Heute erwartet Euch im Hallo Fokus! Podcast eine weitere Corona-Spezialfolge. Zu Gast bei Lars Bobach ist Kai Enders, Vorstandsmitglied von „Engel & Völkers“, dem bekannten Immobilienmakler. Engel & Völkers ist ein Franchisesystem mit weltweit über 800 Standorten, davon 350 in der DACH-Region. Zudem ist Kai Enders auch Präsident des deutschen Franchise-Verbandes.

Wie die Corona-Krise Engel & Völkers beeinflusst, was sie konkret unternommen haben und wie die Corona-Krise die Immobilienpreise in Deutschland beeinflusst, erfahrt Ihr in diesem Interview.

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Die Corona-Krise ist für alle Unternehmen eine große Herausforderung. Auch bei Engel & Völkers stand man ziemlich ratlos vor dieser Situation und fragte sich, kann überhaupt noch Geschäft generiert werden und auf welchem Niveau.

Die Vermarktung einer Immobilien zieht sich meist über mehrere Wochen hin, so dass man aktuell noch von den starken Anbahnungen aus Januar und Februar diesen Jahres profitiert. Natürlich sind die Besichtigungsanfragen in den Corona-Wochen zurückgegangen. Engel & Völkers rechnet damit, dass die Auswirkungen auf den Umsatz in den kommenden Monaten zu spüren sein werden.

Anders sieht es in Italien und Spanien aus. In den dortigen Märkten hat Engel & Völkers durch den dortigen Shutdown einen starken Umsatzverlust hinnehmen müssen.

Wie sind die Franchise Partner betroffen?

Das Franchisesystem gibt den Franchisepartner natürlich einen Rückhalt. Die Zentrale unterstützt die Partner mit wöchentlichen Videokonferenzen teilweise nach Regionen oder nach Themen. Auch Einzelgespräche werden geführt, um die Liquidität zu klären.

Wie unterstützt die Systemzentrale die Partner in Italien und Spanien?

Auch dort finden Videokonferenzen und Einzelgespräche statt. Dort sieht die Situation natürlich etwas anders aus, als wie in Deutschland. Daher hat sich die Zentrale dazu entschlossen hier Erleichterungen durchzuführen, beispielsweise durch die Reduzierung oder auch Verzicht auf die laufenden Kosten.

Gilt die Abschwächung des Marktes für die gesamte Immobilienbranche?

Anscheinend scheint Engel & Völkers deutlich weniger betroffen zu sein, wenn man die Meldungen in den Medien verfolgt. Dort ist von Stillstand und eingefroren sein die Rede. Dank dem über 40-jährigen Bestehen der Firma, dem großen Netzwerk und der gewaltigen Kundendatei, ist das für Engel & Völkers nicht zutreffend.

Neue Entwicklungen durch die Corona-Krise

Durch die Corona-Krise angestossene Entwicklungen gibt es nicht direkt. Virtuelle Rundgänge gab es schon immer in den Portfolios, hinzu gekommen sind die Besprechungen per Videochat. Insgesamt wird wohl die jetzige Situation der Digitalisierung in der Immobilienbranche zu mehr Akzeptanz verhelfen.

Zuversicht bei den Franchise-Partnern

Um die Situation bei den Partner zu eruieren, wurde eine Umfrage gemacht. Dabei war auch eine Frage nach der Stimmung im Immobilienshop oder Gewerbeimmobilienbüro vor Ort. Das Ergebnis zeigt, es überwiegt die kämpferisch, positive Stimmung bei den Franchisepartnern.

Auswirkungen der Corona-Krise auf die Immobilienpreise

Einige Experten rechnen mit starken Einbrüchen, auch der Begriff der Immobilienblase taucht wieder auf. Aber es gibt auch andere Expertenmeinungen, die besagen, dass es auch nach der Coronakrise bei dem gleichen Preisniveau bleibt.

Die Immobilienpreise der letzten Jahre sind aufgrund einer starken Nachfrage, zustande gekommen. Viele Menschen sind aus den ländlichen Gebieten in die Städte zugezogen, aber auch sonst sind die Einwohnerzahlen angestiegen. Dementsprechend ist der Bedarf an Wohnraum in bestimmten Regionen gestiegen.

Diese Effekte werden sich nicht durch die Corona-Krise ändern. Es wird weiterhin ein großer Bedarf an Immobilien und eine große Nachfrage bestehen, wohingegen das Angebot weiterhin knapp bleiben wird.

Nach Kai Enders Meinung sind die Immobilienpreise momentan auf einem Peak und es ist die Frage, ob es auf diesem Preisniveau bleibt wird oder ob es leichte marginale Preisrückgänge geben wird.

Es gibt weder für Verkäufer noch Käufer Gründe den Verkauf oder Kauf einer Immobilie hinauszuzögern. Sie sollten stattdessen auf Basis der heutigen Erkenntnisse überlegen, ob der Kauf oder Verkauf eine vernünftige Entscheidung ist.

Chancen und Möglichkeiten durch die Corona-Krise

Die Digitalisierung erhält durch die Krise die Chance sich in der Immobilienbranche zu etablieren. Auch ist eine erfreuliche Diskussion entstanden, wie man den ganzen Ablauf mit Notaren und Ämtern zukünftig effektiver gestalten könnte. Aufgrund seiner Stärke und hohen Finanzkraft hat Engel & Völkers die Möglichkeit die Situation gut zu überstehen und sich schnell wieder zu erholen.

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