Erste Hilfe gegen Aufschieberitis

Heute gibt es eine Motivation gegen Aufschieberitis, quasi die erste Hilfe, wenn Du Dinge vor Dir herschiebst.

MDD Workshop mit Lars Bobach

Transkript

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Montagsmotivation. Heute gehe ich ein Thema an, was uns alle angeht, auch mich immer wieder. Und zwar die Aufschieberitis oder auch, wie man schön Neudeutsch sagt, die Prokrastination.

Wir alle kennen das, es gibt die zwei Arten von Prokrastination. Zum einen erstmal, du hast dieses Riesenprojekt vor dir und weißt gar nicht, wo du anfangen sollst. Das Riesenprojekt erschlägt dich und du weißt gar nicht, wie du loslegen sollst. Das ist so der klassische Fall der Aufschieberitis.

Die zweite ist, du willst Sport machen zum Beispiel. Das ist jetzt kein Riesending, aber du kriegst einfach den inneren Schweinhund nicht überwunden. Du kannst dich nicht in den Hintern treten und loslegen. Auch eine Art der Aufschieberitis. Hat jetzt nichts mit dem großen Berg an Aufgaben zu tun, sondern einfach mal aus der Komfortzone in dem Moment raus.

Für beide dieser Fälle habe ich jetzt die erste Hilfe da gegen Aufschieberitis. Bei dem Projekt, fangen wir mal an, du willst ein Buch schreiben. Oder du stehst vor deiner Doktorarbeit, willst die schreiben. Also wirklich, viel zu schreiben, ein Riesenprojekt hast du da vor dir. Was tust du jetzt, um da vorwärts zu kommen?

Dann sage ich immer, nicht mit planen anfangen, das sagen viele, gegen Aufschieberitis, kleine, mundgerechte Stücke planen und, und, und, und, und. Das geht oftmals mit diesem over planning, das ist auch eine Art der Aufschieberitis, einher, würde ich nicht tun. Sondern, ich würde mir die allererste Aufgabe so klein wie möglich machen, schon fast lächerlich klein kann die sein.

Bei einem Buch zum Beispiel kann es sein, dass ich mir sage, ich schreibe erstmal nur den einen Satz, den ersten Satz, mehr nicht. Oder das erste Wort sogar, fände ich auch okay. Und jetzt kommt das Entscheidende: Du musst mit dir die Vereinbarung eingehen, dass das in Ordnung ist. Es kann mehr draus werden, klar, wenn du den ersten Satz geschrieben hast oder das erste Wort, dass du dann ein bisschen mehr noch machst, vielleicht bleibst du eine Viertelstunde, 20 Minuten oder eine halbe Stunde dran. Das ist in Ordnung, aber es muss nicht.

Diese Vereinbarung musst du mit dir treffen. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn ich heute nur diesen einen Satz schreibe, aber du bist aus der Aufschieberitis raus und hast erstmal was geschafft. Du bist ins Tun gekommen. Das ist vollkommen in Ordnung. Also nicht schon mit dem Hintergedanken drangehen, ich schreibe den jetzt und dann mache ich hinterher mehr, genau dann hast du die Aufschieberitis nämlich immer noch vor dir, sondern es ist vollkommen in Ordnung, wenn es nur der erste Satz ist.

Und für den Sport kann es ja sein, gerade jetzt bei dem usseligen Wetter draußen und so, sagt man oft, ja, jetzt muss ich mich anziehen und dann raus und dann so lange in der Kälte und, und, und, und, und. Nein, auch hier sagen, heute ist es vollkommen in Ordnung, wenn ich nur fünf Minuten die Straße hoch und runter jogge. Oder nur 10 Minuten mit dem Fahrrad mal eben hoch und runter fahre. Vollkommen in Ordnung. Es muss nicht mehr sein, es kann sich was draus entwickeln.

Aber selbst, wenn es nur die fünf oder zehn Minuten sind, ist es heute für mich vollkommen in Ordnung. Und genau mit diesem Gedanken, dass auch wenig heute in Ordnung ist, gehst du wirklich gegen den Aufschieberitis, die Prokrastination, vor. Also, das ist mein Tipp für erste Hilfe gegen Aufschieberitis. Also, welches Projekt gehst du heute an?