Sieben Wochen ohne – Wie eine bewusste Fastenzeit Deinen Führungsstil prägen kann

Auf die Fastenzeit freue ich mich jedes Jahr. Es ist ein Ausbruch aus dem Gewohnten, hin zu Neuem und Unentdecktem in mir.

Der Fernseher, der tägliche Kaffeekonsum, Computerspiele, das Glas Rotwein am Abend, zeitfressendes Internet-Surfen… Alles Dinge, die wir nicht unbedingt brauchen und die uns auch nicht unbedingt gut tun. Sie können aber einen großen Teil unserer Zeit, unseres Lebens und damit auch unserer Persönlichkeit in Anspruch nehmen.

Fasten heißt daher für mich: Verzichten, frei werden, Neues entdecken, Freiräume schaffen und nutzen.

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Grundsätzlich geht es beim Fasten nicht darum, abzunehmen und sich seinem Wunschgewicht zu nähern. Man sollte sich vielmehr mit lieb gewonnenen Gewohnheiten auseinandersetzen und sich kritisch die Frage stellen: Werde ich von diesen Gewohnheiten beherrscht?

Bei mir haben sich viele dieser Gewohnheiten, die ich während der Fastenzeit eingeschränkt und reduziert habe, auch im späteren Alltag als plötzlich nicht mehr so wichtig und beherrschend herausgestellt. Genau so sind viele positive Gewohnheiten aus einer Disziplinierung während der Fastenzeit entstanden.

Ein gutes Besispiel hierfür ist mein immer aufgeräumter und ordentlicher Arbeitsplatz. Ich war die Unordnung auf meinem Schreibtisch leid und hatte mir vor Jahren vorgenommen, während der Fastenzeit am Ende jedes Tages den Schreibtisch aufzuräumen. Diese Regel habe ich mit in den Alltag genommen und mittlerweile ist daraus eine Gewohnheit oder fast schon eine Manie geworden.

Somit ist gerade als Führungskraft mit einer Vorbildfunktion die Fastenzeit eine gute Gelegenheit, seine Persönlichkeit zu stärken und seine Sinne zu schärfen.

Für dieses Jahr habe ich mir ganz konkret die folgenden Dinge vorgenommen:

1. Alkohol

Wie jedes Jahr verzichte ich komplett auf Alkohol. Mittlerweile stellt das auch keine große Herausforderung mehr dar. Das war vor ein paar Jahren noch ganz anders…

2. Süßigkeiten

Auch wie jedes Jahr, dieser Verzicht fällt mir am schwersten.

3. Fleisch

Erstmalig werde ich während der Fastenzeit versuchen, mich komplett vegetarisch zu ernähren. Die Idee stammt von meiner jüngsten Tochter und jetzt macht die ganze Familie mit. Das macht die Sache natürlich leichter.

4. Informationsdiät

Ich reduziere die Informationsflut von Fernsehen, Radio, Nachrichtenseiten im Internet und Social Media bewusst und deutlich und ich weiß schon jetzt, wie gut mir das tun wird.

Einfach einmal uninformiert sein und nicht am Zeitgeschehen teilhaben. So bleibt im Kopf viel Freiraum für andere schöne Dinge.

Du bist dran

Mit diesem Artikel möchte ich Dich ermutigen, das Fasten einmal selbst auszuprobieren. Brich auch Du aus dem Gewohnten aus und schaffe Dir nicht gekannte Freiräume durch einen bewussten Verzicht.

Hier ein paar Anregungen für Dich aus meinen bisherigen Fastenzeiten:

  • Jeden Tag Sport
  • Auf das Auto verzichten bzw. stark einschränken
  • Mit dem Fahrrad ins Büro
  • Beginnen, Tagebuch zu führen
  • Jeden Tag meditieren
  • Kein Fernsehen
  • Kein Kaffee
  • Jeden Tag in der Bibel lesen

Du siehst, die Möglichkeiten sind grenzenlos. Dir fällt bestimmt etwas ein.

Bedenke dabei immer: Als Führungskraft bist Du ein Vorbild, bei allem, was Du unternimmst und machst. Dein Handeln und Deine Taten stehen für den Führungsstil, den Du pflegst, nicht Deine Worte. Deine Mitarbeiter beobachten alles, was Du tust und wie Du es tust.

Wenn Du bewusst verzichtest und Dich auf Wesentliches konzentrierst, ermutigst Du Deine Mitarbeiter, Gleiches zu tun. So hat mein ordentlicher Arbeitsplatz mittlerweile schon auf viele meiner Mitarbeiter abgefärbt (leider noch nicht auf alle).

Wie sind Deine Erfahrungen mit der Fastenzeit? Auf was verzichtest Du? Ich freue mich auf Deine Anregungen und unseren Austausch in den Kommentaren.