Schneller surfen – durch Tippen: Wie ich nur noch mit FindFind.it im Web suche (Gastartikel von Georg Jaehnig)

Wie sehr man etwas benutzt und braucht, merkt man oft erst, wenn es fehlt. Mir geht das regelmäßig so, wenn ich mit einem fremden Browser surfe, wo nicht FindFind.it eingerichtet ist.

Produktivitätstool FindFindit Suchen durch Tippen

Will ich zB. eine Telefonnummer oder eine Bahnverbindung suchen, gebe ich reflexartig in die Browser-Adresszeile “tel meier, dresden” oder “db berlin, hamburg” ein und wundere mich dann, dass eine Fehlerseite kommt, oder vielleicht die Google-Suche.

Suchen und Nachschlagen üblicherweise

Ja richtig, normalerweise geht man immer erst auf telefonbuch.de oder bahn.de, wartet bis die Seite geladen ist, klickt mit der Maus auf die Formularfelder, füllt sie einzeln aus, klickt auf Suchen und hat dann das Ergebnis. Unfassbar archaisch kommt mir das inzwischen vor.

Vor 11 Jahren noch fand ich das auch normal, aber fühlte schon, dass das einfacher gehen kann. Der Opera-Browser bot damals, sich solche Suchkürzel lokal im eigenen Browser anzulegen. Beim Wechsel des Browsers oder Gerätes waren sie dann weg. Auch ging maximal ein Suchargument, zwei Argumente wie bei “db berlin, hamburg” waren nicht möglich.Produktivitätstool FindFindit

Also programmierte ich etwas, nannte es erst Serchilo.net und später FindFind.it.

Suchen und Nachschlagen mit Shortcuts

Produktivitäts-Tool FindFindit

Heute fülle ich nur noch selten Suchformulare aus. Meistens nur einmal, um sie dann gleich als Shortcut in FindFind.it einzurichten. Die Seite ist so etwas wie eine Cloud für Suchkürzel. Und als Plugin in Firefox, Chrome oder Safari sind alle Kürzel auch in der Browser-Adresszeile verfügbar. Auch gibt es schon eine Android-App.

Bei jeder Suche wird dann zuerst geschaut, mit welchem Kürzel sie beginnt. Bei “tel meier, dresden” weiß FindFind.it anhand des “tel”, dass es um das Telefonbuch geht. Dann werden die mit Komma getrennten Suchargumente genommen und an das Telefonbuch mitgegeben.

Ein paar Beispiele

  • en thanks – Nachschlagen von “thanks” im Englisch-Wörterbuch
  • fr bonjour – … oder “bonjour” im Französisch-Wörterbuch. Quasi alle europäischen Sprachen haben ein Wörterbuch-Kürzel.
  • w berlin – Aufruf des Wikipedia-Artikels über Berlin
  • a goethe – Amazon-Suche nach Büchern von Goethe
  • g berlin – Google-Suche nach Berlin
  • tw berlin – Twitter-Suche nach Tweets, die “berlin” enthalten

Noch kürzer mit Autokennzeichen

Auch die Suchargumente kann man abkürzen, zB mit Autokennzeichen und
Wochentagen:

  • bls b, hh, mo – Busliniensuche.de von Berlin nach Hamburg am kommenden Montag
  • db k,m,+4 – DB-Zugverbindung von Köln nach München, Abfahrt in 4 Stunden
  • gms königstraße – Google Maps mit der Königsstraße in Stuttgart

Direkte Hilfe beim Tippen

“Soviele Abkürzungen, wie soll ich mir das merken!” – rufen viele an dieser Stelle oft. “Gar nicht nötig” sage ich dann. Die häufigsten Suchen prägt man sich ja eh schnell automatisch ein – und für den Rest gibt es die Online-Hilfe. So zB sieht es in meinem Firefox-Browser aus, wenn ich “deutsche ba” eingebe: Ich sehe alle Suchkürzel, die diese Wörter im Titel haben:

Produktivitäts-Tool FindFindit

Gespeichert im Wiki

Und wenn sich mal eine URL hinter einem Kürzel ändert? Dann kann sie auch geändert werden, alle Kürzel sind nämlich wie in einem Wiki bearbeitbar. Dabei bleiben alle alten Versionen gespeichert, falsche Änderungen kann man also auch wieder zurücksetzen. Auch kann jeder selbst neue Kürzel hinzufügen.

Fazit

Was mir FindFind.it bringt: Viel weniger tippen und klicken, viel schneller an meine Suchergebnisse kommen. Zugegeben, man muss die Tastatur mögen. Wer das aber tut und sich in seinen Lieblingsprogrammen eh schnell mit den Tastaturshortcuts vertraut macht oder gar die Kommandozeilte liebt, der sollte mal FindFind.it ausprobieren. Es ist sowas wie die “Kommandozeile fürs Web”.


 

Georg Jähnig

Georg Jähnig ist freiberuflicher Webentwickler aus Berlin und arbeitet vorranging mit PHP/Drupal, auf dem auch FindFind.it entwickelt wurde.

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  • j0rges

    Danke fürs Lob. 🙂 Das stimmt, die Abkürzung ist im Sekundenbereich – genauso wie bei allen Tastaturkürzeln, mit denen man Mausbewegungen ersetzen kann.

    ZB ein Browsertab schließen kann ich auch, indem ich mit der Maus auf das Kreuz gehe und klicke. Oder ich drücke Strg-W. Der Unterschied sind bloß 2 Sekunden. Trotzdem nutzen viele Strg-W.

    Der Vorteil liegt einfach in der Häufigkeit, mit der sich die Zeitersparnis aufsammelt. Plus senkt es die Mühe und damit quasi die „Hemmschwelle“ – es stört einen nicht, wenn man nun das gleiche häufiger tut.

  • brasax

    Wenn man nicht Chrome verwendet, dann durchaus sinnvoll. In Chrome nicht nötig, denn dort ist so eine Funktion schon seit langem vorhanden und kann beliebig konfiguriert werden. Bei mit reicht die Eingabe von z.b. „a interstellar“ und mir werden die Ergebnisse in Amazon zu Interstellar angezeigt. Ein „l wort“ öffnet Leo mit der Übersetzung dazu.

    Das Ganze ist in Chrome unter Suchmaschinen verwalten zu finden. Beliebige Kürzel können angelegt werden.