Warum Du Deine Machete mal kurz beiseite legen solltest

Letzte Woche habe ich mir eine Auszeit genommen. Ich bin nach Irland geflogen, um eine Woche alleine zu verbringen.

Als ich im Flugzeug saß und nach Dublin einflog, sah ich auf die irische Landschaft unter mir: Sehr grün, ganz klar und strukturiert.

Während ich mir die Szenerie mit einem sehr guten Überblick von oben ansah, musste ich an die einzelnen Menschen denken, die dort in den Firmen, Fabriken oder Bauernhöfen arbeiteten.

Sie sind auf ihre Arbeit fokussiert und das Hamsterrad der täglichen Herausforderungen und Pflichten hält sie ermüdend auf Trab. Sie haben nicht den Überblick, den ich zu diesem Zeitpunkt genoss.

In diesem Moment wurde mir wieder einmal mehr bewusst, wie wichtig es ist, einen Blick von oben auf die eigene Arbeit und noch wichtiger auf das eigene Leben zu bekommen.

Gerade wenn man vor wichtigen Entscheidungen steht, wünscht man sich einen solchen Blick aus über 10.000 Meter Höhe auf sein Leben. Alles liegt klar strukturiert und übersichtlich vor einem.

Würden einem so nicht alle wichtigen Entscheidungen deutlich leichter fallen?

David Allen hat sich in seinem Buch ‚Getting Things done‘ darüber seine Gedanken gemacht und ein Six-Level-Modell entwickelt. Er gibt verschiedene Beobachtungshöhen anhand von Flughöhen vor, mit denen man seine Arbeit und sein Leben regelmäßig betrachten sollte.

Um dies zu veranschaulichen, gibt Allen ein Beispiel von Arbeitern, die sich mit einer Machete durch einen Dschungel kämpfen. Sie arbeiten jeden Tag sehr fleißig und machen deutliche Fortschritte. Nach tagelanger Arbeit stellt sich jedoch die Frage:

Sind die Arbeiter überhaupt noch in Richtung Ziel unterwegs?

Das lässt sich mit einem wöchentlichen Review relativ einfach und schnell überprüfen.

Viel wichtiger ist aber doch Folgendes:

Befinden sich die Arbeiter überhaupt noch im richtigen Dschungel?

Diese Frage kann man wirklich nur beantworten, wenn man sich auf der obersten Beobachtungshöhe befindet, so wie ich in meinem Flugzeug (oder vielleicht sogar noch etwas höher).

Wann hast Du Dein Leben das letzte Mal so betrachtet?

Ein gutes Hilfsmittel zur Planung auf der höchsten Beobachtungsebene ist ein Lebensplan. Das hört sich erst einmal etwas komisch an, schließlich kann keiner sein Leben von A – Z planen.

Darum geht es auch nicht.

Mein Lebensplan soll einfach nur die Ziele und die Prioritäten in meinem Leben gerade rücken. Mit meiner Lebensplanung mache ich mir bewusst, was mir wirklich wichtig ist und welche Prioritäten ich in meinem Leben setzen muss.

Eine gute Anleitung dazu gibt Michael Hyatt in seinem lesenswerten Blog.

Wichtig: Nehmen Dir Zeit

Eine Lebensplanung braucht Muße und Zeit. Sie lässt sich nicht zwischen Tür und Angel und auch nicht mal eben zwischen zwei Terminen erledigen.

Am besten zieht man sich für ein bis zwei Tage an einen Ort zurück, an dem man nicht gestört wird und man mit sich und seinen Gedanken ganz alleine ist.

Die Ergebnisse dieser Betrachtung auf jeden Fall schriftlich festhalten und regelmäßig überprüfen. Ich überprüfe meinen Lebensplan einmal im Halbjahr.

Fazit:

Wenn Du das nächste Mal in einem Flugzeug unterwegs bist, denke einmal an mein Beispiel. Vielleicht hast auch Du dann das Bedürfnis, einmal von oben auf Dein Leben zu schauen.

Hast Du eine Lebensplanung? Wie versuchst Du im täglichen Stress den Überblick und den Blick auf das Wesentliche zu wahren? Bitte hinterlasse einfach einen Kommentar.

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  • Benjamin Floer

    Hallo Lars,
    Danke für den tollen Artikel.
    Ich setzte für jedes Jahr eine Überschrift. Diese hilft mir dabei die Orientierung zu behalten. Dieses Jahr ist es „Entspannung“.

    • Super, danke für die Ergänzung, lieber Benjamin 🙂