„Mein Setup“ von Claudia Kauscheder

Zuerst vielen Dank, lieber Lars für die Einladung zu deiner Serie! Ich freue mich als Leserin selbst immer darüber, einen Blick in die Büros anderer werfen zu können.

Kurz zu mir: ich lebe in der Nähe von Wien, bin verheiratet, demnächst jugendliche 52 Jahre alt und habe zwei Kinder im Alter von 17 und 21. Meiner Tochter und ihrem Freiheitsdrang habe ich zu verdanken, dass ich vor zwei Jahren endlich von meinem Arbeitsplatz im Wohnzimmer in mein eigenes Reich übersiedeln konnte.

Claudia Kauscheder Setup

Beruflich stehe ich auf zwei Beinen: einerseits bin ich schon seit 10 Jahren selbständig, davon die letzten zwei Jahre mit dem Schwerpunkt auf Selbstmanagement im Home-Office. Denn seit nun mehr 21 Jahren arbeite ich auch als angestellte Datenbank-Programmiererin und Web-Entwicklerin im Home-Office. Das heißt, das „Abenteuer Home-Office“ lebe ich sowohl als Selbständige, als auch als Angestellte.

Es lag also schon lange auf der Hand, dass ich meine Erfahrungen mit diesem besonderen Arbeitsplatz weitergebe, allerdings habe ich mich erst vor zwei Jahren darauf fokussiert. Ich unterstütze Menschen, die im Home-Office vor allem online arbeiten dabei, den Spagat zwischen Home und Office elegant und mit möglichst wenig Reibungsverlust zu absolvieren …

Mein Arbeitsplatz

Ich liebe meinen großen Schreibtisch – auch wenn er meistens ziemlich leer ist. Vielleicht kommt das daher, dass ich jahrelang auf einem „Katzentisch“ arbeiten musste, weil ich nicht mehr Platz hatte. Nicht nur bei der Programmierung sind meine beiden 27-Zoll Bildschirme für mich nicht mehr wegzudenken. Ich bin davon überzeugt, dass mindestens zwei Bildschirme einen wahren Produktivitäts-Boost auslösen können, weil das nervige Wechseln zwischen den Applikationen über die Taskleiste wegfällt. Außerdem kommt es oft vor, dass ich in zwei oder mehr Programmen parallel arbeite – nebeneinander einfach schneller!

Auch wenn ich meine Apple-Produkte (siehe weiter unten) heiß liebe, bin ich noch nicht auf Apple umgestiegen – und werde es wohl auch nicht mehr tun. Ich bin mit Windows quasi aufgewachsen und fühle mich damit einfach wohler, als mit einem Apple. Derzeit arbeite ich noch auf Windows 8.1, das wird sich aber demnächst ändern und dann muss ich wohl auf Windows 10 umsteigen. Ob mich das glücklich macht, weiß ich noch nicht … mal sehen, ob und wie alle meine Programme dann laufen.

Das rote Tuch

Unter der Tastatur siehst du ein rotes Tuch liegen. Das ist einfach ein Handtuch, das auch manchmal die Farbe wechselt. Nicht hübsch? Nicht professionell? Egal. Der Tisch ist mir zu kalt, wenn ich die Hände auflege und eine Papier-Schreibtischunterlage kommt mir nicht ins Haus. Zu groß ist dann die Versuchung, schnell etwas darauf zu kritzeln und dann zu übersehen. Dazu kenne ich mich zu gut. Denn auch wenn ich für Zeit- und Selbstmanagement, Struktur und Arbeitsabläufe stehe, meiner Disziplin mache ich es gerne so leicht wie möglich …

Das rote Tuch
Übrigens kommt ein Stapel von 3-4 Handtüchern bei mir zum Einsatz, wenn ich meinen Podcast aufnehme. Das Mikro daraufgestellt und die Tonqualität wird viel, viel besser!

Der Vorhang

Ja, der muss hier auch gewürdigt werden. Die gesamte rechte Wand ist mit Schiebevorhängen verkleidet. Denn dahinter verbirgt sich ein ziemlich großer, in meinen Augen hässlicher Kasten, über den ich mich sehr lange geärgert habe. Auf der anderen Seite konnten und wollten wir aber nicht auf den Stauraum verzichten. Viele Ideen wie folieren, bemalen, Türen austauschen und ähnliches habe ich wieder verworfen, bis mir eben diese Schiebe-Vorhänge eingefallen sind. Und jetzt grinse ich jedes Mal vor Freude, wenn ich in mein Home-Office komme. Außerdem kann ich mir die Vorhänge so verschieben, dass ich bei Videos oder Webinaren entweder nur einen grauen, einen weißen oder einen weinroten Hintergrund habe. Oder gemischt. Genial, oder?

Wenn dich optisch irgendetwas in deinem Home-Office stört, kann ich dir nur den Rat geben, das so schnell wie möglich zu ändern – nur wer sich in seinem Büro oder Home-Office wohlfühlt, kann gute Ergebnisse liefern!

Das Mikro

Immer griff- oder sprechbereit ist auch mein Mikrophon, das Samson Meteor. Ich beantworte eMails und Anfragen sehr gerne mit einem kleinen Video (mit Jing aufgenommen) oder einer kurzen Sprachnachricht. Außerdem habe ich den Drachen (Dragon Naturally Speaking) im Einsatz, der mir bei längeren Texten viel Zeit spart.

Meine wichtigsten Tools

Trello
Wer einen Blick auf meinen Blog wirft, wird an meinem Lieblings-Tool nicht vorbeikommen: Trello! Genauso wie Lars auch, bin ich von diesem Online-Tool mehr als angetan. Seit über drei Jahren organisiere ich damit nun alles: Projekte, Produkt-Produktion, Redaktionsplan, Projekt-Planung, ich arbeite mit Kunden darüber zusammen, mein Ideen-Management und der Social-Media-Plan sind hier verwaltet – und natürlich meine 1-Minuten-ToDo-Liste nach Linnenberger. Meine Begeisterung für dieses extrem flexible Tool hat sogar in einen Trello-Video-Kurs gemündet, der nun seit 1 ½ Jahren am Markt ist und immer noch jeden Monat wächst.

Excel
Während ich in Trello alle Ideen, Aufgaben, etc. verwalte, ist Excel meine Schaltzentrale für meine Zeitplanung. Mein Sidepreneur-Sein hat eben auch die Konsequenz, dass ich alle Termine gut im Blick halten muss, um meinen beiden Standbeinen gerecht zu werden. Und das mache ich in einem Excel-Kalender. Dort plane ich meine Termine, meine Zeitblöcke und auch die Pausen ein, auf die vergesse ich nämlich sonst gerne. Außerdem ist Excel für mich immer noch das beste Tool, um einen Überblick über meine Zahlen zu bekommen, meine Projekte grob vorzuplanen, für Zeitaufzeichnungen, um zu tracken, wie lange ich für welches Projekt benötige, uvm.

Das mag antiquiert erscheinen. Und es funktioniert auch nur, weil ich selten unterwegs bin. Wenn ich ständig auf Achse wäre, dann wäre mein Excel-Kalender sicher auch schon durch einen Google-Kalender ersetzt worden. Aber ich führe diesen Kalender jetzt seit 2007 und habe für mich persönlich bisher noch nichts Besseres gefunden.

Camtasia
Ohne Camtasia gäbe es meine Online-Kurse und Youtube-Videos wahrscheinlich nicht. Davor habe ich mit Pinnacle gearbeitet – und es war zäh. Ja, vor allem für Windows-User war das bisher eine ziemliche Investition, inzwischen gibt es allerdings die Camtasia-Lizenz für die Version 9 für beide Systeme zum selben günstigeren Preis! Wenn ich durchrechne, wie viel ich mir alleine bei der Produktion der Trello-Videos durch diese Software an Zeit gespart habe, dann hat sich das binnen der ersten 10 Videos schon rentiert.

Phrase Express
Phrase Express ist das Windows-Pendent zum Text-Expander von Apple. Ohne würde ich nicht mehr wollen, obwohl ich wahrscheinlich nur 10% der Möglichkeiten, die dieses Programm mitbringt, nutze. Von der einfachen Signatur bis hin zu allen Links zu allen Blogartikeln und Podcast-Episoden und einigen eMail-Vorlagen habe ich hier alles gespeichert.

An der Stelle möchte ich übrigens gleich eine Lanze für beide Programme brechen: Oft höre ich das Gegenargument: „Da muss ich mir so viele Abkürzungen merken“. Nein, musst du nicht. Du kannst die Textbausteine auch ohne Abkürzungen verwenden und per Menü aufrufen …

F.Lux
Dieses kleine Programm F.Lux verändert die Abstrahlung vom Bildschirm, je nach Uhrzeit. Besonders angenehm, wenn ich sehr zeitig in der Früh oder abends arbeite, weil meine Augen dadurch nicht so angestrengt werden. Für mich inzwischen unverzichtbar.

Reflector 2
Wenn ich meinen LeserInnen etwas auf dem iPad oder iPhone zeigen möchte, ginge es natürlich auch über Screenshots. Viel netter ist es allerdings, Videos direkt vom mobilen Gerät zu machen. Und das funktioniert großartig mit diesem kleinen Programm (Reflector 2). Ich weiß, damit könnte ich auch Netflix auf meinem großen Bildschirm schauen, aber der ist ja meistens besetzt …

Mein mobiles Office
Wie schon geschrieben, mobil bin ich ausschließlich auf Apple unterwegs. Zumindest als Selbständige. Mein Firmen-Handy ist leider ein Android … aber mit dem telefoniere ich ausschließlich, somit ist das nicht so relevant.

iPhone

Ich liebe technische Spielereien – trotzdem bin ich meinem iPhone 5S treu geblieben und nicht auf das 6er umgestiegen. Es ist stabil, handlich und die Kamera macht erträglich gute Fotos. Der Rest liegt in meinen Augen eher in der Hand der Apps.

Schön in Ordnern verpackt ist Platz auch auf dem kleinsten iPhone … Natürlich hier im Schnellzugriff Trello, die meisten Apps sind allerdings in Ordnern verpackt.

Lesen/Hören: Das ist bei weitem der wichtigste Ordner: Über Newsblur verfolge ich per RSS-Feed an die 140 Blogs, mit der App Casts horche ich Podcasts, per Audible wird mir auch auf längeren Fahrstrecken nicht langweilig und besonders oft verwende ich die App Skoobe. E-Books bis zum Abwinken für eine monatliche Gebühr. Sosehr ich Bücher nach wie vor liebe, mag ich es, über Skoobe in Bücher hineinzuschnuppern und dann zu entscheiden, ob ich sie lesen möchte oder nicht. Abends lese ich gerne am Handy – übrigens danke Lars für den Tipp, NightShift zu verwenden – seitdem danken es dir meine Augen!

Produktivität: Hier sind nicht allzu viele Apps in Verwendung. Hauptsächlich verwende ich am Handy die Pomodoro-App Power Focus, 4Memo um Sprachnotizen gleich in Trello zu speichern und natürlich Evernote.

Insgesamt also recht übersichtlich – wieder, weil ich nicht so viel unterwegs bin und die wichtigsten Programme am PC habe.

iPad von Claudia Kauscheder

Mein iPad, inzwischen das zweite, ist ein iPad Air2 und ich habe jeden Tag wieder Freude daran, wenn ich es in die Hand nehme. Hier sind etwas mehr Apps im Einsatz, weil der Screen größer ist und ich auch gerne zwischendurch damit auf der Couch oder der Terrasse sitze und arbeite.

Wie z.B. die Zeichen-App Paper53, mit der ich manchmal Illustrationen oder auch die Struktur von Blogartikeln aufzeichne, seit kurzem habe ich auch ein Netflix-Abo und mit Office365 bin ich auch am iPad gut mit meinen Dateien in Kontakt.

Ich bin gerade selbst erstaunt, wie viele Programm ich täglich im Einsatz habe – und dabei habe ich dir noch gar nicht alle genannt. Wenn du Fragen, Anmerkungen oder Feedback zu meinem Setup hast, freue ich mich auf einen Kommentar von dir – und wenn du neugierig bist, dann besuch‘ mich gerne auf meinem Blog auf http://abenteuerhomeoffice.at.

Bis hoffentlich bald

Deine Claudia Kauscheder

Claudia Kauscheder

Hinweis: Ich behalte mir das Recht vor, beleidigende oder vom Thema abweichende Kommentare zu löschen.

  • Lioba Heinzler

    Liebe Claudia, danke für Deine vielfältigen Tipps. Besonders gut gefallen mir auch Deine pragmatischen Lösungen. Ich probiere es einfach mal nach und nach aus.
    Liebe Grüße aus Wuppertal. Lioba

  • SarahAndrea Royce

    Ich verstehe es nicht. Durch die Bank sind alle „Papierlos“/Selbstorganisationsblogger Apple süchtig, dabei ist iOS eine echte Katastrophe wenn es um das Teilen von Daten zwischen verschiedenen Anwendungen geht und treibt mich ständig in die Verzweiflung.

    • Herbert Hertramph

      Ob man gleich „süchtig“ ist, wenn man Produkte einer Firma verwendet, sei jetzt mal nicht weiter diskutiert (ich habe eine WMF-Kaffeemaschine, ohne WMF-süchtig zu sein – eher Kaffeesüchtig 😉 ). Aber mich würde interessieren, wo Du die Probleme beim Teilen siehst? Fotos, Filme, PDF-, Office-Dateien, Dropbox, Google Drive, Own Cloud, Web Dav, NAS, Text, Markdown, HTML, CSV – alles kann mit fast allem geteilt werden, abgelegt werden, geholt werden, hochgeladen, runtergeladen … Die Apps kommunizieren sogar auf Wunsch automatisch miteinander – ich scanne den ISBN-Code eines Buchs, die Buch-Daten werden (ohne mein Zutun) in einer Excel-Datei gespeichert, diese landet (wieder ohne mein Zutun) in Google Drive usw. usw. usw. Oder ich schreibe einen Text mit Markdown in der einen App, in der anderen App entsteht das fertige E-Book im lesefreundlichen Format usw. usw. usw. Von daher würde mich wirklich interessieren, was da genau vermisst wird.

      • SarahAndrea Royce

        Was du da erzählst klingt für mich sehr schräg, da ich genau das mit allem machen kann, was nicht iOS ist, aber iOS mich da völlig in die Verzweiflung getrieben hat.
        Nach langen Recherchen habe ich z.B. herausgefunden, dass ich meine PDFs in der Dropbox App öffnen kann und eBooks (nach Konvertierung) in die Amazon Cloud laden kann, um sie auf den iOS Geräten zur Verfügung zu haben. Für meine vielen lokal gespeicherten Filme habe ich noch keine Möglichkeit gefunden.

        Will ich ein PDF sowohl in Dropbox als auch in Amazon öffnen, brauche ich zwei Kopien in verschiedenen Clouds, innerhalb meines eigenen Netzwerkes zu bleiben ist mir gleich gar nicht möglich.

        Ich erkläre gerne mal, wie das ganze auf Android und Windows funktioniert. Einen Dateimanager auf Android öffnen, verweis zum Windows Netzwerk öffnen, wenn es das erste mal ist, im schlimmsten Fall den Namen des Rechners (oder NAS usw.) und die Login Daten abgeben. Dann beliebig durch die Dateien browsen und sie entweder ins lokale Dateisystem kopieren oder direkt von dort aus via Doppelklick öffnen. Habe ich mehrere Apps, die ein Dateiformat unterstützen, kann ich nun auswählen, mit welcher App ich die Datei öffnen will.