Sieben Strategien, besser ‚Nein‘ zu sagen [Podcast 022]

Ein ‚Ja‘ ist schnell ausgesprochen: Weil es unser Ego kitzelt, weil wir gefallen wollen und die Erwartungen des Gegenübers erfüllen möchten. So erkaufen wir uns vorschnell Glück, obwohl oft eine Stimme im Hinterkopf uns schon in dem Moment, in dem wir gefragt werden, sagt: Mach’s nicht!

Podcast 022

Denn letztendlich haben wir keine Zeit zu verschenken und zu etwas ‚Ja‘ zu sagen, heißt immer auch, ‚Nein‘ zu vielen anderen Dingen zu sagen. Und so kommen wir mit unseren eigenen Prioritäten nicht mehr vorwärts.

Diese Podcastfolge zeigt Euch Strategien auf, besser ‚Nein‘ zu sagen:

Hier die sieben Möglichkeiten eines besseren ‚Neins‘ noch einmal in der Übersicht :

1. Niemals sofort ‚Ja‘ sagen

Als sehr entscheidungsfreudiger Mensch muss auch ich mich oft noch bremsen und mir sagen: Du kannst dir Zeit nehmen und darüber nachdenken, Du musst das nicht sofort entscheiden. Den Satz „Danke, ich mache mir Gedanken und melde mich“ nimmt Dir niemand übel.

2. Die echten Kosten des ‚Ja‘ klar machen

Während jedes ‚Ja‘ Zeit kostet, ist das ‚Nein‘ die einzige Möglichkeit, Dir mehr Zeit zu schaffen. Wenn Du ‚Ja‘ sagst, ist das immer auch ein ‚Ja‘ zu den Prioritäten anderer und Du stellst Deine eigenen hinten an. Im schlimmsten Fall sagst Du zu allem ‚Ja‘ und Deine Zeit für Entspannung und Erholung leidet ebenso wie Deine Produktivität. Im Endeffekt bist Du dann nur gestresst und frustriert und ein ‚Ja‘ zu den wichtigen Dingen in Deinem Leben ist nicht mehr möglich. Deshalb gilt es, abzuwägen, was ein ‚Ja‘ letztendlich für Dich bedeutet.

3. Kein Entschuldigen

Ein klares „Nein, da habe ich keine Zeit für“ reicht. Denn je länger Deine Entschuldigungsarie ansonsten dauert, desto mehr Schuldgefühle erzeugst Du bei Dir selbst. Für dein ‚Nein‘ gilt deshalb: Je klarer, desto besser.

4. Schuldgefühle ignorieren

Ganz vermeiden können wirst Du Schuldgefühle nicht, denn sie kommen immer, wenn Du ‚Nein‘ sagst. Also musst Du damit umgehen: Nimm sie bewusst wahr und drücke auf „löschen“ (oder nutze Barbaras analoge Variante: Pack sie in einen Koffer und schließe ihn ab). Dann denke einfach nicht mehr darüber nach.

5. Positiv mit dem ‚Nein‘ umgehen

Verbinde keine negativen Gedanken mit deinem ‚Nein‘, sondern halte Dir vor Augen, dass du mit jedem ‚Nein‘ auch ‚Ja‘ zu etwas Wichtigem in Deinem Leben sagst. Für mein Tagebuch beantworte ich jeden Tag die Frage „Was hast Du heute für Dein Lebensziel getan?“. Jedes ausgesprochene ‚Nein‘ bringt mich meinem Lebensziel näher.

6. Eine Alternative anbieten

Sofern das möglich ist, biete statt Deiner Zeit eine Alternative an und teile Ressourcen. Oft kann ich mit Hinweisen auf Blogartikel weiterhelfen. Ich arbeite oft mit Textbausteinen für alle möglichen Email-Anfragen. Noch lieber aber beantworte ich offene Fragen in den Kommentaren, weil davon alle gleichzeitig etwas haben.

7. Regeln aufstellen

Das ist eine Maßnahme für besonders hartnäckige Fälle: Schreibe Dir Regeln für die Situationen auf, in denen Du immer ‚Ja‘ oder immer ‚Nein‘ sagst. So kannst Du es Dir selbst ganz klar vor Augen halten.

Zitat

Barbaras Zitat reicht diesmal weit zurück, ist aber immer noch aktuell. Der römische Philosoph Lucius Seneca sagte: „Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“

Welche Strategien habt Ihr, ‚Nein‘ zu sagen? Habt Ihr weitere Anregungen? Ich freue mich auf unseren Austausch in den Kommentaren.

Hinweis: Ich behalte mir das Recht vor, beleidigende oder vom Thema abweichende Kommentare zu löschen.

  • Susanne Bauch

    Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal Nein zu einer Aufgabe gesagt und meine Chefin damit erschreckt.
    Ich habe ihr das Nein allerdings ausgiebiger erläutert wie es notwendig gewesen wäre.
    Schuldgefühle hatte ich keine, sondern eher ein Gefühl der Erleichterung.
    Alternativen anbieten finde ich schwer (auch wenn ich ebenfalls dazu neige), weil ich dem, was ich eigentlich ablehnen möchte, doch wieder sehr viel Zeit und Wichtigkeit gebe.
    Das wäre für mich eher etwas was ich vielleicht nach einem klaren Nein im stillen Kämmerlein kurz bedenke und dann entscheide ob ich diese alternative Hilfe anbiete oder nicht.
    Danke für das spannende Thema!
    Liebe Grüße
    Su

  • Hi Lars,

    ich erfolge schon länger (aber unregelmäßig) Deine Aktivitäten im Netz. Da ich begeisterter Podcast-Hörer und demnächst auch Podcaster bin, habe ich hier mal rein gehört. Toll gemacht, Eurer Zwiegespräch. Kommt sehr professionell rüber, gleichzeitig aber auch sehr entspannt. Und so gar nicht abgehoben.

    Das Thema Nein-Sagen ist echt wichtig. ich habe gerade ein kleines Unternehmen mit sechs Mitarbeitern übernommen. Der erste Monat ist vorüber und eine Bugwelle bewegt sich über mich. Gleichzeitig kommen viele Anfragen von Kontakten herein, die ich aus meiner früheren Zeit schon kenne. Da bin ich überall geneigt, ja zu sagen (weil es ja auch nett und toll ist). Aber mein Kalender und die wirtschaftlichen Realitäten zwingen mich dazu, Prioritäten zu setzen. Somit habe ich heute wieder was gelernt.

    Also, vielen Dank für die tollen Hinweise, macht weiter so!

    Gruß,
    Derek

    • Danke für Deine netten Worte und das Kompliment, lieber Derek.
      Dir viel Erfolg und Spaß in Deinem Unternehmen und bei dem Start Deines eigenen Podcasts. Super!