben.

LB:
Kann ich mir vorstellen, gerade, wenn man gar nichts mehr spürt, auf dem Rad sitzt und weiß, man muss noch 10 Stunden treten.

SS:
Ich weiß es wirklich wie es ist, wenn man einfach völlig .., ich saß teilweise auf dem Fahrrad und habe geschrien vor Schmerzen und auch geheult ohne Ende. Ich weiß, wie es ist, wenn du wirklich ganz unten bist. Und du brauchst einfach dieses Warum und in diesem Fall helfen mir diese drei Zitate immer.

LB:
Du hast eben schon Deinen Podcast erwähnt. Wie kann denn jetzt die Produktiv-in-digitalen-Zeiten-Community, nein, die Selbstmanagement.Digital.-Community mit Dir in Kontakt treten? Wo findet man Dich im Netz und was hast Du da anzubieten?

SS:
Zum einen eben den Podcast, der heißt „effizient, gesund und nachhaltig“. Da geht es wirklich um diese drei Dinge. Auf der Webseite contigo-personal-training.de. „Contigo“ aus dem Spanischen, also, mit dir persönlich trainieren und unter gleichem Namen auf Facebook und Instagram, mehr habe ich nicht.

LB:
Ja, reicht ja. Super, dann sag ich mal, Stefan, Dir vielen Dank für die tollen Tipps. Und ich hoffe, es konnte der ein oder andere ein bisschen die Ratio mitnehmen, dass er sich ein bisschen fitter machen will, besser ernähren will und einfach ein bisschen was für seine Gesundheit tun will. Weil, wie gesagt, bei mir ist es auch in den Workshops so, 80 Prozent, über 80 Prozent, haben das Konto, was da im Minus steht. Ja, Stefan, vielen Dank.

SS:
Sehr gerne, vielen Dank für das Interview und das ich Gast sein durfte.

LB:
Super, hat Spaß gemacht und Euch natürlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, ciao.