Wann hast Du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht? Wann hast Du Dich zuletzt wirklich lebendig gefühlt – nicht erfolgreich, nicht produktiv, nicht effizient, sondern lebendig?

In dieser Podcastfolge vom Hallo Fokus! Podcast spreche ich mit Thorsten Beck über genau diese Fragen. Es geht um das „Spielbein“ – ein Begriff, geprägt vom Neurobiologen Gerald Hüther.

Und es geht um viel mehr als ein nettes Hobby.
Es geht um:

  • Sinn statt Status
  • Freude statt Funktionieren
  • Authentizität statt Vergleich
  • Abenteuer statt Hamsterrad

Thorsten erzählt offen, wie er auf dem unternehmerischen Peak stand – finanziell erfolgreich, anerkannt, etabliert – und trotzdem innerlich leer war. Wie er merkte, dass sein Standbein stark war, sein Spielbein jedoch verkümmert. Und wie er Schritt für Schritt wieder Zugang zu sich selbst gefunden hat.

Keine leichte Folge. Aber eine ehrliche.

🎧 Hier kannst Du die Podcastfolge hören

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Webseite:
Große(r) Beck GmbH

Das eigene Spielbein entdecken – Was wirklich dahinter steckt

Standbein vs. Spielbein – was bedeutet das?

Das Konzept stammt von Gerald Hüther.

Standbein: Das, womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst. Verantwortung. Stabilität. Struktur.
Spielbein: Das, was Dich lebendig macht. Entdecken. Lernen. Ausprobieren. Scheitern dürfen.

Viele Unternehmer und Selbstständige haben ein extrem starkes Standbein – aber ein kaum noch vorhandenes Spielbein.
Und genau da beginnt das Problem.

Wenn Erfolg nicht mehr erfüllt

Thorsten war über 20 Jahre erfolgreich in der Finanzierungsberatung. Anerkennung. Umsatz. Status.
Aber irgendwann kam die Frage:

„Liebe ich meine Reise noch?“

Dieser Satz von Lars Amend brachte ihn ins Nachdenken.

Die ehrliche Antwort lautete: Nein. Nicht, weil das Business schlecht war. Sondern weil es nicht mehr sein Innerstes berührte. Und das ist ein Unterschied.

Woran Du merkst, dass Dein Spielbein verkümmert ist

Vielleicht erkennst Du Dich hier wieder:

  • Du funktionierst nur noch.
  • Du machst, was „man eben macht“.
  • Du vergleichst Dich ständig.
  • Du weißt gar nicht mehr, was Dich wirklich glücklich macht.
  • Deine Bucket List klingt wie ein Instagram-Feed.
  • Du bist erfolgreich – aber innerlich leer.

Das passiert nicht plötzlich.
Das passiert schleichend.

Wir verlernen es.

Warum wir unser Spielbein verlieren

1. Erziehung und Prägung

Früh lernen wir:

  • Erst leisten, dann leben.
  • Erst erfolgreich sein, dann genießen.
  • Mehr ist besser.

2. Vergleichskultur

Social Media verstärkt das massiv. Du siehst ständig:

  • Wer mehr verdient
  • Wer besser aussieht
  • Wer produktiver ist

Der Vergleich wird zur Dauerbeschallung.

3. Dauerlärm

Podcast im Ohr. Musik beim Spaziergang. Serien am Abend. Scrollen im Bett.
Wann bist du wirklich still?

Der Wendepunkt: Zurück zum Abenteuerspielplatz

Thorsten begann nicht mit einer großen Lebensentscheidung. Er begann klein.

  • Plattenspieler reparieren
  • Wieder Hip-Hop hören
  • Auf Konzerte gehen (12 in einem Jahr!)
  • Basketball spielen
  • Kein Alkohol mehr
  • Laufen in der Natur

Nicht, um produktiver zu werden.
Nicht, um sich zu optimieren.

Sondern aus Freude.

Ein besonderer Moment:
Als er einem Kunden sagte:

„Ich kann gerade nicht. Ich gehe jetzt Basketball spielen.“

Früher undenkbar. Heute selbstverständlich.
Das ist Selbstführung.

Ego vs. authentisches Selbst

Wir denken oft, wir müssten nur genug analysieren, planen, reflektieren.

Aber: Gedanken kommen meist aus dem Ego.

Das authentische Selbst spricht leiser. Es meldet sich im Bauch. Im Unwohlsein. In der Unruhe.

Du musst ihm Raum geben. Und das geht nur durch Stille.

Wie Du Dein Spielbein entdecken kannst – konkret

Hier ein möglicher Weg:

1️⃣ Erlaube Dir Unzufriedenheit

Ohne Ehrlichkeit kein Wandel.

2️⃣ Gehe in die Stille

  • Spazieren ohne Kopfhörer
  • Kein Scrollen am Abend
  • Natur statt Netflix

Nicht denken. Wahrnehmen.

3️⃣ Probiere aus

Wann hast Du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?

  • Neues Restaurant
  • Neues Hobby
  • Neue Stadt
  • Neues Gespräch

Das Leben will gespielt werden.

4️⃣ Sage bewusst Nein

Zeit entsteht nicht. Du nimmst sie dir.

Nein ist ein vollständiger Satz.

5️⃣ Lass los

Der größte Hebel ist Loslassen:

  • Vergleich
  • „Mehr ist besser“
  • Dauerleistung
  • Fremderwartungen

Spielbein heißt nicht: noch mehr tun

Ganz wichtig:

Es geht nicht darum, Dein ohnehin volles Leben noch weiter vollzustopfen.

Es geht um:

  • weniger
  • bewusster
  • echter

Vielleicht brauchst Du kein neues Hobby.
Vielleicht brauchst Du nur wieder Zugang zu dem, was schon immer da war.

Unternehmertum als Spielfeld

Unternehmertum kann ein gigantischer Abenteuerspielplatz sein.

Aber nur, wenn:

  • Du nicht nur beweisen willst
  • Du nicht nur Status jagst
  • Du nicht nur funktionierst

Thorstens neuer Fokus: Mentoring statt nur Beratung. Nicht nur Businesspläne. Sondern Menschen begleiten, damit ihr Traum nicht zum Albtraum wird. Das ist gelebtes Spielbein.

Der wichtigste Satz dieser Folge

Veränderung tut weh. Und sie passiert nicht über Nacht.

Viele brechen zu früh ab.

Weil es unbequem wird.
Weil es Geld kostet.
Weil es Identität kostet.

Aber dahinter wartet Freiheit.

Eine letzte Frage an Dich

Wann hast Du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht? Und noch wichtiger: Was würdest Du tun, wenn Du niemandem etwas beweisen müsstest? Vielleicht ist genau dort Dein Spielbein.

Fazit: Dein Leben will gespielt werden

Das eigene Spielbein zu entdecken ist kein Luxus. Es ist keine nette Freizeitidee. Und es ist schon gar kein „Noch-mehr-auf-die-To-do-Liste“.

Es ist der Weg zurück zu Dir.

Wenn Du nur noch funktionierst, vergleichst, leistest und optimierst, verlierst Du den Kontakt zu Deinem authentischen Selbst. Dein Standbein mag stabil sein – aber ohne Spielbein fehlt Dir die Lebendigkeit.

Du musst dafür nicht alles hinschmeißen. Du musst auch nicht Dein Business aufgeben. Aber Du darfst anfangen, Dir selbst wieder Raum zu geben.

Vielleicht beginnt es mit einem Spaziergang ohne Kopfhörer.
Mit einem ehrlichen Nein.
Mit einem alten Hobby.
Mit einer halben Stunde, die nur Dir gehört.

Und vielleicht stellst Du dann fest:

Dein Leben war nie dazu gedacht, nur effizient zu sein. Es war immer ein Abenteuerspielplatz.

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