Papierloses Büro: Der ultimative Test des Apple Pencil

So, da ist er also: Der Apple Pencil. Sind damit die Zeiten, in denen ich Microsoft Surface- und Galaxy Note-Besitzern neidische Blicke zugeworfen habe, endlich vorbei? Die hatten nämlich schon immer recht gut funktionierende Eingabestifte. Quasi ab Werk.

Somit stellt sich jetzt die alles entscheidende Frage: Kann der Apple Pencil der Konkurrenz Paroli bieten oder ist er eine ähnlich große Enttäuschung wie die ganzen anderen Smartpens für das iPad?

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Hier nochmals das Wesentliche aus dem Video zusammengefasst:

Die Vorteile

+ Handling

Das Handling mit dem Stift ist einmalig. Einmal gekoppelt, funktioniert der Apple Pencil tadellos und das jederzeit! Kein Einschalten, erneutes Koppeln, Hoffen und Bangen. Einfach den Pencil zur Hand nehmen und losschreiben. So muss es sein.

+ Präzision

Die Präzision des Stiftes ist unglaublich. Da ist Apple wirklich ein großer Wurf gelungen. Seit ich den Pencil nutze, habe ich in keiner App das Zoom-Fenster zum Schreiben genutzt. Alles direkt in das Dokument.

Das war vor dem Apple Pencil quasi unmöglich. Bye bye, Zoomfenster.

+ Handballenerkennung

Der Handballen wird immer und wirklich immer erkannt. Ich hatte hier noch nie Probleme. Ganz entspannt kann die Hand komplett abgelegt werden.

+ Laden

Der Pencil kann direkt am Lightning Anschluss des iPads geladen werden und das rasend schnell.

Laden des apple pencil am ipad pro

Das Gute an dieser Lösung: Kein zusätzliches Kabel oder extra Ladegerät notwendig.

Zu Testzwecken hatte ich meinen Pencil komplett entladen. Bei 100% Ladung des iPad Pro war der Pencil nach fünf Minuten schon bei 20% und nach 24 Minuten komplett geladen. Das iPad war danach immer noch bei 100%!

Als absoluter Vielschreiber komme ich mit einer Ladung des Apple Pencil mindestens drei Tage hin, meistens eine ganze Arbeitswoche.

Zur Info: Den aktuellen Ladezustand kann man sich ganz einfach in der Mitteilungszentrale auf dem iPad anschauen. Hierbei einfach von oben auf den Bildschirm streichen.

test apple pencil

So dazwischen

+/- Schreibgefühl

Das Schreibgefühl ist ok, aber nicht wie auf Papier. Hier hätte ich mir einen Tick mehr Schreibwiderstand und eine etwas weichere Spitze gewünscht.

Mittlerweile habe ich mich aber an den geringen Widerstand gewöhnt. Anfangs tat mir nach längerem Schreiben die Hand weh. Ich habe mich bzw. meine Hand immer bremsen müssen und so die Hand verkrampft. Das hat sich nach der ersten Woche aber gelegt.

+/- Preis

OK, hohe Preise sind wir von Apple gewohnt. Die Qualität ist aber normalerweise auch entsprechend (Apple Watch einmal außen vor).

Für den Pencil gilt das Gleiche: 109,- Euro sind happig, aber der Preis ist bezogen auf den Mehrwert durchaus gerechtfertigt. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass die absolut nutzlosen Smartpens von Adonit / Wacom auch an die 100,- Euro kosten.

Die Nachteile

– Haptik

Mir persönlich gefällt das Design des Pencils nicht, aber das ist Geschmackssache. Was aber nicht geht, ist die Haptik, also das Gefühl beim Anfassen. Diese glatte, glänzende Oberfläche fühlt sich überhaupt nicht gut an und wird auch sehr schnell glitschig.

Warum hat Apple hier nicht an einen angenehmeren Griffbereich gedacht? Es heisst doch so schön: ‚Form follows function’ und nicht ‚Design über alles‘. Schade.

– Nur fürs Pro

Das war sicher nicht anders zu lösen, muss aber erwähnt werden. Der Apple Pencil funktioniert nur im Zusammenspiel mit dem iPad Pro. Mit einem Air oder Mini kann der Pencil nicht.

Fazit

Mit dem Apple Pencil kommen wir unserem Ziel, dem papierlose Büro, mit Riesenschritten näher. Zusammen mit dem iPad Pro können wir getrost auf Notizblöcke, -hefte etc. verzichten. ‚Digital ink‘ in beinaher Perfektion.

Zur Zeit gibt es keinen Stift, auch nicht für andere Tablets, der dem Pencil ansatzweise das Wasser reichen kann. Das einfache Handling, die Präzision in Verbindung mit einer perfekten Handballenerkennung, einfach genial.

In Summe gebe ich 9 von 10 Punkten. Nur beim Schreibwiderstand gibt es ein wenig und bei der Haptik auch größeres Verbesserungspotential.

Ab sofort werden Microsoft Surface- und Galaxy Note-Besitzer mir neidische Blicke zuwerfen. Soviel ist sicher.

Habt Ihr Fragen zum Apple Pencil oder möchtet Ihr selbst Eure Erfahrungen ergänzen? Gerne, nur rein damit in die Kommentare.