Planny, der minimalistische Taskmanager – Kevin Reutter

Herzlich willkommen zum Podcast Selbstmanagement. Digital. Wir geben Orientierung im digitalen Dschungel, so dass wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Kevin ist Informatikstudent aus Hamburg und ist erst 24 Jahre alt, aber er hat schon einen eigenen Taskmanager entwickelt und zwar heißt der Planny. Er erzählt uns erstmal, wie er auf die Idee für so einen Taskmanager gekommen ist und warum er den so einfach und so wunderschön designt programmiert hat. Und er gibt auch Ausblick, was in Zukunft alles von Planny zu erwarten ist und was er sonst noch so als App gerade entwickelt. Spannende Geschichte, spannender Typ und auch eine tolle App.

Links

Website:
https://www.KevinReutter.de

Twitter:
https://twitter.com/kevin_reutter

Meistertask Workshop mit Lars Bobach

Entwickelte Apps:
Planny
Flippy

Empfohlene Apps:
Notiz-App Bear – https://bear.app/

Buchempfehlung:(*)
Programmiersprache Swift

Transkript

LB = Lars Bobach
KR = Kevin Reutter

LB:
Kevin, schön, dass du da bist, freut mich wirklich sehr. Jetzt die erste Frage, die sich natürlich aufdrängt, i ch meine, an Taskmanagern, To-Do-Tools, mangelt es ja wirklich nicht. Es gibt Todoist, es gibt Things, es gibt Omnifokus, es gibt ein Meer an Tastmanagern. Was hat dich an denen denn so gestört, dass du auf einen eigenen Taskmanager gekommen bist oder dass du einen entwickeln wolltest?

KR:
Es fing bei mir eigentlich so an, 2017 habe ich angefangen, während des Studiums Langeweile zu empfinden, weil ich sehr vieles schon konnte. Dann habe ich angefangen, Swift zu lernen und so die ganzen Apple Frameworks. Daraus hat sich dann irgendwie mit der Zeit diese App einfach ergeben, das war einfach so ein Startprojekt, womit ich mal anfangen wollte.

Ich habe dann die App zum Beta-Test freigegeben für einige Leute. Und denen hat es auch sehr gut gefallen. Letztlich habe ich sie dann auch veröffentlicht und die App kam aus verschiedenen Gründen sehr gut an bei den Nutzern. Sei es das Design gewesen oder die sehr simple Funktionalität zum Start einfach und das hat sich dann mit der Zeit immer weiterentwickelt.

Und ich habe sehr viele Kunden, die wirklich die App sehr gerne nutzen und das zeigt eigentlich, dass da schon der Markt irgendwie doch noch da ist, dass es Aspekte gibt in der App, die in anderen Apps vielleicht nicht so vorhanden sind.

LB:
Du hast nicht vorher einen genutzt wie Things, das kommt ja auch aus Deutschland, ein sehr bekannter und auch sehr verbreiteter Taskmanager. Du hast nicht gesagt, das stört mich die ganze Zeit daran, weshalb will ich was Eigenes machen, sondern es war einfach so ein Projekt, wo du dachtest, irgendwas willst du jetzt machen und dann waren Todo-Listen so das erste, woran du gedacht hast?

KR:
Genau und es war auch so, dass ich dachte, wie könnte man so etwas für die iOS Plattform am besten entwickeln, dass man alle Funktionalitäten nutzt, zum Beispiel die interaktiven Benachrichtigungen, die es gibt. Die kennt man vielleicht. Es gibt normale Benachrichtigung und dann kann man ja mit Force Touch auf dem Lockscreen nochmal ein bisschen fester drücken und dann weitere Informationen erhalten.

Da hatte ich mir zum Beispiel, bevor ich überhaupt angefangen hatte, gedacht, das wäre doch witzig, wenn man mit der Zeit automatisch, wenn man die App nicht benutzt oder seine Aufgabe vergisst, erinnert wird. Und dann die jeweils wichtigen Aufgaben vorgeschlagen kriegt und sie dann direkt erledigen kann, in der Benachrichtigung, ohne die App zu nutzen.

Das geht auf anderen Plattformen zum Beispiel nicht. Oder auch die Siri-Integration, so ganz viele Aspekte, die von anderen Apps nicht alle hundertprozentig umgesetzt werden. Dass ich immer so alles, was Apple gerade anbietet, direkt umsetze, das war so das, was sich bis heute durchgezogen hat.

LB:
Du bist auch aus deiner Sicht jetzt noch auf Stand?

KR:
Ja.

LB:
Jetzt hast du schon das Design angesprochen, die App, also Planny heißt die ja, wie bist du auf den Namen gekommen?

KR:
Das war eine Krise quasi in der Nacht, wo ich nicht wirklich wusste, wie nenne ich jetzt meine App eigentlich? Ich hatte ein bisschen geguckt, was gibt es schon an Namen, was ist markenrechtlich eingetragen. Und dann hatte ich einfach diese Idee, einfach aus diesem to plan, also planen, und dann aus Nanny, so dieses Fürsorgliche, dass man sich um einen kümmert und da halt diese Kombination kreiert.

LB:
Du hast das Design schon angesprochen, darauf wollte ich eben zurückkommen. Du hast es wirklich sehr hübsch gemacht, sehr reduziert, aber mit wahnsinnig viel Liebe, finde ich und sehr geschmackvoll. Machst du das selber oder hast du da zusätzlich noch einen Designer oder eine Designerin am Start?

KR:
Das habe ich komplett selbständig gemacht. Ich war auch im Bachelor Student der Mensch-Computer-Aktion, also habe mich auch sehr viel mit Interfacedesign beschäftigt.

LB:
Dann bist du aber einer der wenigen Informatiker, die das auch wirklich gut beherrschen. Man hat ja die tollsten Apps, aber wenn die ganzen tollen Funktionen, die da drin sind, irgendwie übers Benutzerinterface einfach so kompliziert sind, im Umgang damit, dann nutzt es einem ja nichts. Und ich sage ja auch immer, es wird auch oftmals so verglichen, welche App kann mehr oder sowas, das ist total unwichtig. Eigentlich ist es ja wichtig, wie agiere ich mit der App. Und das ist ja das A und O. Das ist bei dir wirklich gut gelungen.

KR:
Vielen Dank. Nebenbei, das fällt mir bei einigen Apps auch auf, dass sehr viele Funktionen einfach überladen sind, also, optisch. Also bei mir zum Beispiel ist es im Detail sehr versteckt alles. Bzw. auch nicht versteckt, es ist, man überfrachtet den Nutzer nicht direkt, wenn man die App benutzt.

LB:
Es ist auf das Wesentliche reduziert, aber dann doch die Funktionalität dahinter, finde ich. Du bietest da auch eine kostenlose Version an, einfach mal um zu testen und dann gibt es noch eine Bezahlversion. Erzähl doch mal, welche unterschiedlichen Versionen es da gibt.

KR:
Derzeit gibt es die Version, die man sich runterladen kann, wo man alles mal ausprobieren kann und man sich zwei Listen erstellen kann. Dann gibt es derzeit die sogenannte Pro-Version, die dann alle Funktionen freischaltet, zum Beispiel den iCloud-Service oder die Kalenderansicht, dass man Notizen mit Fotos versehen kann, dass man ortsbasierte Erinnerungen anlegen kann, dass man Skizzen machen kann, mit dem Apple Pencil zum Beispiel auch. Das ist jetzt vor kurzem hinzugekommen, dass da alle Funktionen unterstützt werden. Dass man Tags anlegen kann, dass man Listen ausdrucken kann, dass man einen Rückblick hat vor allem auf vergangene Tage.

Und dann gibt es noch das Teamwork-Abo, wo man dann auch mit Kollegen zusammenarbeiten kann an Listen. Das hatte ich letztes Jahr im September veröffentlicht.

LB:
Wo liegt man da preislich?

KR:
Aktuell bei der Pro-Version liegt man bei 8,99 € und das Teamwork-Abo ist immer mal wieder unterschiedlich. Ich schwanke da aktuell mit den Preisen, um ein bisschen auszuprobieren. Aktuell müsste es bei 4,99 €, 5,99 € pro Jahr liegen. Das ist also sehr günstig, hat aber auch den Grund, weil jeder Nutzer das dann quasi kaufen muss und man nicht einen Plan für beispielsweise 20 Nutzer gleichzeitig kauft. Das ist zum Beispiel bei anderen Apps so, dass man das dann für zehn Nutzer kauft.

LB:
Aber es ist jetzt so, das ist ja eine einmalige Investition, einmalig 8,99 €, was du gerade sagtest, um dann in der Pro-Version alle Funktionen freizuschalten?

KR:
Genau.

LB:
Da bist du noch nicht auf dem Abo, nur in der Teamfunktionalität?

KR:
Ganz zu Beginn hatte ich ein Abo mal ausprobiert. Das lief auch ganz gut, allerdings ist es in Deutschland immer so ein bisschen kritisch. Also in den USA läuft so etwas super, aber in Deutschland ist es irgendwie negativ behaftet. Und ich wollte dann wirklich erstmal Kunden gewinnen. Ich überlege allerdings derzeit, dass ich ein Kombi-Abo anbiete mit Pro und Teamwork. Einige wollen natürlich nicht zwei Käufe gleichzeitig tätigen, dass man das dann als Abo, aber zusätzlich auch noch als Einmalkauf abschließen kann.

LB:
Um bei dem Produkt nochmal zu bleiben, wie bist du auf dieses Icon mit dem Fuchs gekommen?

KR:
Jeder sieht da etwas anderes. Ich wollte einfach so einen ganz netten Assistenten darstellen und da war dieses Symbol für mich das Passende in dem Moment. Ich hatte vorher ein anderes typisches Icon mit einem Hakensymbol, aber ich wollte etwas Freundliches und das ist dabei rausgekommen.

LB:
Das hast du auch noch selber gemacht?

KR:
Ja, größtenteils. Ich habe eine kleine Vorlage genommen und das angepasst.

LB:
Jetzt haben wir dich schon so viel gelobt bzw. das Produkt Planny, einfach, hübsch und auch aufs Wesentliche reduziert. Jetzt sag nochmal, was die Besonderheiten von Planny sind. Du hast jetzt sehr wahrscheinlich auch sehr viele andere Todo-Apps angeguckt, andere Taskmanager mal studiert. Wo liegt die Besonderheit von Planny?

KR:
Einmal in der Einfachheit und in dieser perfekten Anpassung an das Apple-Ökosystem bzw. alle Ökosysteme, auch demnächst wieder der Mac. Der Mac ist vorübergehend auf Eis gelegt worden, denn es ist derzeit so, dass es zwei verschiedene Frameworks gibt, einmal AppKit für Mac und einmal uiKit für iOS. Und da die Mac Nutzerschaft nicht so groß war und sich das vom Umsatz her nicht gelohnt hat, hatte ich das vorübergehend auf Eis gelegt. Zum Herbst wird es jetzt allerdings wieder eine Mac App geben, dann werden ja uiKits auch wieder auf den Mac portierbar sein. Dann geht das auch wieder.

LB:
Das macht es für dich als Entwickler dann einfacher? Ich glaube, für uns einfache Nutzer sind das jetzt alles böhmische Dörfer. Aber ich habe verstanden, für dich ist es dann quasi eine Version für alles. So ist es dann im Wesentlichen wahrscheinlich?

KR:
Genau, und dann natürlich dieser Aspekt mit der Gamification, den ich auch noch drin hatte. Das war mal ein ganz großes Thema in der App-Welt vor einiger Zeit. Und da habe ich auch überlegt, okay, wie könnte man so etwas integrieren, dass man für seine erledigten Aufgaben und seine geplanten Aufgaben Punkte verdient.

Und wenn man Aufgaben verzögert oder vor sich hinschiebt immer wieder, dass man dann Punkte abgezogen bekommt, dass man dann am Ende des Tages einen Punkte Score hat. Man hat dann auch einen Statistikbereich in der App, wo man das nachschauen kann. Dann kann man natürlich noch ein Ranking aufrufen mit seinen Kontakten oder Kollegen und dann immer vergleichen, wer war in der Woche produktiver? Das ist so ein Alleinstellungsmerkmal.

LB:
Das gibt es von Todoist auch, da nennt sich das Karma.

KR:
Genau, das hatte ich dann auch gesehen.

LB:
Ich nutze zurzeit gar keinen Taskmanager. Aber das war wirklich auch anfangs eine sehr große Motivation. Hinterher hat es mich ein bisschen gestresst, dauernd hat mir meine Community deren Score und deren Ranking geschickt und wo bist du denn. Irgendwo war es hinterher für mich ein bisschen stressiger, als dass es mich motiviert hätte. Wobei ich am Anfang totaler Fan davon war. Wie kommt das bei dir oder deiner Community an?

KR:
Es ist sehr gemischt. Es gibt einige, die sind sehr seriös und wollen so Spielkram einfach nicht haben. Und dann gibt es sehr viele jüngere Leute, die das total genießen und die auch wirklich sagen, mir hilft das sehr im Alltag. Generell gibt es bei der App verschiedene Zielgruppen und jeder findet dort seine Punkte für sich.

LB:
Klar. Jetzt hast du sehr gut die Brücke geschlagen zu meiner nächsten Frage. Wo siehst du deine Zielgruppe? Hast du das für eine bestimmte Gruppe entwickelt? Ich weiß, du bist jung, du bist Student, da kommen einem natürlich Studenten als erstes in den Sinn. Aber für wen hast du es erstmal entwickelt und was sind die Nutzer denn jetzt wirklich? Du hast sehr wahrscheinlich auch ein paar demographische Daten?

KR:
Ja, es ist quasi die App für jedermann, sollte es werden, dass man einen möglichst großen Markt anspricht. Es ist aber so, dass wirklich ein Drittel Studenten sind und Schüler. Dann ein Drittel Unternehmenskunden, die das auch in ihren Firmen verwenden. Und das weitere Drittel sind dann einfach Hausfrauen und Personen, die es im Alltag und für den Haushalt verwenden. Zum Beispiel, um Einkaufslisten zu managen oder solche Dinge.

LB:
Kannst du uns ein paar Zahlen verraten, wie viel Downloads oder wie viel zahlende Kunden du hast?

KR:
Aktuell sind es 230.000 Downloads weltweit. Die Kaufbereiche sind unterschiedlich. Es kommt immer auf die Region an. Man ist ja auch mal gefeatured in Ländern, in den USA zum Beispiel oder in Deutschland. Es ist immer sehr unterschiedlich. Man kann nicht sagen, es sind immer 6 oder 10 Prozent. Das variiert sehr stark, gerade auch, wenn man mit den Preisen spielt.

LB:
Klar.

KR:
Da kann ich mich nicht so festlegen.

LB:
Aber sind die Deutschen kaufbereiter oder die Amerikaner oder die Chinesen oder wer ist es?

KR:
Die Deutschen auf jeden Fall. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass die App im Produktivitäts-Tab vom App-Store sehr hervorgehoben ist. Was Abos angeht, sind natürlich die USA deutlich weiter fortgeschritten. Da sieht man, dass mehr Abos verkauft werden als zum Beispiel in Deutschland.

LB:
Haben die alle Angst davor? Ich verstehe das auch nicht, man kann alles wieder kündigen. Aber die Deutschen sind nicht sehr Abo-affin. Stelle ich in meiner Akademie auch fest, wo wir auch mit Abos arbeiten, dass sich da viele wirklich schwertun. Kannst du ungefähr sagen, wo die meisten herkommen? Wo verkaufst du am meisten oder wo hast du die meisten Downloads?

KR:
In Deutschland, danach Vereinigtes Königreich und mittlerweile dann die USA. Das ist aufgeteilt.

LB:
Machst du denn besondere Werbung, machst du irgendwas im Marketing für deine App? Oder ist es nur dadurch, dass sie im App Store so gut gerankt wird. So bin ich auch drüber gestolpert, ich habe sie als Feature mal gesehen und dachte, guckst du dir mal an und dann war ich so begeistert, dass ich dich dann kontaktiert habe.

KR:
Genau, zu Beginn wollte ich das nur als kleines Nebengewerbe machen und dann würde die App aber gefeatured und kam dann ganz gut an. Mittlerweile ist es auch sehr viel Mundpropaganda, auch Artikel im Netz, die veröffentlicht werden. Ich selbst mache da jetzt aktiv nicht so viel nebenbei. Ich habe mal mit den Apple Search Ads herumexperimentiert. Es hat sich finanziell nicht wirklich gelohnt.

LB:
Das ist ja relativ einfach messbar, ob sich das lohnt. Wie viel man investiert und wie viel zahlende Kunden man hinterher hat. Und wenn sich das nicht rechnet, klar, dann nicht. Die Zukunft von Planny würde mich mal interessieren. Was hast du zukünftig da geplant? Du hast schon wirklich eine sehr hohe Zahl an Downloads, das ist wirklich – sehr großer Respekt dafür – ist ja Wahnsinn, ganz toll. Ist auch dem guten Produkt sehr geschuldet. Aber was hast du zukünftig für deine Nutzer noch geplant oder sagst du, das kann ich gar nicht entscheiden, ich muss erstmal sehen, was Apple alles macht?

KR:
Beides, ich arbeite aktuell am 2.4 Update, was jetzt Ende des Monats veröffentlicht wird. Wo es dann zum einen dieses Kombiangebot von Teamwork und Pro geben wird, aber auch Sachen wie Kalender-Integration, dass man jetzt Ereignisse im Kalender direkt in den Listen angezeigt bekommt und dann noch auf Details zugreifen kann und die Events bearbeiten kann. Viele wollen irgendwie so eine engere Verbindung zwischen Kalender und Aufgaben. Kam als Feedback, deswegen habe ich das jetzt umgesetzt.

LB:
Dann aber nur mit dem Apple-Kalender?

KR:
Alle Kalender, die in dem iOS-Kalender eingebaut sind, genau. Da kann man ja auch Google einbinden. Aber der dient quasi als Quell-App, wo ich die Daten habe.

LB:
Erkläre mir das nochmal, das interessiert mich jetzt. Wie ist die Integration genau geplant? Wie sehe ich die Aufgaben dann im Kalender oder sehe ich in deiner Aufgaben-App den Kalender?

KR:
Man sieht in der Aufgaben-App in den Listen oben die Ereignisse zusätzlich. An dem Tag, wo die Aufgaben anstehen.

LB:
Oben im Planny kann ich mir mit anzeigen lassen, was ich heute noch für …

KR:
Welche Ereignisse ich heute habe. Dann kannst du die auch direkt anklicken und siehst dann weitere Details, was hinterlegt ist halt an Notizen. Und die Hinweise kann man bearbeiten und Kalenderzuordnungen oder das Ereignis selbst nochmal bearbeiten, dass man gar nicht dann in den Kalender noch rein muss, sondern es direkt in der App machen kann.

LB:
Super. Das ist eine tolle Integration, ich glaube, die ist auch super wichtig.

KR:
Aber es ist natürlich auch umgekehrt geplant, dass man die Aufgaben dann im Kalender angezeigt bekommt. Das ist aber technisch aktuell ein bisschen kompliziert, denn ich synchronisiere ja eigentlich über die iCloud und das ist ein eigenes Datenformat, was nicht hundertprozentig kompatibel ist mit dem Reminder-Format, also die Erinnerung, die iOS bietet oder Google Tasks oder Ähnliches.

Man kann es schon kompatibel machen, aber dann muss man dort auch mal synchronisieren. Und ich glaube, das ist mit den Konflikten dann eventuell ein bisschen problematisch. Ich werde es auf jeden Fall mal versuchen. Ich bin auch zuversichtlich, dass ich das hinbekomme, aber aktuell hat es noch nicht so die Priorität.

LB:
Was hast du noch in der Zukunft vor?

KR:
Zu dem Update kommen noch kleinere Sachen, wie zum Beispiel, dass man die noch fälligen Aufgaben im Icon sieht, also die Anzahl der fälligen Aufgaben. Aktuell kann man anzeigen lassen, wie viele überfällig sind. Viele wollen aber, bei Things ist es zum Beispiel so, dass man da angezeigt kriegt, wie viele Aufgaben für den Tag noch anstehen. Und das ist dann jetzt zum Beispiel auch dabei. Neue Farben, alles, was sich die Kunden noch so gewünscht haben.

Morgen wird eine Beta anfangen, starten. Auf der Webseite kann man sich dann wieder registrieren, sich alles mal anschauen. Und dann geht es Richtung 3.0 Update, da warte ich wirklich auf das, was Apple vorstellt bei der WWDC im nächsten Monat. Das ist die große Entwickler-Konferenz von Apple.

LB:
Nächster Monat bedeutet im Juni.

KR:
Anfang Juni geht es los.

LB:
Ich glaube, dass dieses Interview sogar erst danach ausgestrahlt wird. Da wirst du es dann sogar schon wissen, wenn es ausgestrahlt wird. Auf iOS 13 wartet jeder. Alles, was da kommt, da musst du dich natürlich so ein bisschen dann auch anlehnen.

KR:
Da habe ich auch gut Zeit, also, Veröffentlichung ist ja dann erst im September, wenn es so läuft wie bisher. Also hat man dann wirklich noch genug Zeit dafür. Meist bin ich dann schon Ende Juni oder Mitte Juli fertig und dann kann man halt eine große Beta-Phase starten. Das Apple Betriebssystem ist dann auch noch nicht fertig. Und da gibt es dann immer technisch sehr viele Probleme noch, die zu lösen sind.

LB:
Jetzt eine Sache, eine Funktion, auf die muss ich nochmal separat eingehen, weil die mich besonders begeistert hat in deinem Taskmanager, im Planny, das ist die Apple Pencil-Integration, also der Support davon. Erkläre mal ganz kurz, was du da mit dem Apple Pencil machen kannst.

KR:
Die Idee ist, dass man zu einer Aufgabe Notizen hinzufügen kann. Das hatte ich zu Beginn wirklich nur mit Text und dann irgendwann mit Bildern ergänzt, so dass man Fotos aufnehmen kann oder halt existierende Fotos importiert.

Dann habe ich jetzt den Apple Pencil Support eingebaut. In den Notizen kann man Skizzen oder Zeichnungen anlegen. Man kann irgendetwas handschriftlich aufschreiben oder kleine Zeichnungen anfertigen und die dann automatisch hinzufügen. Und da ist auch der Apple Pencil 2 unterstützt, das heißt, wenn man jetzt doppelt tippt, dass dann zum Beispiel zum Radiergummi gewechselt wird. Das kann man natürlich in der iOS Einstellung festlegen. Das sind auch so Kleinigkeiten, die aber leider selten umgesetzt werden in anderen Apps.

LB:
Genau, das ist schon besonders bei dir, deshalb wollte ich nochmal darauf eingehen. Hast du noch mehr vor, was man mit dem Apple Pencil machen kann, dass man evtl. sogar sich die Aufgabenlisten handschriftlich erstellt?

KR:
Ich habe aktuell noch etwas anderes in der Pipeline, App-mäßig. Dazu kann ich jetzt nicht so viel sagen.

LB:
Aber ein bisschen?

KR:
Da geht es wirklich um das handschriftliche Erstellen von Sachen auf kleinen Karten. Mehr sage ich dazu jetzt nicht.

LB:
Super, aber da sind wir eigentlich schon beim nächsten Thema angekommen. Erstmal mit dem Apple Pencil Support, um da einen Schnitt zu machen, das finde ich eine super Sache, das ist eine einmalige Funktion, die du da bietest! Du bist Informatikstudent, hast jetzt den Master-Studiengang angefangen. Ist es denn jetzt so, dass du später damit auch dein Geld verdienen willst oder auch vielleicht schon kannst?

KR:
Ich kann jetzt auf jeden Fall endlich mal ausziehen. Soweit hat es finanziell gepasst, die Selbstversorgung klappt mehr oder weniger gut. Je nachdem, wie man sich die Standards setzt, natürlich. Ich würde mir natürlich wünschen, wenn es so klappt, dass ich das weiter so mache. Jetzt werde ich erstmal mein Studium beenden. Ich bin da relativ offen, was sich so ergibt. Ich will jetzt nicht sagen, ich will das unbedingt mein Leben lang machen. Wenn ein besseres Angebot kommt, aber ja, aktuell passt es so ganz gut.

LB:
Du machst es jetzt die nächste Zeit. Du darfst den Leuten natürlich nicht die Angst geben, dass sie sagen, jetzt gehe ich da rüber und dann irgendwann, wenn er mit dem Studium fertig ist, gibt es die App nicht mehr.

KR:
Das passiert auf keinen Fall. Das würde natürlich nebenbei weiterlaufen.

LB:
Ich kann mir vorstellen, dass man da wirklich einen großen Markt draus macht. Du hast gesagt, du hast noch andere Apps geplant, wenn ich das richtig verstanden habe, eine Notiz-App?

KR:
NEIN! Da möchte ich nicht in den Markt gehen, nein. Ich sage es jetzt, wird ja erst später veröffentlicht, der Podcast?

LB:
Genau.

KR:
Es ist eine Lernkarten-App.

LB:
Okay, sehr gut.

KR:
Aber zusammen arkit und dem Face Tracking, um quasi Aufmerksamkeit zu erzwingen beim Lernen. Es gibt dieses typische Problem, dass man lernen will, aber vor dem Fernseher sitzt und sich die ganze Zeit ablenken lässt. Und das soll damit umgangen werden. Es sind noch viele andere nette Funktionen dabei.

LB:
Toll, bist du da schon in der Entwicklung oder noch in der Planung?

KR:
Die Entwicklung neigt sich dem Ende zu, also, die Veröffentlichung ist für Juni angesetzt.

LB:
Es kommt wahrscheinlich zeitgleich hier mit der Veröffentlichung dieses Interviews. Es könnte sein, dass es sich sogar überschneidet. Das ist ja super. Sonst noch irgendwas geplant, hast du noch andere App-Ideen?

KR:
Ich will mich wirklich auf wenig fokussieren und das super machen. Aber bei der Lernkarten-App hatte ich zufällig diese tolle Idee und da dachte ich, ich mache noch eine zweite App. Wenn sich irgendwann weitere Ideen ergeben natürlich, aber ich will eigentlich bei den beiden Apps erstmal mich festhalten und diese so gut machen wie es geht.

LB:
Was muss passieren, damit du es hinterher wirklich vollberuflich machst, dass du sagst, das ist jetzt mein Ding?

KR:
Finanziell muss es passen.

LB:
Du sagtest eben, das ist relativ!

KR:
Natürlich, ja.

LB:
Klar, als Informatiker wirst du immer einen Job finden. Heute Morgen noch habe ich in der Zeitung gelesen, knapp 60.000 unbesetzte Informatikerstellen in Deutschland. Da musst du keine Sorge haben, dass du nichts findest. Aber die Frage ist auch immer, wie selbstbestimmt man dann arbeitet.

KR:
Natürlich und man kann die Umsätze immer schwer absehen, das ist eher das Problem. Man weiß nie, wie es sich mit der Zeit entwickelt. Wenn man mit der Unsicherheit leben kann und sich ein gutes Polster aufbaut, geht es natürlich.

LB:
Das hast du als Unternehmer immer, egal, was du tust. Es ist nie klar, welche Umsätze du im nächsten Jahr machst. Es gibt ganz wenig Branchen, wo man das vielleicht weiß, aber dann sind da andere Unwägbarkeiten. Aber ich bin schon so lange Unternehmer, es ist halt so. Ich lebe damit und kann es dir nur raten. Du machst da einen tollen Job, es würde mich wirklich sehr freuen, wenn du da weitermachst.

Okay, ich würde mal sagen, machen wir unter Planny, unter dem Taskmanager, mal einen Strich und kommen zu meinen Schlussfragen. Bist du bereit?

KR:
Ich bin bereit, ja.

LB:
Kevin, welcher ist dein wichtigster Produktivitätstipp?

KR:
Dass man Aufgaben nicht vor sich hinschieben sollte, wenn es geht.

LB:
Welche Apps oder welchen Internetdienst kannst du der Selbstmanagement. Digital.-Community empfehlen, außer Planny natürlich?

KR:
Neben nutze ich die App Bear, also die Notizen-App, die nutze ich ganz gerne.

LB:
Es passt zu dir, weil es auch eine wunderschöne App ist, vom Design, vom GUI wunderschön gemacht.

KR:
Ansonsten nutze ich sehr gerne die iCloud-Dienste komplett, Dinge wie Pages, dass man zusammenarbeitet.

LB:
Was war deine größte Herausforderung als Unternehmer oder als junger Unternehmer bisher und was hast du daraus gelernt?

KR:
Dass man erstmal vor nichts steht, dass man quasi kein Geld hat, außer man holt es sich irgendwo, dass man sich alles selbst aufbauen muss. Man kann sich natürlich Hilfe besorgen, aber ich wollte das wirklich komplett alleine lösen. Und mein Tipp ist einfach, sich wirklich an vielen Stellen gut informieren und einfach nicht aufgeben.

LB:
Welches Buch hat dich als Unternehmer und Mensch am meisten geprägt?

KR:
Das ist ganz witzig, es war wirklich das Buch zur Programmiersprache von Apple, was ich gelesen habe. Das hat mich am weitestgehenden jetzt beeinflusst in letzter Zeit. App Development with Swift von Apple.

LB:
Welches ist der beste Ratschlag, den du jemals erhalten hast?

KR:
Dass ich mehr an mich glauben soll. Weil ich immer sehr kritisch bin mit mir, gerade was das Design angeht. Wenn ich es aber anderen zeige, heißt es immer, oh, das ist doch super. Das man vor allem mal eine Nacht darüber schlafen sollte, über Dinge. Dann sieht man alles ganz anders.

LB:
An sich zu glauben, das ist ganz wichtig, dass man da an sich und seinen eigenen Weg glaubt. Bei dir spricht so ein bisschen Unsicherheit heraus, was du später machst. Wenn ich sehe, was du bisher gemacht hast, würde ich ganz fest an dich glauben. Ich kann mir vorstellen, da kann sich richtig etwas Tolles draus entwickeln, wenn du an dich glaubst.

KR:
Vielen Dank.

LB:
Schlussfrage, bevor wir uns verabschieden. Wo kann dich die Selbstmanagement. Digital.-Community im Netz finden? Wo findet man deine App und wie kann man mit dir in Kontakt treten?

KR:
Also, zum einen im App-Store natürlich, im iOS App-Store einfach nach Planny suchen. Oder halt auf meiner Website KevinReutter.de. Da findet man dann alle weiteren Sachen. Ansonsten habe ich noch einen Twitter-Account: kevin_reutter

LB:
Das werden wir hier alles verlinken auf jeden Fall. In dem Artikel und auch in den Shownotes hierzu sind alle Links drin. Kevin, vielen Dank für das tolle Interview, hast einen guten Einblick gegeben in die App Planny, wer dahintersteht, was dahintersteckt, die Ideen, die dahinter stehen und ich kann abschließend sagen, Planny ist wirklich eine der Apps, die ich jetzt gesehen habe, die wirklich ganz nah am iOS Betriebssystem dran sind, alle Neuerungen sofort umsetzen und einfach schön gemacht ist. Kevin, vielen Dank dafür.

KR:
Gern.

LB:
Kevin, ich wünsche dir und Euch natürlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.

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