Wie Du handschriftliche Notizen ganz einfach digitalisierst [Podcast 005]

Notizen sofort digital zur Verfügung zu haben, ist wahnsinnig praktisch. Allerdings wirkt es äußerst unhöflich, bei einem Geschäftstermin die ganze Zeit auf dem Laptop zu tippen. Man kriegt keinen vernünftigen Augenkontakt hin, wirkt abgelenkt und kann nicht auf den Gesprächspartner eingehen. Es kommt kein richtiger Gesprächsfluss zustande.

Podcast 005

Davon abgesehen regen handschriftliche Aufzeichnungen die Kreativität enorm an. Manuel Marquina hat das in seinem äußerst lesenswerten Setup-Artikel sehr gut beschrieben. Daher erfährst Du in dieser Podcastfolge, wie Deine handschriftlichen Notizen schnell und einfach den Weg auf Deine digitalen Geräte finden.

Hier drei Möglichkeiten, Handgeschriebenes ganz einfach zu digitalisieren:

1. Notizen abfotografieren / scannen

Die einfachste Methode: Schreibe ganz normal mit Stift auf Papier und fotografiere Deine Aufzeichnungen anschließend ab oder scanne sie ein, zum Beispiel mit der App Scannable von Evernote

Es gibt aber auch andere Scannerprogramme für Smartphones und natürlich die Möglichkeit, die Notizen im Büro mit einem Scanner zu digitalisieren. Und wer nicht auf ein hübsches Notizbuch verzichten möchte, ist mit Evernote-Notizbüchern von Moleskine sehr gut beraten.

2. Livescribe

Noch schneller geht es natürlich, Notizen mit einem speziellen Stift direkt an das Tablet zu übertragen. Der Livescribe 3 (hier mein Testbericht) ist ein solcher Kugelschreiber mit integrierter Elektronik.

Geschrieben wird auf einem Spezialpapier und gleichzeitig werden die Notizen per Bluetooth an das Smartphone übertragen, sodass das Handgeschriebene direkt dort erscheint.

Darüber hinaus bietet der Livescribe die beste mir bekannte Umwandlung in Maschinenschrift. Ein DIN A4 Spiralblock des Spezialpapiers ist mit € 6,50 allerdings relativ teuer. Auf anderem Papier funktioniert der Livescribe nur als normaler Kugelschreiber.

3. iPad mit Eingabestift

Die beste Variante, handschriftliche Notizen zu digitalisieren, ist für mich der Smartpen, mit dem die Notizen direkt auf dem Tablet erstellt werden. Auf diesem Gebiet hatten Samsung und Microsoft lange die Nase vorn, doch jetzt sehe ich in der Kombination aus iPad Pro (hier mein Testbericht) und Apple Pencil (auch hierzu gibt es einen Test von mir…) das Nonplusultra.

Die Kopplung funktioniert problemlos, das Laden funktioniert ganz einfach und die Handballenerkennung verhindert, dass das iPad auf vermeintliche Eingaben auf dem Touchscreen reagiert. Bei einfacheren Stiften funktioniert die Handballenerkennung in manchen Apps nicht ganz so gut, dennoch ist der Bamboo CS-160 eine gute Alternative für den kleineren Geldbeutel.

Viele weitere Informationen zu verschiedenen Eingabestiften gibt es in meinen Tests auf YouTube.

Fazit

Ob abfotografiert, gescannt oder direkt mit einem speziellen Stift eingegeben: Das Digitalisieren von handschriftlichen Notizen ist eine große Erleichterung und ein Riesenschritt zu einem papierlosen Büro.

Einmal Digitalisiert ist die Ablage und das Verschicken / Teilen Deiner Notizen ein absolutes Kinderspiel. 

Zitat

Barbaras Mark Twain-Zitat war damals wohl anders gemeint, als wir es heute in Bezug auf analoge und digitale Notizen verstehen können: „Mir tut jeder Mensch leid, der nicht so viel Fantasie hat, ein Wort mal so, mal so zu schreiben.“

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Digitalisieren von handschriftlichen Notizen? Habt Ihr weitere Anregungen? Ich freue mich auf unseren Austausch in den Kommentaren.

Hinweis: Ich behalte mir das Recht vor, beleidigende oder vom Thema abweichende Kommentare zu löschen.

  • Uschi

    Seit einiger Zeit nutze ich das Bamboo Spark. Das ist zwar nicht papierfrei, doch für Leute wie mich, die schlechtauf dem Tablet in einen Schreibfluß kommen, ist es eine gute Alternative. Das einzige, was ich zu bemängeln hätte: für meine Hand würde ich mir
    einen etwas leichteren Stift mit kleinerem Durchmesser wünschen.
    Es sieht aus wie ein ganz normaler Notizblock mit Kugelschreiber, man kann mit dem Bamboo Spark die Notizen aufs ipad übertragen. Selbst Standart-Kugelschreiberminen sollen in den Stift passen. Entweder als Bild oder mit Schrifterkennung als Textdatei. Die Schrifterkennung funktioniert ziemlich gut. Du schreibst mit einem Kuli auf normales Papier, das kann auf jedem normalen A-5 Block oder Papierbogen sein. Ich verwende meist „Schmierpapier“, die Rückseiten von alten Unterlagen, die ich auf meinem Weg in Richtung papierfreies Büro gerade einscanne…

    • Danke für Deine Ergänzung und den Erfahrungsbericht, liebe Uschi.

  • Ralf B

    Mich würde interessieren, wie Du die Lautstärke des Schreibgeräusches (kleckern) beim Apple Pencil bewertest. Ist das besser als bei den anderen getesteten Stiften, wie Adonit oder Bamboo Fineline? War ja auch immer ein berechtigter Kritikpunkt in Deinen Tests.

    Vielen Dank für die vielen Informativen Berichte.
    Ralf

    • Eine sehr gute Frage! Danke dafür, lieber Ralf.
      Ein Klackern ist definitiv vorhanden, aber lange nicht so schlimm wie bei den Adonit oder Bamboo Smartpens. Wirkt in Besprechungen nicht störend. Ich kann sehr gut damit leben 🙂