Wie sicher ist Evernote?

Irgendwie bin ich in Evernote reingestolpert. Zuerst habe ich es nicht verstanden und dann, nachdem sich der Nebel verzogen hatte und mir der Sinn des Programms langsam klar wurde, legte ich alles, und wirklich alles, in Evernote ab.

MDD Workshop mit Lars Bobach

Nach der ersten Euphorie war sehr schnell der Point-of-No-Return erreicht: Soviele Dokumente und Daten in Evernote abgespeichert, dass ein Wechsel so gut wie unmöglich ist, und dazu noch alle Papiere weggeschmissen.

Obwohl ich grundsätzlich ein gutgläubiger Mensch bin, kamen bald die ersten Zweifel auf: Ist das eigentlich alles vernünftig und sicher, was ich hier mache? Wer hat alles Zugriff auf meine Daten?

Zusätzlich häuften sich noch Emails einiger Leser mit ähnlichen Bedenken. Jetzt war klar: Ich musste mich mit dem Thema Evernote und Sicherheit einmal näher beschäftigen.

Neu bei Evernote? Hier geht es direkt zu meinem Evernote für Anfänger.

In dem Evernote ‚Security Overview‘ stehen direkt zu Anfang die folgenden grundlegenden Gesetze:

1. Your data is yours

2. Your data is protected

3. Your data is portable

Der erste Punkt sagt eigentlich schon alles: Evernote erhebt keinerlei Ansprüche auf hochgeladene Daten. Sie gehören uns! Das ist schon einmal gut.

Mitnehmen kann ich sie auch, stimmt, das funktioniert.

Die Daten sind geschützt, OK, das möchte ich aber genauer wissen.

Nach dem Studium des ‚Security Overview‘ und eigenen Recherchen haben sich meine Bedenken aus den folgenden Gründen mittlerweile verflüchtigt:

1. Das Evernote Geschäftsmodell

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Firma, die ihr Geld damit verdient, Daten für ihre Kunden sicher und verfügbar abzulegen, sich diesbezüglich Nachlässigkeiten erlauben kann.

Kämen Sicherheitsbedenken / -lücken oder ein Fall von Datenverlust oder -raub ans Tageslicht, wäre das Evernote Geschäftsmodell sofort tot und die Firma würde sehr wahrscheinlich relativ schnell das Zeitliche segnen.

2. Die Firma Evernote

Evernote ist ein grundsolides und finanzstarkes Unternehmen mit mittlerweile über 100 Millionen Nutzern. 4 Millionen davon sind Premium-Nutzer (Stand Mai 2014), Tendenz steigend.

Wenn dort nicht grober Unfug getrieben wird, sollte die Firma bis auf weiteres finanziell sicher und solide dastehen.

3. 2-Wege-Authentifizierung

Wenn Sie sich länger nicht bei Evernote eingeloggt haben oder sich von einem neuen Gerät Zugang auf Ihre Daten verschaffen wollen, reicht das normale Passwort zur Anmeldung nicht aus. Sie brauchen zusätzlich eine Nummer, welche an Ihr Mobiltelefon geschickt wird.

Also selbst in dem Fall, dass jemand an Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort kommen sollte, kann er sich trotzdem nicht in Ihren Account einloggen. Unmöglich.

4. Verschlüsselung

Sie können ganz sensible Daten zusätzlich mit einem eigenen Passwort verschlüsseln.

Wollen Sie z.B. Ihre Kontodaten verschlüsseln, einfach den entsprechenden Text in der Notiz auswählen, rechter Mausklick und ‚Ausgewählten Text verschlüsseln…‘ auswählen.

Jetzt können Sie ein Passwort festlegen, mit dem der Text verschlüsselt wird. Um die Daten wieder einzusehen, ist zukünftig dieses Passwort notwendig.

5. Doppelte Ablage

Zusätzlich zu den Evernote Servern, wird der komplette Datenbestand auf Ihrem lokalen Rechner abgespeichert.

So stehen Ihnen die Daten selbst für den unwahrscheinlichen Fall eines Datenverlustes bei Evernote immer zur Verfügung.

6. Export Funktion

Wenn Sie Evernote verlassen wollen, können Sie alle Daten exportieren. Die Desktop Rechner ermöglichen den Export aller Daten als XML oder HTML Datei.

Fragen Sie mich aber bitte nicht, wie man daraus wieder eine Datenbank zaubern kann. Keine Ahnung. Damit würde ich mich erst beschäftigen, wenn es notwendig sein sollte.

7. Lokale Notizbücher

Sollten Sie gewisse Daten nicht auf den Evernote Servern abspeichern wollen, so können Sie lokale Notizbücher anlegen.

Diese Daten sind dann nur in der Desktop Variante verfügbar und werden nicht auf die Evernote Server hochgeladen.

Nachteil: Auf diese Daten haben Sie mit anderen Geräten (iPhone, iPad, etc.) keinen Zugriff.

Fazit:

In der digitalen Welt und besonders im Cloud-Computing gibt es keine totale Sicherheit.

Evernote tut aus meiner Sicht aber alles erdenklich Mögliche, um die Daten sicher abzulegen und jederzeit verfügbar zu machen. Ich bin beruhigt.

Noch eine Empfehlung zum Schluss:

Wenn Du mit Evernote richtig durchstarten willst, dann ist der Evernote Online-Kurs in meiner MDD Selbstmanagement-Akademie garantiert etwas für Dich! 16 Videos helfen Dir beim Einstieg und auch für versierte Evernote-Nutzer gibt es interessante Workflows und viele Tipps & Tricks. Zusätzlich stelle ich meine ganz persönliche Evernote-Ablagestruktur detailliert vor! Alle Infos und die Anmeldemöglichkeiten findest Du hier.

Ist Evernote aus Deiner Sicht sicher? Wie legst Du Deine sensiblen Daten ab? Bitte hinterlasse einfach einen Kommentar.