Welche Führungspersönlichkeit bist Du?

Neulich im Mitarbeitergespräch:

„Das Projekt haben Sie wirklich gut umgesetzt, der Kunde war sehr zufrieden, aber die Nachkalkulation spricht eine ganz andere Sprache.“

Was würde bei einem Personalgespräch oder Mitarbeiter-Coaching nach diesem Satz bei Dir hängenbleiben?

Nicht unbedingt etwas Positives, oder? Bei mir auf jeden Fall nicht.

Das Wörtchen ‚aber‘ konterkariert die ersten positiven Bemerkungen komplett. Alles Positive ist vergessen und nur der Halbsatz nach dem ‚aber‘ bleibt beim Zuhörer im Gedächtnis haften.

Schade, denn Motivation und Wertschätzung werden mit dieser Art der Ansprache nicht transportiert. Für den Gesprächspartner hört es sich an wie eine in einem billigen Geschenkpapier verpackte Kritik.

Dabei kann durch den einfachen Verzicht auf das Wort ‚aber‘ die Botschaft des Gesagten komplett gedreht werden.

Hier die gleiche Botschaft ohne ‚aber‘, dafür mit ‚und‘:

„Das Projekt haben Sie wirklich gut umgesetzt, der Kunde war sehr zufrieden und jetzt müssen wir noch an dem kaufmännischen Ergebnis arbeiten“

Das hört sich direkt ganz anders an und es gibt keine Abwertung des vorausgegangenen Kompliments. Obwohl dem Mitarbeiter klar ist, dass er sich in einem Bereich verbessern muss, wird durch den einfachen Verzicht des Wortes ‚aber‘ der Satz ganz anders verarbeitet.

Die positive Rückmeldung bleibt erhalten und es motiviert, sich in dem kritischen Bereich zu verbessern.

Durch das Wort ‚und‘ werden wir nämlich gezwungen, einen solchen Satz komplett anders und wertschätzender zu formulieren.

Daher mein Tipp: Versuche ab heute auf ‚aber‘ in Personalgesprächen komplett zu verzichten.

In diesem Zusammenhang solltest Du Dich auch einmal fragen:

‚Möchte ich mein eigener Mitarbeiter sein?‘

Da kann manchmal ein kleines Wort schon einen großen Unterschied ausmachen.

Was ist aus Deiner Sicht wichtig im Umgang mit Mitarbeitern? Wie setzt Du einen wertschätzenden Umgang mit- und untereinander um? Bitte hinterlasse einfach einen Kommentar.

  • Lutz Schnalke

    Toller Beitrag, eine neue Sichtweise. Das „Böse“ am Wort „aber“ war mir bekannt, nur noch keine Alternative dazu. Ich „schlucke“ Kritik an Mitarbeitern, die aus einem ersten Impuls entstehen meistens erstmal runter und warte, bis ich die Sache aus der Sicht des Mitarbeiters gesehen habe, indem ich versuche, dessen Perspektive einzunehmen. Dabei frage ich mich, wie ich mich in der Situation fühlen würde. Viele Grüße, Lutz Schnalke

    • Danke für die sehr gute und wertvolle Ergänzung, Lutz. Das Motto ‚Erst verstehen, dann verstanden werden‘ ist im Zwischenmenschlichen und gerade auch in der Mitarbeiterführung eine gute Einstellung.

  • Hallo Lars, eine tolle Bestätigung eines Beitrages, den ich kürzlich bei Youtube gesehen habe. Ich versuche es das Wort „aber“ auch gegenüber Kunden und im Alltag zu reduzieren bzw. kontrollieren, was aber gar nicht so einfach ist

    Gruß Mark