In dieser Folge beschäftigen wir uns mit der digitalen Ablage im Todesfall.
Wenn auch du eine Frage an mich hast, schreib mir einfach an: office@larsbobach.de

Folgende Fragen wurden beantwortet:

(1) von Heiner:

„Hallo Lars,

seit einiger Zeit bin ich aufmerksamer Leser und Hörer deiner verschiedenen Kanäle. Du hast mich ermutigt mein Büro und Privatleben papierlos zu gestalten. Deine Ideen haben mir dabei sehr geholfen. Danke dafür 😀.

Hier nun meine Frage:

Im Normalfall würde man bei einem plötzliche Tod einfach ordnerweise Papierdokumente hinterlassen, die dann von den verbliebenen Familienangehörigen oder Mitarbeitern durchsucht werden können. Die Ordnerstruktur gibt eine guten Übersicht über die vorhandenen Dokumente. Wie sieht es mit der Ablage in Evernote aus? Die von dir einfach gestaltete Struktur ist für andere (die nicht so im Thema sind) vielleicht schwer nachvollziehbar und das Evernoteprogramm auch nicht jedem Hinterbliebenen bekannt.

Wie geht du damit um, kennen sich alle deine Familienmitglieder und Mitarbeiter damit aus und wie erhalten diese dann eine Übersicht über die tausende Dokumente?
Über eine Antwort würde ich mich sehr Freuen.

Weiter so Lars 👍

Viele Grüße aus dem Rheinland“

(2) von Volker:

„Hallo Lars,

ich bin dienstlich bundesweit viel unterwegs. Da kommt immer wieder mal die Frage auf, was passiert, wenn etwas passiert und nicht der weiße Wagen zum Unfallort kommt, sondern der schwarze…

Ich nutze mittlerweile etliche digitale Dienste (Evernote, Todoist, babbel), die auch kostenpflichtig sind und die die Erben ja irgendwie kündigen müssen. Außerdem warten ja noch Facebook, Dropbox, Email-Accounts und Co auf eine Abmeldung.

Meine Frau ist in diesen Dingen eigentlich nicht bewandert und wäre wohl ziemlich überfordert. Wenn alle Zugangsdaten gut verpackt in 1Password (oder bei mir mSecure) liegen, kommt ohne weiteres niemand an die Infos ran. Gehört das Facebook-Account überhaupt rechtlich in den Nachlass? Hast du für dich eine Notfallstrategie definiert?

Ich bin gespannt auf deine Gedanken.

Beste Grüße“

Hinweis: Ich behalte mir das Recht vor, beleidigende oder vom Thema abweichende Kommentare zu löschen.

  • Thomas

    ,

    Hallo,

    ich beschäftige mich mit dem Thema schon seit einiger Zeit, auch weil ich im Familienkreis bereits einen Nachlass auslösen musste und das kann in sehr viel Lauferei usw. ausarten ( und da war noch alles analog )

    Für meinen / unseren Teil haben wir nun folgende Regelungen getroffen – und wir gehen da mit voller Absicht einen analoge Weg ohne irgentwelche Tools und Onlinedienste zu nutzen:

    – wir haben unsere Passwörter jeweils in 1Password abgelegt und kennen gegenseitig den Masterschlüssel.
    – alle wichtigen Dokumente liegen als Kopie in einem Ordner übersichtlich abgelegt, die Originale im Bankschliessfach in Sammelmappen mit Inhaltsverzeichniss.
    – ebenso liegt im Schliessfach eine Liste mit allen Onlineaccounts, Abo’s usw. die im Falle-des-Falles gekündigt werden müssen ( Username/Password, URL, Name des Dienstes, kurze Beschreibung falls notwendig ).
    – des weitere liegt im Schliessfach eine Festplatte mir allen gescannten Dokumenten im PDF-Format übersichtlich in einer einfachen Ordnerstruktur, dazu ausgedruckt eine Beschreibung, was wo zu finden ist.
    – Festplatte, Passwordliste, usw. aktualisieren wird unregelmässig, wenn sich Änderungen ergeben haben, die Festplatte wird dann im Wechsel mit einer zweiten einfach ausgetauscht, wenn jemand von uns zur Bank geht. Das dauert keine 5 min.
    – 2 Personen aus dem Verwandtenkreis haben Zugang zu unseren Wohnung, dort ist ein Schlüssel hinterlegt und die habenVollmacht auf die Banksachen inkl. Schliessfach und wiessen, wo die Schlüssel finden und wie die dann ans Schliessfach rankommen, der Schlüssel alleine reicht nämlich nicht.

    Das wir alle Sachen im Bankschliessfach haben, hat zwei Gründe:
    – Schutz vor Einbruch
    – Schutz vor Brand etc., gegenüber meiner alten Wohnung ist mal eine Schreinerrei abgebrannt und das war nicht so toll, weil unsere Haus auch einiges abbekommen hat und nur die Feuerwehr mehr verhindet hat.

    Und so ein Schliessfach kosten nicht die Welt – bei unserer Bank max 115,-/Jahr für das Grösste, wir haben eines für 75,-/Jahr, da passen schon mehrere Dokumentenmappen rein – Aktenordner sind leider zu gross. Allerdings ist es mittlerweile schwierig, ein Schliessfach zu bekommen, weil die Banken Wartelisten haben.

    • Danke für Deine ausführliche Ergänzung, Thomas 🙂

  • Klingt sehr interessant. Ich werde mich dazu auf jeden Fall mal bei Dir melden 🙂