Mach Dich unbeliebt und glücklich – Diana Dreeßen

Diana Dreeßen, ehemalige Brokerin an der Börse, ist jetzt Wirtschaftscoach und Bestseller-Autorin. Ihr Buch „Mach Dich unbeliebt und glücklich“ hat Lars fasziniert. Diana Dreeßen verrät, warum Chefs und Führungskräfte Konflikten nicht aus dem Weg gehen sollen und was Mitarbeiter von ihren Chefs erwarten.

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Buchempfehlungen: (*)
Brian Tracy
Tipping Point von Malcolm Gladwell

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GoodNotes

Transkription

DD = Diana Dreeßen
LB = Lars Bobach

LB:
Herzlich willkommen zum Podcast Selbstmanagement.Digital. Wir geben Orientierung im digitalen Dschungel, so dass wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Mein Name ist Lars Bobach und ich habe heute die Diana Dreeßen zu Gast, hallo Diana.

DD:
Hallo.

LB:
Ja, schön, dass du da bist. Diana Dreeßen ist Wirtschaftscoach wirklich der oberen Erfolgsliga. Sie ist Buchautorin, Bestseller-Autorin. Das neueste Buch von ihr heißt „Du musst nicht verreisen, um bei dir anzukommen“ und das Buch, darüber möchte ich aber nicht heute mit ihr reden.

Sondern mich hat das Buch fasziniert: „Mach dich unbeliebt und glücklich“. Sie hat jahrelang an der Frankfurter Börse wirklich als Brokerin gearbeitet und ist dort durch die harte Schule gegangen und hat da sehr wahrscheinlich gelernt, was es bedeutet, sich unbeliebt zu machen.

DD:
Das stimmt.

LB:
Ja, Diana, hast du dich denn heute schon unbeliebt gemacht? Also, in unserem Vorgespräch auf jeden Fall noch nicht.

DD:
Nein, da noch nicht und eigentlich hatte ich es auch nicht vor. Leider habe ich mich wirklich unbeliebt gemacht, wahrscheinlich nur, weil du die Frage stellen würdest. Weil ich jemandem die Vorfahrt fast im Kreisel genommen hätte, was ich normalerweise nicht getan hätte. Ich war in Gedanken und dann waren die, glaube ich, nicht so freundlich darüber oder haben sich nicht darüber gefreut, dass ich das gemacht habe. Aber ich habe es auch nicht extra gemacht und mich brav entschuldigt.

LB:
Okay, aber darum geht es in deinem Buch ja nicht, irgendwelchen Leuten die Vorfahrt im Kreisverkehr zu nehmen. Sondern da geht es darum, wie man Anderen mal die Grenzen aufzeigt, sich selber durchsetzt und sowas. Erzähle uns doch mal kurz den Werdegang, wie bist du dazu geworden, zu einer Expertin auf diesem Gebiet?

DD:
Das erste ist, ich habe 20 Jahre an der Börse gearbeitet, das, was du auch schon gesagt hast und habe irgendwann dann entschieden, ich mache mal etwas anderes. Ich kann nicht immer nur mit Zahlen und Kursen zu tun haben.

Vor allen Dingen, weil ich Menschen sehr liebe, habe ich mir überlegt, was machst du jetzt mit dem, was du kannst? Wie kannst du anderen Menschen helfen, mehr Erfolg zu haben im Leben und vor allen Dingen besser zu kommunizieren? Man könnte jetzt glauben, an der Börse lernt man das nicht, weil ja da die Sprache recht kurz ist. Da gibt es „Von Dir“, da gibt es „An Dich“, da gibt es Aussuchen und dann ist auch das Thema schon durch.

Aber, was man natürlich an der Börse lernt ist, wie man geschickt verhandelt, wie man versucht, billige Stücke zu bekommen, um seinem Kunden tolle Ausführungen zu geben und da braucht man natürlich sehr viel Überzeugungskraft. Und deswegen ist zu dem Thema unbeliebt machen und glücklich zu sein ist es ganz wichtig, dass man gut kommuniziert. Denn wenn man gut kommuniziert, erfolgsversprechend kommuniziert, braucht man sich nicht unbeliebt machen. Die Menschen denken nur immer, man würde sich dadurch unbeliebt machen.

LB:
Okay, wie bist du denn auf den Zusammenhang gekommen? Ist das so ein Paintball bei uns, dass wir uns nicht gern unbeliebt machen?

DD:
Ja, das ist ganz schrecklich. Die größte Angst des Menschen ist davor, die Zugehörigkeit zu verlieren. Dann glaubt das menschliche Hirn, die Zugehörigkeit verliere ich dann, wenn ich anderen Menschen etwas sagen, was sie nicht hören wollen. Das ist einfach eine Kopplung im Gehirn und so versuchen wir, das immer wieder zu vermeiden.

LB:
Und warum machen wir das? Warum versuchen wir das? Ist uns das nicht egal?

DD:
Ja, weil wir alle geliebt werden möchten, weil wir alle gerne Harmonie haben möchten. Jetzt könnte man meinen, na ja, Frau Dreeßen, jetzt brauchen sie nur die Zeitung aufschlagen, wie wenig Harmonie wir da haben. Aber das Urbedürfnis des Menschen ist es wirklich, zu einer Gruppe, zu Menschen dazuzugehören, die einem wichtig sind.

Ich bin ja sehr viel beruflich in mittelständischen Unternehmen unterwegs, auch viel Familienunternehmen. Sie glauben gar nicht, was da alles nicht angesprochen wird, weil man Angst hat, dass man diesen Familienfrieden stören könnte.

LB:
Okay? Und das führt dann wozu?

DD:
Das führt dann zum Beispiel dazu, dass die Produktivität darunter leidet, dass die Ziele nicht so erreicht werden, wie sie erreicht werden könnten, weil man sich vielleicht nicht traut, Entscheidungsträgern mal eine Kurskorrektur vorzuschlagen, mal Dinge anzuweisen.

Man glaubt dann, der Andere nimmt es schlecht auf und lieber nimmt man in Kauf, ein paar Schleifen mehr zu machen, um an das Ziel zu kommen, wenn man dann auch wirklich ankommt. Also, die Durchsetzungskraft in den Unternehmen, in denen ich tätig bin, ist sehr schwach. Ist ja auch der Grund, warum ich gerufen werde. Wenn sie es alle könnten, bräuchten wir alle diesen Job nicht machen.

LB:
Okay, ist das denn häufig bei Angestellten der Fall oder siehst du das auch im Unternehmertum häufig?

DD:
Das ist ganz viel im Unternehmertum, also ausschließlich. Also wirklich, bei allen Unternehmen, zu denen ich eingeladen werde, um Konflikte zu lösen, um Führungskräfte zu trainieren, liegt immer 50 Prozent des Problems an der obersten Führungskraft, an dem Inhaber, an dem Geschäftsführer, weil er sich scheut, unangenehme Gespräche zu führen. Weil er Entscheidungen aussitzt, weil er einem anderen nicht wehtun möchte. Und das, finde ich, ist wirklich sehr fatal für die Unternehmensergebnisse.

LB:
Gib uns mal ein Beispiel, damit wir da mal so ein bisschen reinfühlen können. Was klemmt da?

DD:
Zum Beispiel streiten sich zwei Führungskräfte, zwei Prokuristen. Die müssen eigentlich theoretisch gut zusammenarbeiten, tun das aber nicht, weil sie sich irgendwie nicht leiden können. Und jeder meint, er ist besser als der andere. Was dann die Konsequenz wäre, dass der Inhaber die beiden sich herruft, also in eine Sitzung ruft und mit denen spricht und sagt, passt mal auf, das ist unser Ziel, da wollen wir hin, da muss ich mit dir Verwaltungschef hin, da muss ich mit dir Produktionschef hin.

Ihr beide scheint nicht zu kommunizieren, das ist aber sehr wichtig, denn ich bin hier nicht im Kindergarten. Sonst kann ich das hier auch alles selber machen. Ihr habt jetzt genau vier Wochen Zeit, euch darüber Gedanken zu machen, wie ihr zukünftig kooperativ zusammenarbeiten wollt. Und wenn ihr das nicht hinkriegt, ich bin auch gerne dabei, unterstützend dazu tätig zu sein. Wenn ihr das nicht hinkriegt, werde ich mich von euch beiden trennen.

Was glauben Sie, wie schnell die zusammen sprechen? So schnell können sie gar nicht gucken. Macht aber keiner.

LB:
Wollte ich gerade sagen, da kann ich mir schon vorstellen, dass dem Chef da, dass er so etwas auch aus dem Weg geht, so einem Gespräch, oder?

DD:
Genau und das ist eigentlich komisch, oder? Warum? Denn ihm gehört ja das Unternehmen. Warum lässt er das zu? Das ist jetzt mal so ein Extrembeispiel gewesen. Ich habe aber auch schon mal Beispiele gehabt, da habe ich auch Führungskräfte trainiert und dann kommt der Chef zu mir und sagt, sagen sie mal, können Sie meinen Mitarbeitern mal sagen, dass ich möchte, dass die sich anders kleiden, wenn sie ins Büro kommen?

Dann sage ich natürlich zu dem Chef, aber es ist doch ihre Firma? Warum sagen sie denen das nicht? Nee, also, das ist mir jetzt echt zu blöd, das müssen die doch wissen! Sage ich, ja, anscheinend wissen sie es nicht oder sie haben noch nicht darüber gesprochen, warum es ihnen wichtig ist, dass die Kleidung anders ist. Da müssen sie das ansprechen, ich mache es gerne für sie, aber es wäre viel besser, wenn sie es machen würden.

LB:
Spielt da so eine innere Unsicherheit auch eine Rolle?

DD:
Ja, es ist sehr viel Unsicherheit und dann kommt noch dazu, dass diese Innenwelten der Menschen ja auch geprägt sind. Also, sehr oft sind ja in diesen Unternehmen, haben die mittlerweile Inhaber es ja geerbt von ihren Vätern. Und ganz oft, zumindest in der Generation der Väter, war es so, dass es Patriarchen waren, die wirklich sehr rüde geführt haben, die mit sehr viel Druck geführt haben, mit sehr viel Angst geführt haben.

Die Chefs, die ich dann treffe, sind genau das Gegenteil davon. Die wollen also um Gottes willen nicht so sein wie ihr Vater und dadurch trauen die sich nicht mehr, moderate Gespräche zu führen. Das ist einer der Hauptgründe dafür. Also, es gibt immer dieses Ding, entweder bin ich genauso wie der Vater in dem Verhalten oder ich bin ganz anders. Und sehr viele, die ich treffe, die sind ganz anders.

LB:
Ich komme auch aus einer Unternehmerfamilie, wobei ich meine Unternehmen jetzt nicht von meinem Vater geerbt habe oder bekommen habe. Bei mir war es auch so, ich war auch genau entgegengesetzt. Mein Vater war mir nämlich nicht hart genug, denn er war immer so, genau wie du beschreibst. Er ist wirklich immer den Konflikten aus dem Weg gegangen, obwohl die wirklich offen vor ihm auf dem Tisch lagen. Er hat die dann nicht angesprochen, hat sich das nicht getraut. Da habe ich gesagt, das will ich nie machen. Wenn hier irgendwas im Argen ist, will ich es ansprechen.

DD:
Genau, was interessant gewesen wäre, hattest du jemals mit deinem Vater darüber gesprochen, warum er es nicht tut?

LB:
Nein.

DD:
Schade eigentlich, wahrscheinlich hätte er erzählte, dass sein Vater wiederum so ein Patriarch gewesen ist.

LB:
Das mag sein, also, das ist jetzt, die Geschichte wollen wir nicht aufrollen.

DD:
Jetzt, wo es spannend wird für die Hörer, jetzt hören wir auf.

LB:
Genau, ich kann das durchaus nachvollziehen. Was kann ich denn dagegen tun, mir ist es jetzt bewusst. Ich merke, ich gehe hier dem Konflikt aus dem Weg, ich will hier immer Friede, Freude, Sonnenschein und alles. Was kann ich denn dann tun? Wie überwinde ich denn da meinen Schweinhund? Welche Tipps gibst du denn dann?

DD:
Ich unterhalte mich mit diesen obersten Führungskräften über ihre Führungsrolle. Ich unterhalte mich dann darüber, was sie eigentlich glauben, was Mitarbeitern wichtig ist? Und es gibt fünf essenzielle Dinge, die Mitarbeitern wichtig sind.

Das ist einmal, dass der Chef in den Visionen lebt, dass er seine Ziele erreicht, dass er ehrlich und gradlinig ist und vor allen Dingen, dass er konsequent ist.

Mitarbeiter lieben eine Gerechtigkeit und eine Konsequenz, selbst, wenn das manchmal bedeutet, dass sie in einem Fall mal der Leidtragende dieser Konsequenz sind. Und wenn das die Chefs mehr verinnerlichen würden, dann würden sie sich auch mehr trauen, konsequenter zu sein. Das ist zum Beispiel ein ganz wichtiger Punkt, dass man das mal weiß und wie ich dann weiter vorgehe.

Ich fange an, den Führungsraum, den imaginären Führungsraum der Chefs einzurichten. Das heißt, normal richtet man sein Unternehmen ein in Abteilungen und so weiter. Genau das mache ich in der Innenwelt, dass ich den Menschen helfe, wirklich mal Spaß am Führen zu haben und das nicht so als lästiges, das muss ich halt jetzt auch noch machen, ich muss mich jetzt auch noch mit Mitarbeitern beschäftigen. Ich muss die auch noch motivieren, ich muss die auch anleiten, ich muss denen auch sagen, was ich will und was ich nicht will. Das ist ja eher so ein lästiges Beiwerk.

Aber daran Spaß zu haben, denn wenn man sich der Konsequenzen bewusst ist, die man erleidet, wenn man seinen Führungsraum nicht einnimmt und ich sage jetzt mal fünf Beispiele dafür, wie man sich verhält, wenn man seinen Führungsraum nicht einnimmt.

Zum Beispiel, was Sie eben gesagt haben von Ihrem Vater, man sitzt Entscheidungen aus. Oder man hält Termine nicht ein oder man schiebt unangenehme Gespräche auf oder führt sie gar nicht. Oder man kann nicht delegieren oder man ordnet Aufgaben an und kontrolliert sie nicht.

Das sind alles Themen, die dazu führen, dass ein Chef nicht in seiner Führungsrolle ist und das wird von Mitarbeitern unterschiedlicher Couleur und Zusammensetzung unterschiedlich wahrgenommen. Das heißt, haben sie in Ihrem Unternehmen jemand, der ein hohes Machtbestreben hat, wird er versuchen, die informelle Führung zu übernehmen.

Das heißt, er wird versuchen, anstelle des Chefs Parolen auszugeben oder Aufgaben zu verteilen oder eben wirklich Dinge zu kommunizieren, was eigentlich gar nicht seine Aufgabe ist, um nur mal so ein Beispiel zu nennen.

Beziehungstypen zum Beispiel, die man sehr viel auch in Produktionsbetrieben hat, die verharren in so einer Ohnmacht, weil einfach vom Chef keine direkten Ansagen kommen. Das heißt, die Fehlerquote erhöht sich.

Ordnungstypen, die man ja oft in der Verwaltung auch hat, alles, was mit Zahlen so zu tun hat, die wiederum beklagen sich die ganze Zeit über das Chaos.

Und um dem Ganzen noch eine Krone aufzusetzen, entsteht in so einem Unternehmen ein unheimlich großer Flurfunk, der auch nicht dazu beiträgt, dass die Produktion sich verbessern wird oder Ziele erreicht werden.

LB:
Okay, wie richte ich mir denn jetzt so einen Führungsraum, von dem du gerade gesprochen hast, ein?

DD:
Also, Punkt 1 eben, dass ich mir bewusstwerde, was Mitarbeiter alle brauchen. Das ich mir meiner Stärken bewusst werde.

LB:
Ganz kurz nochmal da eingehakt, was die Mitarbeiter wollen, das hast du eben so schön, kannst du das nochmal in Schlagworte zusammen? Also, du sagst…?

DD:
Also, Mitarbeiter brauchen visionäres Handeln, ein handelndes die Ziele erreicht werden können, dass ein Chef ehrlich und gradlinig ist und dass er konsequent ist.

Und der „Tupper“ obendrauf, wie wir in Hessen sagen, wäre, dass man zeitnah Informationen über alle Veränderungen und wichtige Prozesse bekommt.

Das ist für Mitarbeiter sehr wichtig und so einen Führungsraum oder einen Kompetenzraum kann ich mir einrichten, indem ich mir immer bewusst darüber bin,

– was sind eigentlich meine Stärken?
– was sind meine Topfähigkeiten?
– was sind meine Erfolge?
– was habe ich alles schon erreicht?
– wer sind meine Unterstützung?
– wer ist mein Netzwerk?
– warum bin ich überhaupt der Richtige für diesen Job?
– was sind meine Ideale?
– was sind meine Werte?

Das sind alles Fragen, für die nimmt sich niemand Zeit. Also, wenn ich zum Beispiel Workshops gebe und frage, was sind denn ihre top Fähigkeiten, da kommt meistens, ich kann gut organisieren, ich kann gut zuhören und ich helfe gerne.

Da denke ich mir, super, vielen Dank fürs Gespräch. Ja, also, die Menschen trauen sich, gerade wir in Deutschland, trauen uns nicht, zu dem zu stehen, wo wir richtig gut drin sind und wo wir Expertisen haben. Und das ist sehr schade, denn dadurch verzichten wir auf sehr viel Selbstwertgefühl.

LB:
Wie werde ich mir denn meiner eigenen Stärken bewusst? Wenn du sagst, das weiß keiner?

DD:
Indem ich zum Beispiel Menschen, die mir nahestehen, wenn ich nicht selbst draufkomme, frage, sag mal, was glaubst du, was sind meine absoluten Topstärken? Ich mache auch manchmal mit Führungskräften so eine Übung, dass sie jemanden, der ihnen sehr nahesteht, mal drei Minuten lang nur sagen lassen, was der Andere sehr gut kann. Und einfach mitschreiben!

Da ist schon beim ersten Satz, nee, kann doch jeder. Ach nee, so gut kann ich das jetzt aber auch nicht. Also, das ist wirklich ein sehr typisch deutsches Phänomen.

Es ist schade, denn es gibt ja auch die andere Seite. Wir kennen alle Menschen, von denen wir glauben, naja, da ist aber ganz viel heiße Luft, aber die ist ziemlich gut aufgebläht. Was der alles erzählt, was er kann, naja, das kann man jetzt so sehen, man kann es auch lassen.

Da hat man natürlich Angst, dass man nachher irgendein Hochstapler ist oder dass man größenwahnsinnig ist. Also geht man eher in diese andere Richtung, dass man sagt, och nee, ich bin lieber bescheiden. Das haben ja alle im Poesiealbum stehen, bleibt klein und bescheiden oder sich, was weiß ich, wie das heißt, da mag dich jeder leiden.

Ich finde, es ist so wichtig, dass man weiß, was man sehr gut kann. Es gibt ja auch genug Dinge, die man nicht gut kann. Da muss ich ja dann nicht so tun, als ob ich das auch gut kann. Aber die Dinge, die ich richtig gut kann, da gebe ich aber auch Vollgas.

LB:
Okay, das gehört also auch zu diesem Führung- oder Kompetenzraum dazu, dass man seine Stärken genau weiß?

DD:
Ganz genau und eben auch, welche Menschen stehen mir im Rücken? Das gibt eine unheimliche Kraft und auch, dass ich meine Erfolge einfach immer abrufen kann, auch die kleinen.

LB:
Jede Woche freitags habe ich in meinem To-Do-Manager, in meinem Task Manager stehen, Erfolgsliste führen. Ich führe wirklich jede Woche Freitag, rückwirkend überlege ich mir, was war in der Woche richtig gut, was haben wir erreicht? Was haben wir geschafft? Einfach, weil man sich zu oft um die negativen Dinge dreht, um da einfach auch so ein positives Mindset auch zusätzlich noch reinzukriegen.

DD:
Und es ist natürlich ganz toll, wenn man es dann auch noch mit den Mitarbeitern zusammen macht. Das ist ja wirklich 1 plus mit Sternchen.

LB:
Aah, okay, das muss ich mir dann auch noch aufschreiben.

DD:
Ach so, ja, das ist einfach toll, denn dann sind die Mitarbeiter motiviert. Also, ich habe es wirklich ganz oft auch mit Dienstleistern. Weil ich einfach mit sehr vielen Dienstleistern arbeite, dass die super gerne für mich arbeiten, weil ich sie einfach motiviere, ihnen sage, was ich richtig geil finde und ihnen aber auch sage, pass auf, das hat mir jetzt nicht so gefallen. Ich erklärte dir aber auch genau, warum. Und das ist einfach, da laufen Menschen zu Höchstleistungen auf.

LB:
Okay, aber so eine Einrichtung von so einem Kompetenzraum, ich glaube, das ist ja relativ aufwendig. Was wäre denn jetzt mal so ein Quicktipp? Ich bin jetzt einer, ich habe gerade genau dieses Mitarbeitergespräch, was ich dringend führen muss. Was ich seit einer Woche oder noch länger vor mir herschiebe, was ist denn so ein Quicktipp, um da sofort mal dranzugehen?

DD:
Quicktipp ist, in das eigene Ziel zu gehen und das Ziel zu leben. In dem Moment, wo man sich in diese Zielenergie hineinbegibt, kann man viel einfacher über diese Dinge sprechen.

LB:
Finde ich super, wenn man sich seiner Ziele bewusst ist, dann ist das auch alles wirklich einfacher, weil man ja dann daraus auch einfach eine Kraft schöpft, aus den Zielen, die man erreichen möchte.

DD:
Ganz genau. Und die ja immer zum Wohl des Ganzen sind, zum Wohl der Mitarbeiter und zum Wohl des Unternehmens. Geht es dem Unternehmen gut, geht es den Mitarbeitern auch gut.

LB:
Genau, super, viele sind sich aber auch selbst dieser Ziele nicht bewusst. Das kann ich nur immer aus meinen Workshops sagen oder aus meiner Akademie oder sowas. Wenn man Leute mal fragt, was sind deine Ziele oder was ist dir wichtig, da kommt oftmals wie bei dir, was sind deine Stärken, da kommt auch nur blablabla. Das sind auch viele sich nicht bewusst und das muss man sich auch bewusstmachen, was sind eigentlich meine Ziele und Werte? Wofür stehe ich und was möchte ich erreichen?

DD:
Ganz genau, ja, oder sie sind ebenso Wischiwaschi. Ja, ich möchte ein bisschen mehr Geld verdienen? Ja, was ist ein bisschen mehr? 1 Euro? Oder was? Das habe ich ja auch, diese Gespräche führe ich ja auch ständig.

LB:
Klar.

DD:
Gut, dass wir beide so gut trainiert sind. Das ist der Vorteil von so Menschen wie uns, die einfach in dem Bereich Dienstleister sind, dass sie selber jeden Tag so viel trainieren, dass es für uns ja schon praktisch wie eine Muttermilch ist.

LB:
Ja, ich muss nur aufpassen, dass ich nicht, denn ich bin in meinen Gedanken schon zehn Schritte weiter, dass ich alle immer mitnehme, ist bei mir immer das Thema.

DD:
Das habe ich mir schon gedacht, das hört man schon an den Sprachmustern.

LB:
Echt?

DD:
So ein Schneller, ja.

LB:
Wie kommst du jetzt darauf?

DD:
Das machen wir mal nicht beim Telefonat. Wenn ich jetzt anfange, dann wird es richtig spannend, das ist dann so ein bisschen wie beim Striptease, lassen wir jetzt mal.

LB:
Ich merke schon, überall bewege ich mich hier aufs Eis, egal, wo ich mit meinem Vater, jetzt kommt das. Okay, weiß du was? Wir hören jetzt hier mal auf, das ist alles super interessant. Also, wie man lernt, einfach wirklich besser sich unbeliebt zu machen, Nein sagen lernen, sich seiner Ziele bewusst sein, seinen eigenen Führungs- oder Kompetenzraum einzurichten.

Ich würde sagen, bevor das hier wirklich komplett irgendwie zum Striptease wird, gehen wir mal in die Schlussrunde. Das ist ganz notwendig für mich. Diana, welcher ist dein wichtigster Produktivitätstipp?

DD:
Das ist der, den wir eben schon genannt haben, immer im Ziel leben. Es macht so viel Energie frei, dass ich unheimlich produktiv bin. Ich liebe meine Ziele und ich lebe darin.

LB:
Super, was machst du als Unternehmerin, um abzuschalten?

DD:
Alles Dinge, die ich gerne tue, ins Kino gehen, mal einfach blöd im Garten rumsitzen und in die Bäume gucken, lesen, mich mit Freunden treffen. Das ist für mich eine ganz große Abschaltung, weil ich einfach Menschen so liebe und meine Freunde so liebe und auch sehr gute Freunde habe. Das mache ich so zum Abschalten, an die Ostsee fahren, das ist für mich das Allergrößte, Länder bereisen, das mache ich alles zum Abschalten.

LB:
Gut, welche Apps oder welchen Internetdienst kannst du der Selbstmanagement.Digital Community empfehlen?

DD:
Jetzt könntest du mich natürlich auseinandernehmen, weil man wahrscheinlich schon gehört hat, dass das nicht mein Spezialgebiet ist. Aber einen Joker habe ich. Ich habe mir vor ein paar Wochen dieses GoodNotes runtergeladen. Ich muss sagen, seitdem ich dieses iPad Pro mit diesem GoodNotes habe, brauche ich keine Protokolle mehr schreiben, denn ich schreibe es ja mit und dann wird es schön digitalisiert. Das finde ich traumhaft, es ist für mich eine Arbeitserleichterung sondergleichen. Da fühle ich mich jetzt schon ziemlich fortschrittlich.

LB:
Okay, ja, ist ja auch toll, ist ja auch super. Ganz klasse.

DD:
Und am schönsten finde ich den Textmarker, der da drin war. Weil ich Textmarker so liebe.

LB:
Also, PDF bearbeiten, damit wird es natürlich richtig klasse.

DD:
Insofern bin ich jetzt nicht so ein ganz schlimmer Dinosaurier, also, nur so ein halber. Jetzt fühle ich mich gerade unheimlich fortschrittlich. Wahrscheinlich, wenn du jetzt von deinem Know-how weitererzählen würdest, würde ich dann doch ganz still werden und müsste dann mir schnell wieder überlegen, was meine Stärken sind.

LB:
Meinen Führungs- oder Kompetenzraum müsste ich dann hier ausbreiten, tue ich aber gar nicht.

DD:
Da habe ich aber Glück gehabt.

LB:
Nein, will ich auch gar nicht. Welches Buch hat dich als Unternehmer und Mensch am meisten geprägt?

DD:
Also, es gibt mehrere, aber die, die ich am Anfang meiner selbständigen Karriere viel gelesen habe, sind die von Brian Tracy, die habe ich auch teilweise auf Englisch gelesen, weil es sie dann in Deutsch noch nicht gab. Die finde ich richtig gut. Das ist ja so ein Vertriebstyp, der wirklich eine sehr tolle Sprache hat, der sehr einfach die Dinge auf den Punkt bringt und vor allen Dingen, der auch noch den Aspekt dabei hat, den ich in meinen Büchern auch dabei habe, dass man sich auch vom Leben gerne zuarbeiten lässt.

Das liebe ich und dann habe ich natürlich noch diese Bücher von Gladwell, die finde ich auch richtig gut. Da ist zum Beispiel Tipping Point, eins meiner Lieblingsdinge, wie praktisch man mit kleinen Dingen Großes bewirken kann und wie sich manchmal solche Wogen, also, man fängt mit einer kleinen Sache an und auf einmal wird es so eine Welle und der hat halt untersucht, wo ist denn dieser Punkt, wo der Erfolg wirklich zum Greifen kommt? Und es ist richtig toll, also, es ist eines meiner Lieblingsbücher. Weil er sehr gut recherchiert und das ist ein Mut machendes Buch, ja.

LB:
Welches ist der beste Ratschlag, den du jemals erhalten hast?

DD:
Diana, bleibe einfach so, wie du bist und vertraue wieder deinen Stärken.

LB:
Okay, da sind wir wieder bei den eigenen Stärken. In dem Zusammenhang, wie wichtig ist es denn, seine eigenen Schwächen zu kennen?

DD:
Das ist auch wichtig, das finde ich auch sehr wichtig. Vor allen Dingen, nicht nur, sie zu kennen, sondern sich denen auch zu stellen. Und wenn man das schafft, man das wirklich kann oder da wirklich so einen Seelen-Striptease zu machen oder ohne sich selbst runterzureden. Wenn man dazu stehen kann, dann ist man wirklich stark.

So, wie ich jetzt vorhin gesagt habe, so, jetzt kann ich dir schonmal eine Vorlage geben, wo du mich gleich kriegen kannst. Dann gehe ich damit sehr locker um in dem Wissen, dass, würdest du drei, vier die richtigen Sätze platzieren, wäre ich schachmatt. Da würdest du mir Wörter an den Kopf schmeißen und ich würde sagen, ich glaube, der redet gerade chinesisch.

LB:
Aber das ist gar nicht mein Ziel hier.

DD:
Weiß ich doch!

LB:
Wir wollen von deiner Expertise hier lernen. Deshalb interviewe ich.

DD:
Weiß ich doch, aber es geht ja um Schwächen und ich finde, das Wichtigste ist, denn die Frage ging ja über Schwächen und insofern, wenn man das kann, wenn man dazu steht und nicht versucht, sich da irgendwie rauszuwinden, dann ist man wirklich stark.

Und das ist etwas, was ich auch praktiziere und gar nicht drumherum komme, es nicht zu praktizieren, weil ich natürlich sehr oft in Trainings auch Menschen haben, die da gar nicht reinwollen und die sich erst mal nur eine Stunde darauf konzentrieren, was sie jetzt bei mir finden könnten, damit sie mich aushebeln und bis jetzt haben sie noch nichts gefunden.

LB:
Super, wenn jetzt die Hörer hier denken, die Diana, die hat ja richtig was drauf, ich will auch gerne mich unbeliebt, aber glücklich, machen. Wie kommt man denn mit dir in Kontakt?

DD:
Am besten über E-Mail, das ist immer am besten, weil ich da ganz schnell drauf reagiere.

LB:
Und die E-Mail-Adresse ist?

DD:
Dann rufe ich auch sofort zurück, die ist info@dianadreessen.de. Also, ohne Punkt zwischendrin.

LB:
Werden wir hier auch auf jeden Fall verlinken. Super, Diana, hat viel Spaß gemacht. Ich habe ein paar Sachen hier mir notiert. Zum anderen, dass ich diese Erfolge auch mit meinem Team teilen werde oder mit meinem Team auch eine führen werde. Das ist wirklich super, dass man sich vielleicht freitags oder montags dann vielleicht beim Daily Huddle sich darüber auch nochmal Gedanken macht, habe ich mir direkt aufgeschrieben, dass ich das jetzt auch mal einführe und mit meinem Vater, das ist ein anderes Thema.

DD:
Ich finde es ein viel spannenderes Thema, dass du so schnell bist.

LB:
Okay, alles klar. Ja, da können wir gleich nochmal in Ruhe drauf eingehen. Also, Diana, erstmal vielen Dank.

DD:
Sehr gerne, es hat mir auch sehr Spaß gemacht.

LB:
Mir auch und ich sage euch natürlich wieder, mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, ciao.

Bildquelle: Diana Dreeßen, fotografiert von Alexa Kirsch

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