Mit Meditation zu einem besseren Unternehmer – Interview mit den Gründern von 7Mind Manuel Ronnefeldt und Jonas Leve [Podcast 111]

Jonas Leve und Manuel Ronnefeldt sind die Gründer von 7Mind und beschäftigen sich mit dem Thema Meditation. Sie haben mit über 500.000 Downloads die beliebteste App Meditation und Achtsamkeit in Deutschland.

Gründerteam

Das Thema Meditation wird verknüpft mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und auch für die ganz Unruhigen unter den Hörern gibt es Tipps und Tricks, wie man dennoch mit der Meditation beginnen kann. So kann jeder kostenfrei und unverbindlich das Meditieren testen.

Hier das Transkript des gesamten Podcasts und vorab die erwähnten Sponsoren und Links:

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MDD Workshop 2018
Lars Bobach Online-Marketing AG

Links

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Kontakt info@7mind.de

Bücher
Siddhartha von Hermann Hesse
The four agreements
Scaling Up von Verne Harnish

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Things
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LB: Herzlich willkommen zum Podcast „Produktiv in digitalen Zeiten“. Wir geben Orientierung im digitalen Dschungel, so dass wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Mein Name ist Lars Bobach und ich sitze heute zusammen mit den beiden Gründern von 7mind, dem Manuel und dem Jonas. Hallo Ihr Zwei!

7M: Hallöchen.

LB: Ja, 7Mind wird sicherlich dem Einen oder Anderen, der sich mit dem Thema Meditation beschäftigt, einen Begriff sein. Und zwar sitzen die beiden, Jonas und Manuel mit ihrer Firma 7Mind in Berlin. Gegründet haben sie es ganz bodenständig, auch, wenn sie jetzt im hippen Berlin sitzen, 2014 im Ruhrgebiet. Also quasi 100 Kilometer Luftlinie hier von mir, an der Uni Witten Herdecke. 7Mind ist mit mittlerweile über 500.000 Downloads – die Zahl muss man sich auf der Zunge zergehen lassen – die beliebteste App für Meditation und Achtsamkeit in Deutschland. Jonas, Manuel, heute schon meditiert?

7M: Ja sicher.

LB: Müsst Ihr ja sagen. Wie oft macht Ihr das denn?

7M: Ich mache es einmal am Tag, ich mache es aber auch schon lange. Ich habe es während des Zivildienstes gelernt, den habe ich in Indien gemacht. Das war 2009, da „musste“ man es noch, heute gibt es das ja nicht mehr, die Pflicht. Zum Glück gab es das da noch und ich habe da einen längeren Kurs besucht. Seitdem mache ich das eigentlich jeden Morgen.

LB: Es scheint auch ein Riesenbedarf zu sein. Ich meine, wenn Ihr über 500.000 Downloads habt und Ihr habt ja auch noch ein paar Konkurrenten.

7M: Absolut. Das ganze Thema ist eigentlich, kann man sagen, wir sagen es immer so, seitdem es Smartphones gibt, haben die Leute etwas, was sie permanent so stresst, dass sie irgendeinen Ausgleich brauchen. Das ist sicherlich ein Faktor der da reinspielt, das Meditation mittlerweile echt zurzeit ein Trendthema ist. Zum anderen passt es auch zum Zeitgeist, dass man sagen würden, dass das Ganze schon momentan in Deutschland oder generell in der westlichen Welt eine große Popularität genießt.

LB: Okay, erzählt uns doch mal, bevor wir dann in das Thema Meditation eintauchen, ganz kurz Euren Werdegang. Wie seid Ihr auf 7Mind gekommen? Was steckt dahinter?

7M: Wir haben zusammen studiert, wie Du schon gesagt hast, an der Uni in Herdecke. Und wir haben da einen großen Kongress organisiert, der sich an Familienunternehmer richtet. Das ist der größte in Deutschland in dem Zusammenhang, da hat die Uni einen Symposiums-Schwerpunkt drauf. Die Studenten, die das organisieren, bestimmen auch immer das Thema dieser Konferenz. Und wir haben uns als Oberthema „Neuland“ ausgesucht. Also, neue, alternative Ansätze in der Wirtschaft vorzustellen. Da war für uns Achtsamkeit ganz klar ein Baustein.

Wir haben Ausschau gehalten nach guten Referenten und Keynote-Speakern, die dazu was erzählen können. So sind wir auf Paul Kohtes gestoßen, der jetzt Kopf und Stimme der App ist. Wir haben ihn als Speaker eingeladen, haben ihn da kennengelernt. Wir haben uns sehr gut verstanden. Wir waren beeindruckt, wie er es geschafft hat, diesen doch eher konservativen Familienunternehmern das Thema so nahezubringen, dass sie da nachher offen drüber diskutiert haben, sich damit auseinandergesetzt haben. Weil, das Image von Meditation, zumindest jetzt in drei Jahren, es hat sich auch ein bisschen geändert, ist immer noch sehr, sehr behaftet und esoterisch, mit Hippies verbunden etc.

Paul Kohtes hat eine sehr angenehme Art, weil er selber auch aus der Wirtschaft kommt – er hat eine große PR-Agentur gegründet – das Thema gut rüberzubringen. Da dachten wir, mit ihm eine moderne Art, ein modernes Trainingsprogramm zu entwickeln, um diesem Image, den das Thema hat, entgegenzuwirken, wäre eigentlich eine super Idee. So ist das Ganze ins Rollen gekommen. Dann haben wir ihn einfach kurz darauf angehauen, haben gesagt, hier, das wäre eine Idee und dann waren gerade Apps sehr populär. Wir haben gesagt, okay, machen wir es auf dem Smartphone, das hat man eh immer dabei. Und er hat schnell eingewilligt, war sofort von der Idee begeistert und dann kam eins zum anderen. Wir haben eine GmbH gegründet und noch während des Studiums, das erste Jahr sozusagen, ein Mindset gebaut.

Genau und damals war es so, dass wir dann, wir glauben an den Erfolg, dass es etwas werden konnte, haben das aber am Anfang schon im Startup-Jargon, würde man sagen, gebootstept, also, wir hatten ein bisschen Geld, um Programmierer zu bezahlen. Und erst, als wir dann gemerkt haben, da ist tatsächlich Fahrt drauf, also, das geht in Richtung dieser 500.000 Downloads, dann haben wir eigentlich gesagt, es macht Sinn, da nochmal ganz klassisch einen weiteren Investor ranzuholen, um das ganze Thema einfach ein bisschen größer auszubauen.

In dem Zuge sind wir auch nach Berlin gezogen, was neben dem, dass es vielleicht hipp ist, vor allem super dafür ist ein Suburb aufzubauen, weil du sehr viel gute IT-Menschen hier hast, weil du sehr viele gute Leute aus dem Marketing hier hast. Also, hier gibt es eine ganz, ganz große Startup-Szene, gerade im Bereich Apps, wo wir einfach sehr gut reinpassen oder uns die relevanten Leute suchen können.

LB: Okay, bleiben wir mal bei dem Unternehmen, das ist ja interessant. Du sagst, Ihr habt noch einen Investor reingeholt. Wie seid Ihr denn jetzt finanziert?

7M: Finanziert sind wir momentan, man würde es nennen, ein Seed Investment haben eigentlich und dass wir da eine mittlere sechsstellige Summe haben, was uns erlaubt, das Thema erstmal in Deutschland und vielleicht in ein oder zwei anderen Ländern auszurollen. Es ist ein family office, was an das Thema, an uns, glaubt. Und bisher scheinen wir das auch ganz gut zu bestätigen.

LB: Schön, welche Zahlen schreibt Ihr denn zurzeit? Also, lass uns doch mal so an Zahlen, die Ihr jetzt rausgeben wollt und könnt und dürft, auch teilhaben. Downloads haben wir, 500.000. Wollt Ihr uns was über die Abos verraten? Wieviel Mitarbeiter? Seid Ihr profitabel? So etwas würde mich mal interessieren.

7M: Es ist natürlich immer die spannende Frage. Wir haben ein klassisches Freemium Modell. Das heißt, die App ist kostenlos. Die kostet erstmal nichts. Den Grundlagenkurs dazu kann man erstmal ausprobieren. Damit kann man schon mal eine Menge machen. Wenn man dann mehr machen will, wenn man in die Themen-Kurse einsteigen will, dann kann man ein Abo abschließen. Das ist so das klassische Modell, wie auch die ganzen Fitness-Apps etc. arbeiten. Man versucht da immer so die fünf Prozent zu knacken. Das ist so der Gold Standard in der App-Industrie, dass fünf Prozent der Leute, die die runterladen, auch bezahlen. Da sind wir auf einem ganz guten Weg dahin. Wir sind relativ zufrieden mit der conversion rate. Am Anfang dachten wir, als die (00:06:51), dachten wir, ist ja katastrophal. Es müssen mindestens die Hälfte oder ein Drittel der Leute das auch bezahlen. Aber es reicht eigentlich ein kleinerer Teil. Dadurch, dass man so viel organisches Wachstum hat durch den App-Store. Dadurch, dass man das im Internet so machen kann, ist es eigentlich ganz gut. Genau, Mitarbeiter sind wir jetzt 12. Eine Hälfte arbeitet Vollzeit, die andere Hälfte Teilzeit. Wir stellen jetzt gerade drei, vier Leute ein, also, wir streben eine Teamgröße von 15, 16 an. Damit wir auch noch in zwei, drei Jahren in zwei, drei weiteren Märkten gut aufgestellt sind. Profitabel sind wir noch nicht, aber auch nicht mehr weit davon entfernt. Dazu muss man auch mal sagen, wenn wir wollen, wären wir natürlich schon längst profitabel. Das ist aber was, was wir momentan nicht anstreben. Einfach, weil wir, wenn es uns das erlaubt, das Finanzielle in das Wachstum stecken.

LB: Ja klar.

7M: Man könnte jetzt natürlich auch den Schalter umdrehen und hier und da sparen. Es würde aber auch zu Lasten von zukünftigem Wachstum gehen. Das wollen wir jetzt gerade einfach nicht haben.

LB: Gut, klar, das ist ja auch ein … ganz klar, ich meine, Amazon hat das ja vorgemacht im ganz, ganz großen Stil. Die haben ja ein Jahrzehnt, glaube ich, nur Verlust gemacht. Ist jetzt übertrieben, aber, die sind auch sofort profitabel, wenn sie nicht alles sofort wieder reinvestieren in Wachstum. Das ist klar.
Was unterscheidet denn 7Mind von anderen Meditations-Apps wie Headspace, Calm oder was es da noch alles andere gibt?

7M: Hauptsächlich ist es natürlich die Sprache. Wir sind einfach die ersten, die es in Deutschland gemacht haben. Wir haben natürlich auch geschaut, ob es sonst noch Apps gibt in Deutschland, da gab es nichts. Im amerikanischen Raum waren schon einige da, da ist die Mindfulness-App als erste App zu nennen. Headspace ist relativ schnell gewachsen und jetzt mittlerweile die bekannteste App.

Wir sind gerade dabei, weil wir jetzt auch internationalisieren, haben wir jetzt in Deutschland quasi noch nicht so einen großen Differenzierungsbedarf gehabt und unser Training unterscheidet sich natürlich ganz automatisch insofern, dass wir einen ganz anderen Lehrer haben als die anderen Apps. Und jeder Lehrer entwickelt so seinen eigenen Stil. Da haben wir auch mit Paul Kohtes, wie schon gesagt, einen super Lehrer gefunden, der in Deutschland wahrscheinlich zu den besten gehört, würde ich sagen, weil er schon sehr, sehr viel Erfahrung hat. Ist auch schon 72, also, gibt schon sehr, sehr lange retreat, da haben wir einen super Typen.

Ich würde sagen, wir unterscheiden uns dadurch, dass wir einen guten Trainer haben, der seinen Stil, seine Meditation sozusagen bei uns in ein app-taugliches Format gebracht hat. Für die Internationalisierung, wie gesagt, arbeiten wir gerade dran, aber an Alleinstellungsmerkmalen, die uns dann quasi auch, wenn wir in den englischsprachigen Raum kommen, wo halt schon viele Apps sind, nochmal absetzen. Und das wird so in Richtung Individualisierung gehen, dass du quasi nicht einfach mit dieser großen Library konfrontiert bist und Dir selbst deinen Weg zusammensuchen musst. Das überfordert nämlich viele Leute, wie wir mitbekommen haben. Sondern, dass wir ein bisschen individuell auf den User eingehen können und einen persönlichen Trainingsplan zusammenstellen. Daran arbeiten wir gerade.

LB: Okay, dass man so den ein bisschen an die Hand nimmt, sozusagen?

7M: Genau. Das ist die Herausforderung beim Meditieren. Man fängt an, man findet es meist auch relativ gut und merkt schnell die Auswirkung. Aber, so wie bei allem, das kennt jeder vielleicht aus dem Fitnessstudie oder so, daraus wirklich eine Gewohnheit zu machen und es regelmäßig, am besten täglich, zu machen, das schaffen die Wenigsten.

LB: Absolut. Muss ich auch sagen, also, dieser Herr Kohtes, der ist wirklich, das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Ich habe auch die Englischsprachigen mal getestet. Da tue ich mich schwer, obwohl ich wirklich relativ gut Englisch rede. Ich habe ja ein Jahr in Amerika gelebt auch. Aber auf Deutsch ist es angenehmer und Eurer Sprecher oder der, wie nennt man das?

7M: Lehrer.

LB: Lehrer, okay. Trainer, Lehrer, wirklich, sehr, sehr angenehm. Ganz, ganz toll. Finde ich wirklich, macht er wirklich richtig, richtig klasse. Warum ist denn Meditation so wichtig und warum gerade für Unternehmer? Was meint Ihr?

7M: Also, da könnten wir jetzt eine Stunde einen Podcast drüber machen über die positiven Auswirkungen, die die Meditation hat.

LB: So viel Zeit haben wir leider nicht heute.

7M: Da würde ich allen raten, also, wir haben da in unserem Blog relativ viel zu. Um einfach nur mal drei Dinge zu nennen, für jeden, viele deiner Hörer sind ja Unternehmer, um für die drei Dinge zu nennen. Zum einen, das sind jetzt alles Sachen, da gibt es eine Menge wissenschaftliche Studien zu. Also, da gibt es eine Menge Forschungs-Backup.

Zum einen, es reduziert effektiv Stress. Das gibt es seit 30 Jahren und ist gut erforscht. Da sei das Stichwort MBSR, mindfulness based stress reduction, genannt. Da gibt es richtig gute Kurse zu. Generell sorgt Meditation dafür, wenn ich das in dieser Regelmäßigkeit mache und eine gewisse Regelmäßigkeit bedeutet am besten, jeden Tag, aber, auf Dauer reicht eigentlich schon so ab fünf Minuten aufwärts, dann ist eine Regelmäßigkeit gegeben. Dann kann ich nach ein, zwei Wochen erste Effekte auch direkt bei mir wahrnehmen, dass mich Stress weniger direkt anfasst, weniger angreift und dass ich damit besser umgehen kann.

Zum zweiten Punkt: Es gibt Studien, die sagen, dass das in einer Kommunikation, gerade in Teams, sehr viel verbessern kann, einfach indem man schaut, was jemand anderes zu mir sagt, dass ich das nicht für bare Münze nehme sofort und direkt darauf reagiere, sondern dass ich auch fremde Meinungen erstmal wahrnehme als das, was sie sind und dann eine sehr bewusste Reaktion darauf wählen kann. Also, es ist so ein bisschen, was Yoga für den Körper ist, so kann Meditation auch ein bisschen für die Kommunikation sein, dass man einfach mit verschiedenen Meinungen, mit Reaktion auf etwas, achtsamer umgeht.

Und zum dritten ist es allgemein, wenn mein Freund ein Problem mit dem Blutdruck hat, auch da gibt es Studien dazu, dass Meditation generell wie alle anderen, gibt es bei Berufstätigen auch, auch darauf einfach einen sehr positiven Effekt haben kann, also auf das allgemeine Wohlbefinden, auf die allgemeine Gesundheit. Wir sind aber auch selbst keine Wissenschaftler, wir arbeiten da mit Professor Esch zusammen, der ist Medizinprofessor in Witten, Herdecke und hat das Thema Meditation und wie die Auswirkungen davon sind, schon sehr weit erforscht. Also, ich glaube, jeder, der da mehr infiziert ist, dem kann ich zum einen unsere Homepage 7mind.de ans Herz legen, da gibt es unser Magazin, da steht einiges dazu drin. Ansonsten alles an Lektüre von Jon Kabat-Zinn. Das ist ein amerikanischer Medizin-Professor. Da gibt es wirklich sehr, sehr viel in den letzten Jahren.

LB: Okay, habe ich verstanden. Reduziert Stress, sorgt für mehr Achtsamkeit, dadurch bessere Kommunikation und hilft auch noch meiner Gesundheit. Kann ich alles nachvollziehen, verstehe ich alles. Aber, was habt Ihr denn jetzt für Tipps für Leute wie mich, die das schon zehnmal versucht haben und es einfach nicht schaffen?

7M: Die gleiche Frage könnte man auch stellen, wenn man mit dem Rauchen aufhören will. Alles eine Sache der Gewohnheit. In dem Fall wäre es nicht, sich eine schlechte Gewohnheit abzugewöhnen, sondern, eine prinzipiell gute Gewohnheit neu zu erlernen und dann auch dranzubleiben.

LB: Ja, aber ich würde mich selbst als sehr disziplinierten Menschen eigentlich bezeichnen. Ich rauche nicht, ich mache sehr, sehr regelmäßig Sport. Ich mache jeden Morgen meine Morgenroutine und ich bringe auch Sachen nach vorne. Aber, irgendwie, da, ich bin zu unruhig, habe ich das Gefühl. Ich sitze dann da und höre das und nach zwei Minuten, da habe ich zehn Ideen wieder und die muss ich aufschreiben.

7M: Dann ist die Selbstdisziplin vielleicht noch nicht so hoch, wie sie sein könnte. Wenn ich das mal provokant sagen kann.

LB: Kannst Du ruhig, aber, das ist dann auch so. Muss ja, sonst wäre es nicht so.

7M: Absolut. Es ist natürlich die Frage, interessiert einen das wirklich? Fühlt man bei sich wirklich den Bedarf und die Notwendigkeit, um zu sagen, ich will es jetzt aus Interesse oder vielleicht aus einer gesundheitlichen Notwendigkeit, will ich das wirklich lernen und zu einer dauerhaften Gewohnheit machen. Wenn das nicht so ist, don’t force it. Es bringt ja keinem was, wenn man gehört hat, das Thema ist super im Trend und toll, wenn es einem einfach nicht liegt. Solange man nicht darauf angewiesen ist irgendwann, soll man es auch einfach lassen.

Aber, was dann helfen kann, wenn man doch dranbleiben will, ist einfach mit sich einen kleinen Vertrag zu schließen oder seiner Partnerin oder seinem Partner davon zu erzählen. So ein bisschen sozialen Druck aufzubauen und zu sagen, ich werde jetzt mal für die nächsten, einfach gesagt, für die nächsten sieben Tage, meditiere ich einfach mal jeden Morgen. Der Schlüssel daran ist, und das ist Gewohnheitsforschung, es an eine bestehende Gewohnheit zu koppeln. Nicht zu sagen, ich meditiere jetzt die nächsten sieben Tage, sondern zu sagen, wo habe ich jetzt schon eine bestehende Gewohnheit? Das könnte sein – die meisten von uns haben wahrscheinlich die Gewohnheit, dass sie morgens duschen und dann wäre zum Beispiel ein Satz, den man sich in den nächsten sieben Tagen mal überlegen könnte, immer, wenn ich morgens dusche, meditiere ich danach direkt im Anschluss. Das fällt uns im Gehirn viel, viel einfacher, etwas an eine bestehende Gewohnheit anzukoppeln, als irgendwo in diesem Tagesablauf eine ganz neue Gewohnheit zu schaffen. Es kann auch sein, immer, wenn ich frühstücke, setze ich mich danach sieben Minuten hin und meditiere mit 7Mind oder mit irgendeiner anderen App. Also, irgendeine bestehende Gewohnheit und daran Meditation koppeln.

Der knallharte Tipp wäre dann, zu sagen, man gibt seinem Partner, Freund, oder wem auch immer, 50 Euro und sagt, du kontrollierst mich jetzt dabei und wenn ich das in den ersten sieben Tagen nicht schaffe, dann spendest du die 50 Euro an irgendeine Organisation, die ich eigentlich überhaupt nicht leiden kann. Also, bei mir könnte das zum Beispiel Schalke 04 sein. Einfach mal wirklich einen finanziellen Druck, das einfach mal sieben Tage durchzuziehen. Aber, der letzte Tipp wäre so spaßeshalber gemeint. Ich glaube, wenn man das mit der Gewohnheitskoppelung beherzigt, dann kann es eigentlich schon was werden.

Letztlich kann auch gesagt werden, das ist meine Erfahrung, wenn Du sagst, es fällt Dir sehr, sehr schwer zu meditieren und nach zwei, drei Minuten schlägt es Dich wieder raus. Also, umso schwerer es Dir fällt, umso größer ist der Bedarf sozusagen. Schnelle, viele Gedanken sind in Deinem Kopf und ich glaube, im Training die so ein bisschen zu drosseln oder zu beobachten und da eine Distanz reinzukriegen, hat dann einen sehr, sehr großen Effekt. Also, umso schwerer es fällt, in die Routine zu kommen, umso größer ist der Effekt nachher, wenn man es geschafft hat.

LB: Alles klar, dann habe ich jetzt natürlich den Druck. Wobei, ich muss sagen, ich fahre ja sehr viel Fahrrad und das hat für mich auch ein bisschen was Meditatives. Aber egal. Okay.

7M: Absolut, genau, es ist quasi eine Form der Entspannung. Viele sagen auch, ich muss eine Stunde täglich joggen und bin dann raus und habe sonst keine Reize, außer, ich laufe einfach. Kann mich so entspannen. Genau, das, was wir machen, ist ja nur eine von vielen Formen, wie man es schafft, abzuschalten, einfach die Gedanken zur Ruhe zu bringen.

Aber das noch als letzten Punkt dazugefügt. Natürlich kann man Meditation einfach als Entspannung nehnen. Und dann ist es genauso gut, wenn ich, das mache ich eigentlich auch, ich gehe dreimal die Woche eine dreiviertel Stunde joggen. Das ist reine Entspannung. Was wir mit 7Mind versuchen, was auch ein Großteil der Meditationslehrer versuchen, ist, Meditation als Technik zu begreifen, die, indem man sie anwendet, automatisch auch für Entspannung sorgt, aber eigentlich ist es ein ganz spannendes Mittel, zu bemerken, dass man seine Gedanken oder was auch immer, was einen stresst, dass man es in einem ersten Schritt überhaupt mal beobachten kann, dass man nicht selbst in seinen Gedanken ist. Das kann kurz- und mittel- und langfristig sehr, sehr entspannende Wirkungen haben. Wenn man merkt, ich habe zwar die Gedanken im Kopf, aber ich bin nicht diese Gedanken. Und wenn ich will, kann ich auch auf eine gewisse Distanz dazu gehen. Das sorgt schon automatisch für Entspannung. Wenn man das mal begriffen hat und das trainiert eigentlich die Meditation. Zu gewissen Wahrnehmungen, zu gewissen Körperempfindungen, gewissen Gedanken, in Distanz zu treten.

LB: Okay, wir müssen jetzt hier schnell machen, damit ich mich gleich direkt hinsetzen kann und loslegen kann. Darauf habe ich jetzt richtig Lust. Jetzt aber dazu mal eine Frage: 7Mind heißt Ihr ja, weil, die Meditationslänge ist sieben Minuten bei Euch? Ist das richtig?

7M: Ja. Korrekt.

LB: Ist das bei allen Meditationen so oder warum habt Ihr Euch auf sieben Minuten da irgendwie festgelegt?

7M: Es war eine Idee von Paul. Dazu gibt es eine Studie, dass halt schon wenige Minuten reichen, wenn man es dann regelmäßig macht, Effekte nachzuweisen. Da war es auch so eine Untergrenze einfach an Anzahl der Minuten. Wir haben gesagt, okay, wir wollen die Leute am Anfang abholen, nicht überfordern. Und es soll so kurz wie möglich sein, in den Alltag von möglichst vielen Leuten reinpassen. Es soll natürlich trotzdem so lang sein, dass eine Wirkung spürbar ist. Und da haben wir uns auf diese sieben Minuten eingependelt.

Wir sind aber auch gerade dabei, längere Versionen von den einzelnen Übungen zu erstellen, weil wir jetzt immer mehr User haben, die natürlich schon länger dabei sind, ein, zwei Jahre mit uns trainieren und da gute Erfahrungen machen und die sagen, die sieben Minuten sind mir jetzt ein bisschen zu kurz. Oder Paul redet mir jetzt zu viel, am Anfang braucht man eine sehr enge Führung durch eine Übung, später kann man immer mehr Stille sozusagen auch „aushalten“. Und so wird eines der zukünftigen Updates sein, dass man aus verschiedenen Längen wählen kann, um länger zu meditieren, wenn man es möchte.

LB: Okay, alles klar. Dazu fällt mir noch ein, für meine Hörer, für die „Produktiv in digitalen Zeiten“-Community, ich hatte vor zwei, drei Monaten den Stefan Merath hier im Interview. Er ist ein Unternehmercoach oder der Unternehmercoach, hat auch mehrere Bücher geschrieben und der sagt auch, Meditation wäre sein wichtigstes Ding. Der meditiert aber, glaube ich, eine Stunde am Tag, auf jeden Fall wahnsinnig lang. Da habe ich gedacht, um Gottes Willen. Also, das wäre für mich unvorstellbar. Sieben Minuten – vielleicht kriege ich das ja noch hin.

Aber, was ich noch sagen wollte nur dazu, für die Hörer, wenn es sie interessiert, bitte nach Stefan Merath mal bei mir im Blog suchen. Der hat nämlich auch noch ein Buch empfohlen von einem Unternehmer, der da beschrieben hat, wie er mit dem Meditieren angefangen hat und da Tipps, auch extra für Unternehmer, wie man da in die Meditation kommt.

Ihr seid ein Startup in Berlin, wunderbar. Das hört sich alles toll an. Aber, es gab ja bestimmt auch ein paar Herausforderungen oder Rückschläge als Unternehmer? Was waren denn so welche, was war denn so die größte Herausforderung, mit der Ihr Euch so herumschlagen musstet und was habt Ihr daraus gelernt?

7M: Ist eine gute Frage, haben wir natürlich. Die eine große Herausforderung gab es für uns gar nicht so, wo wir jetzt sagen würden, daran sind wir jetzt fast gescheitert. Es gab wahrscheinlich viele kleine. Generell, das werden die meisten Deiner Hörer bestätigen können, ist selbständig bzw. Unternehmer zu sein, an sich schon eine große Herausforderung. Es ist eine, die einen sehr erfüllen kann, sehr viel Freude bereitet, aber, nichtsdestotrotz auch mit einer Menge Anstrengung verbunden ist. Ich glaube, wir merken, jetzt ein bisschen weniger als früher, aber, gerade am Anfang haben wir einfach gemerkt, ist uns bewusst geworden, wie viel wir eigentlich nicht wissen. Und dass ein Großteil von dem, wie man eine App aufbaut, wie man ein Unternehmen im Mobilbereich großzieht, dass das noch nicht so viele Leute in Deutschland gemacht haben, dass man da in vielen Schritten einfach Sachen macht, da gibt es auch wenig best practices oder irgendwie wie wenig Leute, die einem da direkt helfen können. Das war schon ein Schritt bei uns, nach Berlin zu gehen, einfach, um hier mehr Leute zu haben, die im Bereich sich schon mal prinzipiell schon ein bisschen bewegen. Aber generell war das natürlich eine Herausforderung, wir bewegen uns in einem Bereich, der relativ neu und innovativ ist. Das iPhone oder damit auch Apps gibt es eigentlich erst seit 2007. Das heißt, so viel ist in dem Bereich noch nicht passiert. Da muss man sich schon ganz genau die Leute suchen, mit denen man da ins Gespräch kommen kann.

LB: Okay, was habt Ihr jetzt daraus gelernt?

7M: Es sind immer kleinere Schritte quasi, in dem man das lernt. Also, wir lernen zum Beispiel gerade, wie man per Performance Marketing auch optimiert auf Mobil App Installs macht. Das sind solche Sachen, es sind immer kleine Herausforderungen. Wenn ich eine größere Herausforderung nennen würde, dann wäre das, dass wir uns ganz am Anfang, in der Gründungsidee, eigentlich darauf konzentriert hatten, 7Mind als eine Meditationsapp für Unternehmen zu veröffentlichen, also, das Unternehmen 7Mind kaufen können als Service für ihre Mitarbeiter, dass man generell das Thema Meditation in Großunternehmen einführen kann. Und dass wir dann mit der Zeit gemerkt haben, dass das wahrscheinlich nicht der allereinfachste Weg ist für den Anfang. Dass wir daran Schritt für Schritt von weg sind und eigentlich jetzt den Großteil unseres Umsatzes, den Großteil des Geschäfts, mit Privatkunden machen. Der Schritt von der B2B zu einer B2C Ausrichtung war sicherlich nicht ganz einfach, aber im Nachhinein war die Flexibilität, die man dadurch gewonnen hat, doch sehr gut.

Das war jetzt so ein bisschen der Versuch, zu abstrahieren, kann man vielleicht sagen, das wir gelernt haben, vieles früh zu testen. Das macht man am Anfang noch nicht so. Da haben wir uns erstmal eine wunderbare App ausgedacht und ganz viele Features erfunden und da reingegeben, ohne überhaupt nachzufragen, ist das relevant für die User? Wird es tatsächlich auch in dem Umfang genutzt, in dem Aufwand, den wir da reinstecken und so haben wir auch ganz klar gesagt, am Anfang, okay, wir machen eine App für B2B, ohne vorher mal das herauszufinden, wie groß da eigentlich der Bedarf ist und wie einfach es ist, einen großen B2B Kunden zu bekommen. Hätte man das vorher direkt gemacht, hätten wir vielleicht die Entscheidung schon früher sagen können, okay, B2B zu schwer, das Thema ist viel zu früh. Learning per App ist für ein Unternehmen so ein absolutes Neuland. Ja, wenn wir da direkt mit B2C gestartet hätten. Was wir jetzt machen, wenn wir uns neue Features überlegen, und das kann man natürlich auch sehr gut mit unserem Produkt, mit allen digitalen Produkten, dass man einfach versucht, sehr, sehr früh sehr, sehr viel zu testen und weniger quasi auf eigenen Annahmen und Bauchgefühl, Entscheidungen zu treffen, sondern wirklich auch auf den Daten, die man erheben kann.

LB: Okay, aber, da schwingt irgendwie bei Euch immer so mit, dass Ihr erstmal probiert und macht und dann guckt, ob es funktioniert und das gehört auch im Unternehmertum dazu. Ich meine, das finde ich gut. Ich sage ja immer, get it down and get it right. Also, erstmal muss man überhaupt was machen, bevor man es dann auch richtig macht. Also, das finde ich vollkommen in Ordnung. Nicht erstmal alles bis ins Letzte durchdenken.

Das ist auch eine Sache, wo viele, die in die Selbständigkeit starten, dann auch irgendwo scheitern, weil sie sich zu viele Gedanken im Vorfeld machen. Einfach erstmal machen. Das kommt bei Euch auch sehr gut rüber und das finde ich eine klasse Idee. Und ich meine, wo Ihr herkommt, wenn ich das so höre, dass Ihr da dieses Forum hattet, Unternehmer, Familienunternehmer-Forum, dass Ihr dann die Idee mit den Familienunternehmen oder Unternehmen hattet, ist ja auch irgendwo sehr wahrscheinlich dem geschuldet, oder?

7M: Wahrscheinlich ja. Also, vor allen Dingen hat es geschuldet, dass Paul halt da schon ein großes Netzwerk hatte und halt seine Retreats und Seminare, die er angeboten hat, vor allen Dingen an Führungskräfte, Unternehmer, genau, auch Vorständen von großen Konzernen, gerichtet hat. Und wir dann dachten, okay, warum soll es immer nur das C-Level bekommen? Lass uns doch mal was bauen, das man im ganzen Unternehmen ausrollen kann. Das war so ein bisschen die Idee.

LB: Ja, aber Strategie ändert sich und dauert auch lange, bis man sie wirklich irgendwie richtig hat, auch eine Pleite entwickelt, und eine Strategie entwickelt sich ja immer weiter.

7M: Absolut.

LB: Und das finde ich toll bei Euch. Ja, dann sage ich erstmal danke bis hier hin. Bevor wir jetzt zu den Abschlussfragen kommen, bedanken wir uns noch kurz bei unserem Sponsor.

Ja, zurück mit den Gründern von 7Mind, Manuel und Jonas. Jetzt zu den Abschlussfragen: Welches ist denn Euer wichtigster Produktivitätstipp? Vielleicht erst Jonas und dann Manuel. Dann haben wir das irgendwo organisiert.

7M: Okay, wichtigster Produktivitätstipp?

LB: Jetzt musst Du doch Meditation sagen, oder?

7M: Das wäre zu offensichtlich, hätte ich gedacht, aber, es ist tatsächlich wofür wir hier auch im Unternehmen häufig unsere Übungen einsetzen. Ist so, wenn man sagt, okay, ist halt, man hat häufig, gerade als Unternehmer, man macht ganz unterschiedliche Sachen in kurzer Zeit. Dann macht man in zwei, drei Stunden, hat man Termine, zu ganz anderen Themen, ganz anderen Bereichen, muss sich da auf neue Sachen einstellen. Ja, da so eine kleine Übung einzuschieben.

Da reicht schon eine Minute, kann man die App nehmen, kann man aber einfach auch eine Atemübung machen, um zu sagen, okay, das Thema, was ich gerade gemacht habe, das schliesse ich jetzt ab und konzentriere mich jetzt mal eine Minute auf den Atem, einfach, um nicht mehr daran zu denken. Und gehe dann zur nächsten Aufgabe über, die halt thematisch irgendwie anders ist. Das hilft extrem vielen. Wenn wir unser Round-Up machen, das machen wir einmal am Tag, wo alle erzählen woran sie gerade arbeiten, da machen wir auch vorher eine kleine Übung. Und dann kommt man wirklich aus dem raus, was man gerade vorher gemacht hat, und stellt sich auf Leute ein und sagt, vor einem Meeting, jetzt geht es um dieses Thema, was wir eben angesetzt haben, und es ist dann viel, viel produktiver. Also, Miniübungen, wenn Aufgaben wechseln oder vor einem Meeting, haben sich bei uns sehr bewährt.

LB: Manuel, willst Du dazu irgendwie noch was ergänzen oder ist das auch Dein Produktivitätstipp?

7M: Das kann ich nur unterschreiben. Generell hilft vor jedem Meeting eine kleine Meditation. Das erhöht die Produktivität des gesamten Meetings.

LB: Super. Ist für die Fokussierung sicherlich sehr, sehr gut. Was macht Ihr denn als Unternehmer, um abzuschalten?

7M: Kann man schon wieder Meditation sagen. Ist so einfach. Also, bei uns, das passt jetzt nicht so richtig zum Thema Meditation, aber, man darf das Ganze auch nicht so bierernst nehmen und immer nur sagen, wir meditieren, das ist es ja auch nicht. Also, dass man ab und zu, aber das ist wahrscheinlich ein Tipp, den werden viele Deine Hörer auch beherzigen, wir sind große BVB-Fans und freuen uns in Berlin immer, es gibt eine wunderbare BVB-Kneipe und wenn wir einmal die Woche irgendwie in dieser Kneipe sein können, dann haben wir auch ganz vergessen, dass wir eigentlich gerade eine Meditationsapp betreiben, sondern, im Augenblick sich mal entspannt ein BVB-Spiel angucken. Also, das ist was, was wunderbar funktioniert. Ansonsten würde ich sagen, jetzt für mich, ist eigentlich ganz langweilig, ich gehe laufen. Und kann dabei wunderbar abschalten und auf neue Gedanken kommen.

Ich würde noch sagen, ich höre sehr gerne bewusst Musik. Also, ich kann mir eine Stunde Musik anhören, mache dann auch nichts anderes. Auf diese Mucke kann ich mich voll fokussieren und alles andere rückt dann in den Hintergrund. Das funktioniert bei mir auch sehr gut.

LB: Okay, jetzt kommt eine Frage, da könnt Ihr nicht mit Meditation antworten! Auf welche drei digitalen Gadgets könnt Ihr nicht mehr verzichten?

7M: Fange ich mal an, bei mir wäre das Erste, was ich nennen würde, Scanbot. Das ist eine App, mit der man scannt, fotografiert oder beziehungsweise …

LB: Entschuldigung, Gadgets sind eher Hardware! Apps, da kommen wir gleich noch zu.

7M: Nee, wir benutzt nur Apps. Okay, Du meinst digitale Gadgets im Sinne von Hardware?

LB: Ja, ja, Hardware, genau.

7M: Dann wäre das meine aktuelle Fitbit-Uhr, mit der ich jetzt angefangen habe zu joggen und sonstigen Sport zu machen.

Ich würde noch Noise Cancelling Kopfhörer sagen.

Sehr gut, da bin ich auch ein großer Süchtiger von.

Die würde ich nicht mehr abgeben. Ansonsten nutze ich jetzt nicht so viele Gadgets.

LB: Okay, aber ein Smartphone würdest Du sicherlich auch …

7M: Klar, Smartphone ist schon …

LB: Standard.

7M: So ein Gadget, klar, würde ich gar nicht mehr aufzählen, klar. Es geht auch nicht mehr ohne.

LB: Ja, okay, aber jetzt kommen wir zu den Apps. Welche Apps oder welche Internetdienste könnt Ihr denn empfehlen?

7M: Ja, wie erwähnt, Scanbot, um superschnell Daten zu scannen und die per Mail rumzuschicken.

Ich habe Things als To-Do-Liste, die Mac-App. Finde ich die beste To-Do-Liste, nutze ich sehr gerne.

LB: Da habe ich den Gründer übrigens in meinem Podcast im Interview gehabt.

7M: Echt?

LB: Ja, das habe ich aufgenommen, ist jetzt, wo wir es aufnehmen, noch nicht ausgestrahlt. Wenn unser Interview ausgestrahlt wird, dann ist es aber schon ausgestrahlt.

7M: Okay, dann werde ich mir das anhören. Die haben einen guten Job gemacht.

LB: Super, ganz tolle App.

7M: Ja, dann vielleicht noch Slack, das nutzen wir im Team sehr viel. Über verschiedene Kontexte, in denen man unterwegs ist jeweils einen Slack-Channel zu haben ist sehr hilfreich.

LB: Klar, super. Welches Buch hat Euch denn als Unternehmer und Mensch am meisten geprägt?

7M: Da müssten wir zwei Bücher nennen. Als Mensch hat es mich am meisten geprägt und das schon seit zehn, fünfzehn, Jahren. Es ist eine ganz klischeehafte Antwort, aber ich bin ein Riesenfan von Siddhartha von Hermann Hesse und habe das bestimmt schon achtmal gelesen. Finde ich ein großartiges Buch. Als Unternehmer ist es nicht so einfach, da gibt es echt eine Menge. Ich lese auch ziemlich viel. Jetzt gerade aktuell, was auch noch relativ unbekannt ist, würde ich sagen, ist Scaling Up von Verne Harnish. Das ist ein Buch, wo es darum geht eigentlich, wenn man in einer Unternehmensgröße ist von, sagen wir, fünf bis zehn Mitarbeitern oder respektive 50.000 bis zu einer Viertelmillion Umsatz. Und das Ziel ist eigentlich, kurzfristig auf eine Million Umsatz zu kommen. Beziehungsweise das Unternehmen zu skalieren. Dann ist das ein super Buch mit einer Menge Tools. Die für mich sehr hilfreich sind. Also, das ist schon eine gute Mechanik, Scaling Up von Verne Harnish.

LB: Das ist ein Hammer Buch, das ist es wirklich, das kann ich auch nur jedem empfehlen. Ich habe es auch gelesen, ich finde es super. Wir haben dann auch hier in meiner Agentur, ich habe ja noch eine Online-Marketing Agentur, auch danach unsere ganzen Strategien und alles ausgerichtet. Also, das ist wirklich auch das Buch, was mich nachhaltig in letzter Zeit am meisten geprägt hat als Unternehmer. Super Tipp.

7M: Mir fiel jetzt spontan ein, das habe ich erst kürzlich gelesen, es ist eher so ein Buch zur Persönlichkeitsentwicklung, heißt The Four Agreements, ich glaube, auf Deutsch, die vier Versprechen oder so was. Würde es aber eher auf Englisch lesen. Ja, sind einfach so viel sehr, sehr einfache Lebensweisheiten, sage ich mal, oder Ratschläge. Die gut erklärt sind und die einem generell im Leben sehr, sehr viel weiterhelfen können. Also, so ein bisschen ein spirituelles Buch, aber sehr, sehr einfach erklärt, sehr, darum tun wir nicht so abgehoben, hilft einem, glaube ich, zur Persönlichkeitsentwicklung viel weiter. Mir zumindest jetzt.

LB: Schön, packen wir alles in den Artikel, passend zu dieser Podcast-Folge. Damit auch jeder dann das auch schnell findet. Welches ist denn der beste Ratschlag, den Ihr jemals erhalten habt?

7M: Ich würde sagen, kurz zusammengefasst könnte man sagen, Unveränderbares akzeptieren. Man verbringt ja viel Zeit damit, sich über Sachen aufzuregen oder sich an Sachen zu stören oder darüber zu grübeln etc. Wenn man da, bevor man das macht, zumindest während man das macht, sich kurz die Frage stellt, kann ich irgendwas daran ändern, an dieser Lage. Liegt es in meiner Hand, daran etwas zu ändern oder nicht? Und wenn es nicht so ist, dann sind auch alle Grübeleien und Ärgereien, die ich dazu habe, auch logischerweise völlig unsinnig.

Um ein praktisches Beispiel zu nennen, wenn man am Bahnhof steht und auf die Deutsche Bahn wartet, die mal wieder Verspätung hat, ist es sehr lustig zu beobachten, wie der Puls der Leute steigt und wie sie immer mehr ausrasten und sich beschweren. Da kann man sich kurz die Frage stellen, bringt es irgendwas? Kann ich was ändern? Wenn ich mich aufrege, kommt der Zug schneller? Oder kann ich tatsächlich etwas ändern und ich buche mir schnell einen Flug oder hole mir einen Mietwagen. Dann handle ich, dann passt es auch, aber dann muss ich mich nicht aufregen. Das finde ich eigentlich einen sehr guten Ratschlag, wenn man ihn beherzigt. Da kann man sich viel Ärger ersparen.

LB: Change it, leave it or love it.

7M: So nach dem Motto.

LB: Genau, Manuel, Du?

7M: Würde ich komplett unterschreiben, geht in eine ähnliche Richtung. Zu den Ratschlägen, die man mir so gegeben hat. Das Prinzip oder so ein Ratschlag, was mich eigentlich jetzt auch im Geschäftsleben, was mir am meisten weiterhilft und was ich versuche zu verinnerlichen, ist, wird den meisten von euch auch bekannt sein, ist einfach, die Grundregel des 80/20 Prinzips, also, welche 20 Prozent meiner Aktivitäten sorgen eigentlich für 80 Prozent meines Outputs? Und das kann man, wenn man will, im Geschäftsbereich auf fast alles anwenden. Ich würde sagen, das wird viel zu wenig gemacht. Gerade, wenn man sich mit als Startup versucht, lean zu bleiben, schlank zu bleiben, mit wenig Leuten zu operieren, keinen großen Überbau aufzubauen, ist es eigentlich ein Prinzip, was man täglich wertschätzen sollte.

LB: Super. Dann kommen wir zur letzten Frage. Wie kann die „Produktiv in digitalen Zeiten“-Community mit Euch in Kontakt treten? Wo seid Ihr unterwegs, wo findet man Euch?

7M: Die üblichen Profile, Xing, LinkedIn, da sind wir vertreten. Ansonsten immer eine Mail an info@7mind.de. Kommt auch an.

Oder direkt an uns.

LB: Okay, alles klar. Das ist super. Ja, dann sage ich mal danke, Jonas, danke, Manuel. Hat super Spaß gemacht.

7M: Sehr gerne.

LB: Ihr habt hoffentlich nicht nur mich jetzt ein bisschen motiviert, die Sache nochmal anzugehen, sondern auch einige meiner Hörer und dann hoffentlich auch mit 7Mind. Die App ist wirklich schön, einfach strukturiert. Und wie gesagt, der Sprecher von Euch, der Lehrer, der Trainer, der Herr Kohtes, ist wirklich genial, kann man sehr gut zuhören. Ja, danke Euch und dann sage ich mal, wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ciao.

Hinweis: Ich behalte mir das Recht vor, beleidigende oder vom Thema abweichende Kommentare zu löschen.

  • Luc

    .. App leider nicht in alle regionalen App-Stores verfügbar .. schade ..

  • Patrick

    Hallo Lars und 7Mind-Team,
    schöner Podcast zu einem guten Thema.

    Habe selbst schon mehrere Anläufe zum Meditieren gestartet. Allerdings bin ich nach einigen Wochen immer ausgestiegen… Ich habe jedoch gemerkt, dass es mir tatsächlich gut tut – ganz ohne das ganze „Hokuspokus“, das manche darum veranstalten…

    Seit fünf Tagen nutze ich nun 7Mind. Klasse App. Mal schauen, wie lange sie mich am Ball hält.
    Dazu wäre natürlich eine gratis Testmonat klasse… Wäre vielleicht auch für die restliche Community interessant…

    Grüße
    Patrick

    • Danke für Deinen Kommentar, Patrick. Ich bin gerade in Verhandlungen, ob wir als PidZ-Community nicht einen Rabatt bei 7mind bekommen. Stay tuned 🙂

  • Igor Korolewitsch

    Tja, die App hätte ein guter Begleiter werden können. Aber Abos halte ich für ein Grundübel des digitalen. Für 60€ kaufen und nutzen, das wäre ok. Updates kann sich dann jeder wieder für Geld kaufen wenn man will. Wie viele Abos soll ich den noch abschließen? Für nur 5 App‘s müsste man 300€ Abogebühren zahlen! In meinem Haushalt gibt es fadt nichts, das solche Kosten verursacht, da soll ich für App’s so viel ausgeben. Weil ja alle 60€ verlangen. Wie gesagt, Abonements sind absolut nicht akzeptabel.

    • Danke für Deine Meineung, Igor. Ich kann Deine Meinung verstehen, aber da wirst Du Dich dran gewöhnen müssen… Software- und App-Hesrteller haben fast keine andere Wahl mehr, als auf Abomodelle zu setzen. Durch die immer größeren Anforderungen bzgl. der Betriebssysteme und Updates, sind reine Kaufmodelle für die meisten Entwickler finanziell und wirtschaftlich nicht mehr machbar. Leider eine Tatsache 😉

      • Igor Korolewitsch

        Da kann ich leider nicht zustimmen. Denn es ist schlicht fslsch. Denn Updates sollen ja nicht kostenfrei herausgegeben werden. Wenn ein wesentlicher Funktionsumfang nach einem Jahr steht, kann dieser wunderbar für 60€ in den Store kommen.
        Ein Beispiel. Ich habe seit etwa 9 Jahren eine Videobearbeitungs Software und eine Für die Bildbearbeitung. Videosoftware habe ich in der Zeit 2mal für Geld upgedatet, das war vor 6 Jahren. Die Software gibt es immer noch, und die Firma auch. Nur ich brauche nicht jedes Jahr neukaufen. Werde auch nicht dazu gezwungen. Die Bildsoftware gibt es heute nur gegen Abo. Die neuen Funktionen sind darin zwar nett, aber nicht erforderlich. So kaufe ich natürlich nicht. Schon gar nicht auf Abo. Es sind also die Programierer, oder vielmehr die Vertiebsverantwortlichen die umdenken müssen. Behauptungen, es würde anders nicht gehen sind verständlich, ist ja auch schön einfach. Nur leider sind sie Falsch. Der Wunsch der zwei Jungs nach schnellem Geld durch trendiges Thema wie Meditation ist nachvolziehbar.

  • Lieber Lars, ich habe mich sehr über das Interview gefreut, da ich die App schon lange auf meinem iPhone habe. Ich war sogar ein Jahr lang Abonnent. Allerdings habe ich mein Abo nicht verlängert, da die App keine wesentlichen Updates erhalten hat. Ich bin bereit die 60 Euro zu bezahlen, wenn das Angebot ein Abomodell rechtfertigt. Die Entwicklungskosten, bspw. für die Anpassungen an eine neue iOS Version, sollten durch einen geringeren Betrag finanzierbar sein, ich sehe das eher im Bereich Grenzkosten. Entscheidend ist hier, das es neue Meditationen gibt. Ich habe jedoch schon seit vielen Monaten keine neue Meditation entdeckt, würde aber bei 5 Euro im Monat auch jeden Monat einen neuen Inhalt erwarten. Wenn man eine Meditations-App regelmäßig nutzt, kennt man die Inhalte dann irgendwann, und neue Impulse fehlen. Im Interview war zu hören, dass auch längere Mediationen kommen sollen. Das wäre in jedem Fall ein guter Schritt. Ich kenne auch die ganzen Wettbewerber-Apps, die ja meist das gleiche Preismodell fahren. Prinzipiell geht meine Tendenz zu 7mind, weil es ein deutsches Produkt ist, aber ein erneutes Abo schließe ich nur ab, wenn es neue Inhalte gibt (oder einen schönen Rabatt für deine Community :-)). Vielleicht lesen die Macher von 7mind hier mit, oder Du gibst ihnen die Info weiter …

    • Danke für Deinen Kommentar und die sehr konstruktive Kritik, lieber Oliver. Absolut verständlich und werde ich genau so weiterleiten. Das mit dem Rabatt ist schon ausverhandelt und wird im Dezember im Podcast vorgestellt 😉