5 untrügliche Zeichen, dass Du ein ‚Navi fürs Leben‘ brauchst

Hamsterradgefühl? Das Vorgenommene wieder nicht geschafft? Dann ist dieser Beitrag etwas für Dich.
Du erfährst, was es mit dem Niagara Fall-Syndrom auf sich hat und Barbara und Lars nennen fünf Zeichen, an denen Du erkennen kannst, dass Du unbedingt ein Navi für Dein Leben erstellen solltest.

Mach Dein Ding Akademie mit Lars Bobach

Transkript

BF = Barbara Fernández
LB = Lars Bobach

BF:
Herzlich willkommen zum Podcast Selbstmanagement. Digital. Wir geben Orientierung im digitalen Dschungel, so dass wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Mein Name ist Barbara Fernández und mir gegenüber sitzt untrüglicherweise mit knarzendem Mikrophon der Herr Bobach. Hallo lieber Lars.

LB:
Hallo liebe Barbara.

BF:
Okay, fünf untrügliche Zeichen, dass du ein Navi fürs Leben brauchst. Da möchte ich doch gerne mal wissen, du hast ja dein Navi fürs Leben gefunden und auch das Navi für das Leben der anderen vielleicht, zumindest strukturell aufgearbeitet.

LB:
Die Struktur.

BF:
Die Struktur gefunden. Was hat sich denn in deinem Leben geändert, seitdem du dein Navi gefunden hast?

LB:
Ich bin dieses Hamsterradgefühl einfach los, was ich damals sehr extrem hatte. Ich habe gerödelt und trat nur auf der Stelle. Das ist dieses klassische Hamsterradgefühl und das wirst du mit dem Navi fürs Leben definitiv los.

BF:
Bist du seitdem krisenfest?

LB:
Ja, aber Krisen kommen genauso. Wenn du ein Navi fürs Leben hast, ist nicht plötzlich alles Ponyhof, wie man so schön sagt, sondern es sind genau die gleichen Herausforderungen im Leben. Aber ich habe auch einen Weg damit für mich gefunden, wie ich das gut einsortieren kann. Und wenn ich vom Weg abkomme, was mir auch immer wieder passiert, daher kommt der Name auch, finde ich auch wieder zurück.

BF:
Du benutzt den aktiv noch in gleicher Intensität seit jeher oder bist du jetzt eher der, der den anderen das Navi fürs Leben näherbringt? Also, arbeitest du noch selber damit?

LB:
Total, ganz stark sogar. Jetzt immer stärker. Kurz die Geschichte dazu, ich habe ja angefangen, da war es erstmal ein Lebensplan. Es war schriftlich, ich habe ihn geschrieben, dann mich auch regelmäßig zurückgezogen, den überarbeitet, nochmal geguckt, angepasst usw.

Bis ich dann vor ein paar Jahren angefangen habe, dieses MDD-Selbstmanagementboard in Trello oder jetzt in Meistertask zu machen. Wo man wirklich sein Leben wie so aus dieser Vogel-, aus dieser 30.000 Fuß Perspektive vor sich liegen hat. Und das tut wahnsinnig gut. Jeder, der es für sich gemacht hat und jedes Navi fürs Leben sieht ja anders aus, es ist also ganz persönlich, ich gebe ja nur die Struktur vor, findet das gut.

Jetzt habe ich für mich entdeckt, dass ich mit dem Taskmanager, mit meiner To-Do-Liste, nicht mehr klarkomme. Das ist die nächste Erkenntnis, die ich jetzt hatte, dass das irgendwie Käse ist. Und in meinem Buch, was ich gerade schreibe, wird auch ein Kapitel heißen, jetzt verrate ich schon etwas, Spoiler, „nach dem Taskmanager beginnt das Leben“.

Du grinst? Und deshalb habe ich so weit ausgeholt, weil du gefragt hast, ob ich regelmäßig damit arbeite. Seitdem ich den Taskmanager nicht mehr nutze, benutze ich das Board noch mehr.

BF:
Aha.

LB:
Ich versuche mich gerade ganz neu aufzustellen, ich entwickle gerade ein neues System. Und ich kann sagen, ich gucke jetzt zurzeit wirklich zwei-, dreimal pro Woche da rein.

BF:
Okay. Und welches Konto ist bei dir gerade gut gefüllt?

LB:
Konto gut gefüllt ist, gibt‘s einige!

BF:
Ja komm, hau doch mal ein Beispiel raus, Lars!

LB:
Beruflich, finanziell, Persönlichkeit.

BF:
Super. Wo musst du wieder mal ein bisschen mehr Fokus drauflegen?

LB:
Die gibt es auch.

BF:
Komm, eins.

LB:
Ja, Gesundheit, muss ich mich ein bisschen drauf konzentrieren und ich glaube auch im familiären Bereich. Da gibt‘s auch ein bisschen was zu tun.

BF:
Okay. Also, es ist immer ein Ying und Yang, es ist immer ein Hin und Her, gut gefüllte Konten auf der einen Seite bedeuten vielleicht ein wenig Minusgeschäft an der anderen Ecke.

LB:
Das ist ja immer so. Das muss einem auch klar sein. Seit zehn Jahren mache ich das jetzt. Ich kann sagen, das ist ein ewiges Auf und Ab. Man ist auf der einen Seite, gleicht das Konto aus oder kriegt das ins Plus. Dafür läuft ein anderes ab, also, das passiert einfach und das muss einem klar sein. Aber das Schöne ist ja, mit so einem Navi fürs Leben hast du das Tool an der Hand, das zu erkennen. Und dann vielleicht auch entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

BF:
Ich muss jetzt ein bisschen überlegen, ob ich das unseren Hörern sagen darf, dass du ein ganz kleines bisschen zugenommen hast…? Darf ich das verraten, wie viel das ist?

LB:
Jetzt musst du es ja sagen. Ich meine, wenn du es jetzt so ansprichst.

BF:
Lars hat 800 Gramm zugenommen. Es gibt Menschen, die kriegen noch nicht mal mit, ob sie 800 Gramm zunehmen oder nicht, von daher ist auch vielleicht neben dem Aufschreiben und im Blick haben der Konten auch eine Frage, wie viel man so loslässt ans Leben und wie viel man auch mit strengem Blick draufguckt. Also, das ist ja vielleicht auch was, also es ist auf jeden Fall zuträglich, weil man es im Blick hat, aber wenn du jetzt gar nicht mitbekommen hättest, dass du 800 Gramm zugenommen hättest, dann hätte das gar nicht zur schlechten Laune geführt.

LB:
Nein, aber es fühlt sich schlimmer an als es sich anhört. Das kommt ja bei mir dazu, dass ich mich für meine Verhältnisse sehr wenig bewegt habe in 2018. Das ist immer alles relativ. Für einen Obersportler war ich die Coach-Potatoe schlechthin und für eine Coach-Potatoe war ich sehr wahrscheinlich ein Wahnsinns-Sportler noch. Aber das ist ja total relativ.

Aber für mich fühlte sich das wirklich nicht gut an 2018, zu wenig bewegt. Das habe ich auch gemerkt und ich fühle auch im Körper so eine gewisse Trägheit dadurch und die äußert sich dann vielleicht in dem für dich jetzt lächerlichen 800 Gramm mehr. Das ist jetzt ja auch nicht wahnsinnig viel, aber ich stelle mir immer so einen Milchkarton vor und denke, das schleppe ich jetzt mehr mit mir rum. Und das als Fahrradfahrer ist irgendwie doof.

BF:
Okay, gut.

LB:
Also, es fühlt sich schlimmer an als es sich anhört.

BF:
Was das Beispiel mal wieder zeigt, ist, wie persönlich ein solches MDD-Board nun mal auch ist. Also, das ist wirklich eine sehr persönliche Art und Weise, mit den Inhalten, aber auch mit der Art und Weise, wie man damit umgeht. Es ist eine sehr persönliche Sache.

LB:
Ja, klar. Wichtig noch, zum Navi fürs Leben muss man wissen, es gibt im Prinzip drei Dinge, die man da abbildet. Das sind also diese Lebenskonten, von denen du gerade gesprochen hast. Also, jeder Bereich im Leben sehe ich als Konto und jemand, der mir schon länger folgt, kennt das ja. Aber ich sehe das wie ein Bankkonto. Es ist plus, wie wir es gerade gesagt haben, beruflich vielleicht, finanziell oder was auch immer. Und es gibt Konten, die sind im Minus.

So kann ich mir einen guten Überblick machen darüber, wie es zurzeit um mich und mein Leben steht. Dann gibt‘s einen Bereich für Werte. Ich mache mir meine Werte bewusst, was ist mir wichtig im Leben und definiere natürlich die Ziele. Und die ergeben sich aus den ersten Bereichen, wie den Lebenskonten und den Werten dann häufig. Also drei Bereiche, Lebenskonten, Werte, Ziele.

BF:
Super.

LB:
Du brauchst kein Navi. Ich meine, jetzt haben wir schon so oft darüber geredet, über Navi fürs Leben, da bist du ja nicht sehr affin, sage ich mal.

BF:
Doch, aber ich habe meinen ausgebildet. Also, ich habe das Gefühl, dass ich schon einen habe. Ich habe mein Navi erarbeitet im Laufe des Lebens und ich bin jetzt auch nicht in der Branche unterwegs, wo ich mich von mir selbst sehr entferne. Sondern ich habe meine Schauspielausbildung und auch davor das Sportstudium als auch dann die Coachingausbildung. Viele Inhalte, die immer damit zu tun haben, auch eine Selbstreflexion oder eben eine Reflexion bei anderen mit anzustoßen. Da bin ich natürlich auch selber immer gleichzeitig mit beschäftigt.

Von daher habe ich ein eigenes System und es hat auch immer damit zu tun, wie früh man im Leben mit der Endlichkeit des Lebens in Kontakt kommt. Und das ist bei mir sehr früh passiert. Also, mein Vater ist früh verstorben. Und das hat bei mir, glaube ich, dazu geführt, dass ich im besten Sinne desillusioniert in die Welt gestapft bin. Das hat sicherlich dazu geführt, dass ich viel Mut hatte zu sagen, ich mache, was ich will, denn es ist mein Leben und das kann schnell zu Ende sein. Und ich bin dafür auch verantwortlich. Man ist auch in ganz bestimmten Momenten im Leben sehr alleine und die Verantwortung trage ich. Dafür mache ich es mir aber auch echt schön.

LB:
Du hast was Wichtiges gesagt, dieses Entfernen von sich selbst. Ich glaube, das ist das auch, was viele antreibt, auch so ein Navi fürs Leben dann irgendwie mal anzugehen. Weil man sich von sich selbst und seinen Werten und seinen Zielen so entfernt hat durch das tägliche Hamsterrad.

BF:
Genau und das ist es, glaube ich, einfach. Also, ich bin jetzt da nicht schlauer oder dümmer als jemand anders, aber wenn man zum Beispiel jahrelang Theater macht, dann bist du immer mit den Fragen des Menschseins konfrontiert, immer. Jede Figur, die du spielst, da fragst du, warum tut sie das? Warum handelt die so und Theater ist immer verdichtetes Leben. Es geht auch immer um große Fragen, die uns alle angehen. Und wir wollen ja immer mit einem neuen Denkanstoß aus dem Theater gehen oder mit einer veränderten Idee oder wenigstens einer Frage.

Wenn du das jahrelang machst, dann hast du natürlich viele Themen auch durchexerziert und dich selber dazu in Beziehung setzen müssen. Das ist einfach mein tägliches Doing, um das mal mit so einem Arbeitswort auf den Punkt zu bringen.

Gut und dazu vielleicht auch nochmal, dass wir uns oft nach geregelten Systemen sehnen und wir auch viele Antworten brauchen, gerade in einer unruhigen Zeit. Aber zum Beispiel Kreativität entsteht immer aus dem Nichtwissen und da ich auch Kreativität für den Job brauche, interessiert mich auch immer das Unbekannte oder die Stellen, wo ich gar nicht weiß, wie das geht.

Deswegen habe ich nicht so ein Sicherheitsbedürfnis. Deswegen, glaube ich, brauche ich jetzt so ein Navi gerade nicht, aber ich finde trotzdem die Fragen, die du aufwirfst mit dem Navi fürs Leben oder auch die Leute, die du begleitest in diesen Workshops, das sind Themen, die ich total wichtig finde. Das sind auch Themen, die mich beschäftigen.

LB:
Ja, absolut und ja, dieses Nichtwissen für Kreativität, ja, aber darum geht es auch gar nicht. Hier geht‘s darum oder ich sage mal, wir kommen jetzt gleich auch darauf, warum oder woran man erkennt, dass man vielleicht eins bräuchte.

BF:
Ja.

LB:
Und das sind sicherlich jetzt nicht die kreativen Köpfe, die da bei mir sitzen. Das sind größtenteils selbständige Unternehmer, Führungskräfte, die mit Kreativität da nicht das Thema haben, sondern eher, mit den fünf Punkten, die ich dir jetzt vorstellen möchte.

BF:
Okay, aber letzter Satz dazu. Kreativität führt zur Handlungsfreiheit und Kreativität macht auch einen guten Unternehmer aus. Neue Wege gehen, auf neue Verknüpfungen kommen, Situationen erkennen und daraus was Drittes schließen, das ist schon auch nicht schlecht, wenn man als Unternehmer kreativ ist. Und viele sind das, glaube ich, auch.

LB:
Ich glaub auch, dass es viele sind. Ich glaube aber, es klingt so ein bisschen ausschließend. Wenn man ein Navi fürs Leben hat, heißt es nicht, dass man dann nicht mehr kreativ ist und irgendwie nur so einem Pfad folgt. Das ist es nicht.

BF:
Das meintest du, nein, genau, ja, stimmt. Es klingt jetzt so von meiner Seite, das meinte ich damit nicht. Ich glaube, diesen Plan, den das Navi fürs Leben bietet, auch aktiv zu verlassen, kann auch ein gutes Abenteuer sein. Aber wenn ich ihn habe, habe ich eben auch was, worauf ich zurückkommen kann. Und die Leute, die in den Workshop kommen, die brauchen genau das gerade, um aus dem Hamsterrad auszusteigen. Von daher ist das völlig richtig und legitim.

LB:
Ja, genau.

BF:
Gut, dann haben wir die Kurve gekriegt und können jetzt zu den fünf untrüglichen Zeichen, dass du ein Navi fürs Leben brauchst, kommen. Punkt Nummer 1, woran merkst du’s?

LB:
Man erreicht seine Ziele nicht. Man nimmt sich vielleicht immer irgendwas vor und hat ein Ziel und man kommt einfach nicht dazu, man schafft es nicht. Das ist eigentlich schon mal so das erste Anzeichen. Und das daraus dann auch eine große Unzufriedenheit oder so ein Unglücklichsein entsteht, dass man sich immer wieder die Dinge vornimmt und die Ziele einfach nicht erreicht. Das gibt es in allen Bereichen und ein Muster, was sich in meinen Workshops oft wiederholt, ist, dass Führungskräfte kommen, die eigentlich den Wunsch haben, sich selbständig zu machen. Und da die PS einfach nicht auf die Straße kriegen.

BF:
Nicht vorwärtskommen?

LB:
Genau.

BF:
Nicht aus dem Quark kommen.

LB:
Genau, genau. Und dieses Ziel gart in denen, aber sie kommen einfach nicht ins Tun. Das ist jetzt ein Beispiel, aber es gibt auch ganz viele andere Beispiele, auch von Unternehmern, die im Hamsterrad sind und da die Ziele, dass sie sich zum Beispiel aus dem eigenen Unternehmen zurückziehen wollen ein Stückweit, das Unternehmen von sich selbst unabhängiger machen wollen. Nicht so im täglichen Firefighting, im Tagesgeschäft, gefangen sein.

Auch das kann was sein, wo sie seit drei, vier, fünf Jahren dran arbeiten und es nie schaffen. Und genau solche Ziele, wenn du da merkst, ich nehme es mir immer vor und es kommt nicht dazu, das ist eigentlich ein sehr gutes Zeichen, dass man ein Navi fürs Leben gebrauchen könnte.

BF:
Okay. Punkt Nr. 2: Du bist dir deiner Ziele und Bestimmungen nicht bewusst. Ich wollte eben schon sagen, du erreichst deine Ziele nicht, impliziert ja, dass du Ziele hast? Aber vielleicht gibt es auch Leute, die ihre Ziele gar nicht klar formulieren?

LB:
Genau, die gibt‘s auch und genau das ist auch ein Thema. Wenn du es nämlich gar nicht weißt, wo du überhaupt hin willst, wenn du gar nicht weißt, was deine Bestimmung ist, deine Ziele sind, auch dann brauchst du ein Navi fürs Leben.

BF:
Ich glaube, davon gibt‘s auch ganz viele Leute, die einem vielleicht auch sagen, ja, ich will nächstes Jahr mehr frei haben oder nicht so viel Stress und das sind schwammig formulierte Ziele und die sind auch so gar nicht umsetzbar vielleicht.

LB:
Ja, genau. Das auch. Wenn man sich in der Zielsetzung schwertut, dann kann das auch ein sehr gutes Zeichen sein, dass man so ein Navi fürs Leben braucht oder dass man sich mit seinen Zielen gar nicht richtig verbindet.

Ich meine, dann erreicht man sie auch nicht, ist klar. Wenn du Ziele hast, mit denen du dich nicht verknüpfen kannst, wirst du immer scheitern, das ist so. Ich sage mal so, die Bestimmung ist das Wichtigste und dann kommen die Ziele dann. Also, du musst dir erst mal klar werden, was willst du, wofür bist du überhaupt hier auf der Welt? Und das ist auch vielen gar nicht klar.

BF:
Punkt Nr. 3: Du sagst öfters ja als nein. Das kennen wir, glaube ich, alle ganz gut.

LB:
Absolut, nein sagen fällt jedem schwer. Wir sind alle diese People Pleaser. Wir wollen allen anderen gefallen, wollen gut dastehen, wollen einen guten Leumund haben. Deshalb sagen wir viel öfter ja als nein. Und damit boykottieren wir uns aber selbst.

BF:
Für andere ja.

LB:
Und für uns nein in dem Moment. Das ist vielen klar. Ich meine, du sagst es jetzt so selbstverständlich und ich nicke auch ganz brav, aber wie schwierig ist das umzusetzen?

BF:
Total schwer und davor bin ich auch gar nicht gefeit, gar nicht.

LB:
Ja, klar und genau das ist es. Wenn du das hast, auch da kann ein Navi total helfen. Wenn dir klar ist, was du in deinem Leben erreichen willst. Wenn dir klar ist, auf welches Konto du einzahlen musst, was super wichtig ist in dem Moment, dann fällt dir das Neinsagen viel leichter. Das kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen. Also auch ich habe da immer wieder mit zu kämpfen, aber ein Blick darauf, der mir sagt, in meinem Leben ist das jetzt wichtig und ist in dem Moment diese eine Anfrage, muss ich das tun? Und dann fällt es plötzlich viel leichter, da nein zu sagen.

BF:
Ja und es ist auch gut, sich zu überlegen, wie sagt man nein. Wenn man zum Beispiel für sich herausgefunden hat, dass man bestimmte Aufträge nicht annehmen will und sich dann auch schon mal ein paar Sätze zurecht zu legen, wie man die ablehnt.

LB:
Wir hatten ja mal eine ganze Folge über das Neinsagen gemacht.

BF:
Ja, stimmt.

LB:
Und wie man leichter nein sagt, aber wenn du generell damit eine Schwierigkeit hast, das zeigt, dass du ein Navi fürs Leben brauchen könntest, weil dir nämlich nicht klar ist, wozu du, wenn du ja zu anderen sagst, wozu du dann nein sagst in deinem Leben. Wenn dir das aber klar ist, dann fällt dir das Nein bei anderen viel leichter.

BF:
Punkt Nr. 4: Du hast einen herben Rückschlag erlitten. Was meinst du damit?

LB:
Rückschlag oder man war kurz davor wie bei mir jetzt. Man nennt es jetzt dieses Niagarafall-Syndrom.

BF:
Das kenne ich nicht.

LB:
Ich weiß gar nicht, ob Tony Robbins, das ist dieser Trainer, der amerikanische, das erfunden hat, aber der benutzt das auch sehr häufig. Der beschreibt das so und das ist ja oftmals im Leben so, wir treiben in so einer Nussschale auf irgendeinem Fluss dahin. Machen uns gar nicht groß Gedanken, sondern es treibt alles so und alles ist schön und gut, denken wir zumindest. Und wir treiben und treiben und treiben aber immer weiter auf die Niagarafälle zu, weil wir gar kein Ruder dabeihaben oder ein Paddel, wo wir uns aktiv dann daran beteiligen. Sondern wie in einer Nussschale treiben wir auf einem Fluss dahin und irgendwann kommen die Niagarafälle und dann ist es passiert.

BF:
Der Burnout zum Beispiel?

LB:
Burnout, Herzinfarkt, gescheiterte Ehe.

BF:
Oder auch die Insolvenz.

LB:
Insolvenz, von den Kindern entfernt, nicht mehr kittbar, solche, gibt‘s ja alles und das meine ich damit. Wenn du da sowas erlebt hast und ich war ja auch kurz davor, sowas zu erleben, dann ist es höchste Zeit, dass man sich mal darüber Gedanken macht, dass man so ein Navi mal eben anschmeißt, dass man sich da wieder rettet.

Es passiert so vielen, dass man so in dieser Komfortzone dahindriftet und sich gar nicht bewusst macht, auf was man da eigentlich zusteuert. Bis es dann passiert ist und deshalb dieses Niagarafall, oben ist der Fuß auch schön ruhig und alles und dann geht es plötzlich ganz schnell und man kann nichts mehr machen.

BF:
Okay, Punkt Nr. 5: Dir ist alles zu viel. Das beschreibt ja schon so einen Zustand, der Stress bedeutet.

LB:
Genau, also dieses klassische Hamsterradgefühle, wenn du das hast, dann ist das Navi fürs Leben hundertprozentig was für dich. Und ich meine, ich erlebe das auch in meinem Bekanntenkreis, dass die Leute dann gereizt sind, schlecht gelaunt. Man ist wirklich sehr dünnhäutig und ich kenne das ja alles.

Oder wenn man morgens an den Rechner geht, schon keinen Bock hat und man erschlagen ist von To-Do-Liste oder seinen ungelesenen E-Mails. Wenn man ein E-Mail-Postfach aufmacht und denkt, um Gottes willen, oder der Kalender voll ist. Also, diese ganzen Zeichen, wenn du da schon Ohnmachtsgefühle hast, dann wird es höchste Zeit.

BF:
Okay, das kennen, glaube ich, auch sehr viele. Vor allen Dingen sehr viele Selbstständige, die sich auch sehr viel um alles selber kümmern. Das ist auch ein untrügliches Zeichen, dass du ein Navi fürs Leben brauchst.

LB:
Und nochmal ganz kurz das Navi. Wenn so etwas passiert, wo das Navi da hilft, ist ja, dass man Prioritäten setzt.

BF:
Überblick bekommt?

LB:
Einen Überblick bekommt, sich mal bewusst macht, was ist wirklich wichtig und was ist dringend. Wir beschäftigen uns ja so viel nur mit dringenden Dingen. Diese Dringlichkeitssucht, davon sind wir alle betroffenen. Wir machen nur noch dringende Dinge und nichts Wichtiges mehr. Und genau da entsteht dieses Ohnmachtsgefühl, dieses Hamsterradgefühl, weil wir nur noch mit dringenden Sachen beschäftigt sind. Wenn man das hat, dann braucht man hundertprozentig ein Navi fürs Leben.

BF:
Ich fasse zusammen. Fünf untrügliche Zeichen, dass du ein Navi fürs Leben brauchst.

Punkt Nr. 1:
Du erreichst deine Ziele nicht, bist unglücklich im Job.

Punkt Nr. 2:
Du bist dir deiner Ziele und Bestimmungen nicht bewusst, du hast gar keine klar formulierten Ziele, weißt nicht, wofür du bestimmt bist.

Punkt Nr. 3:
Du sagst öfters ja als nein und damit nein zu dir selber.

Punkt Nr. 4:
Du hast einen herben Rückschlag erlitten oder warst vielleicht kurz davor, Stichwort Niagarafallsyndrom.

Punkt Nr. 5:
Dir ist alles zu viel, Hamsterradgefühl, schon morgens erschlagen von der Arbeit.

Meine Abschlussfrage an dich, Lars, was bekommst du denn gerade selbst nicht so gut navigiert und auf welche Navigation bist du stolz?

LB:
Also, generell bin ich auf meine Navigation stolz, weil ich glaube, mein Leben mit dem Navi etwas mehr in der Hand zu haben, soweit ich das kann, soweit man es als Mensch kann. Man hat ja nicht alles im Griff, um Gottes willen, aber ich habe dieses Gefühl, dass ich da aktiver dran arbeiten kann. Weil mir auch bewusst wird, wo ich da meine Defizite habe. Und nicht so gut navigiert, darüber haben wir eben gesprochen.

BF:
Das stimmt.

LB:
Ja, das würde ich mal sagen, also generell gibt mir der Blick in das Navi immer irgendwie ein sehr gutes Gefühl, dass ich weiß, wo ich meine Prioritäten zu setzen habe.

BF:
Wir alle leben in einer Zeit, die sich sehr stark wandelt und auch schnell wechselt. Es gibt viele Leute, die das Gefühl einer Orientierungslosigkeit haben und passend zu diesem Thema ist natürlich das Navi fürs Leben und auch passend dazu ein Zitat von Manfred Preusel:

Der Grad unserer persönlichen Orientierungslosigkeit korreliert mit den ständig zunehmenden Möglichkeiten, die sich unserem Leben täglich aufs Neue bieten.

In diesem Sinne wünschen wir Euch wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.